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Review

Nivalis Nights im Test: Vom Nudelshop zum Cyberpunk-Imperium

Von Stephanie Walter am 15. Oktober 2026. Getestet auf PC. 8 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

In Nivalis Nights arbeiten wir uns von der Basis einer düsteren City Stück für Stück an die Spitze der Cyberpunk-Metropole. Wie uns der Ausflug nach Nivalis gefallen hat, zeigen wir euch im Test.

Eine Welt, die uns sofort mitreißt

In Nivalis Nights übernehmen wir die Rolle eines Geschäftsinhabers, der unerwartet zu seiner Lizenz gekommen ist und nun damit beginnen muss, einen kleinen Ramen-Shop in einer Stadt zum Laufen zu bringen, in der jeder um seinen Platz kämpft.

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Dabei wirft uns Nivalis Nights direkt hinein in die Stadt, in der leuchtende Reklametafeln, fliegende Transportmittel und heruntergekommene Betongebäude über uns aufragen. Ab der ersten Minute, in der wir in unserem Appartement in Lowtown aufwachen, zeigt der Nachfolger von Cloudpunk seine ganz große Stärke: die intensive Atmosphäre, die uns sofort in die Cyberpunk-Thematik zieht. Die voxelbasierte Grafik schafft eine unglaublich dichte Stimmung und bietet uns trotz der roughen Optik viele Details wie Regentropfen, die an Scheiben herablaufen, tolle Lichteffekte und Nebel, der um die Beleuchtungselemente herum schimmert. Die Optik harmoniert dabei perfekt mit dem fantastischen Elektrosoundtrack, der uns mit seinen Synthesizerklängen sofort abgeholt hat. Ebenfalls richtig gelungen ist das Wettersystem, das uns nur selten Sonne, dafür aber umso mehr peitschenden Regen, Stürme und Gewitter beschert, die auch richtig sichtbar und spürbar sind.

Passend zum futuristischen Setting verfügt unser Charakter über eine virtuelle Assistentin. Die Automata Ava verfügt nicht nur über nützliche Fertigkeiten, sondern sorgt auch dafür, das wir uns in Nivalis besser zurecht finden.

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Gib her, ich mach das selbst!

Wir beginnen unser Abenteuer, das sich zwischen Lebens- und Wirtschaftssimulation bewegt, im Ramen Noir, einem kleinen Nudelshop, den wir Stück für Stück aufbauen und bekannt machen müssen. Dabei können und müssen wir auch selbst mit anpacken, um den Laden zum Laufen zu bringen. Die Aufgaben im Restaurant teilen sich auf in Kochen, Kunden bedienen, Geschirr spülen und putzen. Außerdem müssen wir Lebensmittel einkaufen und korrekt einlagern, unser Restaurant Schritt für Schritt mit besseren Möbeln und Deko ausstatten und wütende Kunden mit netten Worten oder satten Rabatten besänftigen. Dabei sollten wir immer die Konjunktur der Stadt im Blick behalten, denn die Preise auf dem Markt und in den Shops können steigen oder fallen.

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Nach und nach können wir dann auch weitere Mitarbeiter einstellen, die uns einen Teil der Arbeit abnehmen. Neben der Zeiteinteilung für unser Personal gehört es auch zu unseren Aufgaben, das Menü des Shops festzulegen, denn je nachdem, wo das Restaurant liegt und welche Kunden hier ein- und ausgehen, ändern sich auch die örtlichen Vorlieben.

Insgesamt macht das Managen des eigenen Betriebs durchaus Spaß und man kann viele Stunden darin versenken, Nudelsuppe zu kochen, Geschirr zu spülen und Bier auszuschenken. Trotzdem hat man ständig das Gefühl, dass die Mitarbeiter kaum von der Stelle kommen und man überall selbst mit anpacken muss, damit der Betrieb auch Gewinn abwirft. Durchhalten ist also angesagt, denn mit der Zeit lernt das Personal dazu und durchs Aufleveln winken mehr Kunden und mehr Gewinn. Bis man aber das Gefühl hat, dass der Laden endlich einigermaßen läuft, muss man schon etwas Geduld mitbringen, zumal uns eine Flut an Quests im Nacken sitzt, die uns natürlich ebenfalls reizt.

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Da nervt es zusätzlich, wenn wir sehen, wie groß die Bestellungsliste ist und wir einfach nicht selbst eingreifen können, obwohl es uns in den Fingern juckt. Wenn ein Mitarbeiter sich nämlich gerade auf den Weg zum Getränkeautomat oder zum Kocher macht, können wir die Arbeit nicht direkt selbst übernehmen, sondern das Gerät wird für uns blockiert und das kostet uns unter Umständen bares Geld.

Es dauert also, bis man genug Kohle zusammen hat, - zumindest auf legalem Weg- um mehr Mitarbeiter einzustellen, bessere Möbel zu kaufen und ein ordentliches Gehalt zu zahlen, das das Team auch motiviert, anzupacken. Außerdem haben wir uns an einigen Stellen doch mehr Handlungsspielraum gewünscht. Wir können Preise und Dienstpläne festlegen und uns für Rezepte entscheiden. Wesentlich mehr Einfluss können wir aber aktuell nicht nehmen. Wer also eine komplexe Wirtschaftssimulation erwartet, wird vielleicht enttäuscht werden.

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Wo muss ich lang, was soll ich tun?

Es dauert also einige Zeit, bis man sich wirklich ins Leben als Restaurantleiter gefuchst hat und manchmal zweifelt man auch daran, dass der Laden wirklich Gewinn abwerfen kann. Viel Zeit, um richtig ins Gameplay zu finden, bekommt man allerdings nicht, da man an jeder Ecke mit neuen Quests überhäuft wird und das gefühlt ab der ersten Spielminute. Unser Questlog füllt sich enorm schnell und wir erhalten beispielsweise schon ziemlich früh im Spiel die Aufgabe, ein zweites Restaurant zu eröffnen, obwohl wir uns noch nicht einmal im Ramen Noir richtig eingelebt haben.

Aber nicht nur die Flut an Quests, die wir automatisch unterwegs erhalten oder wenn wir einen der zahlreichen NPCs ansprechen, hat uns an manchen Stellen den Überblick verlieren lassen. Auch die Questmarkierungen selbst sind nicht wirklich intuitiv gelöst und stellen uns gerade am Anfang vor Rätsel. So läuft man schon Mal ziellos einer Markierung am oberen Rand nach, nur um dann festzustellen, dass man nur auf der Übersichtskarte sehen kann, in welchem der verschiedenen Areale die Quest wirklich zu finden ist.

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Auch die unterschiedlichen Stadtteile selbst tragen nicht unbedingt dazu bei, dass man sich besser orientieren kann, denn sie sind zwar für sich genommen nicht besonders groß, aber doch verschachtelt. Außerdem müssen wir den Weg dorthin erst entdecken, bevor eine Schnellreise möglich ist. Diese offene Welt, die in einzelne Areale unterteilt ist, hat Vor- und Nachteile. Das ständige Hin- und Herspringen sorgt dafür, dass wir uns in der Welt verlieren und den Fokus aufs Business einbüßen. Auf der anderen Seite hat aber auch jeder Bezirk seinen eigenen Reiz und eine andere Optik. Die Docks sind zum Beispiel ein Küstenareal. Dort kann man Angeln, mit dem Boot fahren oder Obst und Gemüse anbauen. Der Meridianmarkt, wo sich auch unser erster Shop befindet, hat im Gegensatz dazu viele asiatische Architekturmerkmale. In jedem der unterschiedlichen Stadtteile können wir auch neue Wohnungen, verschiedene Läden zum Einkaufen und Restaurants zum Mieten finden.

Insgesamt braucht es seine Zeit, um sich wirklich in Nivalis zurechtzufinden. Was am Anfang hier und da doch mal recht frustig werden kann, wenn man nicht findet, was man sucht, passt aber insgesamt doch sehr gut zum Cyberpunk-Thema, bei dem man sich oft einfach durchkämpfen muss.

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Komm auf die dunkle Seite

Was uns an Nivalis Nights wirklich gut gefallen hat, ist, dass man nicht immer ein netter Bürger sein muss, ganz im Gegenteil. Sich gegen die Gesetze der Stadt zu stellen, kann durchaus Vorteile haben. Weil ein Serienmörder in der Stadt sein Unwesen treibt, hat CorpSec eine nächtliche Ausgangssperre verhängt, selbstverständlich nur, um die Bevölkerung zu schützen, oder etwa nicht? Jedenfalls müssen wir bis um 2 Uhr brav zu Hause sein, da sonst die Überwachung beginnt. Wer sich trotzdem traut, sich auch nach der Sperrstunde draußen herumzutreiben, findet unter Umständen besondere Quests, die man nur bei Nacht angehen kann. Außerdem dürfen wir unsere Konkurrenz sabotieren oder deren Einrichtung mitgehen lassen. So füllt man knappe Kassen schnell auf.

Man sollte sich bei seiner nächtlichen Erkundungstour aber besser nicht erwischen lassen, denn sonst drohen Strafen. Außerdem kann man das Areal, in dem man sich befindet, nicht wieder verlassen, wenn die Sperrstunde begonnen hat. Dann müssen wir uns einen Unterschlupf in der Stadt suchen, in dem wir die Nacht verbringen können. Unsere nächtlichen Einbruchsversuche hinterlassen übrigens am nächsten Tag auch Spuren. Haben wir irgendwelche Gegenstände mitgehen lassen, untersuchen Sicherheitskräfte den Tatort und sperren ihn dafür auch ab.

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Das Element der Sperrstunde hat uns richtig gut gefallen, allerdings sorgt es auch dafür, dass es stressig wird. Die Tage vergehen mit der Arbeit im Restaurant so schnell, dass anfänglich kaum Zeit bleibt, Quests zu erfüllen und andere Areale zu erkunden – zumindest, wenn wir Geld verdienen wollen. Wenn uns dann auch noch die Ausgangssperre unter Druck setzt und unsere abendlichen Erkundungstouren im Keim erstickt, ist das hier und da schon mal nervig.

Auch an anderer Stelle können wir uns entscheiden, ob wir uns nach unserem moralischen Kompass richten, oder doch möglichst großen Vorteil aus der Situation ziehen wollen. Überall in Nivalis warten zahlreiche NPCs darauf, ihre Geschichte mit uns zu teilen. Manche von ihnen bitten uns um einen Gefallen, wollen Geld von uns oder erzählen uns von ihren Wünschen und Träumen. Wir können entscheiden, ob wir eine arbeitslose Sängerin finanziell unterstützen oder uns von einem CorpSec Mitglied eine Lizenz zusichern lassen wollen, die eigentlich jemand anderem gehört. Wenn wir jemandem nicht helfen wollen, kann es durchaus sein, dass er oder sie uns dann gekonnt ignoriert, gleichzeitig kann es hilfreich sein, sich die Gunst von jemandem zu sichern, der Einfluss hat. So oder so, es lässt sich nie wirklich abschätzen, welche Folgen die eigenen Handlungen haben und das macht wirklich Spaß.

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Je nachdem, wie wir in einem Gespräch reagieren, sichern wir uns außerdem Freundschaftspunkte, Geschäftspunkte oder Punkte in Sachen Zuneigung. Damit knüpfen wir neue Verbindungen, schalten weitere Rezepte frei oder finden neues Personal. Insgesamt sind die Storys der vielen NPCs nicht durchgehend spannend, aber sie verleihen den Figuren Charakter und Individualität, was die Welt lebendig werden lässt.

Wer noch nicht genug damit zu tun hat, seine Restaurants oder Nachtclubs zu managen, die Stadt zu erkunden oder Verbindungen zu knüpfen, kann außerdem seine eigenen Wohnungen einrichten.

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Fazit

Nivalis Nights begeistert von der ersten Sekunde an mit einer unglaublich intensiven Cyberpunk-Atmosphäre, einem fantastischen Soundtrack und einem gelungenen Wettersystem – eine Kombination, die uns sofort in das Setting zieht. Auch die abwechslungsreichen Stadtviertel, die vielen NPCs und die Möglichkeit, eigene Entscheidungen zu treffen, sorgen dafür, dass wir gerne durch die düsteren Straßen von Nivalis streifen. Besonders die Freiheit, auch mal auf die illegale Seite zu wechseln, hat uns dabei richtig gut gefallen.

Beim Gameplay gelingt der Spagat zwischen Restaurantmanagement, Lebenssimulation und Open-World-Abenteuer allerdings nicht immer. Das Führen der eigenen Läden macht grundsätzlich Spaß, wird durch das anfangs wenig effiziente Personal, den hohen Arbeitsaufwand und die begrenzten Managementmöglichkeiten aber immer wieder ausgebremst. Dazu kommen eine regelrechte Questflut und teilweise unübersichtliche Markierungen, die uns gerade zu Beginn das Leben schwer machen. Wenn dann auch noch die Zeit drängt und wir uns zwischen dem Restaurant, neuen Aufgaben und Erkundungstouren entscheiden müssen, kann das durchaus stressig werden.

Positiv stimmt uns allerdings, dass die Entwickler bereits zahlreiche Patches nachgeliefert und unter anderem beim Restaurantmanagement und den Verdienstmöglichkeiten nachgebessert haben. Das macht uns Hoffnung, dass das Spielerlebnis mit weiteren Anpassungen noch runder wird. Denn das Potenzial ist definitiv vorhanden: Nivalis Nights bietet eine faszinierende Spielwelt, viele Freiheiten und jede Menge Möglichkeiten, sich in den Straßen der Cyberpunk-Metropole zu verlieren.

Pro:
  • Dichte Cyberpunk-Atmosphäre mit tollen Wettereffekten
  • Fantastischer Soundtrack
  • Abwechslungsreiche Stadtviertel mit eigenem Charakter
  • Entscheidungsfreiheit und spannende illegale Aktivitäten
  • Viele NPCs mit eigenen Storys und Charakter
Contra:
  • Personal arbeitet anfangs zu langsam und wenig effizient
  • Zu viele Quests auf einmal
  • Unübersichtliche Questmarkierungen
  • Zeitdruck durch Restaurantbetrieb und nächtliche Ausgangssperre
Story:
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Gameplay:
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Grafik:
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Sound:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Atmosphäre:
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Unsere Wertung: 7.5 / 10
Spiel getestet auf: PC

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Stephanie Walter

Stephanie Walter

Leidenschaftliche Fantasy-Farmerin mit einem Faible für Japan-Rollenspiele der Marke Final Fantasy oder Persona. Als Sims-Fan gehören bei ihr aber auch nahezu alle Hauptspiele und Erweiterungen von EAs Personensimulation zum Standardrepertoire. Das Interessengebiet wird erweitert durch Shooter und Rollenspiele aus dem Star-Wars-Universum sowie durch Rätselspiele und Point-and-Clicks im Stile von Gray Matter oder Black Mirror.

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