

Resonance: A Plague Tale Legacy im Test: Mit dem Schwert gegen die Vergangenheit
Nach zwei erfolgreichen Teilen bekommt das Universum von A Plague Tale mit Resonance: A Plague Tale Legacy einen neuen Ableger spendiert. Statt erneut auf Amicia zu setzen, übernimmt dieses Mal Sophia die Rolle der Protagonistin. Gemeinsam mit ihrer Begleiterin Leni verschlägt es sie auf eine geheimnisvolle Insel, auf der nicht nur die Vergangenheit ihrer Familie, sondern auch ihre eigene Geschichte verborgen liegt. Dabei schlägt das Spiel einen etwas offensiveren Weg ein und setzt deutlich stärker auf Nahkämpfe. Ob der neue Ansatz funktioniert und ob die Mischung aus Erkundung, Rätseln und Action überzeugen kann, zeigt unser Test.

Eine Reise in die Vergangenheit
Die Geschichte von Resonance: A Plague Tale Legacy spielt im bekannten Universum der A Plague Tale-Serie und erzählt dabei eine neue Geschichte mit einer neuen Heldin. Sophia hat ihren Vater verloren, der auf einer geheimnisvollen Insel ums Leben gekommen ist. Besonders bitter: Sie durfte die Insel zu seinen Lebzeiten nie betreten.
Als ihr Ziehvater schließlich Verrat wittert, bleibt Sophia nur die Flucht. Gemeinsam mit ihrer Begleiterin Leni macht sie sich auf den Weg zu jener Insel, die ihr bisher verwehrt blieb. Was zunächst wie eine Reise zur Aufklärung der Vergangenheit beginnt, entwickelt sich schnell zu einem weitaus größeren Abenteuer.
Eine besondere Rolle spielen dabei Sophias Visionen. Diese weisen ihr den Weg durch die Insel und führen sie immer tiefer in deren Geheimnisse hinein. Gleichzeitig wird nach und nach deutlich, dass Sophia selbst eine Verbindung zu diesem Ort besitzt. In einem Kloster wurden früher Experimente an ihr durchgeführt, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen.
Dabei ist vor allem das Zusammenspiel zwischen Sophia und Leni gelungen. Die beiden funktionieren als Team gut und sorgen dafür, dass die Reise nicht nur aus Kämpfen und Rätseln besteht. Die neue Protagonistin macht zudem einen angenehmen frischen Eindruck und gibt dem Ableger eine eigene Identität.

Eine Insel voller Geheimnisse
Die Atmosphäre gehört zu den Stärken von Resonance: A Plague Tale Legacy. Die Insel wirkt dank ihrer detaillierten Umgebungen glaubwürdig und lädt immer wieder dazu ein, abseits des eigentlichen Weges nach Geheimnissen zu suchen. Teilweise dürfen wir die Umgebung relativ frei erkunden und dabei Collectibles oder versteckte Schätze entdecken.
Sophia und Leni tragen ebenfalls einen großen Teil zur Atmosphäre bei. Ihr Zusammenspiel wirkt authentisch und sorgt für etwas Auflockerung zwischen den actionreicheren Passagen. Die Umgebung selbst ist mit vielen kleinen Details versehen, während Beleuchtung und Grafik die düstere Grundstimmung passend unterstützen.
So entsteht eine Welt, die ihre Geheimnisse nicht sofort preisgibt und immer wieder zum Erkunden einlädt. Gerade die Mischung aus der teilweise frei erkundbaren Umgebung, den versteckten Gegenständen und den Rätseln erinnert dabei stellenweise an klassische Action-Adventures im Stile von Uncharted oder Tomb Raider.

Schwert statt Schleuder
Beim Gameplay geht Resonance: A Plague Tale Legacy einen deutlich offensiveren Weg. Während die Vorgänger stärker auf Schleichen und vorsichtiges Vorgehen setzten, steht dieses Mal der Nahkampf wesentlich stärker im Mittelpunkt. Aus der Third-Person-Perspektive bewegen wir Sophia mit angenehm hoher Geschwindigkeit durch die Spielwelt und stellen uns unseren Gegnern direkt entgegen.
Das Kampfsystem funktioniert dabei erfreulich gut. Angriffe lassen sich mit Ausweichmanövern und Paraden beantworten, wobei farbige Indikatoren anzeigen, wann der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist. Dadurch sind die Kämpfe leicht zugänglich, ohne völlig anspruchslos zu sein. Auch das Trefferfeedback vermittelt ein ordentliches Gewicht und sorgt dafür, dass Schläge und Treffer sich satt anfühlen. Zusätzlich verfügt Sophia über einen Haken, mit dem sie Gegner ins Taumeln bringen kann, um zum Beispiel weiter entfernte Bogenschützen zu sich heranzuziehen.
Über die Spielwelt verteilt finden wir außerdem verschiedene Schwerter, die für zusätzliche Abwechslung sorgen. Das Kampfsystem macht gerade zu Beginn Spaß, nutzt sich auf Dauer allerdings etwas ab, da die meisten Scharmützel nach einem ähnlichen Muster ablaufen.
Für Abwechslung sorgen die zahlreichen Rätsel. Eine Sphäre dient dabei als wichtiges Werkzeug, mit dem wir verschiedene Rätselaufgaben lösen. Die Rätsel bilden einen guten Gegenpol zu den Kämpfen und verhindern, dass das Spiel zu einer reinen Actionveranstaltung verkommt. Allerdings sind nicht alle Aufgaben gleichermaßen spannend. Einige Rätsel wiederholen ihre Mechaniken und wirken dadurch mit der Zeit etwas eintönig.
Neben den Hauptaufgaben gibt es außerdem zahlreiche Gegenstände zu entdecken. Glücksbringer, Perlen, Armreife und versteckte Schätze belohnen neugierige Spieler und geben einen zusätzlichen Grund, die Areale genauer unter die Lupe zu nehmen und können so nebenbei auch die Fähigkeiten von Sophia verbessern.
Unterm Strich bietet Resonance damit eine gelungene Mischung aus Kämpfen, Rätseln und Erkundung. Gerade die Balance zwischen diesen Elementen funktioniert gut, auch wenn sowohl die Kämpfe als auch einige Rätsel im späteren Verlauf etwas an Abwechslung verlieren. Der Skilltree fällt dagegen eher rudimentär aus und bietet wenig Raum für eine wirklich individuelle Charakterentwicklung.

Zerreißende Schönheit
Optisch macht Resonance: A Plague Tale Legacy einen guten Eindruck. Die Unreal Engine 5 sorgt für detaillierte Umgebungen, eine stimmige Beleuchtung und zahlreiche kleine Details, die der Insel Leben einhauchen. Gerade die Umgebung profitiert von der technischen Basis und unterstützt die Atmosphäre des Spiels.
Auch die Performance kann grundsätzlich überzeugen. Trotz der aufwendigen Grafik läuft das Spiel insgesamt rund und kommt ohne große Frame Drops daher. Ganz ohne technische Schwächen kommt der Titel allerdings nicht aus.
Besonders in offenen Gebieten stört ein starker Screen Tearing Effekt, der bei dem sonst flüssigen Gesamteindruck besonders auffällt. Eine VSync-Option fehlt in der PlayStation-5-Version, sodass sich das Problem nicht ohne Weiteres über das Spielmenü beheben lässt und ohne einen VRR fähigen Fernseher, keine Aussicht auf Besserung besteht.
Das Spiel bietet auf der Playstation 5 einen Performance- und einen Qualitätsmodus, wobei die Unterschiede mit der Lupe gesucht werden müssen und wir daher ohne große Abstriche auf die 60 FPS der Performance Option zurückgreifen können.
Abseits davon präsentiert sich Resonance: A Plague Tale Legacy aber als schicker Vertreter seines Genres und fügt sich mit seiner visuellen Gestaltung gut in das bekannte A Plague Tale-Universum ein.

Mitreißende Klänge
Auch beim Sound macht der Titel vieles richtig. Der Soundtrack ist mitreißend und passt sich gut an die jeweilige Situation und Umgebung an. Ruhigere Passagen werden entsprechend zurückhaltend begleitet, während die Musik in actionreicheren Momenten an Intensität gewinnt.
Besonders positiv fällt die vollständige deutsche Vertonung auf. Die Synchronsprecher leisten gute Arbeit und verleihen den Figuren die nötige Glaubwürdigkeit. Zusammen mit den Umgebungsgeräuschen entsteht so eine dichte Klangkulisse, die die Atmosphäre der Insel zusätzlich unterstützt.

Fazit
Resonance: A Plague Tale Legacy wagt mit seiner neuen Protagonistin und dem deutlich offensiveren Kampfsystem einen interessanten Schritt innerhalb des bekannten Universums. Vor allem die Nahkämpfe funktionieren dank guter Geschwindigkeit, gelungenem Trefferfeedback und dem Zusammenspiel aus Ausweichen und Parieren überzeugend. Gleichzeitig sorgen Rätsel und Erkundung dafür, dass nicht ständig das Schwert gezückt werden muss und etwas Ruhe in das Gameplay einkehrt.
Besonders gut gefallen die detaillierte Spielwelt, die schicke UE5-Grafik, der stimmungsvolle Soundtrack und die gelungene deutsche Vertonung. Auch Sophia und Leni funktionieren als Team und verleihen der Geschichte einen eigenen Charakter.
Allerdings ist nicht alles perfekt. Einige Rätsel wiederholen sich und können dadurch langweilig werden. Auch das Kampfsystem verliert nach mehreren Stunden etwas an Reiz. Der Skilltree bleibt zudem recht oberflächlich und die relativ kurze Spielzeit dürfte bei manchen Spielern für Ernüchterung sorgen. Technisch stört vor allem das gelegentliche Screen Tearing, für das eine VSync-Option fehlt.
Trotz dieser Schwächen ist Resonance: A Plague Tale Legacy ein unterhaltsames Action-Adventure, das die bekannten Elemente der Reihe mit einem offensiveren Spielansatz kombiniert. Wer gerne erkundet, Rätsel löst und sich auch einmal direkt mit dem Schwert ins Getümmel stürzt, bekommt hier ein abwechslungsreiches Abenteuer geboten.
- Neue, interessante Protagonistin
- Mehr offensiver Kampf
- Gelungenes Kampfsystem
- Gutes Trefferfeedback
- Spannende Rätselpassagen
- Viel Abwechslung
- Teilweise frei erkundbare Umgebung
- Schicke Grafik
- Toller Soundtrack
- Gute Performance
- Vollständige deutsche Vertonung
- Screen Tearing
- Rätsel teilweise recht langweilig und repetitiv
- Kampfsystem nutzt sich auf Dauer etwas ab
- Kurze Spielzeit
- Rudimentärer Skilltree
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Passionierter PC und Konsolenspieler. Fokus liegt auf Einzelspielererlebnissen


