Review

Weakless – Zwei Weavlinge erzählen eine Geschichte von Stärke und Schwäche

Von Nikolas Rau am 25. März 2020
Publisher: Another Road
Release: 4. März 2020
Genre: Adventure
Entwickler: Punk Notion
Verfügbar für: PC | Xbox One
USK Altersfreigabe: ausstehend

Weakless ist das erste Spiel vom Entwicklerteam Punk Notion. Eine Designerin und eine Komponistin wollen mit dem Abenteuer ihre Fähigkeiten verbinden und ein Spiel schaffen, dass aus den Schwächen der Charaktere Stärke schafft. Wir haben es uns für euch angeschaut.

Story durch Bilder und Ton

Als Spieler schlüpfen wir in die Rollen von zwei Weavlingen, baumartige Wesen, von denen einer taub und der andere blind ist. Sie beginnen ihre Reise um zu einem Treffen mit den anderen Baumwesen zu gelangen. Kurz nachdem wir dort angekommen sind, passiert etwas Schreckliches. Die Welt wird von einer rot-schwarzen Masse überflutet, die das ganze Land zerstört.

Dabei wird die Geschichte nicht durch Dialoge oder Texte erzählt, sondern ausschließlich durch die beeindruckende Landschaft und ihre Klänge. Und natürlich durch die beiden Protagonisten Taub und Blind. Es werden Themen wie Freundschaft und Zusammenhalt aufgegriffen, die aufzeigen, dass jeder seine Stärken hat, die die Schwächen des anderen ausgleichen.

Untermalt wird das Ganze von einer tollen Atmosphäre. Wo das Spiel mit einer fröhlichen und friedlichen Stimmung beginnt, wird es zum Ende hin immer beklemmender und düsterer.

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Gameplay etwas simpel

An sich gilt es nur den Weg der beiden Baumwesen zu bestreiten. Zwischendurch müssen wir ein paar Rätsel lösen, was mit den Fähigkeiten der beiden Protagonisten und deren zeitlichen Abstimmung aufeinander funktioniert. Dies ist möglich, in dem per Knopfdruck der Charakter gewechselt wird. Wir steuern also beide Baumlinge. Wenn der eine nicht aktiviert ist, folgt er dem anderen. Falls es ihm nicht möglich ist, bleibt er entweder stehen oder geht zu der richtigen Stelle.

Taub kann dabei die Welt in all ihren Farben erkennen, hört dabei aber alles nur dumpf und wichtige Geräusche blendet er aus. Dafür kann er mit seiner kleinen Laterne einen Staub versprühen, auf den unterschiedliche Gegenstände in der Umgebung reagieren. Zum Beispiel können wir mit ihm Mechanismen für Fahrstühle auslösen oder Blumen erblühen lassen.

Außerdem kann der kleine Baumling klettern und Blind auf Anhöhen helfen, die dieser sonst nicht erklimmen könnte.

Blind kann die gesamte Welt nur in Schwarz-Weiß und in einem sehr kleinen Rahmen erfassen, hört dafür alles und kann mit seinem Stock Töne auf Plattformen erzeugen. Dadurch lassen sich dann andere Vorrichtungen auslösen, die Taub sonst nicht nutzen kann.

Außerdem kann der alte Weavling mit seiner Stärke schwere Blöcke bewegen oder seinem Freund eine Räuberleiter machen  .

Insgesamt sind die Rätsel aber sehr leicht und es gilt erst gegen Ende hin das richtige Timing zu finden, was aber nicht sehr lange dauert. Hier verschenken die Entwickler ein wenig Potential, da die Kombinationen der Fähigkeiten wirklich Spaß machen, aber nie richtig fordernd werden.

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Grafik und Sound tragen das Spiel

Man merkt dem Spiel an, dass es seinen Schwerpunkt besonders auf die Fachgebiete der beiden Studentinnen legt.

Die Designerin schafft eine wunderschöne, authentische Welt, die zum Erkunden einlädt. Die Farben sind immer passend und erzeugen eine Menge Atmosphäre.

Besonders schön sind die häufigen Ausblicke auf die Landschaft, die zu Beginn noch frei von Makel sind, dann aber immer mehr durch die rot-schwarze Masse verschandelt werden. Auch die beiden Charaktere sind sehr detailreich und ihre Bewegungen wirken flüssig und realistisch. Man ist jedes Mal etwas traurig, wenn man wieder in die graue Welt von Blind eintauchen muss.

Dies wird jedoch entschädigt durch den tollen Sound. Die musikalische Untermalung, die bei Taub dann leider sehr dumpf wird, ist immer passend und lässt einen tief in die Welt der Baummenschen eindringen. Klänge, die durch den Stock entstehen, sind authentisch und geben ein gutes Feedback. Auch die Umgebungsgeräusche sind sehr gelungen und geben der Spielwelt noch mehr Tiefe und Authentizität.

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Kleinere Bugs und KI-Probleme

Leider hat das Spiel ein paar kleine Probleme. Zwar sind diese nicht sonderlich gravierend, sollen aber doch erwähnt werden. Selten bricht die Frame-Rate aus unerfindlichen Gründen für wenige Sekunden ein. Außerdem hat die KI ab und zu Probleme mit der Wegfindung, denn der ungesteuerte Charakter bleibt hin und wieder hängen. Dann muss man mit dem anderen Charakter denselben Weg noch einmal ablaufen. Während des Spielens hatten wir einen Absturz, als Taub irgendwo hängen geblieben ist und dann zu weit weg von Blind war.

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Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Weakless ein schönes, atmosphärisches Abenteuer geworden ist. Grafik und Sound erschaffen eine detailreiche und liebevolle Spielwelt, die erkundet werden will. Die beiden Charaktere erzählen eine schöne Geschichte und haben auch noch interessante Aussagen, die heutzutage vielleicht mehr denn je noch mal bedacht werden sollten.

Auf der anderen Seite hat das Spiel aber auch seine Schwächen. Es ist etwas zu leicht und hat auch noch einige Bugs, die aber leicht in den Hintergrund geraten können.

Wer also Lust auf ein kleines Abenteuer in einer wunderschönen Welt hat, sollte über die kleinen Fehler hinwegsehen und das Erlebnis genießen. Denn: Niemand ist perfekt, aber das ist nicht schlimm.

Pro:
  • Tolle Grafik
  • Schöne Geschichte mit schöner Botschaft
  • Sehr guter Soundtrack
  • Interessantes Fähigkeitenkonzept
  • Spielwelt lädt zum Erkunden ein
Contra:
  • Etwas zu leichte Rätsel
  • Einige Bugs
  • Wegfindungsprobleme der KI
Story
4 von 5 Buddies
Gameplay
2 von 5 Buddies
Grafik
4 von 5 Buddies
Sound
5 von 5 Buddies
Atmosphäre
5 von 5 Buddies

Spiel getestet auf: PC

Unsere Wertung:

7.5 / 10
Ein begeisterter PC- Spieler seit Kindheitstagen. Indietitel und Horrorspiele lassen sein Herz meist höher schlagen, aber auch Serien wie Fifa, Far Cry, The Elder Scrolls und Fallout stehen ganz oben auf seiner Liste.

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