Hardware

Google Stadia – eine echte Alternative

Von Daniel Walter am 9. Dezember 2019

Seit etwas mehr als einer Woche ist Googles Konsolenalternative Stadia nun in Betrieb. Wie sich der neue Streamingservice bisher schlägt, verraten wir euch hier.

Die Vorfreude stieg spürbar an, als der Postbote ein kleines Paket mit Google als Absender vorbei brachte. Schon die stylishe weiße Box mit Stadia Logo machte Lust auf mehr. Im Inneren der Founder’s Edition finden wir zunächst den dunkelblauen Controller. Dieser überzeugt mit einer modernen Optik und einem angenehmen Gewicht. Der Stadia-Controller ist etwas schwerer als beispielsweise der PS4-Controller, was aber nicht als Manko zu verstehen ist. Das rundliche Design sorgt für ein gutes Handling, die Tastenanordnung und die Bezeichnungen entsprechen im Prinzip dem Xbox-One-Controller. Ein leichter Minuspunkt muss für die großen Schultertasten vergeben werden, deren Druckwiderstand etwas zu gering ist. Dennoch macht der Stadia-Controller insgesamt einen sehr guten Eindruck. Er ist mit zwei zusätzlichen Tasten ausgestattet. Eine der beiden löst per Knopfdruck direkt einen Screenshot aus, der sofort in der zugehörigen Stadia-App angeschaut und bei Bedarf auch gelöscht werden kann. Der zweite Knopf soll später einmal ermöglichen, beim Spielen auf die Hilfe anderer Stadia-Nutzer zurückgreifen zu können, ist aktuell aber noch ohne Funktion. Der Controller lässt sich an der Rückseite Mithilfe des beiliegenden USB-Kabels laden. Leider handelt es sich hierbei nicht um einen Standard-Handy-Anschluss, sodass nicht jedes beliebige Ladekabel genutzt werden kann.

Das Einrichten des Streamingservices geht sehr schnell von der Hand. Nach dem Download der kostenlosen Stadia App und der Eingabe des Founder’s Edition Codes gilt es, ein vorhandenes oder neues Google Konto zu verknüpfen. Bevor die drei zum Paket gehörigen Stadia-Pro-Monate eingelöst werden können, muss im Playstore eine Zahlungsmethode hinterlegt werden. Stadia Pro kostet nach Ablauf der Inklusivmonate 9,99€ monatlich. Anschließend benötigt man noch die Google Home App, um den für das Spielen am Fernseher notwendigen Chromecast Ultra einzurichten. Hier muss man lediglich den Bildschirmanweisungen folgen, sodass dieser Schritt auch schnell erledigt ist. Bevor es losgehen kann, muss der Controller noch mit eurem WLAN Netzwerk verbunden werden. Dies geschieht über die App, indem ihr auf das Controller Symbol klickt. Auch hier sind die einzelnen Schritte sehr gut erklärt, sodass ihr schon nach kurzer Zeit spielbereit seid.

Ähnlich wie bei PS Plus oder Xbox Gold erhaltet ihr auch bei Stadia Pro kostenlose Spiele, solang euer Abo läuft. Zum Start stehen Destiny 2 Complete und Samurai Showdown bereit, im Dezember folgen Tomb Raider in der Definitive Edition sowie der Landwirtschaftssimulator 2019. Wie bei den genannten Alternativdiensten werden die Gratisspiele nicht automatisch mit eurem Konto verknüpft, sondern müssen im Stadia Store über die App beansprucht werden. Das Kaufen von Spielen geschieht ebenfalls bequem über die App, gezahlt wird über die im Playstore hinterlegte Zahlungsart. Das Schöne an Stadia ist, sobald euch ein Spiel gehört, könnt ihr euren Controller in die Hand nehmen, auf das Spiellogo drücken und loslegen. Es gibt keine Downloads, Updates oder Sonstiges mehr, was bei dem heutigen Updatewahnsinn wirklich sehr erfrischend ist.

Was alle natürlich brennend interessiert, ist, wie sich Stadia in der Praxis schlägt. Auch hier können wir fast nur Positives berichten. Wir testeten Stadia am Fernseher über den Chromecast und steuerten mit dem Stadia Controller. Bei unserem Internetanschluss handelte es sich um eine 100 MBit/s Leitung. Als Spiele haben wir uns die Tomb Raider Definitive Edition und Destiny 2 angeschaut. Bei Tomb Raider gab sich Stadia keinerlei Blöße. Wir stellten keinen Ruckler fest und auch die Eingabeverzögerung spielte überhaupt keine Rolle, weder bei den Shooter Passagen noch beim Klettern. Gespannt waren wir auf Destiny 2. Hier reagierte die Steuerung ebenfalls hervorragend, allerdings konnten wir hier minimale Verzögerungen beim Ton wahrnehmen, die den Spielfluss aber nicht wirklich beeinflusst haben. Nur, wenn man sich wirklich darauf konzentriert hat, war der Sekundenbruchteil zwischen Schuss und Schussgeräusch erkennbar. Was wir beim Spielen ebenfalls feststellten, war, dass der Chromecast recht schnell sehr warm wird. Dies hatte in unserem Fall niemals Konsequenzen, sollte aber der Vollständigkeit halber erwähnt werden.

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mich Stadia wirklich überzeugt hat. Sowohl das Drumherum wie die App, die Einrichtung oder der Controller als auch die Leistung im Spiel können bis auf ganz wenige Aspekte lobend herausgestellt werden. Meine einzigen wirklichen Kritikpunkte sind die etwas zu leicht gängigen Schultertasten des Controllers, die minimale Audioverzögerung bei Destiny 2 sowie der recht warm werdende Chromecast. Nichts davon ist allerdings ein KO-Kriterium, denn man muss schlichtweg festhalten, dass das Stadia Konzept einfach funktioniert, zumindest mit unserer recht starken Internetleitung und dem originalen Controller.

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Pro:
  • Unproblematische und schnelle Einrichtung
  • Keine spürbare Verzögerung der Eingabe mit dem Stadia-Controller
  • Komfortable Verwaltung über die App
  • Spielestart direkt nach Kauf möglich
Contra:
  • Schusstasten des Controllers etwas leichtgängig
  • Minimale Audio-Verzögerung bei Destiny 2
  • Chromecast wird recht schnell warm

Spiel getestet auf: Stadia

Ein leidenschaftlicher Konsolenspieler, der zur Not aber auch mal den PC anschaltet. Vor allem Shooter-Serien wie Battlefield oder Call of Duty werden gerne gezockt, aber auch Action-Adventures wie Assassin's Creed, Batman Arkham oder The Last of Us liegen regelmäßig im Laufwerk. Sporttitel wie Fifa oder Tour de France erweitern das Interessengebiet, ebenso wie MMOs oder sämtliche Titel aus dem Star Wars Universum.

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