

Demon Tides im Test: Teuflisch guter 3D-Platformer jetzt auf Steam
Fans von 3D-Plattformern sind heutzutage nicht mehr auf Nintendo und ihren schnauzbärtigen Latzhosen-Klempner angewiesen, um eine gute Zeit zu haben. Titel wie A Hat in Time oder Neon White werden von kleinen Teams aus Enthusiasten entwickelt, die genau wissen, wie sich ein Plattformer spielen soll. Eines dieser Enthusiasten-Teams ist Fabraz und ob ihr neuester Titel Demon Tides sich einen Namen machen kann, erfahrt ihr in unserem Test.

Beebz’ neustes Abenteuer
Demon Tides knüpft an die Handlung von Fabraz’ 2021 Titel Demon Turf an. Nachdem Protagonistin Beebz in diesem zur Königin der Dämonen gekürt wurde, bekommt sie eine sonderbare Botschaft aus einem fernen Land. Der König von Ragnars Rock behauptet in dieser, Beebz Vater zu sein und möchte sie persönlich kennenlernen. Da Beebz ihren Vater nicht kennt, wirft dies einige Fragen auf. So packt sie ihre Sachen und Freunde ein, um sich auf den Weg nach Ragnars Rock zu machen und herauszufinden, was es mit dieser ungewöhnlichen Nachricht auf sich hat. Jedoch wird kurz nach der Ankunft klar, dass die Dinge nicht so sind, wie sie zu sein scheinen.

Rollen und Flattern für Zahnräder
Demon Tides ist ein 3D-Plattformer, der sich bei seinen Movement-Mechaniken von 3D Mario-Titeln inspirieren lässt. Worin sich Beebz drastisch von Mario unterscheidet, sind nicht nur ihre Attitüde, sondern auch ihre Fähigkeit, sich als Dämonin in eine Schlange oder eine Fledermaus zu verwandeln. Die Schlangenform ist nützlich, um Geschwindigkeit in der Horizontalen aufzubauen, während die Fledermausform der kleinen Dämonin mehr Möglichkeiten in der Vertikalen eröffnet. Das ist von großem Vorteil, da es in Demon Tides eine Menge zu entdecken gibt.
Das Königreich Ragnars Rock ist auf einem Archipel gelegen, das sich nicht nur über das Meer, sondern auch über den freien Himmel erstreckt. Kleine Inselgruppen bieten hier verschiedene Herausforderungen für Beebz: Von Mini-Quests, über Sammel-Marathons, bis hin zu Zeitrennen ist alles dabei. Dabei lassen sich einzelne Inseln immer wieder neue Gameplay-Kniffe einfallen. Als Beispiel bröseln euch mal Plattformen direkt unter den Füßen weg, ein andermal wird in Blasen eingetaucht, die die Physik auf den Kopf stellen. In klassischer 3D-Mario-Manier werden mehrere Hindernisse in besonderen Herausforderungsleveln miteinander kombiniert, um eure Fertigkeiten im Umgang mit den Spielmechaniken zu testen. Ein weiterer Kniff der Herausforderungen: In der regulären Oberwelt kann Beebz überall einen Respawn-Punkt setzen, so entscheidet ihr selbst, von wo aus ihr nach einem Sturz startet. Diese Fähigkeit entfällt komplett in den Herausforderungen. Wer sich diesen erfolgreich stellt, bekommt einen Perk spendiert, mit dem sich die Fähigkeiten unserer Protagonistin individualisieren lassen. Alternativ finden wir kosmetische Items für unsere Heldin oder auch Zahnräder, die neue Abschnitte der Story und der Oberwelt eröffnen. In Sachen Gameplay macht Demon Tides eine gute Figur. Im Herzen jedes 3D-Platformers steht ein solides Movement-System und in dieser Hinsicht kann Fabraz abliefern. Beebz’ Steuerung ist schnell erlernt und kann später mit fortgeschrittenen Techniken und Combos ausgeweitet werden.

Zwischen Wind Waker und Jet Set Radio
Wo wir gerade bei der Oberwelt sind: Wir haben den Look und das Feel von Demon Tides sehr genossen. Fabraz hat einen cleanen, gut lesbaren Grafikstil gewählt, der uns im positiven Sinn an den cartoonigen Look von The Legend of Zelda: The Wind Waker erinnert. Angenehm fanden wir auch die Möglichkeit, fast überall in der Oberwelt Graffitis zu platzieren, die andere Spieler sehen und ergänzen können. So fühlt sich die Welt von Ragnars Rock noch ein wenig lebendiger an. Dazu kommt ein Soundtrack, der mehrere Genres wie Hip-Hop und Drum ’n’ Bass überbrückt und das Spielgeschehen immer treffend untermalt. Die Performance kann auch überzeugen. Demon Tides lief bei uns sauber auf einem Mittelklasse-PC auf höchsten Einstellungen, während wir sogar auf einem 8 Jahre alten Laptop brauchbare Bildraten mit angepassten Einstellungen erreichen konnten. Insgesamt macht die Präsentation einen guten Eindruck auf uns.

Fazit
Fabraz haben mit Demon Tides einen vielschichtigen, spaßigen 3D-Plattformer geschaffen, der sich fast mühelos zu den besten im Indie-Bereich zählen lassen kann. Spielmechaniken, Story, Sound und Optik bilden ein stimmiges Gesamtbild. Die Möglichkeiten zur Individualisierung haben wir ebenfalls sehr genossen. Wer auf der Suche nach einem guten 3D-Plattformer ist, kommt in diesem Jahr kaum an Demon Tides vorbei.
- Vielseitiges Gameplay
- Zugängliche Steuerung
- Ansprechende Cell Shading Optik
- Gelungener Soundtrack
- Möglichkeiten zur Individualisierung
- Vereinzelte Bugs
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Nic wurde in seiner frühen Jugend auf den Dopaminkick gefixt, den eine neue mediale Erfahrung mit sich bringt. Um diese Sucht zu befriedigen, sucht er im Bereich der Videospiele das Ungewöhnliche, Exzentrische und Abgehobene. Zu seinen Lieblingen zählen die Metal Gear Solid - Serie, Max Payne 3, Mirrors Edge, Hunt: Showdown und Hotline Miami.










