

Halloween und Gaming: Warum wir uns freiwillig fürchten
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Halloween und Videospiele verbindet eine besondere Beziehung: Beide erlauben uns, uns mit der Angst auseinanderzusetzen – freiwillig, sicher und trotzdem erstaunlich intensiv.
Wir setzen uns abends vor den Bildschirm, löschen das Licht und starten ein Horrorspiel. Eigentlich wissen wir genau, dass uns nichts passieren kann. Und doch reagieren wir auf jedes Geräusch, jeden Schatten und jede Bewegung im Dunkeln.
Horror funktioniert beim Gaming anders als im Film. Wir beobachten die Geschichte nicht nur, wir sind ein Teil von ihr. Wenn in Resident Evil eine Tür vor uns steht, entscheiden wir selbst, ob wir sie öffnen. In Silent Hill müssen wir durch den Nebel weitergehen, obwohl wir längst spüren, dass dort etwas nicht stimmt. Und in Outlast wird aus der vermeintlichen Sicherheit des Zuschauers plötzlich nackte Hilflosigkeit.
Genau diese Verbindung aus Kontrolle und Kontrollverlust macht Horrorspiele so spannend.
Wir wissen, dass wir jederzeit aufhören können. Gleichzeitig wollen wir wissen, was hinter der nächsten Ecke wartet. Angst und Neugier arbeiten dabei ständig gegeneinander – und treiben uns trotzdem weiter.
Gutes Horror-Gaming lebt deshalb nicht allein von Schockmomenten. Es geht um Atmosphäre, Unsicherheit und die Frage, was als Nächstes passieren könnte.
Dying Light spielt mit der Nacht als Bedrohung und treibt das mulmige Gefühl, das wir aus der Dunkelheit kennen, auf die Spitze. Little Nightmares erschafft eine düstere, skurrile Welt, in der selbst scheinbar harmlose Dinge bedrohlich wirken können. Und GYLT verbindet Horror mit einer persönlichen Geschichte und zeigt, dass Angst auch leise und emotional funktionieren kann.
Jedes dieser Spiele findet einen anderen Zugang zur Angst. Genau das macht das Genre so vielseitig.
Vielleicht ist Halloween deshalb der perfekte Anlass für einen Horrorabend. Für ein paar Stunden können wir uns bewusst einer Emotion aussetzen, der wir im Alltag normalerweise aus dem Weg gehen.
Wir erschrecken uns, fühlen Anspannung und Erleichterung – und wissen dabei jederzeit, dass wir den Controller aus der Hand legen können.
Das ist vielleicht das Faszinierende am Horror: Wir suchen die Angst nicht, weil wir sie mögen. Wir suchen sie, weil wir wissen, dass sie uns nichts anhaben kann.
Und wenn draußen die Halloween-Nacht beginnt, gibt es kaum einen besseren Ort, um sich ein wenig zu fürchten, als vor dem eigenen Bildschirm.
Daniel Walter
Leidenschaftlicher Konsolenspieler, Steamdeck-Fan und VR-Enthusiast. Neben Klassikern wie Resident Evil, Knights of the Old Republic, Jedi Knight oder LA Noire gehören vor allem aufwendig inszenierte Singleplayer-Erlebnisse zum breit gefächerten Interessengebiet, wie The Last of Us, Uncharted, Days Gone oder Cyberpunk 2077. Aber auch große Open-World-Reihen wie Far Cry oder Assassin's Creed, Point and Click Adventures wie Black Mirror oder Larry sowie Sportspiele mit Fokus auf Tennis, Fußball oder Radsport flimmern regelmäßig über den Bildschirm.