Police Simulator: Patrol Officers
Review

Police Simulator: Patrol Officers im Test – abwechslungsreicher Polizeialltag in stimmungsvoller Welt

Von Daniel Walter am 14. November 2022
Publisher: astragon
Release: 10. November 2022
Genre: Simulation
Entwickler: Aesir Interactive
Verfügbar für: PC | PS4 | PS5 | Xbox One | Xbox Series S/X
USK Altersfreigabe: 12

Mit Police Simulator: Patrol Officers hält Astragon eine neue Simulation für uns bereit, die sich doch deutlich von anderen Genrevertretern unterscheidet und mit abwechslungsreichem Gameplay und einer weitläufigen Stadt überzeugen möchte. Ob der Alltag der amerikanischen Streifenpolizisten im Test überzeugen kann, verraten wir euch hier.

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Wir melden uns zum Dienst

Bevor wir in die Karriere starten, wählen wir zunächst unseren Officer aus und dürfen uns hier zwischen vier männlichen und vier weiblichen vorgefertigten Avataren entscheiden. Diese decken eine Vielzahl an ethnischen Hintergründen ab und sind sogar mit einer kleinen Biographie versehen, anhand derer wir unter anderem Wohn- und Geburtsort, Alter und Familienstand ablesen können. Weiterhin stehen uns zwei verschiedene Schwierigkeitstufen zur Auswahl, wovon die vereinfachte Variante mit einer Vielzahl an Hilfestellungen daherkommt, die uns den Einstieg leichter machen. Der anspruchsvollere Simulations-Modus bietet uns dagegen eine deutlich realistischere, aber eben auch auch forderndere Spielerfahrung, bei der wir weitestgehend auf uns allein gestellt sind. Die Tutorials, die für den ersten Durchlauf in jedem Fall zu empfehlen sind, lassen sich aber auch unabhängig vom Schwierigkeitsgrad an- oder ausschalten. Zudem können wir den gewählten Spielmodus bei Bedarf auch jederzeit im laufenden Spiel ändern, wenn wir merken, dass wir über- oder unterfordert sind.

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Drei Stadtteile mit individuellem Charme

Sobald die grundlegenden Parameter festgelegt sind, finden wir uns auf dem Bildschirm eines Polizeicomputers wieder, wo wir unsere Schicht beginnen können. Hier erfahren wir auch, dass pro Woche fünf Schichten auf uns warten, die mit unterschiedlichen Aufgaben verbunden sind. Falls uns die Auswahl an Herausforderungen nicht gefällt, dürfen wir auch vier Mal pro Woche neue anfordern. Die Übersicht zeigt uns außerdem eine Karte der Stadt Brighton, die in drei verschiedene Stadtteile unterteilt ist. So erwartet uns im Startbezirk “Melting Point” eine Mischung aus moderner und historischer Architektur, sodass für ein optisch abwechslungsreiches Setting gesorgt ist. Die beiden anderen Bezirke “Downtown” und “Brickston” schalten wir hingegen erst im weiteren Spielverlauf frei, indem wir durch das Erledigen unserer Aufgaben im Anfangsbezirk eine gewisse Anzahl an Sternen gesammelt haben. Bei der Gestaltung der einzelnen Stadtbezirke haben die Entwickler sichtbar großen Wert auf Eigenständigkeit und auch auf Abwechslung gelegt, sodass uns im Finanzdistrikt “Downtown” neben imposanten Hochhäusern unter anderem auch das Stadion der Stadt erwartet, wohingegen uns im ehemaligen Industrieareal “Brickston” der typische Charme eines alten Arbeiterviertels empfängt. Die einzelnen Bezirke halten uns damit auch bei der Stange, denn selbstverständlich möchte man alle Areale selbst erkunden und ihre individuelle Atmosphäre spüren. Auf diese Weise schafft der Police Simulator eine gelungene Art der Langzeitmotivation, die man von vielen anderen Simulationen nicht wirklich gewohnt ist. Innerhalb der einzelnen Bezirke stehen im Übrigen ebenfalls mehrere Bereiche, genannt Nachbarschaften, zur Verfügung, die auf dem gleichen Weg freigeschaltet werden müssen wie die übrigen Stadtteile. In welcher Reihenfolge wir die Areale freischalten, bleibt uns dabei stets selbst überlassen. Wo wir die Sperrung der großen Stadtbezirke im Hinblick auf die Langzeitmotivation auf jeden Fall als positiv wahrgenommen haben, ist die erneute Aufteilung innerhalb der drei Bezirke für unseren Geschmack dann aber doch etwas zu kleinteilig. Hier hätte es die Freischaltmechanik nicht gebraucht und eine freie Wahl des Vorgehens wäre an dieser Stelle in jedem Fall die bessere Option gewesen.

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Eine Vielzahl an Aufgaben erwartet uns

In den unterschiedlichen Nachbarschaften der drei Bezirke dürfen wir uns auf eine große Bandbreite an Aufgaben freuen, die unser Officer zu erledigen hat. So geht es im ersten Areal beispielsweise darum, Falschparkern einen Strafzettel auszustellen, Raser mittels Radarpistole zu überführen oder auch Unfälle aufzunehmen oder Verkehrskontrollen durchzuführen. Darüber hinaus werden wir auch bei Vandalismus oder dem Aufbau von Straßenabsperrungen benötigt, sodass wir es im Anfangsgebiet fast ausschließlich mit Verkehrsdelikten zu tun haben. Für jede Aufgabe stehen uns unterschiedliche Hilfsmittel zur Verfügung, von der Taschenlampe, über die Winkerkelle, bis hin zur Fotokamera, um die jeweiligen Arbeitsabläufe mit fachlicher Kompetenz und professionellem Auftreten meistern zu können. Wer sich für den DLC Stadtgeländewagen entscheidet, erhält übrigens nicht nur einen beeindruckenden SUV als Streifenwagen, sondern auch zusätzliche Aufgaben, die ohne die Erweiterung nicht zur Wahl stehen.

Unsere Schichten in Brighton laufen im Prinzip immer ähnlich ab. Wir beginnen unseren Arbeitstag auf der Polizeiwache und begeben uns von dort aus in die weitläufige und sehr detailliert ausgestaltete Stadt. Diese können wir zu Fuß oder auch mit dem Polizeiauto erkunden, um die vorgegebenen Aufgaben zu erledigen oder auch, um Ausschau nach weiteren nicht speziell ausgeschriebenen Vergehen zu halten, die wir dann, wenn wir sie beobachten, ebenfalls ahnden können. Hierzu gehören zum Beispiel verschiedene Umweltsünden, wie Fahrzeuge mit qualmendem Auspuff und achtlos weggeworfener Müll, oder auch die Mißachtung von Verkehrsregeln von Autos und Fußgängern, wie das Überqueren von Straßen bei roter Ampel. Die jeweiligen auf frischer Tat ertappten Sünder dürfen wir dann festhalten und mit einem Strafzettel für ihr Verhalten belohnen. Des Weiteren können wir unser Funkgerät aktivieren, um während der Schicht zusätzliche Aufträge zu erhalten, sodass sich alles sehr authentisch und nach echter Polizeiarbeit anfühlt. Ist unsere Schicht beendet, werden wir in das nächstgelegene Polizeirevier beordert, um unseren Arbeitstag abzuschließen und unsere gesammelten Punkte einzustreichen. Die Dauer einer Schicht lässt sich übrigens vor Arbeitsbeginn jedes Mal neu festlegen und reicht je nach persönlichem Geschmack von 15 bis zu vollen 90 Minuten. In den späteren Gebieten kommen dann noch neue Tätigkeiten hinzu, wo wir es dann auch mit schwerwiegenderen Delikten zu tun haben, sodass wir einen umfangreichen Einblick in die Arbeit der Polizei in den USA erhalten.

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Unzählige Details machen das Spiel zur perfekten Simulation

Schön ist auch, dass wir auf verschiedene Handzeichen zurückgreifen können, um Verkehrsteilnehmern Anweisungen zu erteilen oder auch, dass unser eigenes Verhalten in die abschließende Bewertung jeder Schicht einfließt. Fragen wir zum Beispiel grundlos nach Ausweispapieren oder ballern wie ein Verrückter mit dem Taser auf Passanten, erhalten wir Strafpunkte, die mit unseren gesammelten Schichtpunkten für erledigte Aufgaben verrechnet werden. Wenn wir uns schlecht verhalten, dauert es also umso länger, bis wir die begehrten Dienststerne eingesammelt haben, mit denen wir wiederum neue Gebiete freischalten. Wir können in der Stadt auch mit jedem Fußgänger und jedem Auto interagieren und eine Vielzahl an Aktionen durchführen. Um keine Strafpunkte zu erhalten, ist es aber ratsam, ohne entsprechenden Anfangsverdacht oder einen Hinweis auf ein unrechtmäßiges Verhalten keine derartigen Handlungen auszuführen. Zu den Interaktionen zählen unter anderem das Fragen nach dem Personalausweis, das Durchsuchen der Person oder des Fahrzeugs oder auch das Festhalten oder Anlegen von Handschellen. Fußgänger oder Fahrer, die sich unseren Anweisungen widersetzen und beispielsweise einfach flüchten, dürfen wir außerdem verfolgen und dann entsprechend verwarnen.

Wie detailliert der Police Simulator bei seinem Gameplay ist, zeigt sich an vielen verschiedenen Stellen. Ein gutes Beispiel ist hierfür aber das Ausstellen eines Strafzettels für Falschparker. Hier müssen wir zunächst die Umgebung und die Beschilderung prüfen, um das Parkvergehen korrekt zu bezeichnen. So können Autos in Halteverboten parken, Zufahrten zustellen oder auch einen abgelaufenen Parkzettel haben. Aber auch nicht mehr aktuelle Nummernschilder oder ein Parken in falscher Richtung lassen sich anmerken und entsprechend bestrafen, ebenso wie das Nutzen eines Behindertenparkplatzes ohne entsprechenden Ausweis. An besonders heiklen Stellen haben wir außerdem die Möglichkeit, einen Abschleppwagen zu ordern, der das Fahrzeug für uns entfernt. Gerade aufgrund dieser Vielzahl an Handlungsoptionen, die eine der ganz großen Stärken des Titels ist, wirkt die Steuerung durch die Menüs leider noch einmal sehr viel umständlicher, als sie es ohnehin ist. So müssen wir zahlreiche Untermenüs durchsuchen, um die passenden Aktionen zu finden und sehen uns einem Schnellauswahlmenü gegenüber, das den Namen nicht wirklich verdient, sondern locker mit den ausufernden Aktionsrädern der Sims-Reihe mithalten kann.

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Eine lebendige Stadt

Die Präsentation der Stadt Brighton hat uns im Test wirklich sehr gut gefallen. Die Stadt wirkt dank der zahlreichen Passanten und des regen Verkehrs zu jeder Zeit lebendig und realistisch, außerdem sind wir bei unseren Einsätzen zu verschiedenen Tageszeiten unterwegs und lernen Brighton dadurch auf mehrere Arten kennen. Darüber hinaus besitzen die unterschiedlichen Areale eine besondere Atmosphäre, die durch einen tollen Lichteinfall mit gelungenem Schattenwurf, durch realistisch glänzende Wasser- und Metalloberflächen oder auch durch eine überzeugende Darstellung der Gebäude und der umliegenden Natur kreiert wird. Aber auch die vielen kleinen Details, wie dampfende Gullideckel, abgestellte Fahrräder, wechselnde Werbereklamen oder auch grüßende Fußgänger schaffen eine glaubhafte und für eine derartige Simulation ungewöhnlich liebevoll gestaltete Umgebung, die zum Erkunden und Beobachten einlädt. Dies wird durch die Tatsache, dass wir bei unserer Bewegung durch die Stadt zahlreiche Sehenswürdigkeiten entdecken können, noch zusätzlich unterstrichen. Wo das Spiel beim Design und der Atmosphäre der Umgebung extrem gut abliefert, sehen die etwas gruseligen Gesichtsanimationen und auch die hakeligen Bewegungen der Figuren hingegen so aus, als hätten sie sich aus der PS3-Zeit in die Zukunft teleportiert, wo sie nun leider auffallen wie ein bunter Hund. Im Gegensatz zu den teilweise etwas verschwommenen Texturen, die nur beim näheren Hinsehen erkennbar sind und im Spielverlauf nicht weiter stören, sind die hölzernen Bewegungen dagegen schon sehr vordergründig und dämpfen den ansonsten sehr guten optischen Eindruck doch merklich. Hinzu kommt eine alles andere als präzise Schießmechanik, die es nicht immer ganz einfach macht, im Ernstfall den richtigen NPC zu treffen.

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Fazit

Der Police Simulator: Patrol Officers ist eine Simulation wie aus dem Lehrbuch, denn er gibt uns umfassende Einblicke in die Arbeit eines Polizisten. Dabei ist das Spiel in vielen Bereichen derart detailverliebt, dass wir die unzähligen Vorschriften und Vorgehensweisen, mit denen ein Streifenpolizist in seinem Alltag konfrontiert wird, hervorragend nachvollziehen können. Es macht jede Menge Spaß, die Spielwelt nach Verstößen zu durchforsten, die einzelnen Ordnungswidrigkeiten und Straftaten auf unterschiedliche Art und Weise zu ahnden und dabei das Verhalten der Überführten zu beobachten und darauf zu reagieren. Die Vielzahl an möglichen Handlungen und Interaktionen sorgt dabei zu jeder Zeit für Abwechslung, überfordert am Anfang aber auch merklich und macht den Einstieg nicht unbedingt leicht. Gerade die Steuerung, die mit ihren zahlreichen Untermenüs nicht gerade intuitiv ist, sorgt an einigen Stellen für Frust, da wir beispielsweise gefühlte Ewigkeiten auf der Straße stehen, bis wir einem Fahrzeug das richtige Handzeichen gegeben haben. Ist man mit den grundlegenden Abläufen und der Steuerung aber einmal vertraut, gehen die einzelnen Schritte auch recht gut von der Hand. Die Spielwelt der Simulation kann hingegen voll und ganz überzeugen und hält eine stimmungsvolle Stadt mit unterschiedlichen freischaltbaren Bezirken bereit. Hier hätten wir uns allerdings gewünscht, dass sich die Ortsbeschränkung nur auf die großen Areale bezieht und nicht innerhalb der drei Stadtteile zusätzliche Barrieren geschaffen werden. Wo die Simulation bei der Umgebungsgestaltung punkten kann, müssen bei der Darstellung der Figuren und der Bewegungen allerdings deutliche Abstriche gemacht werden. Insgesamt ist der Police Simulator: Patrol Officers aber eine wirklich gelungene, motivierende und unterhaltsame Simulation, die viele andere Genrevertreter mit Leichtigkeit hinter sich lässt.

Pro:
  • Stimmungsvolle Spielwelt mit zahlreichen Details
  • Abwechslungsreicher und realistischer Polizeialltag
  • Große frei erkundbare Areale, zu Fuß oder mit dem Auto
  • Unzählige Interaktionsmöglichkeiten und Aufgaben
  • Motivierende Freischaltung der drei Hauptgebiete 
Contra:
  • Steuerung der Menüs nicht wirklich intuitiv 
  • Hakelige Bewegungen und Gesichtsanimationen
  • Zielen beim Schießen recht unpräzise 
  • Zusätzliche Gebietsbegrenzung innerhalb der drei Hauptgebiete zu kleinteilig
Gameplay
4 von 5 Buddies
Grafik
3 von 5 Buddies
Sound
3 von 5 Buddies
Atmosphäre
5 von 5 Buddies
Abwechslung
4 von 5 Buddies

Spiel getestet auf: PS5

Unsere Wertung:

8.0 / 10
Ein begeisterter Konsolenspieler mit einem breit gefächerten Interessengebiet. Neben Shooter-Serien wie Battlefield oder Call of Duty gehören auch Action-Adventures wie klassische Assassin's Creeds, die Batman-Arkham-Reihe oder The Last of Us Part 1/2 zu den bevorzugten Titeln. Hinzu kommen Survival-Games wie ARK, Horror-Klassiker a la Resident Evil sowie Open-World-Abenteuer im Stile von Far Cry oder Red Dead Redemption. Sport-Franchises wie FIFA oder Tour de France erweitern das Interessenfeld, ebenso wie sämtliche Titel aus dem Star-Wars-Universum.

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