Review

A Juggler’s Tale im Test: Strings attached

Von Tjark am 25. Oktober 2021
Publisher: Mixtvision
Release: 30. September 2021
Genre: Platformer | Indie
Entwickler: kaleidoscube
Verfügbar für: PC | Switch | PS4 | PS5 | Xbox One | Xbox Series S/X
USK Altersfreigabe: ausstehend

In A Juggler’s Tale, einem 2D Sidescroll Puzzler, steuern wir unseren Charakter wie eine Puppe im Puppentheater. Wie man das macht und ob es gut funktioniert, erfahrt ihr im Test.

 

a jugglers tale (1)

Es war einmal

Ganz so, wie man es aus dem Puppentheater kennt, werden wir zu Beginn des Spiels von einem roten Vorhang begrüßt. Doch schon bald hebt sich dieser und der Erzähler beginnt uns eine Geschichte zu erzählen. Das Märchen dreht sich um die kleine Abby, ein junges Puppen-Mädchen, das aufgrund ihrer Seiltanz- und Jonglierkünste für einen Zirkus arbeiten muss. Und muss ist hier wörtlich gemeint, denn sie wird immer in einen Käfig gesperrt, wenn gerade keine Vorstellung ist. Und genau in die „Haut“ (eigentlich ja eher Holz) dieses Mädchens schlüpfen wir. Nachdem das keine schönen Lebensumstände für ein junges Mädchen sind, beschließen wir natürlich zu fliehen. Da der allmächtige Erzähler des Märchens das ähnlich sieht, unterstützt er uns ein bisschen dabei, denn er ist ja schließlich derjenige, der die Fäden zieht. Kaum sind wir dem fürchterlichen Zirkus entkommen und hüpfen mit der neuen Freiheit durch die Lande, da werden wir schon von Banditen, die der Zirkusdirektor angeheuert hat, verfolgt. Und bald stellen wir fest, dass die Welt nicht immer nur Sonnenschein parat hält. Doch soll hier nicht zu viel verraten werden, denn wer das ganze Märchen schon kennt, der verdirbt sich jede Überraschung. Nur so viel, es ist ein modernes Märchen, das sich lohnt, erzählt zu werden.

Simpel gestrickt, aber effizient

Spielerisch gestaltet sich A Juggler’s Tale recht simpel. Unsere Handlungsmöglichkeiten beschränken sich auf einen Sprung und eine Taste für verschiedene Aktionen, dazu können wir noch nach rechts (und selten brauchen wir auch mal links) laufen. Und wenn wir noch die Zielentaste halten, dann können wir auch Gegenstände werfen. Aber genau diese simple Steuerung macht den Reiz von A Juggler’s Tale aus. Dadurch rückt das Leveldesign hier besonders in den Vordergrund und wartet mit einigen Kniffen auf. Zentrales Element ist hier die Tatsache, dass wir eine Marionette spielen und die bekanntlich an Fäden hängt. So können wir nicht unter Elementen durchgehen, sondern bleiben mit den Schnüren hängen und müssen einen anderen Weg finden oder eine Lösung aushecken, um vorbeizukommen.

Und durch diese Restriktion wird A Juggler’s Tale zu einem Rätselspiel. Die Variation ist dabei trotz der simplen Steuerung Recht groß. Mal haben wir Schalterrätsel, um einen blockierenden Balken aus dem Weg zu befördern, mal müssen wir einen geschickten Staffellauf mit einer Fackel durch Regen hinter uns bringen. An Einfallsreichtum hat es kaleidoscube auf jeden Fall nicht gemangelt. Der zweite Aspekt, der für den Aufbau der Rätsel benutzt wurde, ist das wir von den Banditen verfolgt werden. Dadurch wurden immer wieder Schleichpassagen eingebaut. Hier kommt es mehr auf Timing als auf Kreativität an. Leider sind manche Rätsel sowohl die stealth- als auch die schnurbezogenen auf Trial-and-Error ausgelegt und nicht sofort logisch. Dazu kommt, dass die Checkpoints teilweise etwas weit auseinander sind oder lange Animationen beinhalten, sodass wir lange benötigen, um überhaupt die nächste Idee ausprobieren zu können.

Märchenhaft schön

Optisch schafft A Juggler’s Tale einen ganz eigenen Stil. An sich bewegen wir uns nur in einer 2D-Welt, aber mit Paralaxen und geschickten Modellen wird ein guter Eindruck der Tiefe vermittelt, was ja auch notwendig ist, um die Schnurrätsel überhaupt erst möglich zu machen. Auf versetzen Ebenen im Hinter- und Vordergrund lassen sich auch immer wieder kleine Details und Nebenhandlungen entdecken. Alle Assets unterstreichen die Illusion einer Märchenerzählung im Puppentheater. Die Soundkulisse ist eher dezent, aber stimmig. Die wirklich gute Vertonung des Erzählers vervollständigt die Atmosphäre und macht das Spiel einprägsam.

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Fazit

A Juggler’s Tale bietet uns eine ganz neue Art eines Plattformrätselspiels. Die Umsetzung ist sehr gut und die Atmosphäre fesselnd. Durch die geringe Spielzeit von 2-3 Stunden kann es durchaus vorkommen, dass man es auf einmal durchspielt. Wenn die Checkpoints noch etwas besser gesetzt oder manche Rätsel logischer wären, dann würde sich diese Zeit wohl sogar noch verkürzen. Aber es ist trotzdem erstaunlich, wie viel und was für eine gute Story sich hier versteckt. Also jedem, der gerne etwas rätselt oder eine gute Geschichte genießen will, sei A Juggler’s Tale wärmstens empfohlen.

Pro:
  • Gute Story
  • Innovatives Konzept
Contra:
  • Kurze Dauer
  • Trial-and-Error Rätsel mit mäßigen Checkpoints
Story
5 von 5 Buddies
Gameplay
4 von 5 Buddies
Grafik
5 von 5 Buddies
Sound
5 von 5 Buddies
Atmosphäre
5 von 5 Buddies

Spiel getestet auf: PC

Unsere Wertung:

9.0 / 10
Hat seit dem Gameboy jede Handheld-Generation ausgiebig genutzt. Es stehen vorallem Coop- und Multiplayer-Spiele hoch im Kurs.

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