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Review

Call of the Elder Gods im Test: Rätseln um die Wette

Von Tjark am 3. Juni 2026. Getestet auf PS5. 4 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

Mit Call of the Elder Gods geht die rätselgespickte Reihe um Professor Everhart weiter. Der Nachfolger des Überraschungserfolgs Call of the Sea setzt stärker auf psychologischen Horror, langsam eskalierende Spannung und eine fast schon hypnotische audiovisuelle Präsentation. Das Ergebnis ist ein Spiel, das sich weniger, wie ein klassisches Horrorabenteuer anfühlt und mehr wie ein kontrollierter Abstieg in den Wahnsinn.

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Lust auf Meer

Schon in den ersten Minuten wird deutlich, dass die Entwickler ihre Prioritäten verschoben haben. Während der Vorgänger noch stark auf direkte Bedrohungen, lineare Erkundung und langsam aufbauendes Storytelling setzte, geht Call of the Elder Gods wesentlich subtiler vor. Die Geschichte steigt mit unzusammenhängenden Szenen ein und erklärt sich nur langsam und mit spürbarer Geduld. Statt ständig Antworten zu liefern, wirft das Spiel neue Fragen auf. Ohne zu viel zu verraten, dreht sich die Handlung erneut um uralte Mächte, verbotene Rituale und den schleichenden Verlust der Realität. Und setzt genau da an, wo Call of the Sea aufgehört hat. Der Unterschied liegt diesmal jedoch in der Perspektive. Erstens erleben wir die Geschichte nun aus der Sicht von zwei Personen, Harry und Evangeline, die wir abwechselnd steuern. Zweitens erleben wir die Ereignisse deutlich persönlicher und emotionaler. Die Charaktere wirken glaubwürdiger, verletzlicher und besser geschrieben als noch im Vorgänger. Besonders beeindruckend ist dabei die Art, wie die Story erzählt wird. Viele Informationen verstecken sich in der Umgebung, in Gesprächen oder subtilen Veränderungen der Spielwelt. Das Spiel vertraut darauf, dass Spieler aufmerksam sind. Dadurch entsteht eine Form des Horrors, die nicht von billigen Schockmomenten lebt, sondern von permanenter Unsicherheit.

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Wenig neu und doch sehr gut

Das Gameplay wurde im Vergleich zum ersten Teil nur wenig überarbeitet. Die grundlegende Mischung aus Erkundung und Rätseln bleibt erhalten, fühlt sich aber wesentlich flüssiger an. Interaktionsmöglichkeiten sind besser erkennbar, Hinweise werden strukturierter im Journal aufgenommen und die Charaktere weisen uns angenehm (aber nicht aufdringlich) darauf hin, wenn wir ein zentrales Element/Hinweis noch nicht haben. Bei Schalterrätseln erhalten wir nach mehreren Fehlversuchen immer wieder gesprochene Hinweise, die uns zur Lösung führen können.

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Auch die Rätsel profitieren von der stärkeren Atmosphäre. Die Aufgaben verlangen selten bloß das Finden eines Schlüssels oder das Aktivieren eines Schalters, sondern beziehen häufig Umgebungsbeobachtung, und Dokumente mit ein. Viele Lösungen ergeben sich erst durch sorgfältiges Kombinieren verschiedener Hinweise, wodurch die Rätsel deutlich organischer wirken als im Vorgänger. Gleichzeitig überschreitet das Spiel gelegentlich die Grenze zwischen anspruchsvoll und unnötig kryptisch. Manchmal sorgen einzelne Aufgaben für Frust, weil wichtige Hinweise zu leicht übersehen werden.

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Eine große Hilfe stellt dabei das Journal dar. Es protokolliert nicht nur gefundene Dokumente und wichtige Informationen, sondern fasst auch interessante Beobachtungen übersichtlich zusammen. Besonders angenehm ist dabei, dass das Journal dem Spieler nicht einfach die Lösung präsentiert, sondern lediglich Denkanstöße liefert. Dadurch bleibt das Gefühl erhalten, Rätsel selbstständig zu lösen, während gleichzeitig unnötiges Herumirren reduziert wird. Das System schafft einen gelungenen Mittelweg zwischen Komfort und Herausforderung und macht die komplexeren Abschnitte deutlich zugänglicher. Wenn man besonders hängt, kann man sich über das Spielmenü immer noch zusätzliche Hinweise holen.

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Gleichzeitig ist das Gameplay nicht frei von Problemen. Einige Passagen ziehen sich unnötig in die Länge und manche Rätsel wirken künstlich kompliziert oder durch Laufwege gestreckt. Vor allem gegen Ende verliert das Spiel stellenweise seinen hervorragenden Rhythmus und zwingt den Spieler zu längeren Laufwegen oder unnötig kryptischen Aufgaben.

Schöne Rätseljagd

Die Ästhetik ist die größte Stärke des Spiels. Call of the Elder Gods erschafft eine Welt, die gleichermaßen faszinierend wie abstoßend wirkt. Die Architektur verbindet moderne Elemente mit surrealen Strukturen. Wir wechseln immer wieder die Schauplätze, so dass der Look auch dauerhaft frisch bleibt. Das Art Design erinnert stellenweise an klassische Lovecraft-Interpretationen, entwickelt aber genug eigene Identität, um nie wie eine bloße Kopie zu wirken.

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Technisch liefert das Spiel ebenfalls ab. Die Beleuchtung gehört zu den größten Fortschritten gegenüber dem Vorgänger. Besonders in Innenräumen erzeugen die Lichtquellen eine enorme Tiefe und Intensität. Nebel, Schatten und Reflexionen arbeiten ständig zusammen, um ein Gefühl permanenter Unsicherheit zu erschaffen.

Akustisch gestaltet sich Call of the Elder Gods eher minimalistisch. Es gibt wenig musikalische Untermalung, es wird vorwiegend durch Dialoge und Rätselgeräusche getragen. Trotzdem ist das Spiel nicht still. Spätestens die Erzählstimme füllt die Stille mit Kommentaren oder Erklärungen der Geschichte immer wieder angenehm. Die Synchronisation bewegt sich auf solidem Niveau, der deutsche Untertitel offenbart aber immer wieder leichte Unstimmigkeiten. Hinweise in Textform sind Englisch, aber haben eine deutsche Übersetzung.

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Fazit

Am Ende ist Call of the Elder Gods genau die Art von Fortsetzung, die Fans hoffen dürfen zu bekommen. Das Spiel kopiert nicht einfach den Vorgänger, sondern entwickelt dessen Ideen konsequent weiter. Vor allem erzählerisch funktioniert dieser Teil deutlich besser. Doch die beeindruckende Ästhetik und der Fokus auf psychologischen Horror machen das Spiel zu einem außergewöhnlichen Erlebnis. Wer ein dichtes Rätselerlebnis sucht, der wird hier nicht enttäuscht.

Pro:
  • Schöne Darstellung
  • Gutes Rätselpacing
  • Schönes Storybuilding durch Erzählerin und Charaktere
Contra:
  • Kurze Spieldauer
  • Teilweise unnötig kryptisch
Story:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Gameplay:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Grafik:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Sound:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Atmosphäre:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Unsere Wertung: 8.0 / 10
Spiel getestet auf: PS5

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Tjark

Tjark

Hat seit dem Gameboy jede Handheld-Generation ausgiebig genutzt. Es stehen vorallem Coop- und Multiplayer-Spiele hoch im Kurs.

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