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Preview – Sanctum Breach: Old School Hack´n Slay mit Höhen und Tiefen

Von Nikolas Rau am 15. Januar 2020
Publisher: Reroll Gaming
Release: 9. Dezember 2019
Genre: Hack & Slay
Entwickler: Reroll Gaming
Verfügbar für: PC
USK Altersfreigabe: ausstehend

Mit Sanctum Breach ist ein neues Rollenspiel in die Early-Access-Phase auf Steam gestartet.

Der Entwickler möchte ein Spiel in Anlehnung an die großen Namen Diablo 2, Path of Exile und Grim Dawn entwickeln, das seinen Fokus insbesondere auf das Endgame legt. Wieweit das Spiel schon ist und wie viel Potential in ihm steckt, haben wir uns für euch angeschaut.

Zu Beginn des Spiels suchen wir uns einen von sechs Charakteren aus, wobei zwei davon bis jetzt noch nicht spielbar sind. Jeder Charakter hat wie in Diablo seinen eigenen Schwerpunkt, heißt, sie unterscheiden sich in Waffen, Talenten und Fähigkeiten.

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Haben wir uns für einen Helden entschieden, starten wir auf einem Bauernhof und lernen in den ersten Minuten die Steuerung und das Kampfsystem kennen. Gesteuert wird der Held hauptsächlich über die Maus. Durch Klicken auf einen Punkt bewegt sich unser Avatar dort hin. Gegenstände sammeln wir genauso auf. Leider reagiert die Maus manchmal nicht oder der Charakter bleibt in einem Bereich hängen, aus dem man ihn dann vorsichtig und langsam raus führen muss.

Das Kämpfen ist ähnlich simpel. Wir können mit unterschiedlichen Attacken zuschlagen, die wir im Laufe der Zeit freischalten, ausweichen und wegrennen. Zu Beginn haben wir einen Angriff, der mit der rechten Maustaste ausgelöst wird. Dadurch können wir nicht nur einen Gegner treffen, sondern alle, die sich in der Reichweite und in Front des Charakters befinden. Die freigeschalteten Fähigkeiten können wir auf vier Kurzwahltasten packen und so die Figur an unsere Spielweise anpassen.

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Danach kann man die Welt erkunden, welche unterschiedliche Level über Portale verknüpft. Jeder Abschnitt empfiehlt ein bestimmtes Level, sodass der Spieler eine Orientierung hat, ob er schon weitergehen sollte, oder nicht. Erfahrung zum Aufleveln erhalten wir durch das Töten von Monstern und das Abschließen von Quests.

Das Levelsystem ist schon weit und außerdem recht komplex. Mit jedem Aufstieg können wir einen Punkt in unsere Charakterattribute, wie zum Beispiel Schaden, Lebensenergie oder kritischen Schaden, investieren. Bei jedem dritten erhalten wir eine neue Attacke, die bei allen Helden unterschiedlich sind. Der Warbringer erhält zum Beispiel einen mächtigeren Schlag und der Hexlord kann einen giftigen Pfeil zaubern, der dem Ziel über länge ZeitSchaden zufügt.

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Zusätzlich bekommen wir in einem sehr großen Talentbaum noch einen Punkt. Diesen können wir entweder direkt investieren und somit unsere Attribute verstärken, oder aufsparen und dann mit drei Punkten unsere Attacken, die wir gelernt haben, verbessern.

Es gibt schon sehr viele unterschiedliche Gegenstände im Spiel, allerdings haben sie noch keine Namen. Wir sammeln also ständig Leder- oder Eisenrüstungen ein, die auch nur diesen Namen tragen, aber andere Effekte haben können. Die eine Rüstung erhöht zum Beispiel die Schlagreichweite, während die nächste unsere Lebensregeneration erhöht. Das ist etwas irritierend, weil wir manchmal fünf Lederrüstungen im Inventar haben, die alle ihre eigenen Effekte auf den Charakter haben. Dies ist aber nicht ersichtlich durch den Namen.

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Dafür gibt es schon eine Wertigkeit bei den Gegenständen. Es stehen bis jetzt normale, magische, seltene und legendäre Items zur Verfügung, die sich oft an ihrer Menge an Effekten erkennen lassen. Normale Ausrüstung hat meistens ein Attribut, während legendäre vier bis fünf besitzen.

Dadurch können wir unseren Helden immer weiter ausbauen und es kommt, so wie in den Vorbildern auch, die Motivation auf, immer bessere Ausrüstung zu finden.

Waffen finden wir im Moment noch nicht, sondern können diese nur aus unterschiedlichen Rüstungsteilen craften. Damit kann der Entwickler besser steuern, welche Waffe wir ab welchem Level bekommen. Dies ist zwar etwas schade, da man auch gerne Waffen finden möchte, aber es ist aktuell noch nicht weiter schlecht für den Spielverlauf.

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Atmosphärisch hat Sanctum Breach noch einige Probleme. Zum einen ist die Grafik doch recht altbacken und klotzig. Zwar sind Licht- und Schattenspiel schon recht schön gelungen und manche Level sehen gut aus, aber die Charaktermodelle bewegen sich sehr hölzern. Effekte wie Feuer wirken noch sehr rudimentär.

Auch der Sound ist noch recht einseitig. Die Hintergrundmusik ist zu Beginn noch stimmig, wiederholt sich aber schnell und bis auf wenige Geräusche, wie dem Stöhnen des Helden oder Wasserfällen, gibt es noch nichts. Gerade beim Kampf ist das etwas seltsam, da die Schläge keinerlei Soundfeedback geben. Es wäre deutlich schöner, wenigstens zu hören, wie der Spieler zuschlägt, damit man mehr in die Kämpfe hineingezogen wird. Eine Vertonung der noch sehr rar gestreuten Unterhaltungen gibt es auch nicht. Es wird nur ein Text neben dem NPC eingeblendet, auf die man auch überhaupt nicht reagieren kann. Hier muss noch Einiges passieren.

Die Story von Sanctum Breach ist wie bei vielen Early-Access-Spielen noch weitestgehend unbekannt. Es gibt bisher drei Akte, die Anzahl soll aber auf sechs ansteigen. Am Ende eines jeden bekommen wir bis jetzt ein Fragment, welches wir von Bossgegnern erhalten.

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Außerdem gibt es eine Reihe von Nebenquests, die uns bestimmte Bossgegner oder Gegnermengen töten lassen. Das macht schon Spaß, sollte aber noch mit einer kleinen Hintergrundstory aufpoliert werden. Außerdem sind diese sehr selten.

Wie es bei einer Early-Access-Version oft der Fall ist, gibt es leider auch in Sanctum Breach noch einige Bugs. Es gab ein paar Abstürze, mehrere Stürze unter die Map und das Hängenbleiben in Bäumen und Steinen. Das Gute daran ist das Speichersystem, da beim Betreten jedes Levels quasi ein Checkpoint erstellt wird, bei dem wir beginnen, wenn wir das Spiel neu starten oder sterben.

Insgesamt lässt sich sagen, dass der Entwickler sich sehr viel Mühe gibt und auch ein Spiel geschaffen hat, das wirklich Potential hat, einmal eine Alternative zu den klassischen Hack´n´Slay-Rollenspielen zu werden. Viele Ansätze sind wirklich gut und erinnern an Diablo und Grim Dawn. Dazu kommt ein interessantes und ausgefeiltes Charaktersystem, das motiviert. Zusammen mit den vielen unterschiedlichen Gegenständen, die man findet, kann man schon jetzt einige Zeit in das Spiel stecken und entdeckt immer wieder etwas Neues.

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Technisch muss das Spiel aber noch deutlich verbessert werden. Gerade in Bezug auf den Sound geht hier Einiges verloren. Auch grafisch sollte noch nachgelegt werden.

Aber der Entwickler zeigt auch, dass er viel an Sanctum Breach arbeitet, alleine in den ersten paar Tagen nach Release gab es eine Menge Updates, die das Spiel merklich verändert und verbessert haben.

Es bleibt abzuwarten, in wieweit die Story und die Quests ausgearbeitet werden und dann Einfluss auf das Spiel nehmen. Aber wer Spaß daran hat, Gegenstände zu sammeln und den Charakter auszubauen, der kann jetzt schon eine Menge Freude an Sanctum Breach haben.

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Pro:
    Contra:

      Spiel getestet auf: PC

      Ein begeisterter PC- Spieler seit Kindheitstagen. Indietitel und Horrorspiele lassen sein Herz meist höher schlagen, aber auch Serien wie Fifa, Far Cry, The Elder Scrolls und Fallout stehen ganz oben auf seiner Liste.

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