Review

Atelier Dusk Trilogy – Alchemietraining im Dreierpack

Von Tjark am 15. Februar 2020
Publisher: Koei Tecmo
Release: 14. Januar 2020
Genre: JRPG
Entwickler: Gust
Verfügbar für: PC | Switch | PS4
USK Altersfreigabe: 12

Mit dem Atelier Dusk Trilogy Deluxe Pack DX hat KOEI TECMO GAMES ein Remake der Atelier Dusk Trilogie veröffentlicht. Die ursprünglich zwischen 2012 und 2014 auf der Playstation 3 erschienene Atelier: Dusk-Reihe ist nun auch auf allen modernen Plattformen in HD spielbar. Und mit dabei sind einige Neuerungen und viele DLCs. Alle Teile der Trilogie spielen im „zerstörten Land von Dusk“–wenn das nicht schon dramatisch klingt.

Atelier (2)

Im ersten Teil Atelier Ayesha: The Alchemist of Dusk DX begleiten wir die junge Apothekerin Ayesha. Wir machen uns mit ihr auf die Reise, um ihre für tot gehaltene Schwester Nio zu finden, die wohl doch nicht so tot ist, wie es den Anschein hat. Auf der Reise lernen wir das Geheimnis um die „glühenden Blumen“ kennen. Um dieses Geheimnis zu lüften, und damit auch den Schlüssel für die Errettung der Schwester, ist es nun unsere Aufgabe, die hohe Kunst der Alchemie zu erlernen. Auf der Reise treffen wir Freunde und schließen neue Bekanntschaften, die uns sowohl unterstützen, aber auch selbst von einem Netz aus Geheimnissen umgeben sind.

Durch Haupt- und Nebenquests beauftragt, reisen wir durch das Land. Dies kostet jedoch wie auch in der Realität Zeit, hier sogar ganze Tage. Auch das Erstellen von Tränken und Items hat eine Herstellungszeit. Insgesamt stehen uns drei Jahre zur Verfügung, um die Alchemie zu meistern und Nio zu finden. Schaffen wir das nicht, ist die Schwester für immer aus dem Leben gerissen und wir haben das Spiel verloren.

Die Hauptaktivitäten neben der Story sind: Kräuter und Gegenstände beschaffen, Herstellen von Präparaten und Kämpfe gegen immer schwerer werdende Kreaturen, die uns das Sammeln von Materialien erschweren.

Atelier (3)

Der zweite Teil Atelier Escha und Logy: Alchemists of the Dusk Sky DX spielt etwa vier Jahre nachdem Ayesha ihre Reise beendet hat in einem Nachbarland. In diesem Teil können wir entweder in die Rolle des jungen Mädchens Escha Malier oder des jungen Alchemisten Logix Ficsario schlüpfen.

Escha ist ebenfalls Alchemistin, ein quirliger, lebensfroher Charakter, der zeitgleich mit Logix (im Spiel nur Logy genannt) in der staatlichen Abteilung für Entwicklung eingestellt wird. Logy hingegen wirkt im Gegensatz zu Escha zunächst ein wenig förmlich, steif und zurückhaltend, taut aber im Verlauf der Geschichte schnell auf. Die beiden wurden zunächst eingestellt, um das alltägliche Leben der Bevölkerung mithilfe der Alchemie zu verbessern, doch stellt sich schon bald heraus, dass es eigentlich darum geht, das Geheimnis von „Dusk“ zu lüften. Einem katastrophalen Ereignis, das zu einer Gefahr für alle werden kann. Während wir das tun, bauen wir die Forschungsabteilung immer weiter aus.

Bereits zu Beginn des Spiels treffen wir alte Bekannte. Gefährten, die uns bereits im ersten Teil treu zur Seite standen, schlüpfen auch in diesem Teil in die Rolle der zuverlässigen Begleiter.

Wie auch zuvor besteht ein Zeitlimit von drei Jahren, um die Hauptquest zu erledigen. Auch hier sind wir wieder darauf angewiesen, zu sammeln, Kreaturen, die uns das Leben schwer machen wollen, zu bekämpfen und schlussendlich die hart erkämpften Materialien mithilfe der Alchemie in Heiltränke, Waffen und weitere Gegenstände zu verwandeln.

Atelier (4)

Kommen wir noch zum dritten Teil unserer Reihe: Atelier Shallie: Alchemists of the Dusk Sea DX. Hier schlüpfen wir in die Rolle von Shallistera. Ein Mädchen auf der Suche nach dem Geheimnis von „Dusk“, um ihre Träume zu verwirklichen. Dabei trifft sie das ambitionierte Mädchen Shallotte. Während Shallistera eher ernst und verantwortungsbewusst erscheint, wirkt Shallotte dagegen freudig aufgedreht und handelt häufig eher, bevor sie denkt. Shallistera ist die Tochter des Führungsoberhauptes eines Schiffsklans ihrer Heimatstadt. Diese ist jedoch von einer schlimmen Dürre verwüstet worden. Nun sucht sie in einer fremden Stadt Hilfe. Shallotte dagegen besitzt ihr eigenes Atelier und jagt ihren Träumen hinterher: Sie will einmal zu den ganz „Großen“ gehören. Die beiden nehmen verschiedene Aufträge an, bei denen sie Stadtbewohnern helfen und ihre eigenen Ziele voranbringen.

Atelier (5)

Kampf gegen Eichhörnchen und ähnliches

Der Kampf in allen Spielen ist eine rundenbasierte Angelegenheit, bei der wir selbst jedoch dringend auf die Hilfe der Gefährtinnen angewiesen sind. Die Kämpfe sind schnelllebig, machen Spaß und im schlimmsten Fall, wenn man besiegt wird, landet das Team mit nur einem Lebenspunkt wieder auf der Weltkarte und kann erneut seiner Wege gehen, ohne weitere Verluste zu erleiden. Zusätzlich zu den Spezialangriffen jedes Charakters und Gegenständen wie Tränken und Bomben, die mit Alchemie synthetisiert werden, können sich die Teammitglieder im Kampf auch neu positionieren. Denn es gilt: Je näher der Feind, desto effektiver ist ein Angriff. Ein Teammitglied kann zudem in einem Angriff unterstützend eingreifen. Dies erfolgt über einen Tastendruck zur richtigen Zeit und bewirkt, dass dem ersten Angriff gleich ein weiterer folgt. Oder wir lassen einen Charakter den Schaden auf sich nehmen, um ein schwächeres Mitglied des Teams zu schützen. Insgesamt wirkt der Kampfmodus etwas altmodisch, aber die Animationen der Spezialangriffe machen dieses Manko wett.

Atelier (8)

Im Kampf, in der Alchemie und durch soziale Kontakte werden Erfahrungspunkte gesammelt, die unseren Charakter im Level aufsteigen lassen. Auf der Reise trifft man immer wieder neue Charaktere, von denen einige mitgenommen werden können. Es dürfen uns aber immer nur bis zu zwei Gefährten begleiten, die einem auch nur im Kampf zur Seite stehen. Damit die Gefahr, dass man Fortschritt in der Geschichte verliert, verringert wird, ist es im freien Spiel jederzeit möglich, zu speichern.

Davon abhängig, mit welchen Charakteren während der Reise eine Verbindung aufgebaut wird, verändert sich auch das Ende des Spiels.

Atelier (9)

In der Neuauflage wurden zwei Neuerungen eingeführt, die es ermöglichen, sich noch mehr von der Story in den Bann ziehen zu lassen. Das erste Feature ist der „fast forward battle“, mit dem man die Zeit in Kämpfen minimieren kann, indem die Kämpfe schneller werden. Das zweite ist, dass man während des Erkundens rennen und so interessante Orte schneller erreichen kann. Man schlendert nun nicht mehr im Bummeltempo durch die Welt, was sehr angenehm ist. Außerdem sind eine Vielzahl von DLCs in den Remakes bereits enthalten.

Atelier (10)

Die Darstellung eines JRPGs

Die lebhaften Figuren wurden vom japanischen Zeichner Hidari entworfen, dessen Werke von Konsolenspielen, über Mobilespiele bis zu Animes reichen. Sowohl Landschaft, als auch die Charaktere sind mit viel Liebe zum Detail erstellt und glänzen durch die Remakes jetzt auch mit einer hohen Auflösung.

Allerdings sind die Landschaften eher statisch. Orte, die man bereits besucht hat, ändern sich nicht mehr. Auch Charaktere bleiben über das Spiel hinweg gleich. Die spielbaren Charaktere, im ersten Teil also z. B. Ayesha, können wir wenig individuell verändern. Es stehen hier nur drei Outfits und ein wenig Haarschmuck zur Verfügung. In den folgenden Teilen wird dies jedoch besser. Die Bewegungsabläufe unseres Charakters sind angenehm sanft und flüssig.

Aktive Elemente, die zum Spielverlauf beitragen, sind in der Grafik zwar hervorgehoben, fallen aber nicht unangenehm auf. Einzig in den Story-Abschnitten kommt es ab und an zu einem Logikbruch. Charaktere verschlingen beispielsweise mit bloßen Händen Süßigkeiten, obwohl in der ganzen Szene keine zu sehen waren, oder eine Zigarette wird ohne Feuer entzündet, wobei die leere Hand eine Bewegung vollzieht, die an ein Feuerzeug erinnert – ein wenig surreal.

Atelier (11)

Die Charaktere sind alle in ihrem Wesen sehr eindrücklich dargestellt. Zumeist stellen sie unterschiedliche Stereotypen dar und sind weiblich. Die Bandbreite reicht von dem naiven Landmädchen, für das alles neu ist und das beschützt werden möchte, bis hin zu einem kaum gesprächigen Mädchen, das mit einem Breitschwert ihrer Bodyguard-Aufgabe nachkommt und sich ohne Furcht jedem in den Weg stellt.

Das aktuell betretene Gebiet ist durch unsichtbare Wände begrenzt, die zum Teil sehr unerwartet auftreten. Oder wir laufen gerade einen geraden Weg entlang, welcher noch einige Meter weiter verläuft, doch können wir urplötzlich nicht weitergehen, weil quasi aus dem Nichts eine Tür unseren Sprint verhindert. Diese müssen wir erst durchqueren, bevor wir den bereits vorher sichtbaren Weg weiterführen können.

Die Hintergrundmusik, deren Lautstärke man einstellen kann, ist aber trotzdem wenig abwechslungsreich und auf Dauer nervig.

Das Spiel ist nur auf Chinesisch, Japanisch und Englisch. Eine Vertonung gibt es sogar nur auf Japanisch. Die Dialoge können vorgelesen werden, oder man liest sie selbst. Die Story und Dialoge sind jedoch leicht verständlich.

Prinzipiell werden eher Themen von jungen Mädchen angesprochen – berufliche Entwicklung, Unsicherheit, Selbstvertrauen, Freundschaften, Verhältnis von Männern zu Frauen und Kontakt mit Alkohol, nicht zu vergessen Gefühlswelten, die von aufgedrehter Freude, über Trauer bis hin zur Eifersucht reichen.

Atelier (13)

Fazit

Die Trilogie ist eine gut gelungene Neuauflage geworden, mit den richtigen Neuerungen und Quality-of-Life-Changes. Es sind solide JRPGs mit allen zu erwartenden Elementen und Darstellungen.

Lediglich, dass der Spielverlauf in der Anfangsphase von sehr vielen Erklärungen, welche nach wenigen Minuten des Ausprobierens auch selbsterklärend gewesen wären, unterbrochen wird, und dass die Dialog-Szenen teilweise überlang sind und selbstständig durchgeklickt werden müssen, kann einem etwas an Freude nehmen.

Pro:
  • Schöne Neuauflage
  • Steuerung wird mit jedem Teil besser
  • Interessante Nebenquests
Contra:
  • Musik hat wenig Abwechslung
  • Stereotypsiche Rollenverteilung
  • Sehr viele Storysequenzen
Story
3 von 5 Buddies
Gameplay
4 von 5 Buddies
Grafik
3 von 5 Buddies
Sound
1 von 5 Buddies
Atmosphäre
4 von 5 Buddies

Spiel getestet auf: PC

Unsere Wertung:

6.0 / 10
Hat seit dem Gameboy jede Handheld-Generation ausgiebig genutzt. Es stehen vorallem Coop- und Multiplayer-Spiele hoch im Kurs.

Schreibe einen Kommentar:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentar absenden