Review

Vampire´s Fall Origin: Das Mobile-Game beißt sich auf Steam durch

Von Nikolas Rau am 25. Februar 2020
Publisher: Early Morning Studio
Release: 31. Januar 2020
Genre: RPG
Entwickler: Early Morning Studio
Verfügbar für: PC | iOS | Android
USK Altersfreigabe: ausstehend

Vampire´s Fall vom Entwickler Early Morning Studio hat eine Portierung für den PC bekommen. Das Rollenspiel gibt es seit September 2018 als mobile Version und erfreut sich dort großer Beliebtheit. Wie es sich auf dem PC spielt und ob sich ein Kauf lohnt, haben wir für euch getestet.

Die Story von Vampire´s Fall ist recht simpel. Unser Held startet in seinem Heimatdorf Vamp´Ire, das von einer finsteren Armee, angeführt von einem dunklen Hexenmeister, angegriffen wird. Während der Schlacht sterben wir, erwachen danach aber wieder und sehen unser ganzes Dorf abgeschlachtet. Als Vampir ist es nun unsere Aufgabe, den Hexenmeister zu finden und Rache für unser Dorf zu nehmen. Insgesamt ist die Story, wie bei vielen Open-World-Spielen, eher Nebensache und im Vordergrund steht das Entdecken der Welt. Ähnlich ist es auch bei Vampire´s Fall, allerdings können auch die Nebenquests kaum interessante oder tiefgründige Geschichten erzählen.

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Zu Beginn kreieren wir unseren Charakter, indem wir sein Äußeres anhand von ein paar Auswahlmöglichkeiten bei Hautfarbe, Gesichtszügen und Frisuren sowie deren farblicher Gestaltung festlegen und uns eine Familie aussuchen. Letzteres gibt uns nur einen minimalen Bonus, hat aber ansonsten keinerlei Auswirkungen auf das Spiel.

Danach lernen wir das Spiel noch vor dem Kampf um das Dorf kennen und bekommen erklärt, wie man kämpft und seinen Charakter levelt.

Danach lässt uns das Spiel auf die frei begehbare Welt los und setzt uns kaum Grenzen, sondern gibt nur Warnungen, dass wir in manchen Gebieten wirklich in Gefahr sein könnten. Die Spielwelt präsentiert sich interessant und lädt dazu ein, sie zu erforschen. Sie wartet mit einigen Easter Eggs und einer Menge Humor auf. Wer wollte nicht schon immer mal Womensbrush Threepwood treffen? Oder dem Questgeber, der einen beauftragt seinen Kontrahenten zu verprügeln, eins überbretzeln, um dafür vom Kontrahenten noch mehr abzukassieren. Diese kleinen Begegnungen lockern das Spiel auf und motivieren ungemein.

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Beim Erkunden stoßen wir natürlich auf Gegner. Dies sind meist Zufallsbegegnungen Diese sind am Anfang fordernd und machen Spaß, lassen aber im späteren Spielverlauf nach, da die Gegner nicht mitleveln, sondern immer gebietsabhängig bleiben. Sprich, wenn wir uns im späteren Spielverlauf wieder in einem Anfängergebiet aufhalten, kommen immer noch die schwachen Gegner und halten uns auf.

Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab, immer abwechselnd sind wir und unser Gegner dran. Dabei ist es möglich, aus unterschiedlichen Attacken auszuwählen und im weiteren Spielverlauf auch neue freizuschalten. In jeder Runde generiert der Held Fokus. Dieser wird für mächtigere Angriffe und Fähigkeiten eingesetzt. Alle drei Runden haben wir die Möglichkeit, all unseren Fokus in mehrere Angriffe und Fähigkeiten zu investieren. Das macht die Kämpfe sehr taktisch und lässt uns alle Angriffe planen. Besonders, weil jeder Feind Stärken und Schwächen hat.

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Ist ein Kampf beendet, bekommen wir meist Gold, Gegenstände und Erfahrungspunkte. Das Gold lässt sich beim Händler für bessere Waffen, Rüstungen, Amulette und andere Ausrüstung ausgeben.

Die gefundene Beute ist meist recht schwach und wird einfach nur verkauft. Ab und zu finden wir aber sehr seltene Waffen und Rüstungen, die den Charakter enorm verbessern. Oft lassen sie uns mehr Fokus oder Lebenspunkte generieren, erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Blocks oder Ausweichens und den Schaden. Das erinnert ein wenig an Diablo, weil die Suche nach immer besseren Gegenständen den Spieler antreibt.

Die gewonnenen Erfahrungspunkte lassen unseren Helden von Zeit zu Zeit aufsteigen. Dies geht selbst im späteren Spielverlauf zügig vonstatten, da wir durch abgeschlossene Quests und starke Gegner viele Punkte sammeln. Dadurch dauert eine  Charakterplanung nicht ewig und der Held wird merklich stärker.

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Bei jedem Stufenanstieg dürfen wir vier Punkte in unsere Blutlinie investieren, die sich in Zorn, Lebenskraft und Täuschung unterteilt. Zorn steigert die unterschiedlichen Schadensarten verbessern. Lebenskraft erhöht Lebenspunkte oder die Fokuspunkte und deren Regeneration. Mit Täuschung können das Ausweichen oder Blocken verbessern.

Außerdem dürfen wir noch einen Punkt in Fähigkeiten investieren. Es gibt unterschiedliche Fähigkeiten, wie zum Beispiel einen Fledermausschwarm herbeizurufen, der über mehrere Runden Schaden macht, oder unsere Waffen zu schärfen, wodurch wir in den nächsten Kampfrunden stärker zuschlagen. Fähigkeiten lassen sich nur bei genügend Fokus einsetzen und haben unterschiedlichste Auswirkungen. Das führt dazu, dass wir viel ausprobieren und überlegen, mit welcher Waffenart zusammen sie am meisten Sinn machen.

Man hat Stich-, Wucht,- oder Hiebwaffen, die sich recht unterschiedlich spielen. Der kleine Dolch zum Beispiel hat Angriffe, die zwar weniger Schaden machen, dafür aber giftig sind und weniger Fokus kosten, während der schwere Zweihänder enormen Schaden macht, dafür aber auch extrem viel Fokus verbraucht.

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Das Entwickeln des Charakters macht sehr viel Spaß und kann langfristig motivieren.

Zwischen den Kämpfen laufen wir natürlich auch durch die Spielwelt. Dabei gibt es oft das Problem, dass durch Aufgaben Wege doppelt und dreifach gelaufen werden müssen. Das ist sehr nervig, besonders, weil die Schnellreisefunktion nicht wirklich ausgebaut ist. Zwar können wir durch einen Trank zu den großen Städten reisen, aber diese liegen sehr weit auseinander, wodurch es sich nicht immer wirklich lohnt.

Technisch muss man bei Vampire´s Fall berücksichtigen, dass es eigentlich für das Handy programmiert wurde. Wer top Grafik erwartet, ist hier an der falschen Adresse. Einige Texturen wirken matschig und die Bewegungen des Helden sind etwas hölzern. Im Großen und Ganzen lässt sich das Spiel aber ganz gut ansehen.

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Der Sound ist solide und passt meistens zur Umgebung. Allerdings spielt etwas selten die Musik, was manche Passagen doch recht ruhig wirken lässt. Auch gibt es nur vertonte, sehr seltene Zwischensequenzen. Dialoge werden nur in Texten geführt und sind teilweise fehlerhaft übersetzt.

Die Steuerung ist sehr simpel, dafür aber präzise. Nur die Bedienung der Menüs ist etwas hakelig und umständlich, aber man gewöhnt sich schnell daran.

Fazit 

Insgesamt ist Vampire´s Fall: Origin ein motivierendes und liebevoll gestaltetes Spiel. Zwar ist die Story nicht sehr mitreißend und wird schnell zur Nebensache, dafür trumpft die Spielwelt mit vielen Details auf. Auch der Humor kommt nicht zu kurz und zeigt, dass die Entwickler ihr Spiel nicht ganz ernst nehmen. Das Level-System funktioniert gut und motiviert den Spieler, in Kombination mit der Ausrüstung seinen Charakter immer weiterzuentwickeln.

Eine vernünftige Schnellreisefunktion hätte dem Spiel gut getan und den Spieler damit einiges an nerviger Hin- und Herlauferei genommen, aber darüber lässt sich hinweg sehen. Deutlich schwerwiegender sind dafür die Fehler in den Dialogen, wodurch Texte teilweise nicht mehr verständlich sind.

Wen dies nicht weiter stört, der bekommt aber ein preiswertes Spiel mit enorm viel Inhalt und einem tollen Charaktersystem. Jeder Rollenspiel-Fan, der nach einem Spiel für zwischendurch sucht, ist hier an der richtigen Adresse.

Pro:
  • Viele Details
  • Gutes Levelsystem
  • Viele Austüstungsgegenstände
  • Interessante Spielwelt
Contra:
  • Unnötige Schnellreise
  • Altbackene Grafik
  • Uninteressante Story und Quests
Story
2 von 5 Buddies
Gameplay
4 von 5 Buddies
Grafik
3 von 5 Buddies
Sound
3 von 5 Buddies
Spielwelt
5 von 5 Buddies

Spiel getestet auf: PC

Unsere Wertung:

7.0 / 10
Ein begeisterter PC- Spieler seit Kindheitstagen. Indietitel und Horrorspiele lassen sein Herz meist höher schlagen, aber auch Serien wie Fifa, Far Cry, The Elder Scrolls und Fallout stehen ganz oben auf seiner Liste.

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