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Review

Horse Club Adventures 2: Hazelwood Stories im Test: Zwischen Herbstlaub und Hufgetrappel

Von Simone Jung am 19. Dezember 2022
Publisher: Wild River Games
Release: 21. Oktober 2022
Genre: Adventure
Entwickler: EuroVideo Medien
Verfügbar für: PC | Switch | PS4 | PS5 | Xbox One
USK Altersfreigabe: 0

Der Horse Club rund um den Reiterhof Lakeside des Spielzeugherstellers Schleich ist unter anderem durch die hauseigenen Figuren, Sets und Bücher bekannt. Nach den Sommerabenteuern des ersten Videospielablegers 2021 bringt nun Wild River Games in Kooperation mit dem Hersteller und mit Förderung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur den Horse Club erneut auf den Videospiel-Bildschirm. Unser Pferd scharrt bereits gespannt mit den Hufen. Ob sich der neuerliche Ausritt auch lohnt, erfahrt ihr in unserem Test.

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Fotoreiche Ferien auf dem Reiterhof

Der namensgebende Horse Club besteht aus den vier Freundinnen Hannah, Lisa, Sofia und Sarah mit ihren jeweiligen Pferden Cayenne, Storm, Blossom und Mystery. Ein fünftes Mitglied hat sich nach gemeinsamen Abenteuern im Sommer dazugesellt, als eine ehemalige Mitschülerin einer der Mädels ihre Ferien auf dem Reiterhof von Hannahs Familie, Lakeside, verbracht hat. Alle miteinander haben nun eifrig den Herbstferien entgegen gefiebert, in denen die Fünfte im Bunde gemeinsam mit ihrem Pferd endlich wieder zu Besuch kommen und den Horse Club vervollständigen kann.

Schon kurz nach der Ankunft werden die Pferde gesattelt und der erste Ausflug gestartet. Im nahegelegenen Ort Hazelwood erfahren die Freundinnen schließlich, dass ein Wettbewerb ausgeschrieben wurde, an dem jeder, der teilnehmen möchte, eine Fotoserie zu einem bestimmten Thema einreichen kann. Ein Fotowettbewerb? Na klar, das ist doch genau das Richtige für den Horse Club! Das Thema ist natürlich auch schnell gefunden, denn was bietet sich schließlich mehr an als eine Fotoserie über die geliebten Pferde?

Die Aufregung ist groß, Pläne für die Bilder werden emsig geschmiedet, die Kamera voller Tatendrang gezückt – doch dann erkennen die Freundinnen sehr schnell, dass es leider nicht so einfach sein wird, zu gewinnen. Die überhebliche, verwöhnte Super-Zicke Tori nimmt nämlich mit einer ähnlichen Idee ebenfalls an dem Fotowettbewerb teil und wirft sich bereits mit ihrem Pferd Princess gekonnt in Pose. Natürlich lassen Hannah, Lisa, Sofia, Sarah sowie ihre kürzlich angekommene Besucherin das nicht einfach so auf sich sitzen, sondern verstärken entschlossen die eigenen Bemühungen noch mehr. Doch reicht das auch aus? Kann sich der Horse Club den Widrigkeiten zum Trotz am Ende gegen die nervige Tori sowie gegen mögliche andere Konkurrenten durchsetzen?

Willkommen (zurück) auf Lakeside

In Horse Club Adventures 2: Hazelwood Stories schlüpfen wir, wie bereits im ersten Teil, in die Rolle der ehemaligen Mitschülerin, die gemeinsam mit ihrem Pferd auf dem Reiterhof Lakeside zu Gast ist. Zu Beginn des Spiels können wir mit einer guten Auswahl an Kleidungsstücken und Frisuren sowohl unsere Spielfigur als auch unser Pferd selbst gestalten und benennen. Für Erstere steht uns allerdings lediglich ein weiblicher Avatar zur Verfügung, was storytechnisch aber durchaus Sinn ergibt. Schließlich war auch der Vorgänger schon darauf ausgelegt und auf diesen baut das aktuelle Spiel ja letztlich auf. Dennoch wäre grundsätzlich die Option, auch mal einen Jungen in dieser Welt steuern zu können, durchaus schön gewesen. Der gewählte Style unserer beiden kreierten Charaktere ist jedoch nicht in Stein gemeißelt und kann quasi jederzeit an den dazu vorgesehenen Stationen nach Belieben nochmals verändert werden.

Die Namen unserer Spielfigur und unseres Pferdes finden im Spielverlauf immer wieder Verwendung. So erhalten wir öfter mal explizit die Anweisung, wann wir von unserem Pferd auf oder wieder abstiegen sollen. Auch wird der Name unseres Horse-Club-Mädels häufig bei der Anrede in Gesprächen verwendet. Diese findet jedoch nur in der Textform statt und wird in der Sprachausgabe übersprungen, da ja kein vorgefertigter Name verwendet wurde und somit hierfür keine Audioausgabe vorliegt. Ein guter Kompromiss, um mehr Flexibilität bei der Namensvergabe zuzulassen und trotzdem die vollständige Synchronisation sämtlicher Dialoge zu ermöglichen, inklusive vereinzelter Aussagen unserer Spielfigur. Die Vertonung ist eine gute Verbesserung gegenüber dem ersten Teil, die für die junge Zielgruppe mitunter eine unterstützende Funktion beim Lesen haben kann.

Bereits in den ersten Gesprächen wird auf den vorangegangenen Titel Bezug genommen. Schön hierbei ist, dass so zwar eine vertraute Atmosphäre erzeugt wird, man aber dennoch nicht außen vor bleibt, wenn man den ersten Teil nicht gespielt oder manches vielleicht auch nicht mehr so präsent hat. Sämtliche Inhalte, wie die Vorstellung von neuen Personen und Erläuterungen der Spielmechanik, wie zum Beispiel das Unterbringen des Pferdes, erfolgen nämlich stets nach dem Schema: „Weißt du noch? Ansonsten noch mal kurz zur Erinnerung…“.

Wer schon das erste Horse Club Adventures im Laufwerk hatte, dürfte sich zudem auch in der Optik von Lakeside direkt wieder heimisch fühlen. Der Reiterhof besitzt als storyrelevante Ausgangsbasis einen hohen Wiedererkennungswert, da er nahezu identisch aufgebaut ist. Bei einem Spiel, das in derselben Umgebung spielt wie sein Prequel, ist natürlich die Gefahr gegeben, dass gerade aus dem Grund der Wiedererkennung vieles mehr oder weniger eins zu eins übernommen wird. In Horse Club Adventures 2: Hazelwood Stories ist diese Problematik allerdings sehr gut gelöst worden, denn allgemein recycelt wurde hier nicht. Zwar gibt es neben Lakeside natürlich zwangsläufig die eine oder andere bekannte Ecke, aber dennoch ist ein deutlicher Unterschied zum ersten Teil erkennbar. So ist die angrenzende Straße nun kein Feldweg mehr, sondern eine richtige Fahrbahn mit Markierungen und Leitpfosten, die auch von Autos befahren wird. Die Spielwelt wurde des Weiteren um zusätzliche Gebiete wie den charmanten Ort Hazelwood erweitert, der, von einem Fluss durchlaufen, beschaulich in der Nähe des Berges und der Westküste liegt, einen großen Reitplatz und einen idyllischen Park sowie eine tolle Aussicht vom Kirchplatz sein Eigen nennt. Und auch die Jahreszeit, in der die Geschichte angesiedelt ist, leistet ihr Übriges zur Abhebung. Statt einer Sommer- verzaubert uns nun eine fröhlich-bunte Herbstlandschaft im Comic-Look, mit süßen Details wie beispielsweise Kürbissen oder Heuballen auf dem Feld.

Die aufgeräumte und lebendige Atmosphäre, die uns bereits die Optik der Spielwelt bietet, wird durch einen stimmungsvollen Soundtrack ergänzt. Auch dieser ist heiter und gibt, sich eher im Hintergrund haltend, einen zu einem Pferdespiel passenden, untermalenden Takt vor, der uns bei unseren Ausritten mit unserem Ross stetig vorwärts trägt.

Mit einem Sprung von der Piaffe zum Barrel Race

Wenig verwunderlich ist das zentrale Spielelement von Horse Club Adventures 2: Hazelwood Stories das Reiten. Neben den entspannenden Ausritten durch Feld, Wald und Umgebung, dürfen wir unser reiterliches Können auch in verschiedenen Disziplinen unter Beweis stellen.

So gibt es zum einen das Dressurreiten, bei dem wir klassische Übungen wie beispielsweise die Piaffe (Traben auf der Stelle) oder die Passage (Traben mit verkürzten Schritten und betonter Schwebephase) und auch Kombinationen davon meistern. Diese werden als Rhythmus-Minispiele dargestellt. Während im Hintergrund unsere Reiterin auf ihrem Ross die Dressur ausübt, müssen wir die im Vordergrund eingeblendeten Tasten im richtigen Moment drücken, um fleißig Punkte für die Zielvorgaben zu sammeln.

Zum anderen sind unsere Fähigkeiten als Westernreiter gefragt, die wir, im Gegensatz zur Dressur, unserem Pferd auch selbst vermitteln müssen. Typische Western-Übungen sind unter anderem das Barrel-Race und das Pole-Bending, welche auch den Weg ins Spiel gefunden haben. Beide Disziplinen müssen in der schnellstmöglichen Zeit absolviert werden und beinhalten enge Wendekreise. Beim Barrel-Race werden drei Tonnen in einem Dreieck aufgestellt, die wir nacheinander von einer vorgegebenen Seite umrunden müssen. Beim Pole-Bending gilt es wiederum, aufgestellte Stangen im Slalom zu bewältigen. Sowohl die Tonnen als auch die Stangen sollten wir allerdings besser nicht berühren, da uns dies ausbremst und unsere Bestzeit verhageln kann. Auf zusätzliche Strafzeiten, wie beim Berühren der Stangen oder Umwerfen der Tonnen normalerweise üblich, wird an dieser Stelle aber verzichtet.

Weiter können wir uns auch dem Springreiten widmen. Hier sammeln wir ebenfalls keine Punkte, sondern wollen Bestzeiten erreichen. Auch steuern wir unser Pferd selbstständig und sollten den vor Hindernissen eingeblendeten Balken genau im Auge behalten, auf dem ein Cursor mitläuft. Ziel ist es nämlich, die Markierung genau dann zu stoppen, wenn unser Absprungpunkt ideal ist. Solange wir es im blauen Bereich schaffen, ist es noch ein halbwegs guter Sprung. Perfekt ist er allerdings, wenn wir den kleinen rosa Balken treffen. In diesem Falle bekommen wir sogar drei Sekunden gutgeschrieben. Stimmt unser Timing aber überhaupt nicht, erhalten wir, anders als in der Realität, in der es gerne mal pro abgeworfener Stange vier Fehlerpunkte gibt, wiederum eine Strafzeit von drei Sekunden. Und diese Strafsekunden können sich recht schnell aufsummieren, zumal es schwieriger ist, den idealen Zeitpunkt zu treffen, je schneller unser Reittier auf das Hindernis zuläuft.

Das Springreiten ist nicht zwingend an einen Reitplatz gebunden, sondern oftmals zugleich als Rennen auf einer vorgegebenen Strecke in der Gegend ausgeschrieben. Manchmal werden sogar andere Elemente kombiniert, so dass wir auch mal im Slalom an Fässern vorbei fliegen müssen. Zusätzlich zu diesen Hindernisparcours gibt es aber auch klassische Rennen, bei denen nur das Tempo zählt. Während manche der Kurse als Rundkurs angelegt sind, folgen andere einer einfachen Strecke, die sich gerne mal beim Reiten von A nach B mit erledigen lassen.

Eine weitere Art von Wettkämpfen finden wir zudem in Form von Ballon-Rennen. Auch hier gilt es, so schnell es geht zum Ziel zu kommen und dabei alle in dem Gebiet verteilten Luftballons per Berührung platzen zu lassen. Dies klingt tatsächlich einfacher, als es ist, denn es kann durchaus passieren, dass wir ruck zuck auch mal an den Ballons vorbei sausen, statt sie zu treffen.

Sowohl bei der Dressur, dem Western, dem Springen als auch bei den (kombinierten) Rennen zeigen uns hilfreiche Checkpoints den weiteren Weg an. Was ein Segen ist, kann zugleich aber auch ein Fluch sein, denn verpassen wir einen der Checkpoints, sind wir dazu gezwungen umzukehren, damit unsere weitere Leistung gewertet wird. Ein klein wenig anders gestaltet sich dies bei den Ballon-Strecken. Hier dürfen wir auch zunächst mal einen Luftballon auslassen. Allerdings gilt eine Herausforderung erst als erfolgreich abgeschlossen, wenn wir alle Luftballons erwischt haben, so dass wir auch hier unbedingt darauf achten sollten, keine zu verpassen.

Alle genannten Reitdisziplinen warten mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden auf. Zudem lassen  sich bei allen Herausforderungen Medaillen in typischer Rosettenform gewinnen, wenn wir mindestens eine von drei Zielvorgaben bei den Punkten oder der Zeit erreicht haben. Haben wir eine bestimmte Anzahl an Medaillen gesammelt, erhalten wir als Belohnung wiederum neue Accessoires für unsere Reiterin und unser Pferd.

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In vollem Galopp 

Um die Reitdisziplinen mit Bravour zu meistern und auch bei sonstigen Ausritten schneller voranzukommen, können wir unser Reittier zu einem Sprint antreiben. Kurzzeitig erhalten wir somit eine Art Boost, den wir aber mit Bedacht einsetzen sollten. Denn unser Pferd prescht dann mit Vollkraft voraus, was das Nehmen von engen Wendungen deutlich erschwert.

Durch Training, sprich dem Abschließen von Aufgaben, sowie das Sammeln von heruntergefallenen Äpfeln an Apfelbäumen an verschiedenen Orten in der Umgebung verbessert sich die Freundschaft zu unserem Ross. Dies kommt letztendlich dann auch wieder dem Sprintvermögen zugute, denn dadurch steigern wir die Ausdauer und die Anzahl der möglichen Sprints, welche in einer schönen Hufeisen-Darstellung daherkommt.

Natürlich darf auch die Pferdepflege nicht zu kurz kommen. Abends gilt es, die vierbeinigen Freunde mit Heu zu füttern und mit Wasser zu versorgen. Morgens heißt es dann, an einer Pflegestation die Hufe auszukratzen und das Pferd zu striegeln. Bei Letzterem kämmen wir mit einer Bürste Staub und Dreck aus dem Fell des Tieres, wobei uns ein Balken anzeigt, wie viel Schmutz insgesamt noch vorhanden ist. Die verbleibenden unreinen Stellen müssen wir allerdings selbst finden. Die Hufe nehmen wir uns schließlich nacheinander mit dem Hufkratzer vor, was sehr simpel gehalten ist. Wir können einfach drauf loslegen und müssen nicht darauf achten, dass wir den hinteren, empfindlichen Teil des Hufes, den Strahl, mit dem Hufkratzer nicht verletzen. Die Pferdepflege ist komplett optional. Aber abgesehen davon, dass es eben schlicht dazu gehört, hat es auch den netten Nebeneffekt, dass sich unser Gefährte deutlich wohler fühlt und daher nochmals mit einer gesteigerten Sprintdauer aufwartet.

Die Animation der Pferde ist in allen Gangarten wirklich gut getroffen. Die Bewegungen der anderen Bewohner hingegen, egal ob Mensch oder Tier, sind zwar noch vertretbar, aber dennoch ausbaufähig, denn sie wirken etwas hölzern und teilweise abgehackt. Ebenfalls ruckeln manche Autos leicht, insbesondere die größeren, wenn sie direkt an uns vorbei fahren.

Auch noch verbesserungswürdig sind vereinzelte Clippingfehler, nachladende Texturen in der Fernsicht, unsichtbare Levelgrenzen und seltsame Kollisionsabfragen, auch wenn sie den Spielfluss nicht direkt hemmen und oftmals schon ziemlich unterhaltsam sind. Aber es wirkt doch zeitgleich etwas bizarr, wenn man seinem Pferd gerade einen Apfel gibt und dann plötzlich die Spielfigur auf dem Kopf des Pferdes steht. Oder, wenn man an anderer Stelle unverhofft durch Pferde hindurch laufen kann, während andere Lebewesen einfach aus dem Weg geboxt werden. Im Falle der Begrenzungen ist es dagegen seltsam, dass man zunächst über alle hinweg reiten kann, dann aber auf nicht nachvollziehbare Weise schlagartig an einem Stein, Absatz oder einem anderen Feld hängen bleibt und den langen Weg drum herum nehmen muss.

Die allgemeine Steuerung in Horse Club Adventures 2: Hazelwood Stories ist hingegen durchgängig einfach und griffig. Lediglich beim Striegeln kann es manchmal etwas hakelig werden, aber in der Regel lässt sich auch dies gut bewältigen.

Ach, wenn ich dich gerade sehe… 

So fangen ja oftmals Gespräche an, die dann am Schluss mit Arbeit verbunden sind. Auch in Horse Club Adventures 2: Hazelwood Stories greift dieses Phänomen scheinbar um sich. Abgesehen davon, dass die Mitglieder des Horse Clubs allesamt offensichtlich Hummeln im Hintern haben, so schnell wie sie schon wieder aufbrechen, nachdem sie an einem Ort angekommen sind, fällt ihren Freunden und Bekannten sobald sie sie sehen, oftmals prompt eine Sache ein, bei der ihnen die Mädels helfen können. Und ganz Videospiel-typisch ist mit „Mädels“ zumeist hauptsächlich unsereins gemeint und ohne unsere Hilfe scheinen die hilflosen Auftraggeber glatt aufgeschmissen zu sein.

Die Aufgaben sind dabei in Haupt- und Nebenmissionen unterteilt. Im Zuge der Hauptquests, die in zehn Kapitel in Form eines Tagebuchs gebündelt sind und wie üblich die Geschichte voranbringen, bereisen wir alle Gebiete der Spielwelt mindestens einmal. Die Personen, die wir dort jeweils treffen, geben uns neben den Haupt- auch Nebenaufgaben, die ebenfalls gerne mal in mehrere Teilaufgaben gesplittet sind und über die wir sowohl für unsere Spielfigur als auch für unser Pferd neues Zubehör ergattern. So können wir zum Beispiel einer Wildhüterin helfen, Fotos von Wildvögeln zu schießen und deren verlorene Federn zu sammeln, damit unsere Auftraggeberin im Anschluss damit Infotafeln für die Wanderstrecke fertigstellen kann. Oder wir nehmen an einer mehrteiligen Schatzsuche teil, die uns zu versteckten Orten führt.

Sämtliche Nebenquests sind dabei vollkommen optional und verfallen auch nicht. Wer möchte, kann also getrost auch erst einmal nur der Story folgen und sich dann in einem letzten, nicht endenden Tag allen anderen Tätigkeiten widmen. Auf diese Weise lassen sich auch Zielorte kombinieren, denn um die Aufgaben zu erledigen, müssen wir oftmals erneut lange Laufwege quer über die Karte in Kauf nehmen. Ein Schnellreisesystem suchen wir allerdings vergebens. Zwar liegt der Schwerpunkt des Spiels klar auf dem Aspekt des Reitens und in der Realität ist es ja auch nicht möglich, sich einfach an einen anderen Ort zu teleportieren. Da wir uns hier aber in einem Videospiel befinden, wäre eine Schnellreise-Komfortfunktion zumindest mit ein paar Wegpunkten an den markantesten Ecken, wie zum Beispiel Hazelwood oder der Ranch, doch ganz hilfreich gewesen.

Immerhin können die langen Laufwege dazu genutzt werden, um die Spielwelt noch weiter zu erkunden. Eine der Nebenquests ist nämlich eine sehr umfangreiche, die zu einem genauen Erforschen der Karte förmlich einlädt. Um eine weitere Belohnung einzustreichen, müssen wir nämlich 50, teils sehr gut versteckte, Hufeisen in der Spielwelt einsammeln.

Die rund fünfstündige Story trägt gut durch das Spiel und erzählt eine zwar etwas vorhersehbare, aber dennoch charmante Geschichte, die gelungen auf die junge Zielgruppe abgestimmt ist. In Kombination mit der Bewältigung der optionalen Nebenquests, der Rekordjagd bei allen Reitdisziplinen sowie der allgemeinen Erkundung der Welt, bietet Horse Club Adventures 2: Hazelwood Stories aber in Summe einen großen Spielumfang mit Langzeitmotivation.

Fazit

Horse Club Adventures 2: Hazelwood Stories entpuppt sich im Test als durchaus gelungener Ausritt. Die bunte, fröhliche Herbstwelt wartet mit süßen, ergänzenden Details auf und lädt zum Erkunden ein. Dabei schafft das Design der Spielwelt eine gute Balance zwischen Elementen der Wiedererkennung und gleichzeitiger Abgrenzung durch Neuheiten gegenüber dem Vorgängertitel. Auch hebt sich der zweite Teil durch die vollständige Vertonung aller Dialoge zusätzlich davon ab. Das reiterliche Können darf in unterschiedlichen Reitdisziplinen wie dem Dressur- oder Westernreiten sowie in verschiedenen Rennen gezeigt werden, die jeweils abwechslungsreich und kurzweilig sind und auch mehrere Schwierigkeitsgrade beinhalten. Durch Rekordjagden in eben jenen Herausforderungen, Sammelaufgaben, dem Auflevelsystem des Pferdes und andere Aufgaben ist zudem ein guter Umfang mit Langzeitmotivation gegeben. Etwas getrübt wird das Erlebnis allerdings durch lange Laufwege ohne Schnellreiseoption sowie durch hin und wieder auftretende Clippingfehler und seltsame Kollisionsabfragen. Dennoch bietet Horse Club Adventures 2: Hazelwood Stories trotz kleinerer Schwächen ein in Summe gutes, unterhaltsames Videospiel rund um das Thema Pferde. Mir hat das Spiel gefallen und ich kann mir gut vorstellen, dass ich in jüngeren Jahren noch viel mehr Spaß damit gehabt hätte.

Pro:
  • Gute Balance zwischen Wiedererkennung und Abwechslung beim Spielweltdesign im Vergleich zum Prequel
  • Fröhlich-bunte Herbstwelt in niedlichem Comic-Look
  • Charmante Geschichte mit heiterer Atmosphäre
  • Großer Umfang mit Langzeitmotivation
  • Abwechslungsreiche, kurzweilige Reitdisziplinen mit Rekordjagd-Option
  • Integrierte Pferdepflege
  • Aufleveln des Pferdes
  • Nebenquests komplett optional
  • Dialoge wurden vollständig vertont
  • Eigene Spielfigur und das Pferd können selbst kreiert und jederzeit angepasst werden
Contra:
  • Lange Laufwege ohne Schnellreisesystem
  • Vereinzelt Clippingfehler und seltsame Kollisionsabfragen
  • Stellenweise unsichtbare Levelgrenzen und nachladende Texturen in der Fernsicht
  • Bewegungen der Menschen und Tiere abseits der Pferde etwas hölzern
  • Nur weibliche Spielfigur auswählbar
Story
5 von 5 Buddies
Gameplay
4 von 5 Buddies
Grafik
4 von 5 Buddies
Sound
5 von 5 Buddies
Atmosphäre
5 von 5 Buddies

Spiel getestet auf: PS5

Unsere Wertung:

9.0 / 10
Konsolenzockerin seit der Kindheit, bevorzugt auf der PlayStation. Zu den Lieblingsspielreihen gehören Grandia, Project Zero, Tomb Raider, Uncharted und Tekken, aber es finden auch gerne mal Indie-Titel den Weg auf den Bildschirm.

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