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Hardware

EPOMAKER TH108 PRO im Test: Full-Size mit TFT-Screen und Akkumonster

Von Dominik Probst am 25. Juni 2026.

Full-Size-Tastaturen haben es in Zeiten von 65 %- und 75 %-Layouts nicht gerade leicht. Wer sich nicht von seinem Numpad trennen will, muss sich oft anhören, er lebe noch in der Vergangenheit. EPOMAKER sagt: Stimmt nicht, und schickt mit der TH108 PRO eine 100 %-Tastatur ins Rennen, die mit einem kleinen TFT-Display, einem Akku, der eher an einen Camping-Powerbank erinnert, und einem Gasket-Mount-Aufbau Punkte sammeln will.

Auf dem Tisch liegt bei uns die ISO-DE-Version mit den Sea Salt Silent V2 Switches, dazu das Epomaker MIX Cable V2 als optionales Upgrade-Kabel. Zum Vergleich stehen die Endorfy Thock V2 75 % Wireless und die Cherry MX 8.2 TKL Wireless im Regal, also Konkurrenten, die im ähnlichen bis leicht höheren Preisbereich spielen.

Ob die EPOMAKER TH108 PRO mehr ist als ein Numpad mit Display-Gimmick, oder ob sie echte Arbeit und Gaming-Sessions gleichermaßen überzeugend stemmt, klärt dieser Test.

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Gut verpackt, schwer geliebt

Die TH108 PRO kommt ordentlich verpackt an, darin findet ihr neben der Tastatur selbst ein USB-A-auf-C-Kabel, den 2,4GHz-Empfänger (versteckt clever unter dem linken Standfuß), einen kombinierten Keycap- und Switch-Puller sowie zwei Ersatz-Switches. Kein Luxus-Unboxing, aber alles Wichtige ist drin.

Die Tastatur selbst macht beim Auspacken sofort klar, womit ihr es zu tun habt: Das Ding wiegt 1,12 Kilogramm. Das ist für eine Wireless-Tastatur eine Ansage, und zum Vergleich, die Endorfy Thock V2 bringt deutlich weniger auf die Waage. Wer auf Reisen tippt, wird das spüren. Wer einen festen Platz am Schreibtisch sucht, dürfte den satten Stand dagegen eher mögen.

Das Gehäuse besteht aus ABS-Kunststoff, das ist in dieser Preisklasse Standard und kein Kritikpunkt per se. Die Verarbeitung ist sauber, keine scharfen Kanten, keine wackeligen Keycaps, keine klappernden Stabilisatoren ab Werk. Die Cherry-Profil-PBT-Keycaps in Double-Shot-Ausführung fühlen sich griffig an und werden ihre Beschriftung auch nach Jahren täglicher Nutzung noch nicht verloren haben.

Der Standfuß bietet drei Tippwinkel (6, 8 und 10,5 Grad), was ihr von günstigen Tastaturen oft nicht bekommt. Die ISO-DE-Belegung ist korrekt umgesetzt, alle Sonderzeichen sitzen dort, wo deutsche Nutzer sie erwarten.

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Wofür brauche ich das nochmal? Egal, ich finds cool.

Das TFT-Display sitzt oben rechts neben dem Nummernblock und ist, seien wir ehrlich, das erste, worüber jeder Gast am Schreibtisch spricht. Es zeigt standardmäßig die Uhrzeit, den Akkustand und den aktuellen Verbindungsmodus an. Praktisch? Ein bisschen. Der Akku wird euch ohnehin so selten leer, dass ihr den Stand kaum im Blick behalten müsst, dazu später mehr.

Der eigentliche Spaß fängt an, wenn ihr die Chrome-basierte Software öffnet und eigene GIFs oder Bilder auf das Display ladet. Das geht überraschend unkompliziert, und ja, es gibt tatsächlich nichts Befriedigenderes, als ein perfekt getimtes Meme auf seiner Tastatur laufen zu sehen. 

Der Drehknopf daneben übernimmt standardmäßig die Lautstärkeregelung und lässt sich per FN-Kombination zum Screen-Controller umfunktionieren, um zwischen Display-Inhalten zu wechseln. Der Knopf selbst fühlt sich solide an, dreht sich smooth und hat einen angenehmen Klick beim Drücken.

Kaufentscheidung allein? Nein. Aber es ist das Feature, das die TH108 PRO von der übrigen Full-Size-Konkurrenz in dieser Preisklasse abhebt, und es funktioniert ohne Fummelei.

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Wenn die Tastatur leiser ist als das Spiel

Die Sea Salt Silent V2 Switches sind lineare, ab Werk geölte 5-Pin-Switches mit einem Auslösepunkt bei 45gf und einem Gesamthub von 3,5mm. Auf dem Papier solide Alltagskost, in der Praxis tatsächlich eine der angenehmeren Silent-Erfahrungen, die ihr in dieser Preisklasse bekommt.

Das Tippgefühl ist weich, gleichmäßig und ohne das gummiartige Gefühl, das billige Silent-Switches manchmal mitbringen. Der Dämpfungseffekt sitzt sowohl beim Betätigen als auch beim Zurückfedern, das Ergebnis ist ein leises, aber nicht tottes Tippgefühl. Wer im Büro oder im Beisein schlafender Mitbewohner zockt oder arbeitet, wird das zu schätzen wissen.

Was die Switches alleine nicht schaffen könnten, erledigt der Gasket-Mount-Aufbau: Das Gehäuse ist mit fünf Dämpfungslagen ausgestattet, konkret PORON-Sandwich-Schaum, IXPE-Switch-Pad, Sound-Enhancement-PET-Folie, EPDM-Sockelfett unter den Switches und Silikon auf dem Boden. Das klingt nach Marketing-Bingo, macht in der Realität aber einen hörbaren Unterschied. Der Aufschlag beim Tippen ist weich und abgedämpft, der Gesamtklang eher dumpf-cremig als klackernd.

Im Vergleich zur Cherry MX 8.2 TKL, die mit ihrem harten Plastikboden jeden Tastendruck ins Gehäuse leitet, ist der Unterschied deutlich spürbar. Die Endorfy Thock V2 kommt dem Gasket-Feeling näher, hat aber einen anderen Frequenzbereich. Die TH108 PRO klingt voller und etwas dunkler.

Hot-Swap ist selbstverständlich an Bord, 5-Pin-Switches lassen sich ohne Lötkolben tauschen. Wer die Creamy Jade Switches bevorzugt oder eigene Favoriten hat, ist nicht auf die Serienbestückung angewiesen.

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200 Stunden. Nein, das ist kein Tippfehler.

Der 10.000mAh-Akku ist die zweite große Nummer der TH108 PRO, und anders als das Display ist das hier weniger Gimmick als echte Ansage. EPOMAKER gibt bis zu 200 Stunden Akkulaufzeit bei deaktiviertem RGB an, im Alltag mit gelegentlichem RGB-Einsatz landet ihr deutlich darunter, aber selbst dann ladet ihr diese Tastatur eher wöchentlich als täglich nach. Wer kennt das Gefühl, mitten im Ranked-Match plötzlich eine leere Tastatur zu haben? Mit der TH108 PRO ist das nahezu ausgeschlossen.

Die Tri-Mode-Konnektivität umfasst USB-C, 2,4GHz-Funk und Bluetooth 5.0. Bis zu fünf Geräte lassen sich gleichzeitig pairen, der Wechsel zwischen ihnen funktioniert flüssig über Tastenkombinationen. Im 2,4GHz-Modus liegt die Latenz bei 5ms, per USB bei 2ms, beides ist für Gaming mehr als ausreichend. Den Polling-Rate-Vergleich gewinnt USB mit 1000Hz, Bluetooth kommt nur auf 125Hz und ist damit eher für Office-Nutzung geeignet.

Im direkten Vergleich mit der Cherry MX 8.2 TKL, die ebenfalls 2,4GHz bietet, fühlt sich die Verbindungsstabilität auf ähnlichem Niveau an. Kein Dropouts, kein merkliches Lag. Die Endorfy Thock V2 spielt in der gleichen Liga. Was die TH108 PRO hier von beiden klar unterscheidet, ist allein der Akku: Weder Cherry noch Endorfy kommen auch nur annähernd an die 10.000mAh heran, und das merkt man im Alltag schlicht daran, dass man die TH108 PRO schlicht vergisst zu laden und trotzdem noch Saft hat.

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Web-basiert, und das ist diesmal kein Nachteil

Die TH108 PRO wird über einen Chrome-basierten Online-Treiber konfiguriert, kein klassisches Installer-Paket, das sich in eure Autostart-Liste schleicht. Ihr ruft die Seite auf, die Tastatur wird erkannt, fertig. Das funktioniert auf Windows und macOS gleichermaßen, und wer regelmäßig zwischen Systemen wechselt, wird das zu schätzen wissen.

Im Treiber selbst lassen sich Tasten frei belegen, Makros aufzeichnen, RGB-Effekte anpassen und, das Highlight, eigene Bilder oder GIFs auf das Display laden. Die Oberfläche ist übersichtlich genug, um ohne Anleitung durchzufinden. Nichts davon ist so tief konfigurierbar wie bei einem Flaggschiff von Corsair oder Logitech, aber für die Zielgruppe der TH108 PRO reicht es vollständig aus.

Was fehlt, ist eine Offline-Speicherung von Profilen auf dem Gerät selbst, zumindest nicht in dem Umfang, wie man es sich wünschen würde. Wechselt ihr den Rechner ohne den Treiber, behalten gespeicherte RGB-Einstellungen ihren letzten Stand, tiefere Anpassungen müsst ihr neu laden. Für die meisten kein Problem, wer aber regelmäßig zwischen zwei komplett unterschiedlichen Setups wechselt, sollte das im Hinterkopf behalten.

Insgesamt gilt: Der Treiber macht seinen Job, stört nicht, und der Web-Ansatz fühlt sich 2026 ehrlich gesagt moderner an als ein 200MB-Desktop-Client für eine 100-Dollar-Tastatur.

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Das Kabel dazu — Epomaker MIX Cable V2, weil das mitgelieferte Kabel niemanden beeindruckt

Das im Lieferumfang enthaltene USB-A-auf-C-Kabel der TH108 PRO ist funktional und weiter nichts. Es verbindet, es überträgt, es liegt rum. Wer die Tastatur primär wireless nutzt, wird es ohnehin kaum anfassen. Wer aber gelegentlich oder dauerhaft kabelgebunden spielt oder arbeitet, fragt sich spätestens nach dem zweiten Blick auf den Schreibtisch, ob das nicht auch schöner gehen könnte.

Antwort: Ja, und zwar mit dem Epomaker MIX Cable V2 für ~16,00 €. Das Kabel kommt gecoilt, also in der Spiralform, die in der Mechanical-Keyboard-Community seit Jahren als Statussymbol gilt, mit doppelter Ummantelung für Langlebigkeit und einem abnehmbaren 4-Pin-Aviator-Stecker in der Mitte. Letzterer sorgt dafür, dass ihr Tastatur-Ende und PC-Ende separat verlegen könnt, und ist gleichzeitig ein kleines optisches Highlight auf dem Desk.

Die Länge von 1,8 Metern im gestreckten Zustand gibt euch genug Spielraum, die Spirale selbst federt Bewegungen ab und verhindert, dass das Kabel unordentlich auf dem Desk liegt. Fast Charging bis 5V/2A ist an Bord, wer die TH108 PRO also doch mal laden will, kann das ohne Kabeltausch erledigen. Erhältlich in Weiß und Schwarz, wobei Schwarz zur ISO-DE-Variante der Tastatur stilistisch eine saubere Kombi ergibt.

Pflicht ist das Kabel nicht. Aber für unter 20 Euro ist es ein sinnvolles Upgrade, das den Schreibtisch ordentlicher und den Gesamtauftritt deutlich hochwertiger wirken lässt.

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Fazit

Ich gebe zu, Full-Size-Tastaturen musste ich mich zuerst wieder gewöhnen. Nach Monaten mit der Endorfy Thock V2 auf dem Desk fühlt sich 100 % erstmal nach viel an. Aber die TH108 PRO hat mich schneller überzeugt als erwartet.

Was bleibt, ist eine Tastatur, die in ihrer Preisklasse ein ungewöhnlich vollständiges Paket liefert. Der Gasket-Mount mit den Sea Salt Silent V2 Switches macht das Tippen angenehm leise und weich, ohne dabei leblos zu wirken. Der Akku ist schlicht absurd groß, und das meine ich als Kompliment. Die Wireless-Performance im 2,4GHz-Modus ist stabil und gaming-tauglich. Und das Display? Es ist nicht der Grund, warum man die Tastatur kaufen sollte. Aber es ist der Grund, warum man nach dem Kauf ein Grinsen im Gesicht hat.

Was mich am ehesten beschäftigt, sind das Gewicht und das ABS-Gehäuse. Über 1,1 Kilogramm sind für manche ein No-Go, und wer Aluminium-Feeling gewöhnt ist, wird den Kunststoff spüren. Das ist aber Kritik auf hohem Niveau für ein Gerät, das unter 100 Dollar kostet.

Die Cherry MX 8.2 TKL kostet mehr, bietet weniger Akku, kein Display und kein Gasket-Mount. Die Endorfy Thock V2 ist kompakter und leichter, kommt aber ebenfalls nicht an Akku und Features der TH108 PRO heran. Wer bewusst Full-Size will und wireless, bekommt hier schlicht das bessere Gesamtpaket.

Das MIX Cable V2 obendrauf ist kein Muss, aber für den Preis eine unkomplizierte Empfehlung für alle, die ihrem Desk einen aufgeräumteren Look gönnen wollen.

Pro:
  • Hervorragendes Tipp-Erlebnis dank Gasket-Mount und 5-lagigem Sounddampening
  • Sea Salt Silent V2 Switches ab Werk geölt und sofort alltagstauglich
  • 10.000mAh Akku sorgt dafür, dass Laden zur Nebensache wird
  • TFT-Display mit Custom-GIF-Support ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal in der Preisklasse
  • Tri-Mode-Konnektivität mit stabiler 2,4GHz-Performance für Gaming
  • Hot-Swap-PCB mit 5-Pin-Kompatibilität für volle Switch-Freiheit
  • ISO-DE verfügbar, Cherry-Profil-PBT-Keycaps in guter Qualität
  • Web-basierter Treiber ohne Installation, funktioniert auf Win und Mac
Contra:
  • ABS-Gehäuse fühlt sich im direkten Vergleich mit Aluminium-Konkurrenten günstiger an
  • Mit 1,12kg nichts für mobile Nutzer
  • Bluetooth-Polling nur 125Hz, für kompetitives Gaming ungeeignet
  • Offline-Profilspeicherung auf dem Gerät ausbaufähig
Design & Verarbeitung:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Tipp-Erlebnis:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Features & Display:
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Wireless-Performance:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Preis-Leistung:
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Unsere Wertung: 9 / 10
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Dominik Probst

Dominik Probst

Webentwickler, Technik-Nerd und Gamer aus Leidenschaft seit der Kindheit, mit einem Faible für die komplette The Legend of Zelda- und Halo-Reihe. Dazu fast keine Konsolengeneration ausgelassen und auch sehr interessiert an Indie-Games.

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