NEO: The World Ends with You
Review

NEO: The World Ends With You im Test: Zurück ins tödliche Spiel der Reaper

Von Dominik Probst am 30. November 2022
Publisher: Square Enix
Release: 27. Juli 2021
Genre: Action | Adventure | Rollenspiel
Entwickler: h.a.n.d.
Verfügbar für: PC | Switch | PS4
USK Altersfreigabe: 12

Bereits 2007 erschien The World Ends With You für den Nintendo DS, 2018 kam die überarbeitete Fassung mit dem Suffix Final Remix für Nintendo Switch. Dieses Jahr veröffentlichte Square Enix nun den Nachfolger des Klassikers namens NEO: The World Ends With You. Uns verschlägt es also wieder zurück nach Shibuya in das tödliche Spiel der Reaper. Ob wir das überleben können, klären wir im Test.

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Ein gewöhnlicher Tag in Shibuya

Als Rindo Kanade starten wir mitten auf der Shibuya-Kreuzung im Messenger-Chat mit Tosai Furesawa (Fret), der sich hier mit uns treffen wollte. Er ist spät dran, weswegen er uns bittet, zum 104 – einem Einkaufszentrum – zu gehen. Dort angekommen, erfahren wir auch den Grund, warum er sich verspätet hat. Fret hat all sein Geld für zwei Pins ausgegeben, die gerade jeder trägt. Einen davon erhalten wir als Geschenk.

Während eines gemeinsamen Mittagessens bekommt Rindo noch eine Nachricht von Swallow, einer Bekanntschaft aus einem Online-Game. Anscheinend ist Swallow auch hier in Shibuya, weswegen sich die beiden zurück auf den Weg zur Kreuzung machen. Doch hier soll sich das Leben von Rindo und Fret schlagartig ändern. Rindo hat eine Vision, in der Shibuya dem Erdboden gleichgemacht wird und Fret bei einem Autounfall ums Leben kommt. Wieder bei Sinnen, sehen die beiden ein Feuerwerk mitten auf der Kreuzung. Seltsamerweise sieht niemand anderes zu, weswegen sich ein komisches Gefühl bei ihnen breitmacht.

Kurze Zeit später lauschen Rindo und Fret einer Ansprache über einen Monitor, in der gesagt wird, dass ein neues Spiel gestartet ist. Die beiden rennen von einem Angriff eines Monsters weg, als eines dieser Ungeheuer einen LKW in die Luft schleudert und Fret darunter begräbt. Hier lernt Rindo auch seine neue Spezialfähigkeit kennen: Er kann die Zeit zurückdrehen. Nach einer kurzen Sequenz, in der wir Fret vor seinem Tod bewahren, gelangen wir auch direkt in das Spiel der Reaper. Wir müssen nun herausfinden, wie wir aus diesem Spiel herauskommen, was es damit auf sich hat und warum zur Hölle wir hier sind.

Die Geschichte von NEO: The World Ends With You ist wirklich spannend und gut erzählt, die Charaktere haben alle ihren eigenen Charme und sind teilweise auch etwas verpeilt. Der perfekte Grundbaustein für eine gute Erzählung!

Der Kampf gegen die Noise

Direkt zu Beginn des Spiels der Reaper erhalten wir eine kleine Einführung von Shoka Sakurane, einem Reaper. Sie gibt uns auch unsere Starter-Pins und einige Informationen.

So ist das Spiel der Reaper in mehrere Tage aufgeteilt, an denen wir jeweils eine Mission auf unserem Smartphone erhalten. Diese sollte erledigt werden, um so Punkte zu sammeln, um an die Spitze der Rangliste aufzusteigen. Der letzte Platz wird jede Woche ausgelöscht. Um die Aufgaben zu erfüllen, müssen wir meistens gegen die sogenannte Noise kämpfen. Dafür scannen wir unsere Umgebung und laufen in die Gegner hinein.

Der Kampf selbst ist relativ simpel gehalten, wird aber im Laufe des Spiels immer fordernder. Warum das so ist, sehen wir gleich. Für den Kampf benötigen wir Pins. Jeder Pin hat eine eigene Fähigkeit (auch Psych genannt), mit der wir entweder angreifen oder unser Team heilen können. Ebenfalls besitzen diese einen Stärkewert, der die Stärke des Pins verdeutlicht. Mithilfe der Affinität sehen wir, ob beispielsweise Feuer als Elementarangriff benutzt wird oder aber Licht oder Elektrizität.

Jeder Pin kann auch in der Stufe aufsteigen, je öfter er im Kampf benutzt wird. Manche können dann sogar eine Evolution durchführen, welche einen neuen Pin erschafft. Ebenfalls besitzen die meisten auch eine Marke, bei der unser Ruf steigt, sobald wir den Pin im Kampf nutzen. Und zu guter Letzt hat jeder noch eine Steuerungsmethode, beispielsweise muss für den einen Pin eine Taste gedrückt gehalten, für den anderen schnell getippt werden.

Im Kampf selbstvisieren wir einen unserer Feinde an und nutzen unsere Pins genau so, wie sie es vorschreiben. Das mag am Anfang des Spiels mit zwei Charakteren noch relativ entspannt sein, gegen Ende des Spiels wird es auf jeden Fall ein Akt der Fingerakrobatik. Das macht das Kampfsystem relativ einfach, aber dennoch sehr strategisch. Es macht nämlich nicht immer Sinn, gleichzeitig alle Angriffe auf einmal auszuführen. Wenn wir gut geplante Kombos ausführen, steigt unser Groove-Wert. Ist dieser bei 100 % angekommen, können wir eine Spezialfähigkeit ausführen, welche nicht nur die Feinde mit einer speziellen Attacke trifft, sondern auch meist unseren Angriffswert erhöht.

Nach einem Kampf erhält unsere Gruppe gemeinsam Erfahrungspunkte und steigt eventuell im Level auf. Ebenfalls erhalten unsere eingesetzten Pins Erfahrung und erhöhen eventuell ebenfalls ihre Stufe. Meistens lassen unsere Feinde auch noch Pins fallen, die entweder eingesetzt werden können oder sich verkaufen lassen. Wer sich mit einem Kampf nicht ausgelastet fühlt, der kann sich auch mehrere Noise im Scanmodus sammeln und dann in mehreren aufeinanderfolgenden Runden gegen diese antreten.

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Die Marken und ihre Bekanntheit

Wie oben schon beschrieben, haben die Pins verschiedene Marken. Diese finden sich auch im Spiel als Shops wieder. Dort können Ausrüstungsgegenstände und neue Pins gekauft werden. Als Ausrüstungsplatz haben wir Kopf, Oberteil, Hose, Schuhe und Accessoire. Diese Gegenstände erhöhen unsere Lebenspunkte, unseren Angriff und/oder die Verteidigung. Haben wir den erforderlichen Style-Wert des Teils erreicht, schalten wir auch noch eine spezielle Fähigkeit frei. Je öfter wir in einem Shop einkaufen, desto schneller erhöht sich unsere VIP-Stufe. Je höher diese ist, desto exklusivere und mehr Ware können wir dort kaufen.

Um unsere Statuswerte zu erhöhen, gibt es ein relativ ausgefallenes System. Unsere Truppe bekommt immer wieder mal Hunger, dann sollten wir ein Restaurant unserer Wahl aufsuchen. Dort können wir dann verschiedene Produkte kaufen, wie beispielsweise ein Brathähnchen, ein Churrasco-Spieß oder einen Milchshake. Diese besitzen zum einen den Kalorienwert, der am Ende bestimmt, wie gesättigt die gesamte Truppe ist. Kommen wir über einen Wert von 100 %, muss die komplette Sättigung erst wieder den Wert 0 erreichen, bevor wir wieder Essen gehen können.

Zum anderen zeigt jedes Produkt an, welche Werte es erhöht. Das Brathähnchen steigert beispielsweise die Lebenspunkte um 11, den Angriff um 3, der Churrasco-Spieß erhöht Lebenspunkte und Angriff um 2, aber auch unseren Style Wert um 3. Es bietet sich also an, so oft es geht, die Truppe mit Essen zu versorgen, um so schnell unsere Statuswerte zu steigern.

Der Wert der Freundschaft

Freunde finden ist immer gut, da sie einem meist den Rücken freihalten und unterstützen. Hier in NEO: The World Ends With You funktioniert das System etwas anders. In unserem sozialen Netzwerk sammeln wir Freunde und Bekannte, die uns für Freundschaftspunkte (FP) Belohnungen geben. Das können beispielsweise neue Gerichte in deren Restaurant sein, neue Ausrüstungsgegenstände oder neue Fähigkeiten wie der LP-Spion, der uns die Lebenspunkte des anvisierten Gegners anzeigt. Diese FP verdienen wir uns durch optionale Nebenmissionen, die täglich absolviert werden können.

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Ein Comic zum Verlieben

Optisch lässt sich NEO: The World Ends With You am einfachsten als interaktiver Manga beschreiben. Die Gespräche werden mit Bildern der einzelnen Charaktere und Sprechblasen dargestellt. Der Hintergrund wird dabei unscharf, gestrichelt oder gepunktet, ähnlich wie eben in einem Manga. Der Stil zieht sich auch durch die komplette Spielwelt, was eine großartige Atmosphäre schafft. Diese ist auch ziemlich belebt und wirkt nie leer, außer, es soll eben genau das erreicht werden.

Meist sind die Gespräche auch vertont, allerdings nur in Englisch. Durch die meisten Dialoge klicken wir uns aber ohne Sprachausgabe. Die Sprecher sind authentisch und sympathisch. Begleitet wird unser Treiben von einem abwechslungsreichen Soundtrack, der eher in die Richtung Rock geht. An der Musik gibt es nichts auszusetzen, außer bei den Kämpfen. Meist läuft hier immer der gleiche Song ab, was nach einer Zeit schon etwas nerven kann. Ein bisschen mehr Abwechslung wäre schön gewesen.

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Fazit

Ich war bereits von der überarbeiteten Fassung des Vorgängers überzeugt und wurde auch bei NEO: The World Ends With You nicht enttäuscht. Kaum ein Spiel hat mich derart gefesselt. Ich wollte wissen, wie die Story weitergeht, ob ich am nächsten Tag vielleicht doch aus dem Spiel der Reaper entkommen kann. Überzeugt bin ich vor allem von der Grafik und dem Kampfsystem. Der Mangastil passt perfekt zum Spiel und die Kämpfe sind leicht zu erlernen, aber fordernd, je weiter wir im Spiel vorankommen. Auch der Sound ist super, aber etwas mehr Abwechslung hätte ich mir in den Kämpfen gewünscht.

Pro:
  • Große Spielwelt
  • Spannende Story
  • Viele Pins
  • Ausgefallenes Levelsystem dank Essen
  • Umfangreiches Freundesystem
  • Toller Soundtrack
Contra:
  • Musik in den Kämpfen wenig abwechslungsreich
  • Übergang von einer zur anderen Zone etwas langatmig
Story
5 von 5 Buddies
Gameplay
5 von 5 Buddies
Grafik
5 von 5 Buddies
Sound
4 von 5 Buddies
Atmosphäre
4 von 5 Buddies

Spiel getestet auf: PC

Unsere Wertung:

9.0 / 10
Webentwickler, Technik-Nerd und Gamer aus Leidenschaft seit der Kindheit, mit einem Faible für die komplette The Legend of Zelda- und Halo-Reihe. Dazu fast keine Konsolengeneration ausgelassen und auch sehr interessiert an Indie-Games.

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