

Der sicherste Weg die Sonnenfinsternis zu zelebrieren
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Heute Abend verdunkelt sich die Sonne – und ihr habt natürlich genau jetzt keine Sonnenfinsternis-Brille zur Hand. Glückwunsch! Aber keine Panik: Bevor ihr auf die Idee kommt, die Sonne mit bloßem Auge anzustarren, gibt es ein paar sichere Alternativen. Eine davon führt sogar direkt ins Gaming-Universum.
Eine Sonnenfinsternis ist schließlich ein ziemlich spektakuläres Ereignis. Der Himmel verändert sich, das Licht wirkt plötzlich anders und für einen Moment hat die Welt etwas beinahe Unwirkliches. Da möchte man natürlich einen Blick darauf werfen.
Nur bitte nicht direkt in die Sonne.
Denn selbst wenn die Sonne während einer Finsternis teilweise vom Mond verdeckt wird, kann das verbleibende Sonnenlicht die Augen schwer schädigen. Eine normale Sonnenbrille reicht dafür nicht aus – und auch der klassische „Ich gucke nur ganz kurz“-Versuch ist ungefähr so clever, wie in Dark Souls ohne Ausrüstung in einen Bossraum zu spazieren.
Wer keine geeignete Sonnenfinsternis-Brille mehr bekommen hat, kann das Ereignis trotzdem draußen beobachten – und zwar indirekt.
Eine einfache Camera Obscura beziehungsweise Lochkamera lässt sich mit erstaunlich wenig Aufwand selbst basteln. Eine Chipsdose, Butterbrotpapier, etwas Alufolie, eine Reißzwecke und Klebeband reichen bereits aus, um aus dem Kücheninventar ein kleines astronomisches Beobachtungsgerät zu bauen.
Das Prinzip ist simpel: Durch eine winzige Öffnung in der Alufolie fällt das Sonnenlicht und erzeugt auf dem Butterbrotpapier ein projiziertes Bild der Sonne. Ihr betrachtet also nicht die Sonne selbst, sondern lediglich ihr projiziertes Abbild.
Fans von Project Zero dürften bei dieser Konstruktion vielleicht ohnehin hellhörig werden. Nur dass ihr diesmal hoffentlich keinen Geist damit fotografiert.
Wichtig ist allerdings: Bei einer selbst gebastelten Konstruktion muss unbedingt darauf geachtet werden, niemals durch die Öffnung direkt in Richtung Sonne zu schauen. Wer sich bei der Konstruktion unsicher ist, sollte lieber darauf verzichten und eine geprüfte Beobachtungsmethode verwenden.
Es gibt allerdings noch eine Möglichkeit, bei der ihr euch über eure Augen überhaupt keine Gedanken machen müsst: PC oder Konsole anschalten.
Denn warum mühsam nach einer Wolkenlücke suchen, wenn die Gaming-Welt seit Jahren Sonnenfinsternisse und andere kosmische Spektakel simuliert?
Ein besonders passendes Beispiel ist Assassin's Creed Origins samt Der Fluch der Pharaonen DLC. In der Erweiterung verschlägt es Bayek in die mystischen Regionen des ägyptischen Jenseits. Unter anderem erkunden wir Aaru – und dort zeigt sich der Himmel von seiner ziemlich außergewöhnlichen Seite.
Die teilweise verdunkelte Sonne fügt sich dabei hervorragend in die ohnehin mystische Atmosphäre des DLCs ein. Das Ganze wirkt weniger wie ein astronomisches Ereignis und mehr wie ein Himmel, der beschlossen hat, für ein paar Minuten selbst Teil des Art Designs zu werden.
Und natürlich passt eine Sonnenfinsternis auch thematisch hervorragend in ein Abenteuer, das sich so intensiv mit dem ägyptischen Jenseits beschäftigt. Während draußen der echte Mond vor der Sonne vorbeizieht, könnt ihr euch also bequem zurücklehnen und Bayek dabei zusehen, wie das Spiel seine ganz eigene Interpretation solcher Himmelsphänomene präsentiert.
Ihr erlebt eine Finsternis und müsst dafür nicht einmal das Sofa verlassen.
Wem das virtuelle Ägypten zu wenig Weltraum und zu viel Pharaonenstaub bietet, der kann sich natürlich auch Elite Dangerous schnappen.
Die Weltraumsimulation ist bekannt dafür, ihre gigantische Galaxie nicht einfach nur hübsch aussehen zu lassen, sondern viele Vorgänge tatsächlich zu simulieren. Planeten, Monde und Sterne bewegen sich auf ihren Bahnen – und genau daraus können Situationen entstehen, in denen ein Himmelskörper einen anderen verdeckt.
Mit etwas Geduld, dem richtigen Timing und einer gehörigen Portion Space-Nerdtum könnt ihr deshalb auch in Elite Dangerous eine Sonnenfinsternis erleben.
Und seien wir ehrlich: Es hat schon etwas, auf einem fremden Planeten zu stehen und dabei zuzusehen, wie sich ein Mond langsam vor seine Sonne schiebt.
Der einzige Haken: Ihr müsst euch dafür möglicherweise erst durch die halbe Galaxie bewegen. Für eine Sonnenfinsternis ist das vielleicht ein etwas längerer Arbeitsweg.
Ihr seht also: Auch wenn die Sonnenfinsternis-Brille heute Abend nicht mehr rechtzeitig im Inventar gelandet ist, müsst ihr das Himmelsereignis nicht komplett verpassen.
Wer die echte Finsternis beobachten möchte, setzt auf eine geeignete zertifizierte Sonnenfinsternis-Brille oder eine sichere indirekte Projektion, beispielsweise mit einer Camera Obscura. Wer dagegen auf Nummer sicher gehen möchte, bleibt einfach vor dem Bildschirm.
Denn zwischen Assassin's Creed Origins und Elite Dangerous gibt es genügend virtuelle Möglichkeiten, den Himmel verdunkeln zu lassen. Also macht es euch gemütlich, schnappt euch euren Controller und zelebriert die Finsternis auf eure ganz eigene Art.
Und falls ihr doch nach draußen geht: Schaut zur Sonne – aber bitte nur mit dem richtigen Equipment. Eure Augen haben schließlich kein Autosave.
Daniel Walter
Leidenschaftlicher Konsolenspieler, Steamdeck-Fan und VR-Enthusiast. Neben Klassikern wie Resident Evil, Knights of the Old Republic, Jedi Knight oder LA Noire gehören vor allem aufwendig inszenierte Singleplayer-Erlebnisse zum breit gefächerten Interessengebiet, wie The Last of Us, Uncharted, Days Gone oder Cyberpunk 2077. Aber auch große Open-World-Reihen wie Far Cry oder Assassin's Creed, Point and Click Adventures wie Black Mirror oder Larry sowie Sportspiele mit Fokus auf Tennis, Fußball oder Radsport flimmern regelmäßig über den Bildschirm.