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Star FoxStar Fox
Review

Star Fox im Test: Zurück im Cockpit nach fast 30 Jahren

Von Dominik Probst am 30. Juli 2026. Getestet auf Switch 2. 6 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

Es gibt Momente, da hält die Zeit kurz die Luft an. Als Nintendo den neuen Star Fox für die Switch 2 ankündigte, war genau das ein solcher Moment. Fox McCloud, Peppy, Falco und Slippy zurück im Cockpit des Arwing, fast dreißig Jahre nachdem Star Fox 64 (in Europa als Lylat Wars bekannt) uns beigebracht hat, was ein Barrel Roll ist und warum man Andross niemals unterschätzen sollte.

Wer wie ich mit dem N64-Original aufgewachsen ist, kennt die Erwartungshaltung, die mit so einem Remake einhergeht. Zu groß ist die Gefahr, dass Nostalgie in Enttäuschung umschlägt, sobald man merkt, dass sich hinter dem neuen Anstrich nur ein müder Aufguss verbirgt. Velan Studios und Nintendo haben sich hier aber keine komplett neue Geschichte ausgedacht, sondern das Fundament von Star Fox 64 genommen und mit neuen Zwischensequenzen, überarbeiteten Charakterdesigns und ein paar frischen Details versehen.

Ich habe das Spiel im Handheld-Modus durchgespielt, mehrfach sogar, und wollte wissen: Reicht die Mischung aus altbekannter Spielmechanik und neuer Technik, um auch heute noch zu begeistern? Oder merkt man dem Spiel doch an, dass sein Kern  über zwei Jahrzehnte alt ist?

Andross ist zurück, und mit ihm die guten alten Zeiten

Viel Fantasie braucht man für die Story nicht aufzubringen, wenn man das Original kennt. Der wahnsinnige Wissenschaftler Andross hat sich das Lylat System unter den Nagel gerissen, Corneria ruft um Hilfe, und General Pepper reaktiviert das Star Fox Team, um dem Treiben ein Ende zu setzen. Fox McCloud übernimmt das Kommando, mit seinem Vater James im Hinterkopf, dessen Schicksal eng mit Andross verknüpft ist.

Das Remake bleibt dieser Prämisse treu, packt aber ein paar Schaufeln Kontext obendrauf. Die neuen Zwischensequenzen und Missionsbriefings geben der Crew mehr Raum sich zu entfalten, bevor man überhaupt ins Cockpit steigt. Gerade Charaktere wie Falco oder Slippy wirken dadurch weniger wie reine Funksprüche während des Fluges und mehr wie eigenständige Figuren mit eigener Motivation. Wer sich an die eher spärliche Inszenierung von 1997 erinnert, wird merken, dass hier deutlich mehr Wert auf Charakterzeichnung gelegt wurde.

Tiefgründig wird die Geschichte trotzdem nicht, und das muss sie auch gar nicht. Star Fox war nie ein Spiel, das mit erzählerischer Komplexität glänzen wollte. Es geht um gute gegen böse, um Teamgeist und darum, möglichst stylish durch Asteroidenfelder zu fliegen. Genau diese unkomplizierte Prämisse gibt dem Rest des Spiels die Freiheit, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren.

Zwischen Rail-Shooter-Routine und echtem Wiederspielwert

Kommen wir zum Kern der Sache. Star Fox war schon immer ein Rail-Shooter im besten Sinne: Man sitzt im Arwing, die Bahn ist vorgegeben, und die Herausforderung liegt darin, im richtigen Moment zu schießen, auszuweichen und die Umgebung im Blick zu behalten. Genau dieses Prinzip funktioniert auch 2026 noch erstaunlich gut. Die Steuerung reagiert präzise, die Lock-Ons sperren zuverlässig auf Gegner, und wer sich noch an die Ringe aus dem Original erinnert, findet sie hier unverändert wieder.

Was das Spiel wirklich am Laufen hält, sind die zahlreichen alternativen Routen. Fast jede Mission bietet neben dem Standardweg auch geheime Ausgänge, die sich über spezielle Bedingungen freischalten lassen. Mal muss man bestimmte Charaktere retten, mal Gegner in einer bestimmten Reihenfolge ausschalten, mal durch Warptore fliegen. Das sorgt dafür, dass selbst kurze Level nicht nach zwei Durchläufen ausgereizt sind, sondern immer wieder neue Wege offenbaren, die man beim ersten Mal übersehen hat.

Neu im Repertoire ist der Maus-Modus, bei dem man die Switch 2 Joy-Con als Maus verwendet und dadurch präziser zielen kann. Ich habe das eine Weile ausprobiert, und ja, die Cockpit-Perspektive dabei sieht richtig gut aus. Trotzdem bin ich am Ende zur klassischen Steuerung zurückgekehrt. Das ist aber reine Geschmackssache. Wer gerne mit der Maus zielt, dürfte hier eine willkommene neue Option finden, wer wie ich mit dem klassischen Analogstick aufgewachsen ist, wird ebenfalls bestens bedient.

Kurz, aber mit Absicht

Wer mit modernen Open-World-Ausmaßen an Star Fox herangeht, wird schnell merken, dass die einzelnen Missionen überschaubar ausfallen. Eine Mission dauert selten länger als wenige Minuten, und auch die komplette Kampagne lässt sich in einer überschaubaren Sitzung durchspielen. Das war schon beim Original so, und daran hat sich auch im Remake nichts geändert.

Ich sehe das aber nicht als Schwäche, sondern als bewusste Designentscheidung, die zum Spielprinzip passt. Genau wie damals lebt Star Fox davon, dass man dieselbe Mission mehrfach anfliegt und dabei jedes Mal eine andere Route nimmt, andere Ziele verfolgt oder einfach einen anderen Schwierigkeitsgrad ausprobiert. Die kurze Spieldauer pro Durchlauf ist hier kein Manko, sondern lädt förmlich dazu ein, gleich noch eine Runde zu drehen.

Für den Handheld-Modus ist das ohnehin ideal. Eine Mission passt bequem in eine kurze Pause, und durch die vielen versteckten Pfade fühlt sich auch der fünfte oder sechste Durchlauf noch nicht wie Wiederholung an.

Neuer Anstrich für alte Bekannte

Auf der Switch 2 sieht Star Fox im Handheld richtig ordentlich aus. Die Arwings und Landmaster wurden komplett neu modelliert, die Umgebungen wirken deutlich detaillierter als beim N64-Original, ohne dabei den charakteristischen Look der Reihe zu verlieren. Corneria, Sector X, Venom, alle bekannten Schauplätze sind wiedererkennbar, wurden aber sichtlich aufpoliert.

Besonders die neuen Zwischensequenzen stechen heraus. Die überarbeiteten Charakterdesigns geben Fox und seiner Crew mehr Ausdruck, ohne dabei komplett von den vertrauten Silhouetten abzuweichen. Wer befürchtet hat, dass das Team hier optisch komplett neu erfunden wird, kann aufatmen. Es bleibt erkennbar Star Fox, nur eben mit mehr Details im Gesicht und in der Animation.

Im Handheld-Betrieb blieb die Darstellung durchgehend sauber, auch wenn viel auf dem Bildschirm los war, etwa bei größeren Gegnerwellen oder hektischen Bosskämpfen. Von Rucklern oder unsauberen Texturen habe ich nichts bemerkt.

Vertraute Klänge, die sofort wieder ins Ohr gehen

Der Soundtrack macht genau das, was er soll: Er holt die Nostalgie ab, ohne sich nur auf alte Erinnerungen auszuruhen. Die klassischen Themes sind neu arrangiert, klingen voller und moderner, ohne dabei ihre Wiedererkennbarkeit zu verlieren. Wer die Musik aus dem Original im Ohr hat, wird bei den ersten Takten sofort ein Grinsen im Gesicht haben.

Auch die Sprachausgabe wurde überarbeitet, und ja, die berühmten Zeilen sind alle noch da. Peppys Warnungen, Falcos Sprüche, das ikonische "Do a barrel roll!" fehlt natürlich nicht. Die neuen Sprecher machen ihren Job gut und treffen den Ton der Charaktere, ohne zu sehr zu übertreiben oder ins Alberne abzudriften.

Auch die Soundeffekte im Cockpit, das Surren des Laserfeuers, die Explosionen der Gegner, tragen ihren Teil dazu bei, dass sich jede Mission wie ein kleines audiovisuelles Feuerwerk anfühlt.

Technik, die einfach funktioniert

Hier gibt es wenig zu berichten, und das ist ein gutes Zeichen. Während meiner mehreren Durchläufe lief das Spiel durchgehend sauber, keine Framerate-Einbrüche, keine langen Ladezeiten, keine Abstürze. Star Fox macht in Sachen Technik genau das, was man von einem Nintendo-Remake im Jahr 2026 erwarten darf: Es funktioniert einfach.

Fazit

Ich hatte einfach Spaß mit diesem Spiel, und genau das habe ich mir erhofft. Star Fox auf der Switch 2 schafft es, die alte Magie von Star Fox 64 einzufangen, ohne dabei wie ein reiner Nostalgie-Aufguss zu wirken. Die kurzen Missionen mögen auf den ersten Blick wenig hergeben, aber durch die vielen Routen und geheimen Pfade fühlt sich jeder Durchlauf ein bisschen anders an. Genau das hat mich schon vor fast dreißig Jahren an Lylat Wars begeistert, und genau das funktioniert auch heute noch.

Der Maus-Modus ist eine nette Ergänzung für alle, die damit klarkommen, ich persönlich bin bei der klassischen Steuerung geblieben, und das war die richtige Entscheidung für mich. Wer wie ich mit Fox McCloud und seiner Crew groß geworden ist, wird hier ein Wiedersehen feiern, das sich verdammt gut anfühlt. Wer die Reihe noch nicht kennt, bekommt einen erstklassigen Rail-Shooter, der zeigt, warum das Genre auch heute noch seinen Platz hat.

Pro:
  • Viele alternative Routen sorgen für echten Wiederspielwert
  • Überarbeitete Grafik ohne Verlust des klassischen Looks
  • Neu arrangierter Soundtrack trifft die richtige Nostalgie-Balance
  • Technisch sauber im Handheld-Modus
  • Neue Zwischensequenzen geben der Crew mehr Tiefe
  • Präzise Steuerung, die auch heute noch überzeugt
Contra:
  • Einzelne Missionen sind sehr kurz
  • Story bleibt bewusst simpel gestrickt
  • Maus-Modus ist Geschmackssache und nicht für jeden geeignet
Story:
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Gameplay:
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Grafik:
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Sound:
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Nostalgie-Faktor:
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Unsere Wertung: 8.5 / 10
Spiel getestet auf: Switch 2

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Dominik Probst

Dominik Probst

Webentwickler, Technik-Nerd und Gamer aus Leidenschaft seit der Kindheit, mit einem Faible für die komplette The Legend of Zelda- und Halo-Reihe. Dazu fast keine Konsolengeneration ausgelassen und auch sehr interessiert an Indie-Games.

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