Review

Insurmountable im Test: Schaffen wir es, den Berg zu erklimmen?

Von Dominik Probst am 2. Juni 2021
Publisher: ByteRockers' Games
Release: 29. Apr. 2021
Genre: Adventure | Strategie
Entwickler: ByteRockers' Games
Verfügbar für: PC
USK Altersfreigabe: ausstehend

Insurmountable, ein Spiel, dessen Name übersetzt unüberwindbar bedeutet, dreht sich ganz und gar um das Abenteuer Bergsteigen. Alleine erklimmen wir verschiedene Berge, müssen dabei mit Ressourcen haushalten und uns trotzende Gefahren überwinden. Ob wir diesen Trip überstehen, finden wir im Test heraus.

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Ein Berg, uns zu knechten

Zu Beginn unseres Abenteuers stehen uns drei verschiedene Charaktere zur Wahl: Die Abenteurerin, der Wissenschaftler und der Journalist. Diese unterscheiden sich natürlich in der Optik, aber auch in den mitgebrachten Gegenständen und den erlernten Fähigkeiten. Zu den Items gehören Zelte, Thermosflaschen oder Handschuhe. Letztere bringen uns Vorteile im Überleben unter harten Bedingungen. Ist diese Entscheidung getroffen, muss ein Schwierigkeitsgrad ausgewählt werden. Zunächst steht uns nur Normal zu Verfügung. Haben wir diesen Schwierigkeitsgrad gemeistert, dürfen wir uns an Schwierig heranwagen und am Ende dann an Insurmountable. Je schwerer, desto mehr Ressourcen benötigen wir beim Klettern und umso größer sind die Einwirkungen des Wetters auf uns und auch die Todeszone, die ab 6.000 Meter Höhe beginnt, bringt uns schneller zu Fall.

Danach wählen wir noch einen von drei verschiedenen Bergen. Auch hier ist wieder nur einer freigeschaltet und die anderen sind wählbar, sofern wir erfolgreich sind. Eine letzte Entscheidung muss dann noch gefällt werden: Welche der drei Routen wollen wir gehen? Diese variieren in den Umwelteinflüssen, wie bitterkalte Nächte, schwere Stürme oder aber raue Umgebungen. Sie bringen aber auch Vorteile mit sich, wie beispielsweise guter Halt auf eisigen Flächen oder Felsen, oder auch viele Entdeckungen auf dem Weg. Als Beginner wählten wir einfach immer bei allen Entscheidungen die erste Variante, da uns zu diesem Zeitpunkt das Gameplay noch unbekannt war. Neue Spieler sollten vielleicht einfach direkt in das Spiel geschmissen werden, anstatt so viele Entscheidungen, die sie nicht einschätzen können, treffen zu müssen.

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Lasset die Klettertour beginnen

Haben wir uns entschieden, geht es direkt los mit der Klettertour. Die komplette begehbare Spielwelt ist in Hextiles aufgeteilt, also sechseckige-Flächen. Von oben herab steuern wir unseren Charakter durch unterschiedlichstes Terrain. Dabei können wir jeglichen Zug vorher planen und sehen die Auswirkungen auf unseren Akteur. Müssen wir viel klettern, wird unsere Energie relativ zeitig ausgehen. Je höher wir klettern, desto kälter wird es auch. Daher lohnt sich ein Blick auf die Körpertemperatur. Durch verschiedene Events und natürlich auch dem Anstieg an sich, verlieren wir mit der Zeit Geisteskraft. Sauerstoff ist auch eine Ressource, die vor allem in der Todeszone ab 6.000 Meter Mangelware ist. Auch die Tageszeit, also die Dauer unseres Zuges, muss im Blick behalten werden. Tagsüber lässt es sich natürlich etwas leichter klettern, da mehr Licht vorhanden ist und es wärmer ist.

Haben wir das alles in unserer Zugplanung berücksichtigt, können wir unseren Charakter losschicken, immer mit dem Ziel vor Augen: Dem Gipfel. Wie schon erwähnt, gibt es verschiedene Events im Spiel. Diese werden per Icon oberhalb eines Feldes angezeigt. Zum einen finden wir dort nützliche Gegenstände, wie Zelte, Heilkräuter oder Ausrüstung, zum anderen können positive, aber auch negative, Effekte auftreten. Mal treffen wir auf ein benutztes Camp, das durchsucht werden kann, mal finden wir eine Höhle, die zum Durchsuchen einlädt. Dass kann für uns gut oder schlecht enden. Vielleicht lauert ja ein Tier darin, in dessen Territorium wir eindringen? Die Entscheidung muss wohl überlegt sein und der Situation angepasst werden.

Jegliche Events bringen uns Erfahrungspunkte. Steigen wir ein Level auf, darf sich eine neue Fähigkeit zu unseren bekannten gesellen. Diese sind aufgeteilt in aktive und passive Fähigkeiten. Passive bringen uns beispielsweise einen Bonus auf das Sammeln von Erfahrungspunkten in bestimmten Situation oder verringern den Malus in anderen Events. Die aktiven Fähigkeiten bringen uns einen kurzfristigen Schub, der beispielsweise die benötigte Energie auf bestimmtem Terrain verringert. Nach einer Abklingzeit können wir diesen Skill auch wieder nutzen.

Ist der Gipfel das Ziel?

Mit all der Theorie im Hinterkopf ist die Praxis doch relativ einfach zu meistern. Falsch gedacht! Insurmountable scheint auf den ersten Blick vielleicht relativ simpel und leicht, stellt sich aber, selbst auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad, als hartes Spiel heraus. Ständig steht man vor der Entscheidung, ob es sich lohnt, ein weiteres Event anzustoßen, um mit etwas Glück Vorteile daraus zu ergattern, oder, ob es nicht doch besser wäre, lieber näher Richtung Gipfel vorzudringen. Jede Entscheidung kann eine falsche gewesen sein. Was noch dazu kommt, ist, dass der Gipfel nicht das Ende unseres Runs ist. Oben angekommen, müssen wir auch Teile des Weges wieder nach unten! Denn unser Run besteht aus den drei Bergen, die jeder Schwierigkeitsgrad enthält. Daher ist es umso wichtiger, die richtigen Fähigkeiten, egal ob aktiv oder passiv, auszuwählen und ein gutes Ressourcenmanagement an den Tag zu legen.

Nichtsdestotrotz zieht uns Insurmountable in seinen Bann. Die Möglichkeit, den eigenen Weg zu planen, hilft enorm, Ressourcen zu sparen und verschiedene Wege zu evaluieren. Vielleicht lohnt sich ja der riskante Weg eine Eiswand hinaufzuklettern anstatt einen halben Tag Umweg zu laufen, nur, damit wir nicht eventuell abstürzen?

Zu unserem Klettertrip passt natürlich auch die optische Darstellung. Am Fuße des Berges ist alles noch sehr grün und mit Bäumen gespickt. Je höher wir das Massiv erklimmen, desto kahler, steiler und eisiger wird es. Hier wird mehr mit Schnee und Eis gespielt, als Stein und Boden. Auch die Partikeleffekte sind gut in Szene gesetzt. Sollte es schneien, sieht man fast die Hand vor Augen nicht. Überall weht der Wind um uns her und wirbelt den Schnee mit sich herum. Damit kommt die Bedrohlichkeit und die Einsamkeit auf dem Berg mehr und mehr heraus. Gepaart mit einer unheimlichen Düsterkeit in der Nacht, wird das Setting auch hier nochmal unterstrichen. Der dezent genutzte Soundtrack und die Naturgeräusche spielen hier dem gesamten Konzept ebenfalls in die Karten.

Fazit

Insurmountable ist ein wirklich spannendes und forderndes Spiel, das uns eine gute Portion strategischer Planung und ein durchdachtes Ressourcenmanagement abverlangt. Ansonsten ist unsere Klettertour an den steilen Wänden des Berges relativ schnell vorbei. Diese ständige Knappheit der Ressourcen, die kalte und tückische Atmosphäre des Terrains und das Lauern des Todes hinter jeder Ecke rundet für mich das Setting des Spiels ab. Ich fühlte mich direkt mit hineingezogen und geriet leicht in Panik, als mein erster Durchlauf fast in die Hose ging. Kurz vor dem Gipfel ging mir der Sauerstoff aus und nur mit Ach und Krach habe ich die Todeszone verlassen können. Nicht ohne Folgen, denn der zweite Anstieg war so nicht mehr möglich. Die nächsten Runs liefen dann natürlich besser und machten, auchdurch mehr Erfahrung und Planung, viel mehr Spaß. Deswegen kann ich Insurmountable jedem Strategen empfehlen, auch wenn man zum Klettern beziehungsweise Bergsteigen wenig Bezug haben sollte.

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Pro:
  • Tolle Atmosphäre
  • Drei verschiedene Schwierigkeitsgrade
  • Planung der Spielzüge
  • Verschiedene Wege, den Gipfel zu erklimmen
Contra:
  • Hoher Schwierigkeitsgrad
  • Zu viele Entscheidungen direkt am Anfang (für Beginner)
Gameplay
3 von 5 Buddies
Grafik
4 von 5 Buddies
Sound
3 von 5 Buddies
Atmosphäre
5 von 5 Buddies
Survivalfaktor
5 von 5 Buddies

Spiel getestet auf: PC

Unsere Wertung:

8.0 / 10
Webentwickler, Technik-Nerd und Gamer aus Leidenschaft seit meiner Kindheit, mit einem Faible für die komplette "The Legend of Zelda"- und "Halo"-Reihe. Dazu fast keine Konsolengeneration ausgelassen und auch sehr interessiert an Indie-Games.

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