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Review

Onimusha: Way of the Sword im Test: Zwischen Höllentor und Slapstick

Von Tjark am 2. Oktober 2026. Getestet auf PC. 5 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

Nach fast zwei Jahrzehnten ist Capcoms Dämonenjäger-Reihe zurück. Onimusha: Way of the Sword schickt uns als Miyamoto Musashi in ein von Dämonen heimgesuchtes Japan und setzt dabei voll auf schnelle Schwertkämpfe, spektakuläre Bossgegner und eine filmreife Inszenierung. Dabei gelingt dem Titel vieles richtig, allerdings zeigt sich an einigen Stellen auch, dass nicht jede moderne Designentscheidung perfekt mit dem klassischen Aufbau der Reihe harmoniert.

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Ein Samurai mit höllischem Auftrag

Erzählerisch schlägt Way of the Sword von der ersten Minute an große Töne an. Die Handlung nimmt sich selbst denkbar ernst: Schon früh trifft man auf den Beschützer des Höllentors, und die Inszenierung lässt keinen Zweifel daran, dass hier über Schicksal, Dämonen und das Ende der Welt verhandelt wird. Diese Dramatik verleiht der Geschichte von Beginn an Gewicht, wirkt aber teilweise auch etwas dick aufgetragen. Aufgefangen wird das durch einen angenehm respektlosen Slapstick-Humor, der immer wieder zwischen die ernsten Momente gestreut wird und verhindert, dass sich das Ganze zu wichtig nimmt. Diese Mischung aus Pathos und Klamauk ist Geschmackssache, sorgt aber zumindest für Abwechslung im Ton.

Die Geschichte funktioniert vor allem durch ihre Charaktere. Musashi entwickelt sich im Verlauf des Spiels weiter und wird von einer Reihe interessanter Figuren begleitet. Auch die Rivalität mit Sasaki Ganryu spielt eine wichtige Rolle. Wer mit der Onimusha-Reihe bisher nichts zu tun hatte, kann problemlos einsteigen, da Way of the Sword seine eigene Geschichte erzählt und kein Vorwissen voraussetzt.

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Parieren, ausweichen, zuschlagen

Das Herzstück von Onimusha: Way of the Sword ist eindeutig das Kampfsystem. Die Schwertkämpfe fühlen sich flüssig und direkt an und belohnen Spieler dafür, die Bewegungen ihrer Gegner genau zu beobachten. Neben normalen Angriffen stehen Ausweichmanöver und Paraden zur Verfügung. Besonders gut funktioniert dabei das Timing-basierte Kampfsystem, bei dem eine gut gesetzte Parade oder ein perfekt getimter Konter einen Kampf komplett verändern kann. Interessant ist hier auch das auf waffenlose Angriffe anders reagiert werden muss, das hebt Way of the Sword aus der Masse der Action-Rollenspiel-Soulslikes etwas heraus.

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Allerdings sind die Angriffsmuster nicht immer leicht zu lesen. Gerade bei einigen Gegnern ist das Timing ihrer Attacken optisch nicht eindeutig genug erkennbar. Sobald mehrere Gegner gleichzeitig auf Musashi losgehen, wird das Kampfsystem zudem schnell unübersichtlich. Was im Duell gegen einen einzelnen Gegner hervorragend funktioniert, kann in einer größeren Gegnerhorde deshalb deutlich chaotischer werden.

Wer sich mit dem Kampfsystem beschäftigt, wird dafür mit einem umfangreichen Skilltree belohnt. Dieser bietet zahlreiche Möglichkeiten, Musashi weiterzuentwickeln und den eigenen Spielstil anzupassen. Der Skilltree wird erst nach einiger Spielzeit freigeschaltet wird. Man verbringt zunächst einige Zeit praktisch ohne die entsprechenden Fähigkeiten, bevor sich die Möglichkeiten zur Charakterentwicklung deutlich erweitern. Und ist so gezwungen sich intensiv mit den grundlegenden Techniken zu befassen.

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Auch bei der Erkundung zeigt sich, dass Way of the Sword kein klassisches Soulslike sein möchte. Die einzelnen Gebiete sind deutlich schlauchiger aufgebaut und weniger komplex miteinander verbunden. Während Spiele wie Dark Souls ihre Welt häufig durch Abkürzungen und ineinandergreifende Areale strukturieren, führt Onimusha wesentlich geradliniger durch seine Schauplätze. Das ist grundsätzlich kein Problem, bringt aber einige andere Schwächen mit sich. Verschiedene Elemente und Gegenstände werden beim ersten Auffinden nicht immer ausreichend erklärt. Teilweise wird erst später deutlich, wofür bestimmte Dinge überhaupt benötigt werden. Dadurch entsteht an einigen Stellen unnötiges Backtracking.

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Dafür überzeugt das Spiel mit einer guten Mischung unterschiedlicher Schauplätze. Die Reise führt durch verschiedene Regionen, die sich optisch und atmosphärisch voneinander unterscheiden und dadurch für ausreichend Abwechslung sorgen. Bei der Gegnervielfalt zeigt sich dagegen vor allem in den ersten Gebieten ein etwas anderes Bild. Dort ist die Auswahl zunächst relativ eingeschränkt, wodurch manche Begegnungen schnell vertraut wirken.

Wucht auf den Ohren

Akustisch liefert Onimusha: Way of the Sword eine stimmige Mischung aus traditionellen japanischen Klängen, wuchtigen Kampfgeräuschen und einer atmosphärischen Soundkulisse. Gerade während der Schwertkämpfe spielt der Sound eine wichtige Rolle. Treffer und Paraden fühlen sich durch das entsprechende Klangbild angenehm kraftvoll an.

Auch die Inszenierung der Bosskämpfe profitiert von der gelungenen Audioarbeit. Musik und Soundeffekte unterstützen die dramatischen Momente und sorgen dafür, dass sich größere Begegnungen entsprechend bedeutend anfühlen.

Die Mischung aus ernster Atmosphäre und humorvollen Passagen findet sich auch akustisch wieder. So gelingt es dem Spiel, zwischen dramatischer Samurai-Geschichte und bewusst überzogenem Humor zu wechseln, ohne dass die beiden Elemente völlig unpassend wirken.

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Hübsch gespielt, noch hübscher inszeniert

Optisch zeigt sich Onimusha: Way of the Sword von seiner modernen Seite. Die Verwendung der RE Engine ermöglicht detaillierte Charaktermodelle, überzeugende Animationen und eindrucksvoll inszenierte Umgebungen. Besonders die verschiedenen Schauplätze profitieren von der technischen Umsetzung.

Allerdings fällt der Unterschied zwischen dem eigentlichen Gameplay und den Zwischensequenzen deutlich auf. Während die Spielgrafik durchaus ansehnlich ist, wirken die vorgerenderten beziehungsweise besonders stark inszenierten Sequenzen noch einmal auf einem anderen Niveau. Die Figuren und deren Animationen sehen dort deutlich detaillierter aus.

Gerade bei einem Spiel, das so stark auf seine filmische Präsentation setzt, fällt dieser Übergang entsprechend auf. Trotzdem gehört die audiovisuelle Präsentation insgesamt zu den stärkeren Bestandteilen des Spiels.

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Fazit

Onimusha: Way of the Sword schafft ein gelungenes Comeback für die lange ruhende Reihe. Besonders das flüssige Kampfsystem überzeugt und macht die Duelle gegen einzelne Gegner zu den stärksten Momenten des Spiels. Ausweichen, Blocken und präzise Konter fühlen sich gut an und sorgen dafür, dass man sich mit der Zeit immer besser in die Rolle von Musashi hineinversetzt.

Gleichzeitig gibt es einige kleinere Stolpersteine. Die Kämpfe können in Gegnerhorden schnell unübersichtlich werden, nicht alle Angriffstimings sind eindeutig zu erkennen und die eingeschränkte Gegnervielfalt in den frühen Gebieten fällt auf. Dazu kommen die teilweise schlauchigen Level und einige unnötige Backtracking-Passagen.

Wer sich auf das Kampfsystem einlässt, bekommt jedoch ein unterhaltsames Actionspiel mit einer abwechslungsreichen Welt, einer umfangreichen Charakterentwicklung und einer gelungenen Mischung aus Samurai-Drama, Dämonenaction und perfektem Slapstick-Humor. Onimusha: Way of the Sword erfindet das Genre nicht neu, zeigt aber eindrucksvoll, wie man Nuancen setzt.

Pro:
  • Gelungene Mischung aus Drama und Humor
  • Flüssiges, wuchtiges Kampfsystem
  • Umfangreicher Skilltree
  • Vielfältige, abwechslungsreiche Schauplätze
Contra:
  • Unübersichtlich bei Gegnerhorden
  • Wenig erklärte Mechaniken, viel Backtracking nötig
  • Sichtbarer Grafikbruch zu Zwischensequenzen
  • Anfangs etwas zäh durch viele Halberklärungen
Story:
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Gameplay:
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Grafik:
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Sound:
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Atmosphäre:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Unsere Wertung: 8 / 10
Spiel getestet auf: PC

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Tjark

Tjark

Hat seit dem Gameboy jede Handheld-Generation ausgiebig genutzt. Es stehen vorallem Coop- und Multiplayer-Spiele hoch im Kurs.

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