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Hardware

CHERRY XTRFY K63W Pro Compact Ultra-Wideband im Test: schmal, aber breites Band

Von Tjark am 2. Oktober 2026.

Mit der XTRFY K63W Pro Compact bringt CHERRY eine Gaming-Tastatur auf den Markt, die gleich in mehreren Punkten neue Wege geht. Das beginnt beim ungewöhnlichen 70-Prozent-Format, setzt sich über die flache Bauweise mit Gasket-Mount fort und findet seinen größten Höhepunkt bei der verwendeten Ultra-Wideband-Technologie. Die K63W Pro ist laut CHERRY die erste Gaming-Tastatur des Herstellers mit UWB und erreicht damit sowohl kabellos als auch kabelgebunden eine Polling-Rate von 8000 Hz.

Doch hohe technische Werte allein machen noch keine gute Tastatur. Gerade bei einem Eingabegerät zählen schließlich das alltägliche Tippgefühl, die Bedienung und die Flexibilität. Und genau hier kann die K63W Pro überraschend viele Pluspunkte sammeln.

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Funktionen

Schon beim ersten Blick auf die K63W Pro fällt auf, wie viele Funktionen direkt über die Tastatur erreichbar sind. Zahlreiche Tasten lassen sich über Kombinationen mit der FN-Taste für zusätzliche Befehle nutzen. Beleuchtungseffekte, -Intensität und weitere Funktionen lassen sich dadurch direkt am Gerät bedienen, ohne dass zwingend eine Software installiert werden muss. Das ist besonders praktisch, wenn die Tastatur an unterschiedlichen Geräten verwendet werden soll. CHERRY stattet die K63W Pro zudem mit einem internen Speicher aus, sodass Einstellungen direkt auf der Tastatur hinterlegt werden können. Prinzipiell lässt sich sogar ein großer Teil der Konfiguration komplett ohne Software vornehmen. Das ist ein Ansatz, den wir ausdrücklich begrüßen. Leider hilft die mitgelieferte Anleitung dabei nicht besonders gut weiter. Wer sämtliche Möglichkeiten der Tastatur ausschöpfen möchte, muss sich die verschiedenen Tastenkombinationen daher zunächst selbst erschließen oder ausführlichere Versionen der Anleitung online abrufen.

Noch etwas komplizierter wird es bei den Mehrfachbelegungen. CHERRY bietet hier zahlreiche Möglichkeiten, Tasten abhängig von der Kombination unterschiedlich zu verwenden. Gerade die Möglichkeit, die Tasten im unteren rechten Bereich beispielsweise als normale Tasten oder als Pfeiltasten zu verwenden und über Mod Tap sogar mehrere Funktionen miteinander zu verbinden, ist interessant. Allerdings ist das System nicht immer intuitiv. Je nach Anwendung kann die Mehrfachbelegung sogar zunächst etwas störend sein. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit lässt sich damit aber gut arbeiten. Hier zeigt sich erneut, dass die K63W Pro zwar viel Flexibilität bietet, diese aber nicht unbedingt sofort selbsterklärend ist.

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Wer noch mehr aus der Tastatur herausholen möchte, kann außerdem auf die CHERRY Utility-Software und den Assistant zurückgreifen. Die Software erweitert die Möglichkeiten der Tastatur, ist allerdings insbesondere für Nutzer außerhalb von Windows ein kleiner Wermutstropfen. Während die Tastatur grundsätzlich mit Windows, macOS und Linux kompatibel ist, ist die Software nicht plattformübergreifend sondern nur auf Windows verfügbar.

UWB: Funktechnik mit Zukunft?

Das wohl spannendste Merkmal der K63W Pro ist zweifellos die Ultra-Wideband-Technologie. Anstatt auf das klassische 2,4-GHz-Funkband zu setzen, verwendet CHERRY eine eigene UWB-Verbindung im 6 bis 8-GHz-Bereich. Das soll eine besonders stabile und störungsarme Übertragung ermöglichen und gleichzeitig energieeffizienter arbeiten.

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In Verbindung mit einer Polling-Rate von 8000 Hz klingt das auf dem Papier beeindruckend. Gerade bei schnellen Spielen soll dadurch die Latenz möglichst gering gehalten werden. In der Praxis ist der entscheidende Vorteil für die meisten Spieler allerdings weniger spektakulär, als es die nackten Zahlen vermuten lassen. Eine moderne Gaming-Tastatur reagiert ohnehin sehr schnell. Wer jedoch Wert auf maximale Reaktionsgeschwindigkeit legt und gleichzeitig nicht auf eine kabellose Verbindung verzichten möchte, bekommt mit der K63W Pro eine technisch äußerst interessante Lösung.

Ein kleiner Haken ist allerdings die zusätzliche Hardware. Für UWB benötigt die Tastatur einen eigenen Dongle, der zum Lieferumfang gehört. Das ist angesichts der verwendeten Technologie nachvollziehbar, bedeutet aber auch, dass wir es hier nicht mit einer einfachen Bluetooth-Tastatur zu tun haben, die sich beliebig mit verschiedenen Geräten verbinden lässt. Noch interessanter ist der Blick auf die Zukunft. Aktuell ist die K63W Pro das erste UWB-Produkt von CHERRY in diesem Bereich. Cherry hat aber mit Sicherheit bereits weitere UWB-Peripherie in der Schublade. Sollte sich die Technologie weiter verbreiten, könnte die K63W Pro damit rückblickend ein durchaus wichtiger erster Schritt gewesen sein.

Tippgefühl und Design

Beim Tippgefühl geht CHERRY einen ungewöhnlichen Weg. Die K63W Pro ist eine Low-Profile-Tastatur, setzt aber gleichzeitig auf eine Gasket-Mount-Konstruktion. Dadurch entsteht ein weicheres und leicht federndes Tippgefühl, das man von einer derart flachen Tastatur zunächst nicht unbedingt erwarten würde. Die CHERRY MX LOW PROFILE 2.0 Switches arbeiten linear und fühlen sich angenehm sanft an. Dazu kommt die Gasket-Konstruktion, die den Anschlag etwas abfedert. Das Ergebnis ist ein ungewöhnlich weiches Bett unter den Tasten. Anfangs wirkt das etwas ungewohnt, nach kurzer Eingewöhnung macht das Tippen darauf allerdings ausgesprochen viel Spaß.

Auch akustisch gefällt uns die K63W Pro. Die Anschläge wirken nicht übermäßig hart oder klapprig, sondern angenehm gedämpft. Damit eignet sich die Tastatur nicht nur zum Spielen, sondern auch für längere Schreibarbeiten.

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Optisch bleibt CHERRY erfreulich zurückhaltend. Die schwarze Tastatur wirkt modern und hochwertig, ohne sich mit übertriebenen Gaming-Elementen aufzudrängen. Die RGB-Beleuchtung sorgt bei Bedarf für den typischen Gaming-Look und rundet das Erscheinungsbild gelungen ab. Durch das Low-Profile-Design fällt die K63W Pro zudem ausgesprochen flach aus. Mit 307 × 135 × 30 Millimetern bleibt sie kompakt auf dem Schreibtisch.

Besonders erfreulich ist, dass CHERRY auch eine deutsche Variante anbietet. Ein DE-Layout ist bei mechanischen Gaming-Tastaturen längst nicht selbstverständlich, insbesondere wenn man sich in diesem speziellen Segment aus kompakten Low-Profile-Modellen bewegt. Cherry bedient hier einen sehr speziellen Nischenmarkt, der mit der K63W Pro um einen guten Vertreter stärker wird.

Vielseitigkeit

Trotz ihrer kompakten Abmessungen ist die K63W Pro erstaunlich vielseitig. Sie kann kabelgebunden oder kabellos betrieben werden, bietet einen großen Funktionsumfang direkt über die Tastatur und verfügt über zahlreiche Möglichkeiten zur individuellen Belegung. Der 6000-mAh-Akku sorgt zudem für eine hohe Ausdauer. Je nach Einstellungen verspricht CHERRY bis zu 1100 Stunden Laufzeit.

Gerade die Kombination aus kompakter Bauweise und vollständiger F-Tastenreihe macht das Layout interessant. Man bekommt deutlich mehr Platz für die Maus, muss aber nicht komplett auf die Funktionstasten verzichten. Für Spieler, die mit einem kompakten Layout zurechtkommen, ist das ein sehr guter Kompromiss.

Die Kehrseite ist die bereits erwähnte Lernkurve. Die vielen Funktionen und Mehrfachbelegungen machen die Tastatur flexibel, sorgen aber gleichzeitig dafür, dass man sich zunächst mit der Bedienung auseinandersetzen muss. Hier hätte eine ausführlichere Anleitung einen großen Unterschied gemacht.

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Fazit

Die CHERRY XTRFY K63W Pro Compact Ultra-Wideband ist für mich fast die perfekte Tastatur. Sie kombiniert ein schickes und kompaktes Design mit einem hervorragenden Tippgefühl, einer starken technischen Ausstattung und einer spannenden neuen Funktechnologie und das alles als Low-Profile.

Vor allem die Kombination aus UWB, 8000 Hz Polling Rate und dem großen Akku macht die K63W Pro zu einem interessanten Produkt für anspruchsvolle Gamer. Gleichzeitig überzeugt die Gasket-Konstruktion auch beim normalen Schreiben. Das weiche Tippgefühl ist zunächst etwas ungewöhnlich, entwickelt sich nach kurzer Eingewöhnung aber zu einem echten Highlight. Auch die vielen direkt über die Tastatur erreichbaren Funktionen gefallen uns. Dass sich ein großer Teil der Einstellungen ohne zusätzliche Software vornehmen lässt, ist ein klarer Pluspunkt. Die unzureichende Anleitung und die teilweise wenig intuitive Mehrfachbelegung verhindern allerdings, dass die Bedienung von Anfang an perfekt funktioniert.

Das 70-Prozent-Layout dürfte ebenfalls nicht jedem gefallen. In Verbindung mit dem Low-Profile-Design und dem deutschen Layout wird der angesprochene Markt aber noch kleiner. Wer sich jedoch bewusst für eine kompakte Tastatur entscheidet oder genau diese Kriterien hat, erhält ein ausgesprochen gelungenes Gesamtpaket.

Die K63W Pro zeigt zudem eindrucksvoll, welches Potenzial UWB für Gaming-Peripherie besitzen könnte. Aktuell ist die Technologie aber noch ein Exot. CHERRY hat mit der K63W Pro aber einen interessanten ersten Schritt gemacht. Wenn künftig weitere UWB-Geräte folgen, könnte sich daraus ein spannendes Ökosystem entwickeln. Unterm Strich bleiben nur wenige echte Kritikpunkte. Die Eingewöhnung in die Mehrfachbelegungen braucht etwas Zeit. Wer diese kleinen Hürden überwunden hat, bekommt jedoch eine der interessantesten Low-Profile-Gaming-Tastaturen, die ich bislang ausprobieren konnte.

Pro:
  • Sehr angenehmes, weiches Tippgefühl
  • Kompaktes 70-Prozent-Format, mit DE-Layout
  • Schlankes Low-Profile-Design
  • Schicke und gut integrierte RGB-Beleuchtung
  • Vielseitig für Gaming und Schreiben einsetzbar
Contra:
  • Eingewöhnungszeit bei einigen Tastenkombinationen nötig
  • Zusätzliche Software nur für Windows erhältlich
Tippgefühl:
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Funktionsumfang:
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Akkulaufzeit:
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Verarbeitung:
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Tastenanordnung/-belegung:
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Unsere Wertung: 9.5 / 10
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Tjark

Tjark

Hat seit dem Gameboy jede Handheld-Generation ausgiebig genutzt. Es stehen vorallem Coop- und Multiplayer-Spiele hoch im Kurs.

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