Review

Doom 64 – Old-School-Shooter Hölle endlich für PC 

Von Nikolas Rau am 21. April 2020
Publisher: Bethesda
Release: 20. März 2020
Genre: Retro | Shooter
Entwickler: id Software
Verfügbar für: PC | Switch | PS4 | Xbox One | Stadia
USK Altersfreigabe: 16

Bei einer Vorbestellung von Doom Eternal gab es Doom 64 gratis dazu. Fans der alten Hits können es für fünf Euro kaufen. Die Entwickler haben das 1997 für Nintendo 64 erschienene Spiel für den PC portiert und somit einen Retro-Shooter auf den Markt gebracht. Wir schauen mit euch, ob Doom 64 auch gut gealtert ist.

Simple Story, gute Atmosphäre

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Wir schlüpfen in die Rolle eines Soldaten, der damit beauftragt ist, erneut die Dämonen von der altbekannten Marsbasis zu vertreiben und den Mother Demon zu töten. Also nehmen wir unsere Shotgun und ballern uns durch die neuen Monsterhorden.

Dafür ist die Atmosphäre sehr gut gelungen. Die Stimmung ist düster, wir erwarten hinter jeder Ecke einen Dämon, der uns angreift und es kommt ein Gefühl der Angst auf.

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Das Labyrinth der Dämonen

Insgesamt ist das Gameplay von Doom 64 recht einfach. Wie in den alten Shootern üblich, schießen, sprengen und kämpfen wir uns den Weg durch Gegnermassen. Dabei hat man unterschiedlichste Waffen zur Verfügung. Von der Shotgun über den Raketenwerfer bis hin zur BFG 9000 ist alles dabei. Das Monstergemetzel ist dabei sehr einfach. Die Gegner sind dumm, allerdings muss man im Hinterkopf behalten, dass die KI in den 90er-Jahren weiter von der heutigen entfernt ist.

Wir laufen also einfach los und zielen mit der Maus auf einen Gegner, wobei automatisch auf höher oder tiefer gelegene Ebenen gezielt wird. Es ist nicht möglich, nach oben oder unten zu blicken.

Die Gegner unterscheiden sich meist nur in ihrer Fähigkeit, Treffer einzustecken und Schaden auszuteilen. Es gibt keine besonderen Bewegungen oder Angriffe.

So schießen wir einfach auf alles, was sich bewegt, meistens auf der Suche nach Munition, Lebensenergie und Rüstung. Denn wer stirbt, verliert alle Waffen und muss das Level neu starten und erst mal alles wieder einsammeln. Das führt dazu, dass man die schwereren Level immer öfter spielt und somit Abläufe verinnerlicht und Taktiken entwickelt.

Das kann in manchen Fällen zu Frustration führen, wenn wir uns aber durchgebissen haben, freuen wir uns, dass wir es den Dämonen doch noch gezeigt haben.

Neben den ganzen Kämpfen geht es darum, sich den Weg durch die verworrenen und geschlungenen Level zu bahnen. Dabei entdeckt man zwar einige Geheimnisse, die die wichtigsten Resourcen oder Bonusangriffe enthalten, aber oft verläuft man sich auch oder man findet den richtigen Ort nicht. Es passiert nämlich mal, dass sich in einem Raum etwas verändert, der schon durchsucht wurde. Das ist zeitweise sehr ärgerlich und nimmt einiges von der Atmosphäre raus.

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Technisch sauber, für die 90er

Bei Doom 64 merkt man natürlich ganz klar, dass es mittlerweile 23 Jahre alt ist.

Die Grafik ist pixelig, die Umgebung sieht sehr gleich aus und die Animationen sind total hakelig und steif. Dafür ist die Farbgebung sehr gut gelungen, verstärkt die Atmosphäre und lässt die Welt realistisch erscheinen. Auch die Lichteffekte geben der Spielwelt mehr Tiefe, da überall Lampen flackern und Bildschirme blinken. Man hat das Gefühl, wirklich auf einer Marsstation zu sein.

In den Kämpfen fällt auf, dass die Steuerung schnell und präzise ist. Hier ist die Portierung wirklich gut geworden.

Der Sound ist eines der Herzstücke des Spiels. Die düstere Musik lässt die Atmosphäre dichter werden und erzeugt oft eine bedrückende oder beängstigende Stimmung. Dabei fällt auf, dass der Soundtrack nicht das Epochale oder Rockige von den anderen Teilen hat, sondern eher auf düstere Klänge setzt. Die Schreie der Monster und die Umgebungsgeräusche lassen einen immer wieder über die Schulter oder um die nächste Ecke schauen, ob da nicht etwas kommt.

Die Töne der Waffen krachen nur so und lassen diese authentisch erscheinen.

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Fazit

Doom 64 ist sein Alter ganz klar anzumerken. Die Geschichte ist simpel und Nebensache, die Grafik ist pixelig, Gegner sind dumm wie Brot und die Steuerung ist sehr simpel.

Deswegen ist es aber kein schlechtes Spiel. Atmosphärisch funktioniert der Retro-Shooter immer noch gut und der Sound ist wirklich herausragend. Das Gemetzel macht richtig viel Spaß und motiviert meistens, weiter zu spielen.

Insgesamt lässt sich also sagen, dass Fans der alten Doom-Spiele hier voll auf ihre Kosten kommen. Wer gerne Retro-Shooter mag, ist auch hier an der richtigen Adresse und kann getrost das wenige Geld für das Spiel ausgeben. Jeder, der das Spiel mit Doom Eternal bekommen hat, sollte es sich sowieso einmal anschauen um so die original Doom-Reihe kennenzulernen.

Pro:
  • Präzise Steuerung
  • Dichte Atmosphäre
  • Motiviert Taktiken und Abläufe zu lernen
  • Sehr guter Soundtrack
Contra:
  • Teilweise sehr unübersichtliche Level
  • KI ist sehr dumm
Story
2 von 5 Buddies
Gameplay
3 von 5 Buddies
Grafik
3 von 5 Buddies
Sound
5 von 5 Buddies
Atmosphäre
5 von 5 Buddies

Spiel getestet auf: PC

Unsere Wertung:

8.0 / 10
Ein begeisterter PC- Spieler seit Kindheitstagen. Indietitel und Horrorspiele lassen sein Herz meist höher schlagen, aber auch Serien wie Fifa, Far Cry, The Elder Scrolls und Fallout stehen ganz oben auf seiner Liste.

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