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OutboundOutbound
Review

Outbound im Test: Cozy Roadtrip im Camper Van

Von Stephanie Walter am 18. Mai 2026. Getestet auf Switch 2. 6 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

In Outbound dürfen wir eine offene Welt in unserem Camper Van erkunden. Wie uns der Roadtrip gefallen hat, erfahrt ihr im Test.

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Die Reise beginnt

Bevor wir uns in unserem Camper auf den Weg machen, dürfen wir uns zuerst für einen von drei Fahrzeugtypen entscheiden. Während der „Klassiker“ gut ausbalanciert ist und uns vernünftige Traglast, Baufläche und ordentliches Fahrverhalten zur Verfügung stellt, bringen die beiden anderen Modelle unterschiedliche Vorteile mit sich. Der kompakte „Wegbereiter“ punktet vor allem durch sein Fahrverhalten, während der „Große Camper“ viel Baufläche bietet, aber dafür nicht ganz so schnell unterwegs ist.

Neben dem Design des Nummernschilds dürfen wir auch die Haupt- und Akzentfarbe unseres Campers bestimmen und uns mit der Farbpalette ordentlich austoben. Außerdem erstellen wir uns eine Spielfigur. Neben einigen Bekleidungsoptionen können wir Geschlecht, Hautfarbe, Haarfarbe, Gesichtsbehaarung und Augenfarbe festlegen. Passende Handschuhe und Nagellack dürfen ebenfalls nicht fehlen. Die Auswahl ist insgesamt recht begrenzt, was aber nicht sonderlich stört.

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Freiheit auf vier Rädern

Sind wir zufrieden mit unseren Einstellungen, steigen wir sofort in den Van und beginnen unsere Reise. Die Fahrt beginnt mit dem Ausblick auf Bäume und Felsformationen, während unser Charakter davon erzählt, dass der Camper nun sein neues Zuhause ist und er die Stadt hinter sich lässt. Mehr als diesen winzigen Storyrahmen erhalten wir auch nicht, denn es geht direkt los mit dem Erkunden der offenen Welt, in der es Sehenswürdigkeiten, Rohstoffe und Sammelobjekte zu entdecken gibt.

Das Tempo unseres Abenteuers und die Route können wir frei bestimmen, uns werden aber immer wieder kleine Aufgaben, wie das Aufspüren eines besonderen Points of Interest angepinnt, sodass wir immer kleine Orientierungspunkte haben. Der Camper Van ist dabei unsere mobile Basis und fällt zu Beginn noch recht spartanisch aus. Am Anfang finden wir ein kleines Bett auf der Rückbank, ein Lagerfach sowie eine Werkbank im Kofferraum vor. Während wir die Landschaft erkunden, sammeln wir Rohstoffe wie Holz, Fasern oder Metallschrott und stellen so erste Werkzeuge her, die uns das Reisen und Craften erleichtern.

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Auf unserem Weg erwarten uns immer wieder Hindernisse, wie zerstörte Brücken, die wir reparieren, oder Schranken, die wir öffnen müssen. Um möglichst viele neue Objekte herzustellen, müssen wir Blaupausen an Signaltürmen downloaden, die überall in der Welt zu finden sind. Hier erlernen wir nicht nur das Herstellen von Werkzeugen wie einer Axt oder Sichel, sondern haben auch die Möglichkeit, Fähigkeiten wie das Nähen oder die Herstellung von Brettern zu erlernen. Außerdem können wir nach und nach verschiedene Maschinen, wie einen Recycler, bauen, der es uns ermöglicht, Download-Gutscheine aus Müll herzustellen. Diese benötigen wir wiederum für diverse Blaupausen.

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Wenn wir Werkzeuge herstellen, gibt es übrigens kleine Quicktime-Events, bei denen wir den Ausschnitt einer Schraubenmutter mit unserem Schraubenschlüssel treffen müssen. Eine nette Idee, die aber, in Kombination mit der Vibration des Switch 2-Controllers, eher genervt hat.

Wir müssen unseren Camper nicht nur mit nützlichen Gegenständen ausstatten, sondern dürfen das mobile Zuhause auch mit Upgrades aufwerten und mit Windlichtern, Pflanzen und anderer Deko verschönern. Im Verlauf des Spiels können wir dann auch das Dach unseres Campers ausbauen und auch Wände, Zäune oder Türen bauen.

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Intuitives Gameplay ohne Schnickschnack

Für das Bauen und Erkunden wird uns kein aufwendiges Tutorial zur Verfügung gestellt, stattdessen wirft uns Outbound schon nach wenigen Minuten direkt ins freie Spiel. Das ist aber auch kein Problem, da Gameplay und Steuerung intuitiv und einfach aufgebaut sind. Zur Orientierung steht uns eine Karte zur Verfügung, auf der wir Sehenswürdigkeiten wie eine Windmühle oder einen Feuerwachturm entdecken können. In unserem Tagebuch finden wir Informationen rund um unseren Fortschritt beim Erkunden, Sammeln und Herstellen. In der ganzen Welt warten auch kleine Sammelobjekte wie Zwerge, Gemälde oder Steinhaufen darauf, entdeckt zu werden.

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Survival Light

Outbound beinhaltet zwar auch einige Survival-Elemente, bleibt aber durch und durch cozy. Neben einer Gesundheitsanzeige, die sich durch das Verzehren von Ingwer füllt, müssen wir auf unser Hungergefühl achten. In der Welt finden sich überall essbare Pflanzen, später können wir aber auch Gartenbau freischalten. Wenn wir müde werden, sobald die Dunkelheit hereinbricht, können wir nicht mehr sprinten. Spätestens dann sollten wir unser Lager aufschlagen und auf der Rückbank unseres Camper Vans ein Schläfchen halten. Für unseren Geschmack ist der Tag-Nacht-Wechsel allerdings nicht so gut ausbalanciert, da es gefühlt alle paar Minuten anfängt, dunkel zu werden.

Das Besondere an Outbound ist, dass wir uns nicht nur um unsere eigenen Bedürfnisse kümmern, sondern auch unseren fahrbaren Untersatz in Schuss halten müssen. So gibt es eine Anzeige für die elektrische Ladung. Geht diese zur Neige, müssen wir den Brenner im Kofferraum anwerfen und mit Holz oder Fasern bestücken. Außerdem verlieren die Reifen des Campers mit der Zeit an Luft.

Wirklich anspruchsvoll wird das Thema Survival aber grundsätzlich nie, da man alle Bedürfnisse gut und schnell stillen kann und Rohstoffe gut zu finden sind. 

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Eine einsame Reise?

Was uns an Outbound direkt aufgefallen ist, ist, wie leer die Spielwelt an vielen Stellen aktuell noch ist. Wir mochten die Vegetation, die Lichteinfälle und die Farben der comichaften Grafik, allerdings haben uns an einigen Stellen die Details gefehlt. So haben wir in unserem Camper beispielsweise keine Möglichkeit, ein Fenster herunterlassen, es gibt kein Handschuhfach zum Öffnen und wir können keinen Radiosender auswählen. Auch wenn der entspannte Soundtrack unsere Fahrt angenehm untermalt, hätten solche Auswahlmöglichkeiten das Spiel noch weitaus lebendiger gemacht.

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Auch sonst bleibt es recht still in der offenen Welt. Hier und da hoppelt zwar mal ein Hase durchs Bild, aber die Welt wirkt durchgehend unbelebt. Eine etwas größere Vielfalt an Tieren und Pflanzen wäre schön gewesen. Außerdem begegnen uns unterwegs auch keine NPCs. Zwar können wir hin und wieder Häuser oder Zelte finden, aber von anderen Menschen keine Spur. Uns hat es nichts ausgemacht, bei unserem Trip auf uns gestellt zu sein, denn die Abwesenheit von anderen Menschen hebt aus unserer Sicht die Freiheit und das Entspannungsmoment hervor. Diese Ansicht teilt aber sicherlich nicht jeder Spieler, zumal dem Game ein Storyrahmen durchaus gut getan hätte. Zwar äußert sich unser Chara immer mal wieder erfreut über diverse Materialien, die Sätze wiederholen sich allerdings ständig. Bis auf die kleine Eröffnungssequenz und einige Notizzettel nimmt uns das Game also nicht wirklich mit. Wem es zu einsam wird, der kann sich aber natürlich auch einen pelzigen Weggefährten adoptieren oder seine Freunde schnappen und mit bis zu vier Spielern im Online-Koop zocken.

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Soweit der aktuelle Stand, denn die Roadmap verspricht einiges, darunter auch NPCs, Dialoge, mehr Tiere, die Möglichkeit zu angeln und mehr Quality of Life Balancing. 

Auf der einen Seite fehlt uns in Outbound also etwas viel Liebe zum Detail, an anderer Stelle finden wir diese aber wiederum, zum Beispiel, wenn wir einen der sehr schön eingerichteten Feuerwachtürme erkunden dürfen. Hier zeigt sich, dass das Erkundungsspiel definitiv zu mehr in der Lage ist.

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Fazit

Insgesamt hat mir Outbound gut gefallen. Ich mochte es, die Welt ganz entspannt in meinem eigenen Tempo zu erkunden und meinen Weg frei zu wählen. Die Idee, den Camper wirklich zu einer mobilen Basis zu machen, die man überall mit hinnehmen kann, ist wirklich cool und auch gut umgesetzt, vor allem, wenn man an den Punkt kommt, dass man das eigene Fahrzeug auch ausbauen und dekorieren kann.

Trotzdem habe ich auch ein bisschen was zu kritisieren, vor allem, dass die Welt doch recht leer und unbelebt bleibt. Auch der Nachhaltigkeitsgedanke, der mich anfänglich sehr begeistert hat, wurde nicht ganz zu Ende gedacht. Auf der einen Seite sammeln wir Müll, leben mit dem, was die Natur uns bietet und leben als Selbstversorger. Dann wiederum werfen wir den Verbrenner in unserem Kofferraum an. Das passt für mich nicht ganz zusammen. Insgesamt hat mich der Roadtrip aber doch gut unterhalten und mit seinem cozy Gameplay auch wirklich entspannt. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich das Spiel im Zuge der Roadmap entwickelt, denn Outbound hat auf jeden Fall Potenzial. 

Pro:
  • Entspanntes Erkunden im eigenen Tempo
  • Eigener Camper kann individuell eingerichtet werden
  • Online-Koop
  • Entschleunigtes Gameplay
  • Camper Van als mobile Basis
  • Cozy Atmosphäre
Contra:
  • Welt noch recht unbelebt
  • Aktuell keine Story
  • Keine NPCs
  • An einigen Stellen repetitives Gameplay
Gameplay:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Grafik:
3 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Sound:
3 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Atmosphäre:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Unsere Wertung: 7.0 / 10
Spiel getestet auf: Switch 2

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Stephanie Walter

Stephanie Walter

Leidenschaftliche Fantasy-Farmerin mit einem Faible für Japan-Rollenspiele der Marke Final Fantasy oder Persona. Als Sims-Fan gehören bei ihr aber auch nahezu alle Hauptspiele und Erweiterungen von EAs Personensimulation zum Standardrepertoire. Das Interessengebiet wird erweitert durch Shooter und Rollenspiele aus dem Star-Wars-Universum sowie durch Rätselspiele und Point-and-Clicks im Stile von Gray Matter oder Black Mirror.

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