Review

Grand Theft Auto V im Test: Lohnt sich ein erneuter Kauf?

Von Marvin Kolb am 12. April 2022
Publisher: Take 2 Interactive | Rockstar Games
Release: 17. September 2013
Genre: Action-Adventure
Entwickler: Rockstar North
Verfügbar für: PC | PS4 | PS5 | Xbox One | Xbox Series S/X
USK Altersfreigabe: 18

GTA 5 feiert dieses Jahr seinen neunten Geburtstag. Damit das Spiel auch auf der neuesten Konsolengeneration relevant bleibt, gibt es nun für Xbox Series S/X und PlayStation 5 eine Next-Gen-Version. Was ändert sich also zur letzten Version des Spiels und lohnt es sich, für diese Änderungen Geld auszugeben?

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Was ist denn jetzt neu?

Inhaltlich leider rein gar nichts.

Technisch sind hier einige sehr sinnige Neuerungen, die das Spiel auf die neue Konsolengeneration anpassen sollen. Immersives 3D Audio, bessere Grafik, natives 4K, HDR Einstellungen, stark verkürzte Ladezeiten, Raytracing, Bewegungsunschärfe und neue Grafikmodi. Im Leistungsmodus gibt es hochgerechnete 4K-Auflösung und fast konstant 60 Bilder pro Sekunde. Der Wiedergabetreue-Modus hingegen bietet höchste Grafikqualität samt Raytracing. Allerdings werden hier nicht immer die 60 FPS gehalten. Der RT-Modus bietet eine Mischform aus beiden Modi. Für mich hat sich der RT-Modus als der angenehmste erwiesen, weil die Bildrate doch nur sehr selten merklich abgesackt ist.

Zudem gibt es für PlayStation 5 Spieler haptisches Feedback durch die gute Einbindung des DualShock Controllers. Die Speicherdaten für den Story Modus wie auch für GTA Online können übertragen werden.

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Der Storymodus: In die Jahre gekommen, aber noch immer perfekt

Eines vorweg: Ich liebe den Story Modus von GTA 5. Er ist für mich noch immer das Kernstück des Spiels und ich habe (fast) jede einzelne Mission nun zum dritten Mal genossen. Bei all den skurrilen Charakteren, den tollen Dialogen und der perfekt erzählten Story gibt es wirklich nichts auszusetzen. Dieses Game hat Maßstäbe gesetzt und spielt sich noch heute unglaublich gut!

Hier und da merkt man, dass das Spiel langsam in die Jahre kommt. Bissige Sozialkritik war ja immer eines der Markenzeichen von GTA. Wenn dann aber die angesprochenen Themen so veraltet sind wie die im Spiel versteckte Kritik an Facebook, dann wünscht man sich doch umso sehnlicher einen neuen Teil der Serie, der sich mit den aktuellen Geschehnissen und unserem momentanen Zeitgeist auseinandersetzt. Angriffsfläche bietet unsere Lebenswelt aktuell ja mehr als genug.

Im Story Modus kommen vor allem die technischen Verbesserungen wirklich zum Tragen. Die stark verkürzten Ladezeiten machen das Spielerlebnis wirklich sehr viel angenehmer und auch die Optik kann sich sehen lassen. Der Kombinations Modus aus stabiler Leistung und toller Grafik erlaubt eine optisch aufgebohrte Version des Spiels, die nur ganz selten merkliche Einbrüche in der Framerate erkennen lässt. Bei Wiedergabetreue und Leistung muss man also kaum Abstriche machen. Die native 4K-Auflösung sieht super aus und auch die HDR Optionen dürfen nicht fehlen. Das Raytracing ist natürlich nicht auf dem neuesten Stand der Technik, aber GTA 5 sieht in der neuesten Version doch wirklich sehr gut aus für ein Spiel, das fast eine Dekade alt ist.

Auch die Open World wirkt belebter, was die Spielwelt etwas interessanter macht. Es ist deutlich mehr los auf den Straßen von Los Santos. Auch das 3D Audio-Erlebnis wurde gut umgesetzt und trägt noch mal positiv zum neuen Gesamtbild bei.

Für den Story Modus lautet das Fazit also: Die Neuerungen sind großartig umgesetzt, bereichern das Spiel und hier gibt es wirklich nichts zu meckern.

GTA Online: leichter Einstieg, schnelle Abnutzung 

Mit GTA Online werde ich auch auf dieser Konsolengeneration nicht warm. Positiv ist immerhin, dass Spielern jetzt der Einstieg erleichtert wird. Sowohl durch einen gekürzten und verbesserten Einstieg als auch durch eine ordentliche Finanzspritze zu Beginn der virtuellen Gangsterkarriere.

Dabei wirkt GTA Online auf dem Papier recht spannend: Es soll ein Gangster-Avatar erstellt werden, mit dem man in der Welt von GTA Online eine Karriere wählt, sich durch Heists und Rennen und ähnliche Events Geld verdient, mit Freunden kooperiert und unzählige Freiheiten genießen kann.

Klingt cool, ist dann aber in der Umsetzung todlangweilig. Für mich fühlen sich 95 Prozent der Missionen und Aktivitäten schnell nach nervigem Grind an. Die Dinge, die es dann für das erspielte Geld zu kaufen gibt, sind den Aufwand selten wert und oft wird man während der eigenen Streifzüge von Spielern über den Haufen gerannt, geschossen oder gefahren, die wahrscheinlich jahrelang durch GTA Online streifen und rein gar nichts mehr zu tun finden oder einfach nur anderen Spielern auf die Nerven gehen wollen.

Monatsabos und stolze Preise für Upgrades

Rockstar Fans müssen aktuell sehr häufig tief in die Tasche greifen. Was man dabei für das sauer verdiente Geld bekommt, scheint nur wenigen zu gefallen. Zumindest häufen sich aktuell auf einigen Plattformen die negativen Kritiken zur aktuellen GTA 5 Version. Warum? Vielen Fans sind die Verbesserungen einfach zu wenig, um dafür ein weiteres Mal Geld hinblättern zu müssen. Neuen Content muss man nämlich mit der Lupe suchen. Der Story Mode bleibt davon sogar komplett verschont. Ob man dann ein drittes Mal Geld ausgeben will für das Spiel, bleibt jedem selbst überlassen.

Die größte Frechheit allerdings wurde dann erst einige Tage nach Release offenbart: die Next-Gen Versionen von GTA Online bieten euch nun die Möglichkeit, für den stolzen Preis von 5,99 Euro pro Monat (!) VIP-Vorteile für das Spiel freizuschalten. Kaufargument sollen dann wohl die 500.000 GTA Dollar monatlich sein.

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Fazit

Die neueste Version von GTA 5 ist Gott sei Dank kein Debakel wie die GTA: The Trilogy – Definitive Edition. Die verkürzten Ladezeiten, die schönere Optik und die belebtere Umgebung gefallen mir sehr. Auch Sound und die Einbindung des Dual Sense Controllers können überzeugen.

Da mich GTA Online aber nicht so richtig überzeugen will, hätte ich mich weit mehr darüber gefreut, wenn Rockstar ihre Energie in einen neuen Teil der Serie gesteckt hätten, anstatt ein weiteres Mal für ein neun Jahre altes Spiel zur Kasse zu bitten. Für mich ist der Story Modus das Kernstück des Spiels und den kennt man dann irgendwann doch auswendig.

Als Konsolenspieler wird man nun für GTA 5 zum dritten Mal zur Kasse gebeten. Ich persönlich hatte das Spiel auf Xbox 360, PlayStation 4 und jetzt eben auf der PlayStation 5. Dabei sind mir die Neuerungen etwas zu wenig für den stolzen Preis. Ein Next-Gen Update sollte eigentlich nach fast einem Jahrzehnt Treue zum Spiel kostenfrei sein. Dass Rockstar allerdings hier jedem Cent nachrennt, passt in das aktuelle Gesamtbild.

GTA Online finde ich wegen Pay-to-win-Mechaniken und gähnend langweiligem Grind, aber auch aufgrund nerviger Mitspieler zum Einschlafen.

Nach der wirklich miserablen Definitive Trilogy, dem frechen monatlichen Abodienst für GTA Online und dem fast einem Jahrzehnt Warten auf GTA 6 bleibt bei der neuesten Version von GTA 5 der leichte Beigeschmack der Abzocke, auch wenn das Next-Gen Update das Spiel würdig auf die aktuelle Konsolengeneration hebt.

Pro:
  • Noch immer eine der coolsten Storys der letzten Jahre
  • Sehr viel kürzere Ladezeiten
  • Bessere Grafik bei besserer Leistung
Contra:
  • Keine inhaltlichen Neuerungen
  • Happiger Preis für ein Update
Story
5 von 5 Buddies
Gameplay
4 von 5 Buddies
Grafik
4 von 5 Buddies
Sound
4 von 5 Buddies
Atmosphäre
5 von 5 Buddies

Spiel getestet auf: PS5

Unsere Wertung:

8.5 / 10
Leidenschaftlicher Zocker, der irgendwo zwischen Shootern, Plattformern, Action-Adventures und arcadigen Sportspielen zuhause ist. Zu den Lieblingsreihen gehören Resident Evil, The Last Of Us, Call Of Duty und GTA.

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