

God of War Sons of Sparta Remake im Test: Überzeugt Kratos auch als Metroidvania?
Zur letzten State of Play überraschte Sony gleich mit mehreren Ankündigungen rund um die legendäre Reihe God of War. Während das Remake der ursprünglichen Trilogie noch auf sich warten lässt, erschien mit God of War Sons of Sparta plötzlich ein alter PSP-Ableger im neuen Gewand und der tanzte schon damals gehörig aus der Reihe.
Statt brachialem 3D-Action-Adventure gibt es hier 2D-Perspektive und Metroidvania-Struktur. Ein junger Kratos, verschachtelte Levelarchitektur, freischaltbare Fähigkeiten. Das klingt auf dem Papier spannend. Aber funktioniert das auch im Kosmos dieser sonst so wuchtigen Serie?

Wie alles begann
God of War Sons of Sparta setzt deutlich früher an als die meisten Serienteile. Statt eines vom Krieg gezeichneten Antihelden erleben wir einen jungen Kratos eingebettet in eine Rückblendenstruktur. In der Gegenwart erzählt der gealterte Spartaner seiner Tochter Calliope von seiner Jugend. Dieser erzählerische Rahmen funktioniert erstaunlich gut, weil er dem Geschehen eine gewisse Nachdenklichkeit verleiht.
Im Mittelpunkt steht eine Phase, in der Kratos gemeinsam mit seinem Bruder mitten in der militärischen Ausbildung steckt. Disziplin, Drill, Konkurrenzkampf.
Und genau hier setzt das Spiel an: Es erzählt nicht vom Gottesschlächter, sondern vom Jungen, der erst noch lernen muss, was Macht, Verantwortung und Verlust bedeuten.
Das ist erzählerisch ein spannender Ansatz. Denn man kennt das Ende dieser Entwicklung bereits. Man weiß, wozu dieser junge Mann einmal fähig sein wird. Dadurch bekommen selbst kleinere Dialoge und Konflikte eine zusätzliche Ebene. Jeder Ausbruch, jede hitzige Entscheidung wirkt wie ein Vorbote des späteren Zorns.
Die Inszenierung bleibt dabei insgesamt bodenständig. Keine epische Dauerdramaturgie, keine überbordende Tragödie im Minutentakt. Wer die emotionale Wucht der neueren Teile erwartet oder die Brutalität der ursprünglichen Trilogie, wird hier einen Gang zurückschalten müssen. Sons of Sparta erzählt etwas zurückhaltender.
Das heißt aber nicht, dass es belanglos bleibt. Gerade im letzten Drittel gewinnt die Geschichte an Fahrt. Charakterentwicklungen werden spannender, Beziehungen komplexer. Einige Wendungen kommen zwar nicht völlig überraschend, sind aber sauber vorbereitet und funktionieren im Kontext der Figuren. Man merkt, dass hier versucht wurde, mehr zu erzählen als nur eine reine Action-Rahmenhandlung.
Ganz großes Drama bleibt aus, aber langweilig wird es ebenfalls nicht. Die Geschichte trägt das Spiel solide, gibt Motivation für den nächsten Abschnitt und sorgt dafür, dass man nicht nur wegen der nächsten Fähigkeit oder des nächsten Bosses weiterspielt sondern auch wissen möchte, wie sich dieser junge, ungestüme Kratos weiterentwickelt.

Ungewohntes Terrain für die Serie
Der größte Bruch ist natürlich das Genre. Statt weitläufiger 3D-Areale bewegt sich Kratos nun durch verzweigte 2D-Welten. Neue Fähigkeiten öffnen neue Wege. Ein klassisches Metroidvania-Prinzip also.
Der Einstieg wirkt zunächst etwas zäh. Sowohl erzählerisch als auch spielerisch braucht das Spiel Zeit, um in Fahrt zu kommen. Doch sobald die ersten Fähigkeiten freigeschaltet sind und die Karte sich langsam verzahnt, entfaltet das Spiel seinen Rhythmus.
Die Kämpfe funktionieren überraschend gut. Ausweichen spielt eine zentrale Rolle … manchmal fast zu zentral. Wer das Timing beherrscht, kann viele Konfrontationen dominieren. Dennoch bleibt das Kampfsystem fordernd genug, um nicht in reine Button-Masherei abzurutschen.
Wichtig ist, Angriffsarten zu lesen: Welche Attacken lassen sich blocken? Welche müssen ausgewichen werden? Dieses System greift sauber ineinander und belohnt Lernbereitschaft.

Hat man den Flow einmal gefunden, trägt einen das Spiel angenehm durch seine Spielwelt. Das Progressionssystem sorgt zusätzlich für Motivation:
Kratos kämpft mit Speer und Schild, setzt sogenannte „Gaben des Olymp“ ein (mächtige göttliche Artefakte mit Spezialfähigkeiten) und beendet Gefechte mit brutalen Finishern. Waffen lassen sich verbessern, neue Fertigkeiten freischalten und der junge Spartaner wächst Stück für Stück über sich hinaus. Das fühlt sich stimmig an, wenn auch nicht revolutionär.
Auch beim Look geht man ungewohnte Wege Optisch schlägt God of War Sons of Sparta ebenfalls einen anderen Weg ein. Der comichafte Stil sorgt dafür, dass das Spiel erstaunlich gut gealtert ist und das Remake holt hier noch einmal spürbar mehr heraus.
Texturen sind schärfer, Animationen flüssig, Effekte sauber integriert. Auf der PS5 lief der Titel im Test absolut stabil. Keine Ruckler, keine nennenswerten Bugs. Technisch präsentiert sich das Spiel in einem sehr guten Zustand.
Auch der Soundtrack weiß zu gefallen. Episch, aber nicht übertrieben. Dramatisch, ohne sich in bombastischer Selbstinszenierung zu verlieren.
Ein kleiner Wermutstropfen sind die Synchronstimmen. Die Sprecher liefern zwar gute Arbeit ab, doch wenn Teenager mit sehr erwachsenen Stimmen sprechen, entsteht gelegentlich ein unfreiwillig komischer Moment. Daran gewöhnt man sich zwar, ganz rund wirkt es aber nicht immer.

Eine runde Sache also?
Technisch? Sauber. Spielerisch? Solide bis gut. Aber: Es fehlt der entscheidende Funke.
Was God of War Sons of Sparta manchmal vermissen lässt, ist echte Abwechslung. Neue Ideen, kreative Mechaniken, überraschende Momente. All das bleibt eher im Rahmen des Erwartbaren. Das Spiel macht Spaß, aber selten begeistert es wirklich.
Und genau hier liegt der Unterschied zu den großen Serienteilen: Dort bleibt etwas hängen. Hier bleibt eher ein nettes Gefühl und ein Hauch Nostalgie.
God of War Sons of Sparta funktioniert. Es läuft stabil, sieht gut aus, spielt sich rund und macht über weite Strecken genau das, was es soll. Doch genau darin liegt auch das Problem. Das Spiel bleibt fast durchgehend in seiner Komfortzone. Es wagt wenig, überrascht selten und setzt zu sehr auf bekannte Mechaniken, statt eigene Akzente zu setzen.
Die Spielwelt ist stimmig, aber selten wirklich außergewöhnlich. Die Kämpfe sind gut, aber nicht spektakulär. Der Fortschritt motiviert, aber entfacht kein Dauerfeuer an Begeisterung.

Fazit
God of War Sons of SpartaRemake ist ein solides Metroidvania mit einem interessanten Blick auf die Jugend eines ikonischen Charakters.
Technisch stark, spielerisch angenehm fordernd und erzählerisch ordentlich inszeniert aber ohne den ganz großen Wow-Moment.
Für Fans der Reihe und Liebhaber klassischer Metroidvanias ist es ein lohnenswerter Ausflug. Wer jedoch auf eine spielerische Revolution oder emotionale Wucht wie in den Hauptteilen hofft, wird hier nicht vollständig fündig.
Ein guter Titel. Kein Meisterwerk.
- Technisch ohne Mängel
- Story kann mit netten Wendungen und Charakterentwicklungen trumpfen
- Schwacher Start
- Mitunter seltsam gewählte Stimmen der Hauptcharaktere

Leidenschaftlicher Zocker, der irgendwo zwischen Shootern, Plattformern, Action-Adventures und arcadigen Sportspielen zuhause ist. Zu den Lieblingsreihen gehören Resident Evil, The Last Of Us, Call Of Duty und GTA.
YttjTnqDjILofGOSuKKnGB am 4. März 2026 um 13:03
xGaXhIDkKDtjpeHlyhSLxzuV
Antworten