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Graveyard Keeper 2Graveyard Keeper 2
Review

Graveyard Keeper 2 im Test: Wenn der Tod zur Nebenbeschäftigung wird

Von Dominik Probst am 5. Oktober 2026. Getestet auf PC. 5 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

Lazy Bear Games hatte mit dem ersten Graveyard Keeper einen echten Sleeper-Hit gelandet: eine morbide Mischung aus Friedhofsverwaltung, Crafting und schwarzem Humor, die kaum jemand kommen sah, bei der aber erstaunlich viele hängengeblieben sind. Der Nachfolger hat entsprechend große Fußstapfen zu füllen, und die Ansage an sich selbst ist eindeutig: mehr Umfang, mehr Systeme, mehr Zombies. Wir sind ohne Vorwissen aus Teil 1 eingestiegen und haben mittlerweile sehr viele Stunden auf dem Friedhof verbracht, weit genug, um sagen zu können, wo das Spiel trägt und wo es anfängt, sich selbst im Weg zu stehen.

Denn Graveyard Keeper 2 will wirklich viel gleichzeitig sein: Aufbau-Sim, Wirtschaftssimulator, Handwerksspiel und mittlerweile auch taktische Zombie-Abwehr. Dass daraus kein Chaos wird, ist schon eine Leistung. Ob daraus aber auch durchgehend Spaß statt Fleißarbeit wird, das schauen wir uns jetzt an.

Zwischen Grabschaufel, Werkbank und Ladentheke

Was Graveyard Keeper 2 an Umfang bietet, ist fast schon unverschämt. Man verwaltet nicht einfach nur einen Friedhof, sondern betreibt nebenbei Landwirtschaft, brennt Alkohol, schmiedet Ausrüstung, führt Handel mit dem nahen Dorf und hält irgendwann auch noch eine kleine Zombie-Belegschaft am Laufen, die einem die gröbste Arbeit abnimmt. Wer gerne von einer Aufgabe zur nächsten hüpft, ohne dass eine davon sich wie Pflichtprogramm anfühlt, findet hier ziemlich viel Futter.

Und genau das ist die große Stärke des Spiels. Es gibt selten das Gefühl, gerade nichts zu tun zu haben, weil immer irgendwo eine Leiche auf Bestattung wartet, ein Rezept auf Zutaten wartet oder ein Dorfbewohner ein Problem hat, das sich hervorragend monetarisieren lässt. Die Systeme greifen dabei clever ineinander: Was man auf dem Friedhof produziert, braucht man in der Werkstatt, was man in der Werkstatt herstellt, verkauft man im Dorf, und was man im Dorf verdient, steckt man wieder in neue Ausrüstung oder Gebäude. Ein Kreislauf, der sich nie ganz abgeschlossen anfühlt, was hier definitiv positiv gemeint ist.

Zombies als Belegschaft, nicht nur als Gegner

Die größte Neuerung gegenüber dem Original ist das ausgebaute Kampf- und Verteidigungssystem. Statt Zombies nur als Ressource oder Gag zu behandeln, muss man sich jetzt auch handfest gegen sie zur Wehr setzen, während man gleichzeitig versucht, das Dorf drumherum wieder aufzubauen. Klingt nach viel zusätzlicher Komplexität, spielt sich aber überraschend eingängig.

Das Kampfsystem ist bewusst zugänglich gehalten. Es fordert einen, ohne einen zu überfordern, und genau diese Balance ist es, die es so angenehm macht. Man muss sich nicht stundenlang mit Skilltrees oder komplizierten Kombosystemen auseinandersetzen, um seine Verteidigung erfolgreich zu verteidigen. Stattdessen bekommt man ein solides, angenehm simples Kampfgerüst, das sich gut in den Rest des Spiels einfügt, statt wie ein aufgesetzter Fremdkörper zu wirken. Dazu passt, dass man einen Teil der Zombie-Population direkt für die eigene Automation rekrutieren kann, was dem morbiden Grundhumor der Reihe noch eine zusätzliche Ebene verpasst.

Wenn das Menü zum zweiten Spielfeld wird

So viel Lob es für den Umfang gibt, so deutlich zeigt sich nach vielen Spielstunden auch die Kehrseite. Das Aufleveln der einzelnen Bereiche, sei es Handwerk, Landwirtschaft oder Handel, zieht sich streckenweise spürbar. Man merkt, dass hinter jedem Fortschritt ein Skillpunkte-System mit vielen kleinen Voraussetzungen steckt, und um herauszufinden, was man als Nächstes braucht, wechselt man ständig zwischen Menü und Spielwelt hin und her.

Das ist per se kein Design-Fehler, viele Management-Spiele leben von genau dieser Art Optimierung. Bei Graveyard Keeper 2 kippt es aber irgendwann von angenehmer Feinabstimmung in spürbare Umständlichkeit. Statt einfach weiterzuspielen und nebenbei Fortschritt zu machen, checkt man immer wieder aktiv nach, welches Rezept, welches Gebäude oder welcher Skillpunkt gerade der Flaschenhals ist. Auf Dauer bremst das den ansonsten guten Spielfluss spürbar aus.

Der Humor, der alles zusammenhält

Was über diese längeren Durststrecken hinweghilft, ist der Humor. Graveyard Keeper 2 nimmt sich selbst nie zu ernst, und genau das braucht ein Spiel, in dem man routinemäßig Leichen zerlegt und den Friedhof wie einen kleinen Betrieb optimiert. Die Dialoge sind pointiert, die Situationskomik stimmt, und selbst wiederkehrende Aufgaben werden durch den trockenen, leicht morbiden Ton immer wieder aufgelockert.

Diese Tonalität ist es letztlich auch, die den Spagat zwischen Management-Grind und Unterhaltung zusammenhält. Ohne den Humor würde sich der Skillpunkte-Loop deutlich zäher anfühlen, mit ihm bleibt selbst die x-te Runde Zutaten sammeln angenehm.

Wie viel Stardew Valley steckt drin?

Der Vergleich mit Stardew Valley liegt nahe, hält aber nur bedingt. Beide Spiele leben von Aufbau, Ressourcenmanagement und einem gewissen Grinding-Faktor, doch die Grundstimmung ist eine völlig andere. Stardew Valley ist entspannt, pastellfarben und lässt einen jederzeit in seinem eigenen Tempo spielen. Graveyard Keeper 2 ist deutlich systemlastiger, morbider und verlangt durch die neuen Kampf- und Verteidigungsmechaniken auch mehr aktive Aufmerksamkeit.

Wer Stardew Valley wegen seiner Idylle mag, wird mit Graveyard Keeper 2 also nicht eins zu eins glücklich. Wer dagegen den Aufbau-Loop schätzt, aber gerne etwas mehr System-Tiefe und schwarzen Humor dazu hätte, ist hier deutlich besser aufgehoben.

Fazit

Ich hatte über meine gesamte Spielzeit hinweg viel Spaß mit Graveyard Keeper 2, auch wenn ich zwischendurch mehrfach kurz davor war, die Zutatenliste eines Rezepts an die Wand zu klatschen. Der Umfang ist beeindruckend, die neuen Kampf- und Verteidigungssysteme sind eine sinnvolle Erweiterung, und der Humor trägt das Spiel auch über die zäheren Phasen. Gleichzeitig hätte mir ein spürbar gestrafftes Progressionssystem die Erfahrung deutlich angenehmer gemacht. Für Fans von Management-Tiefe mit morbidem Anstrich ist das hier trotzdem eine klare Empfehlung, für alle, die lieber entspannt vor sich hin bauen wollen, eher weniger.

Pro:
  • Riesiger, gut ineinandergreifender Umfang aus Aufbau, Handwerk und Handel
  • Neues Kampf- und Verteidigungssystem, das fordert, ohne zu überfordern
  • Zombies lassen sich sinnvoll in die eigene Automation einbinden
  • Konstant morbider, gut getroffener Humor
  • Keine spürbaren Bugs oder technischen Probleme im Test
  • Systeme greifen thematisch stimmig ineinander statt sich zu widersprechen
Contra:
  • Progression zieht sich streckenweise spürbar
  • Häufiges Springen zwischen Menü und Spielwelt, um Skillpunkt-Voraussetzungen zu prüfen
  • Einstieg für Neulinge ohne Teil 1 anfangs etwas unübersichtlich
Story:
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Gameplay:
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Grafik:
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Atmosphäre:
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Langzeitmotivation:
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Unsere Wertung: 7.5 / 10
Spiel getestet auf: PC

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Dominik Probst

Dominik Probst

Webentwickler, Technik-Nerd und Gamer aus Leidenschaft seit der Kindheit, mit einem Faible für die komplette The Legend of Zelda- und Halo-Reihe. Dazu fast keine Konsolengeneration ausgelassen und auch sehr interessiert an Indie-Games.

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