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Review

GeForce Now im Test: High-End-Gaming ohne High-End-Equipment 

Von Daniel Walter am 23. April 2026. Getestet auf Android. 7 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.
Cloud Gaming wird immer populärer und hat sich seit dem Scheitern von Google Stadia an anderer Stelle stetig weiterentwickelt. Mit GeForce Now ist Nvidia einer der führenden Anbieter für alle, die High-End-Leistung haben wollen, sich aber nicht genauer mit den technischen Spezifikationen eines PCs auseinandersetzen oder für die Anschaffung entsprechend tief in die Tasche greifen möchten. Wir haben GeForce Now genauer unter die Lupe genommen und teilen hier unsere Erfahrungen mit euch.

Deine Bibliotheken an jedem Ort

Anders als beispielsweise bei Amazon Luna ist im GeForce Abo kein Kontingent an Spielen enthalten, ihr bezahlt also nur für die Leistung des virtuellen Rigs. Dafür könnt ihr aber einfach eure Konten von Anbietern wie Steam, Epic Games, Ubisoft Connect, EA App, GOG oder Xbox PC mit dem Dienst verbinden und die Spiele, die ihr bereits besitzt, zum großen Teil via Cloud Gaming genießen. Insgesamt sind es aktuell über 5200 Spiele, die über GeForce Now spielbar sind und es kommen stetig neue hinzu. Die größte Schnittmenge an kompatiblen Spielen bringt sicherlich Steam mit, hier ist auch die Verknüpfung denkbar einfach. Ihr synchronisiert nach dem Hinzufügen eures Accounts einfach eure Bibliothek und es werden automatisch alle Spiele hinzugefügt, die über GFN gestreamt werden können. Bei anderen Anbietern ist es aktuell noch etwas komplizierter, sodass man bei Epic oder EA beispielsweise jedes einzelne Spiel manuell über GeForce Now suchen und hinzufügen muss. Da das ganze aber nur einmal notwendig ist, hält sich der zeitliche Aufwand insgesamt auch in Grenzen.
 
Während Epic Games auch eine recht große Anzahl an kompatiblen Spielen mitbringt, ist es bei Electronic Arts und auch bei GOG von der Auswahl her noch stark überschaubar, was nicht zuletzt wohl auch am Exklusivdeal mit Amazon hängt, wo Spiele wie EA Sports FC oder Madden gestreamt werden oder auch zahlreiche GOG-Titel aus der eigenen Bibliothek genutzt werden können. Über GeForce Now sind dagegen verschiedene Battlefields, Battlefront 2 oder auch das neue Dragon Age spielbar, ebenso wie Cyberpunk oder Witcher-Titel über GOG - insofern ihr sie besitzt natürlich. Da Amazon aber kürzlich auch eine Änderung der Strategie für Luna angekündigt hat und die Integration eigener Bibliotheken ab Sommer nicht mehr ermöglichen wird, besteht hier vielleicht auch Hoffnung auf weitere Titel von EA oder aus dem GOG-Store für das Angebot von GeForce Now

Über App oder Browser

GeForce Now kann, je nach Gerät, entweder über eine App oder direkt über den Browser genutzt werden. Die Oberfläche ist dabei äußerst intuitiv gehalten und bietet praktische Filter- und Suchfunktionen, um schnell zu den eigenen Spielen zu gelangen. Hinzu kommt die Möglichkeit, Titel als Favorit zu markieren, zum Beispiel, um sie später noch zu kaufen, oder auch, um die Preisentwicklung im Auge zu behalten. GeForce Now bringt nämlich praktische Markierungen mit, die uns auf einen Blick zeigen, wenn ein Spiel gerade im jeweiligen Store im Angebot oder auch mal kostenlos zu haben ist (zum Beispiel bei den Gratis Games von Epic). Die Auswahl an Endgeräten, auf denen wir GFN nutzen können, ist breit gefächert, und reicht von Tablets und Smartphones mit Android (eigene App) oder iOS (über den Safari Browser), über den Amazon Fire TV Stick und diverse Smart TVs bis hin zu VR-Brillen wie der Meta Quest oder Laptops, die fürs Gaming eigentlich zu schwach sind. 
 
Wir haben für den Test ein recht altes Samsung Galaxy Tab verwendet, das GeForce Now ohne Probleme handeln konnte. Einfach App herunterladen, Bluetooth-Controller verbinden und schon AAA-Titel wie Starfield, Battlefield 1, Fallout 76 oder Star Wars Battelfront 2 auf einem ganz gewöhnlichen Tablet zocken. Falls benötigt, hält das GFN-Interface auch eine Bildschirmtastatur sowie einen Touch-Controller bereit, die jederzeit zugeschaltet werden können. Die Latenz war dabei in den allermeisten Fällen komplett zu vernachlässigen, wenn man mal in der Wohnung im Funkloch sitzt, merkt man es aber natürlich sofort. Wir konnten auf jeden Fall selbst kompetitive Multiplayer-Shooter ohne Probleme streamen, ohne dass wir dabei spielerische Nachteile hatten. Unsere Internetanbindung ist mit 100 MBit im Standardbereich.
 
Ein Problem hatten wir dagegen manchmal: falls ein Spiel einmal crasht, wurden wir nicht immer zurück auf die Umgebung des jeweiligen Anbieters geleitet, um das Spiel einfach erneut zu starten. Hin und wieder hat uns GFN hier komplett heraus geworfen, sodass wir unser reserviertes Rig verloren haben und uns erneut in die Warteschleife stellen mussten, obwohl wir eigentlich noch Spielzeit hatten. Das kann natürlich zu hoch frequentierten Zeiten schonmal ärgerlich sein, zumindest, wenn man das Gratis-Angebot mit Warteschleife nutzt. Darüber hinaus haben wir GFN auch über den Browser der Meta Quest 3S ausprobiert und können auch hier nur Positives berichten. Sobald man einen in unserem Fall Xbox-Controller mit der VR-Brille verbunden und sich über den Browser eingeloggt hat, können wir in der virtuellen Umgebung auf einem großen Bildschirm mit zu vernachlässigender Lazenz das Spielestreaming genießen. Ab und an stellte sich die Quest beim Streamen allerdings leicht unscharf, was aber wohl eher an der Hardware als an GeForce Now gelegen hat. 

Für jeden das passende Modell

Je nach persönlichem Geschmack kann GeForce Now auf unterschiedliche Arten genossen werden. So steht eine komplett kostenlose, werbefinanzierte Variante zur Verfügung, die wirklich schon über beeindruckende Spezifikationen verfügt. Hier können wir Spielesessions von einer Stunde am Stück nutzen und dabei schon auf eine beachtliche Auswahl an Spielen zurückgreifen. Die diversen Werbeeinblendungen, während wir in der Warteschleife sind, sind dabei absolut in Ordnung. Wie lange wir warten müssen, bis wir spielen können, hängt stark vom Tag ab, es kann bei der Gratis-Variante aber durchaus mal passieren, dass man deutlich länger als die veranschlagten zwei Minuten warten muss oder an einem Abend auch mal gar nicht richtig rein kommt, weil einfach zu viel los ist. Immerhin ist dieses Modell aber auch komplett gratis. Sich nach Erreichen der Maximalzeit von einer Stunde noch einmal in die Warteschleife zu setzen, ist übrigens jederzeit möglich, dauert dann aber natürlich wieder entsprechend länger, bis man weiterspielen kann.
 
Wer es komfortabler will und zudem ein noch besseres PC-Rig nutzen möchte, kann sich für die Performance-Variante für rund zehn Euro im Monat entscheiden. Hier lockt nicht nur eine deutlich kürzere Wartezeit, sondern auch eine höhere Auflösung sowie eine noch größere Auswahl an kompatiblen Titeln. Per Premium Zugang lassen sich zum Beispiel dann auch hardwarehungrige Titel wie Cities Skylines 2, Inzoi oder neue, gerade erst veröffentlichte Games spielen, wie Windrose, Samson, Crimson Desert oder Resident Evil Requiem - vorausgesetzt ihr besitzt sie auf einer kompatiblen Plattform wie Steam. Sowohl die Gratis- als auch die Performance-Variante laufen übrigens auf maximal 60 FPS. Für ziemlich genau den doppelten Preis gibt es mit der Ultimate-Variante dann noch die Creme de la Creme. Hier steht uns nicht nur eine GeForce RTX 4080 mit 5K und 240 FPS zur Verfügung, sondern wir können uns auch gänzlich von nervigen Wartezeiten verabschieden. Die beiden Bezahlmodi bieten außerdem die Chance, Spiele nicht nur zu streamen, sondern weitere Titel auf dem virtuellen Rig zu installieren. Dadurch erweitert sich die Bibliothek noch einmal um weitere Spiele. Hierfür stehen pro Session 100 GB Speicher bereit, weitere dauerhafte Cloud Speicher Pakete können bei Bedarf separat gebucht werden. Bei Performance und Ultimate erweitert sich außerdem die maximale Dauer einer Spielesession auf sechs beziehungsweise acht Stunden am Stück, bevor wir ein weiteres Mal connecten müssen. 

Fazit

Als Konsolen-Nutzer versuche ich eigentlich, Gaming PCs so gut es geht zu vermeiden. Einige Titel sind aber schlichtweg nur auf dem Rechner verfügbar, andere sind für PC nunmal einfach deutlich günstiger. Außerdem ist für Multiplayer auf Konsolen immer noch ein Zusatzabo notwendig, das ich mir am PC sparen kann. Daher versuchte ich, mich mit dem Steam Deck sowie mit Amazon Luna, das es aktuell auch noch erlaubt, ausgewählte PC-Titel aus dem eigenen Besitz zu spielen, über Wasser zu halten. Beides kommt aber hier und da an seine Grenzen - das Steam Deck bei der Hardware, Luna bei der Auswahl an Titeln und in Zukunft auch bei der Integration eigener Bibliotheken. GeForce Now ist hier für mich die perfekte Alternative, da ich eine immense Anzahl an Spielen aus allen wichtigen Shops via Cloud spielen kann, am Smartphone, Tablet oder Smart-TV oder auch auf der VR-Brille, ohne mich mit den technischen Besonderheiten eines PCs auseinander setzen zu müssen. Wer sich für eine der beiden kostenpflichtigen Varianten entscheidet, erhält zudem bevorzugten Zugang zur Warteschleife und längere Gaming Sessions als bei der Gratis-Option, die allerdings perfekt zum Ausprobieren ist. In Sachen Performance konnte mich GeForce Now rundum überzeugen, ebenso wie mit dem Aufbau der App oder der schnellen und einfachen Anbindung an Steam. Bei den anderen Shops dürfte das Connecten noch etwas komfortabler vonstatten gehen, um nicht so viel manuell hinzufügen zu müssen. Dennoch kann ich GFN allen empfehlen, die PC-Spiele ohne potenten Rechner und ohne Schnickschnack einfach und bequem auf nahezu jedem 0/8/15-Gerät genießen möchten - in wirklich beeindruckender Qualität mit vernachlässigbarer Latenz.
Pro:
  • Alle wichtigen Shops können verbunden werden
  • Insgesamt über 5000 unterstützte Spiele
  • Zahlreiche supportete Geräte, von Smartphone, über Tablet bis Smart-TV oder VR-Brille
  • Möglichkeit der Installation bei Premium-Modellen
  • Sehr ordentliche Performance mit niedriger Latenz
  • Nach Sessionende ist jederzeit ein Reconnect möglich
  • Einfache Handhabung und Einrichtung
  • Übersichtliche Oberfläche
  • Bei Bedarf stehen Bildschirmtastatur und Touch-Controller bereit
  • Anzeige aktueller Rabatte bei jedem Spiel
  • Äußerst faire Gratis-Option zum Ausprobieren
Contra:
  • Gaming-Sessions auch bei Premium-Modellen zeitlich begrenzt
  • Hinzufügen von Spielen bei Epic oder EA etwas umständlich
  • Viele Titel der eigenen Bibliothek eventuell auch nicht nutzbar
  • Hin und wieder verliert man bei einem Spiele-Crash das reservierte Rig
Einrichtung:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Latenz:
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Kompatibilität:
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Spieleauswahl:
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Preis/Leistung:
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Unsere Wertung: 9.0 / 10
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Spiel getestet auf: Android

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Daniel Walter

Daniel Walter

Leidenschaftlicher Konsolenspieler, Steamdeck-Fan und VR-Enthusiast. Neben Klassikern wie Resident Evil, Knights of the Old Republic, Jedi Knight oder LA Noire gehören vor allem aufwendig inszenierte Singleplayer-Erlebnisse zum breit gefächerten Interessengebiet, wie The Last of Us, Uncharted, Days Gone oder Cyberpunk 2077. Aber auch große Open-World-Reihen wie Far Cry oder Assassin's Creed, Point and Click Adventures wie Black Mirror oder Larry sowie Sportspiele mit Fokus auf Tennis, Fußball oder Radsport flimmern regelmäßig über den Bildschirm.

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