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NHL 27NHL 27
Review

NHL 27 im Test: Die neue Saison auf dem Prüfstand

Von Daniel Walter am 11. September 2026. Getestet auf PS5. 9 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

Nach dem Football-Segment legt EA Sports mit NHL 27 nach und richtet sich mit seiner jährlichen Simulation nun an die Eishockey-Fans. Was es dieses Jahr Neues zu entdecken gibt, verraten wir euch im Test.

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Direkt nachdem wir unser favorisiertes Team und unsere gewünschte Steuerungsoption gewählt haben, wirft uns NHL direkt ohne Nachfragen in den Sammelkarten-Modus Hockey Ultimate Team. So werden wir also sofort in den wohl für den Publisher lukrativsten Modus gedrängt, müssen ein Ultimate Team benennen und erste Packs ziehen, egal, ob wir HUT überhaupt spielen möchten. Hier fühlt man sich als Spieler dann schon wirklich bedrängt, wenn wir nicht frei entscheiden können, welche Modi uns interessieren, sondern ohne Umwege in Ultimate Team zwangsintegriert werden und den Modus dann manuell verlassen müssen, um überhaupt ins Hauptmenü des Spiels zu gelangen. Ein etwas unglücklicher Einstieg, denn nicht jeder hat Lust auf Ultimate Team!

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Stadien mit neuer Identität

Wenn man es dann endlich in den Modus seiner Wahl geschafft hat, dürfen wir uns auf eine ganze Reihe an Optimierungen freuen. Eine betrifft die Präsentation im Stadion. Hier wurde für jedes Team eine individuelle, glaubhafte Atmosphäre geschaffen, die die Identität des jeweiligen Vereins der NHL einfängt. Hierzu gehört neben der Optik der Spielstätte, wie den Lichtverhältnissen oder dem Look des Jumbotrons, auch der akustische Aspekt, wie die Songs nach einem Treffer oder die Anfeuerungsrufe und -lieder der Fans auf den Rängen. So laufen die Golden Knights zum Beispiel in entsprechend königlicher Beleuchtung aufs Feld und werden vom originalen Maskottchen in einer imposanten Ritterburg von der Tribüne aus begrüßt, mit passendem "Welcome to the Fortress"-Schriftzug. Auch sind die Fans nicht nur in entsprechende Trikots gehüllt, sondern tragen die komplette Merchandise-Kollektion am Körper, wie Hoodies, verschiedene Shirts oder Mützen.

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Das Logo des Vereins strahlt uns vom Mittelkreis und den Banden entgegen, ebenso wie die typischen Originalsponsoren, wie zum Beispiel die Magentafarben der Telekom. Bei den Devils wiederum werden die Spieler von teuflisch rotem Licht und Rocksounds aufs Eis begleitet, während die Ducks zu Elektroklängen des eigenen DJs einlaufen, der neben der bekannten Hockey-Ente auf den Rängen steil geht. Insgesamt wurden die Eigenarten der Teams sehr schön umgesetzt und man fühlt die Atmosphäre in den Stadien deutlich mehr als früher. Hier hat man bei den Football-Simulationen abgeschaut, was sich aber in jedem Fall auch im Eishockey-Stadion bewährt. Nach einigen Partien sind die Walk-ons dann natürlich vertraut und nicht mehr so spektakulär wie zu Beginn, ein gelungenes Upgrade für die Präsentation stellen sie aber in jedem Fall dar.

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Weiterhin sorgt der sogenannte neue Orchestrator dafür, dass die jeweiligen Übertragungen einzigartig erscheinen und nicht jeder Spieltag identisch aussieht. So orientieren sich Reaktionen von Publikum und Maskottchen am Spielgeschehen, ebenso wie die Beleuchtung oder die Anzeigen. Zusätzlich sorgen dynamische Kamerawinkel, Einblendungen der Bank oder auch die entsprechend inszenierten Wiederholungen für echtes TV-Feeling. Dies wird untermalt von zur Situation passenden Jubel- oder Buhrufen des Publikums sowie von wechselnden Jubelszenen, wie zum Beispiel dem Abklatschen der Fans, wodurch fühlbar mehr Nähe zwischen dem Zuschauer und den Mannschaften auf dem Eis erzeugt wird.

Darüber hinaus wartet NHL 27 mit einem frischen Kommentatorenteam aus John Buccigross und Darren Pang auf, die neue Analysen, Kommentarspuren und emotionale Reaktionen auf das Spielgeschehen liefern. Sie überzeugen außerdem mit gelungenen Teamvorstellungen zu Beginn sowie mit einer angenehmen Dynamik in der Stimme, die uns bei spannenden Szenen sehr schön mitnimmt. Des Weiteren kann sich auch der abwechslungsreiche Soundtrack des Spiels hören lassen, der neben Rocklegenden wie Mötley Crüe, Pantera oder The Offspring auch Britpop und Indierock von Bands wie Blur, Panic! at the Disco oder Wolfmother bietet. Aber auch Fans von elektronischer Musik, Hip Hop oder Radiopop kommen hier auf ihre Kosten, beispielsweise mit Scooter, Pitbull, The Black Eyed Peas oder Planet Funk.

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Grafisch kann man NHL 27 ohnehin kaum etwas vorwerfen. Dafür sind die großartigen Spiegelungen auf dem Eis, die Lichteinfälle oder auch die abwechslungsreichen Bewegungen der Zuschauer auf den Rängen einfach zu überzeugend. Gleiches gilt für die Animationen der Spieler und Goalies oder auch für die Bewegungen der Ausrüstung. Außerdem sehen die entsprechend inszenierten Wiederholungen in den Pausen äußerst spektakulär aus und liefern beeindruckende Nahaufnahmen der spannendsten Szenen. Ebenfalls auffällig ist die merklich sichtbare Abnutzung der Spielstätten während einer Partie, sodass Eis und Banden deutliche Spuren erhalten, was für eine noch authentischere Kulisse sorgt.

Noch etwas Liebe könnten hingegen die Gesichter des Publikums vertragen. Diese sehen gerade aus der Spielperspektive nicht nur recht blass und seltsam flach aus, sondern teilweise auch einfach zu ähnlich. Hier dürfte gern noch etwas mehr Authentizität Einzug halten, ebenso wie bei den immer wieder recht hakeligen Bewegungen der Fans. Insgesamt ist die grafische Präsentation aber auf einem richtig guten Niveau und verleiht den Partien eine realistische Optik, die den TV-Übertragungen häufig sehr nah kommt.

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Ein authentischeres Spielgefühl

Auch auf dem Eis kann NHL 27 zusätzliche Dynamik generieren. Nicht nur, dass sich das allgemeine Gameplay, von der gelungenen Steuerung an sich bis hin zum Feedback des Controllers - sei es bei Körperkontakten oder dem Spielen des Pucks - angenehm griffig und auch der Sportart entsprechend wuchtig anfühlt. Auch wurde an den kontextbasierten Reaktionen der Teams gearbeitet, die nun sehr viel stärker auf das Spielgeschehen reagieren - also mehr Druck bei Rückstand mitsamt unkontrollierter Verzweiflungsschüsse oder auch verstärkte Verteidigung mit Abwehrmauer bei knapper Führung. Dadurch entsteht eine ganz andere Dramatik auf dem Eis und die spannenden Momente fühlen sich auch wirklich wie solche an.

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Um jedem Team nicht nur von der Stadionpräsentation her, sondern auch im Spiel selbst eine individuelle Note zu verleihen, hat man sich außerdem die ICE-Q- und NHL EDGE-Daten der Mannschaften vorgenommen, um deren spezielle Spielarten und Taktiken im Rahmen der Playbooks auf das Eis zu bringen. Wenn dann unterschiedliche Taktiken verschiedener Mannschaften aufeinanderprallen, entsteht auch in jeder Begegnung ein spezielles Spielgefühl. Inwieweit Gelegenheitsspieler hier den Unterschied zu vorher merken, sei einmal dahingestellt - für Eishockey-Enthusiasten ist hier aber sicherlich eine Veränderung spürbar. Auch die KI agiert nicht mehr nur nach vorgegebenen Strategien und Verhaltensweisen, sondern kann dynamischer auf das Spielgeschehen reagieren, sodass sie mehr mit uns als neben uns her spielt. Aber auch hier wird der Normalverbraucher vermutlich wenig Unterschied merken. Spürbar ist dagegen die optimierte Goalie-Müdigkeit, die dafür sorgt, dass sie mit zunehmender Spielzeit leichter zu bezwingen sind, wenn ihr Energiebalken schwindet.

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Bekannte Modi für jeden Geschmack und ein Neuzugang

Was bei der Auswahl der Modi sofort ins Auge fällt, ist die Connected Franchise Option. Hier ist es möglich, eine individuelle Liga zusammenzustellen, eigene Regeln zu definieren und diese mit mindestens zwei anderen Mitspielern zu erleben. Dabei dürfen wir die Anzahl an Teams selbst festlegen, Freunde mithilfe der eigenen Liga-ID beitreten lassen oder sie über EA Connect einladen. Es sind Ligen ab drei Teams bis hin zu 32 Mannschaften möglich und auch die Anzahl an Conferences und Divisions legen wir selbst fest. Es gibt übrigens auch keine maximale Anzahl an Seasons - ist eine Saison vorbei und der Gewinner des Stanley Cups gekürt, geht das Spiel nahtlos in die Offseason und die nächste Spielzeit über. Schön ist auch, dass die Spielpläne flexibel sind, sodass zwei verfügbare Teams einfach direkt gegeneinander spielen können. Dadurch lässt sich die Online-Liga auch sehr gut mit dem echten Leben verbinden. Im Ligaalltag erwarten uns zwischen den Partien dann auch Trades, Taktikanalysen und Aufstellungsmanagement, also die gewohnten Aufgaben einer klassischen Liga.

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Damit der Spielspaß erhalten bleibt, ist der Spielleiter (Commissioner) mit unterschiedlichen Skills ausgestattet, um in das Geschehen eingreifen und für faire Abläufe sorgen zu können. Egal, ob es um das Genehmigen von Trades, um das nachträgliche Eintragen des Ergebnisses eines abgebrochenen Spiels oder Regeländerungen geht, der Commissioner kann jederzeit auf unterschiedliche Situationen reagieren und seine Community entsprechend betreuen, damit alle Spaß an der Sache haben. Insgesamt ist das Connected Franchise eine gelungene Ergänzung der bekannten Modi, leider aber wie alle anderen Online-Optionen hinter der PS-Plus-Bezahlschranke versteckt, wodurch man natürlich unter Umständen auch Teile des Freundeskreises ausschließen muss. Hier wäre eine Free-to-Play-Ausrichtung des Modus wünschenswert gewesen.

Darüber hinaus erwarten uns wie gewohnt die beiden großen Singleplayer-Modi Franchise, bei dem wir die Kontrolle über ein komplettes Team der NHL übernehmen, sowie Be a Pro, wo wir uns auf einen einzelnen Spieler konzentrieren. Während wir bei ersterem eine eigene Dynastie als GM aufbauen, vielfältige Managementaufgaben übernehmen und uns mit Dingen wie Aufstellung, Taktik, Personal, Transfers oder Teammoral beschäftigen, geht es bei Be a Pro darum, einen eigenen Spieler zu erstellen, mit ihm eine von diversen Sequenzen und Interaktionen durchsetzte Karriere zu erleben und ihn auf seinem Weg vom Rookie zur NHL-Größe zu begleiten. Im Vergleich zur komplett menübasierten Franchise-Karriere sind wir hier näher am Spieler und dürfen uns auch auf Events wie Pressekonferenzen und wählbare Aktivitäten abseits des Platzes freuen, mit denen wir die verschiedenen Skills unseres Spielers weiterentwickeln.

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Neu ist in diesem Jahr die Anführer-Rolle mit speziellen Herausforderungen, für die wir uns bereits im ersten Gespräch mit der Presse entscheiden können. Wir rutschen aber auch auf diesem Weg nicht sofort in die Führungsrolle, sondern müssen uns dafür qualifizieren, indem wir mehrere Aufgaben vor dem Start der regulären Saison meistern: in der Preseason die entsprechende Anführer-Fertigkeit im Skilltree freischalten, uns in den Spielen der Vorsaison im Kader beweisen und uns durch unsere Entscheidungen die Sympathie des Teams sichern. Um die Rolle dann aber auch zu halten, müssen wir über die Saison hinweg weitere Herausforderungen bestehen und uns dabei durch zwei Phasen arbeiten. Auf diese Weise steigen wir nach und nach zum Assistenzkapitän oder Kapitän auf. Scheitern wir bei unseren Zielen, können wir aber auch wieder im Rang absteigen.

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Abgesehen von dem Anführer-Pfad, der gelungene Motivationen durch die ganze Saison bietet, bleibt bei Be a Pro allerdings weitestgehend alles beim Alten, ebenso wie beim klassischen Franchise. Hier wurde lediglich an den Eigentümerzielen geschraubt, um diese realistischer zu machen, aufgeteilt in primäre und sekundäre Ziele. So passen die Erwartungen nun besser zu den Fähigkeiten des Clubs und auch zum Typ des Eigentümers. Insgesamt bleiben die Änderungen bei den beiden großen Modi aber überschaubar.

Ergänzt wird die Auswahl an Modi wie gewohnt durch Ultimate Team, den unkomplizierten "Jetzt spielen" Modus für Couch-Koop, sowie durch NHL Threes für 3vs3-Partien, 1vs1vs1 in Ones Now, internationale Frauen-, Männer- und Juniorenturniere oder eigenständige Seasons, beispielsweise auch in der DEL. Wer online spielen möchte, findet außerdem PS-Plus-pflichtige Optionen wie den Online-Hub World of Chel mit diversen kompetitiven Spielvarianten oder den Online Versus Modus für schnelle Duelle gegen andere Spieler. Insgesamt also wieder ein gutes Gesamtpaket mit gewohnten Inhalten für jeden Geschmack und Spielertyp.

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Fazit

NHL 27 liefert ein insgesamt überzeugendes Eishockey-Erlebnis, das vor allem bei Präsentation und Atmosphäre einen deutlichen Schritt nach vorn macht. Die individuellen Stadion-Inszenierungen für jedes NHL-Team, das dynamischere Spielgeschehen mit sinnvollen Reaktionen auf den Spielstand und die authentischeren Teamtaktiken sorgen dafür, dass sich die Partien abwechslungsreicher und lebendiger anfühlen und auch das neue Kommentatorenteam kann mit frischen Analysen überzeugen. Spieltechnisch präsentiert sich die Simulation ebenfalls wieder auf einem starken Niveau. Gleichzeitig bleiben die Neuerungen bei Franchise und Be a Pro überschaubar, während der erzwungene Einstieg in Hockey Ultimate Team unnötig aufdringlich wirkt. Wer bereits mit dem Vorgänger seinen Spaß hatte, bekommt mit NHL 27 dennoch ein rundes Gesamtpaket, das insbesondere für Eishockey-Fans mit Sinn für Atmosphäre und authentisches Gameplay einige gelungene Verbesserungen bereithält.

Pro:
  • Individuelle Stadion-Atmosphäre sorgt für deutlich mehr Authentizität
  • Gameplay wirkt dynamischer und reagiert stärker auf den Spielverlauf
  • Grafik, Animationen und Präsentation erreichen ein sehr hohes Niveau auf dem Eis
  • Umfangreiches Modi-Angebot bietet viel Abwechslung für unterschiedliche Spielertypen
  • Connected Franchise bietet viel Freiheit für gemeinsame Online-Ligen
  • Neues Kommentatorenteam sorgt für frischen Wind
  • Abwechslungsreicher Soundtrack
Contra:
  • Der erzwungene Einstieg in Hockey Ultimate Team wirkt unnötig aufdringlich
  • Bei Franchise und Be a Pro gibt es nur wenige wirklich neue Inhalte
  • Zuschauer wirken teilweise zu ähnlich und bewegen sich gelegentlich unnatürlich
  • Einige Verbesserungen dürften nur erfahrenen Spielern auffallen
Gameplay:
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Grafik:
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Sound:
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Atmosphäre:
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Unsere Wertung: 7.5 / 10
Spiel getestet auf: PS5

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Daniel Walter

Daniel Walter

Leidenschaftlicher Konsolenspieler, Steamdeck-Fan und VR-Enthusiast. Neben Klassikern wie Resident Evil, Knights of the Old Republic, Jedi Knight oder LA Noire gehören vor allem aufwendig inszenierte Singleplayer-Erlebnisse zum breit gefächerten Interessengebiet, wie The Last of Us, Uncharted, Days Gone oder Cyberpunk 2077. Aber auch große Open-World-Reihen wie Far Cry oder Assassin's Creed, Point and Click Adventures wie Black Mirror oder Larry sowie Sportspiele mit Fokus auf Tennis, Fußball oder Radsport flimmern regelmäßig über den Bildschirm.

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