Stranded: Alien DawnStranded: Alien Dawn
Review

Stranded: Alien Dawn im Test: Aufbau meets Survival auf fernen Planeten

Von Daniel Walter am 30. April 2023. Getestet auf PS5. Zum Spiel hier klicken.

Stranded: Alien Dawn vereint Elemente aus Aufbau- und Lebenssimulation mit Survival-Gameplay und lässt uns auf fremden Welten ums Überleben kämpfen. Wie sich der neue Titel aus dem Hause Frontier Developments im Test geschlagen hat, verraten wir euch hier.

eyjidwnrzxqioijmcm9udgllci1jbxmilcjrzxkioiiymdizltazl3nhzc11cgrhdgutnc1zy3jlzw5zag90ltazxze5mjb4mta4mc5qcgcilcjlzgl0cyi6eyjyzxnpemuionsid2lkdggioje5mjb9fx0=

Bevor es richtig losgeht, empfiehlt es sich, das Tutorial des Spiels zu durchlaufen, um die grundlegende Steuerung und auch die zahlreichen Möglichkeiten, von der Verwaltung der Siedlung, über den Bau von Gebäuden, bis hin zum Schaffen von Lagerflächen oder der Erforschung des fremden Planeten zu verstehen. Die Einführung ist kurz und bündig gehalten und gibt uns einen guten Überblick über die zahlreichen, teils sehr kleinteiligen Funktionen, wodurch wir uns recht schnell in den Menüs zurechtfinden. An dieser Stelle zeigt das Spiel aber auch gleich eine seiner größten Schwächen auf, und das ist die insgesamt recht hakelige Menüführung. Es ist zweifelsohne die Masterclass, ein Aufbauspiel von PC auf die Konsole zu bringen und die komplett auf Maus und Tastatur ausgelegte Steuerung auf den wenigen Controllertasten unterzubringen. Anno 1800 hat beispielsweise gezeigt, wie es richtig geht, nämlich zum Beispiel mit übersichtlichen und leicht zu bedienenden Kreismenüs, und auch Frontier selbst hat mit Jurassic World Evolution eigentlich schon ein Musterbeispiel in den eigenen Reihen, das klar macht, wie ein Aufbauspiel in Sachen Steuerung auf der Konsole funktionieren kann.

Stranded: Alien Dawn wählt hier nicht nur eine teilweise sehr fragwürdige und für uns recht unintuitive Tastenbelegung, sondern auch das Switchen zwischen den einzelnen Menüs oder das Auswählen bestimmter Unterkategorien und Fenster ist mitunter eine echte Herausforderung. Mal bekommt man einfach nicht das gewünschte Feld markiert, ein anderes Mal ist man plötzlich wieder auf dem Spielbildschirm oder in einem ganz anderen Untermenü unterwegs, obwohl man eigentlich nur schnell die Bedürfnisse einer Figur überprüfen wollte. Schon das simple Zuweisen einer Aufgabe erfordert einfach viel zu viele Klicks, da die logische Hauptinteraktion, wie zum Beispiel das Fällen eines Baums nachdem man diesen ausgewählt hat, nicht sofort automatisch angewählt wird, sondern erst mühsam markiert werden muss. Auch sind Tastenbelegungen wie das Bestätigen von Aktionen über das Quadrat für PlayStation-Nutzer sehr gewöhnungsbedürftig und führen oft zu Irritationen, ebenso wie die Tatsache, dass wir manche Untermenüs mit Richtungstasten, andere mit Sticks oder auch Schultertasten durchschalten, ohne dass hierbei ein wirkliches System erkennbar ist. Dadurch ertappten wir uns viel zu häufig dabei, dass wir in der Legende nach der richtigen Taste suchten, was einfach nicht gut für den Spielfluss ist. Hier bedarf es definitiv noch einiger Feinjustierung, denn wirklich komfortabel ist die Steuerung gerade im Hinblick auf die Menüführung aktuell noch nicht. Das Bewegen der Kamera, das Platzieren und Rotieren von Objekten oder auch das Regeln der Geschwindigkeit gehen hingegen in den meisten Situationen recht gut von der Hand.

eyjidwnrzxqioijmcm9udgllci1jbxmilcjrzxkioiiymdizlta0l3nhzc1syxvuy2gtc2nyzwvuc2hvdc0xm18xotiwedewodatd20uanbniiwizwrpdhmionsicmvzaxplijp7indpzhroijoxotiwfx19

Verschiedene Szenarien mit individuellen Zielen und Voraussetzungen

Haben wir das Tutorial, das im Übrigen komplett optional ist, erfolgreich abgeschlossen, stehen wir vor einer wichtigen Entscheidung und müssen einen von drei Spielmodi wählen. So geht es beim Modus “Bruchlandung” darum, bis zu vier Passagiere nach dem Absturz ihres Raumschiffs auf einem unbekannten Planeten durchzubringen und einen Weg zurück nach Hause zu finden. Die Variante “Handelsposten” lässt uns hingegen gemeinsam mit bis zu drei Siedlern eine fremde Welt bereisen, mit dem Ziel, dort einen Außenposten zu errichten und genügend Geld zu verdienen, um den Planeten am Ende zu übernehmen. Beim “Militäraußenposten” besteht unsere Gruppe hingegen aus bis zu sechs Personen, die auf einem lebensfeindlichen Planeten eine Kommunikationsanlage errichten müssen, um eine Verbindung zu dieser abgelegenen Welt zu ermöglichen. Daher dürfen wir uns hier auf drei Spielmodi mit individuellem Schwerpunkt und jeweils etwas anderer Vorgehensweise freuen, was das Fehlen einer wirklichen Story zumindest teilweise abschwächt und einen groben Rahmen schafft. Im nächsten Schritt können wir weitere Details unseres Spiels festlegen. So stehen zwei verschiedene Regionen bereit, nämlich die Welt Sobrius mit Gebirgen und großzügigen Grünflächen sowie der Schauplatz Desertum, dessen sandige Wüstenoberfläche nur von einzelnen Oasen aufgelockert wird. Auch dürfen wir einen zu unserer Welt passenden Mond wählen und dabei auf vier verschiedene Möglichkeiten zurückgreifen oder auch den Zufallsgenerator entscheiden lassen.

Weiterhin stehen uns insgesamt fünf Schwierigkeitsstufen zur Wahl, die sich im Hinblick auf die Startressourcen immens unterscheiden. Die Kategorie “Spielregeln” erlaubt es uns außerdem, weitere Anpassungen vorzunehmen, wie die anfänglichen Überlebensfähigkeiten der Charaktere, die Zufriedenheit zu Beginn des Spiels oder auch die durchschnittliche Zahl an Überlebenden, die im Spielverlauf gefunden werden kann. Sind wir mit den Einstellungen zufrieden, können wir nachfolgend unser Team zusammenstellen, für das uns insgesamt 34 männliche und weibliche Figuren zur Verfügung stehen, die sich in ihren Fähigkeiten, ihren besonderen Eigenschaften und auch in ihrem Alter oder ihrer ethnischen Herkunft unterscheiden. Hier empfiehlt es sich, gerade mit Blick auf die Überlebensfähigkeiten, eine möglichst breite Palette an Talenten abzudecken, da einige Personen beispielsweise komplett unbegabt in wichtigen Bereichen wie Kochen oder Kampf sind, die aber für die Siedlung essenziell wichtig sind.

image003

In Stranded: Alien Dawn trifft Bekanntes auf Innovatives

In seinem Herzen ist Stranded: Alien Dawn in jedem Fall ein klassisches Aufbauspiel und bietet uns hier viel Altbekanntes. So funktioniert das Abbauen von Materialien wie Holz, Stöcken oder Stein beispielsweise so, wie wir es aus vergleichbaren Titeln kennen, sodass wir einzelnen oder auch mehreren Personen unserer Gruppe Aufgaben wie Baumfällen, Heckenschneiden oder die Steingewinnung zuteilen können. Schön ist auch, dass wir die Trümmer unseres abgestürzten Raumschiffes nicht nur plündern, sondern auch verwerten können, um unseren Überlebenden einen guten Start zu ermöglichen. Für die Nahrungsgewinnung und das frühzeitige Anlegen von Lagerbeständen für den Winter stehen uns mit Jagd und Ackerbau ebenfalls bekannte Optionen zur Wahl. Damit wir alle Aufgaben auch gut organisiert bekommen, die zur Verfügung stehende Zeit optimal nutzen und unseren Überlebenden auch ein wenig Ruhe und Freizeit gönnen können, haben wir zudem die Möglichkeit, Zeitpläne für einen reibungslosen Tagesablauf zu erstellen, was uns wirklich sehr gut gefallen hat. Später hinaus ist es außerdem möglich, unsere Bewohner auf Expeditionen zu schicken, in der Hoffnung, weitere Ressourcen zu erhalten. Dies ist aber alles andere als risikolos und auch nicht zwangsläufig von Erfolg gekrönt.

Da wir im Baumenü insgesamt sehr kleinteilig unterwegs sind und statt vorgefertigter Nutzräume vorrangig einzelne Gegenstände, Objekte und Einrichtungselemente herstellen, fühlt sich der Titel sogar oftmals etwas mehr wie ein Survivalspiel an, auch, wenn die Ansicht, der grundlegende Aufbau und auch die Menüführung natürlich eher nach Aufbauspiel schreien. Aber statt Bauten wie Schreinereien, Bauernhöfen oder Wohnhäusern fertigen wir hier frei stehende Möbel wie Tische, Betten und Stühle oder auch Lagertruhen, Schränke oder Feuerstellen, wodurch wir unsere Umgebung sehr viel freier und detailverliebter gestalten können als im klassischen Aufbauszenario. Auch beim Aufbau unseres neuen Zuhauses geht das Spiel etwas andere Wege, als wir es gewohnt sind, und macht dadurch auch deutlich, dass wir uns auf einem fremden Planeten befinden und hier und da eben auch etwas improvisieren müssen. So gibt es nicht für jede Funktion ein eigenes Gebäude oder eine eigene Vorlage, sondern wir müssen Basiselemente wie einen einfachen Unterstand, der aus zusammengezimmerten Altmetallteilen besteht, für unterschiedliche Zwecke verwenden. Wenn wir hier zum Beispiel einen Schlafsack platzieren, wird die Wellblechhütte, in Kombination mit einem Lagerfeuer am Eingang, zu einem halbwegs gemütlichen Schlafplatz. Wenn wir unter dem Dach des Unterschlupfes hingegen Lagerflächen anlegen, kann das gleiche Gebäude auch als Aufbewahrungselement und Schutz für unsere wertvollen Ressourcen verwendet werden. Auf diese Weise wirkt Stranded: Alien Dawn sehr viel realistischer, als wenn es hier jetzt für jeden Einsatzzweck ein eigenes Bauelement geben würde, schließlich geht es in erster Linie ums Überleben in einer unbekannten Welt. Später haben wir auch die Chance, aus unserem improvisierten Lager nach und nach komplette Häuser mit Fundament, Dach und ordentlicher Dämmung zu fertigen, um auch für die Herausforderungen der wechselnden Jahreszeiten gerüstet zu sein. Dies geht dank auf die passende Größe ziehbarer Räume steuerungstechnisch auch sehr gut von der Hand.

Um den fremden Planeten besser verstehen zu können, ist es außerdem möglich, unbekannte Objekte und Pflanzen in der Umgebung zu studieren. Hierfür entnehmen wir Proben und nehmen diese an einem Forschungstisch genauer unter die Lupe. Auf diese Weise lernen wir, unsere Umgebung für uns zu nutzen und beispielsweise Pilze zur Herstellung von antiseptischen Salben zu verwenden. Im Forschungsmenü bringen wir hingegen unsere Technologie voran und können nach und nach hilfreiche Objekte, Fertigkeiten oder Waffen freischalten. Hierzu gehören unter anderem Solarkollektoren, Windräder oder Generatoren für die Stromversorgung, Erste-Hilfe-Kästen und Antibiotika zur medizinischen Versorgung oder auch Fähigkeiten wie Tierzähmung oder die Ölförderung. Die Herstellung von Objekten und Waffen oder auch von Mahlzeiten erfolgt dann über Produktionsstätten wie eine Werkbank oder einen Herd, wo wir auch mehrere Aufträge anlegen und nach Priorität sortieren dürfen.

image002

Jeder Überlebende besitzt eine eigene Persönlichkeit

Was uns richtig gut gefallen hat, sind die Einflüsse aus Lebenssimulationen wie Die Sims, die dem Aufbau-Setting eine ganz besondere Note verleihen. So hat beispielsweise jeder Charakter eine eigene Biographie, über die wir ein wenig mehr über seine Vergangenheit erfahren. Darüber hinaus werden hier auch Hobbys, Stärken und Schwächen angegeben, die im Kampf oder auch bei alltäglichen Interaktionen hilfreich oder eben auch nicht hilfreich sein können. Sie erlauben es uns zudem, die Ausstattung der Siedlung an die verschiedenen Wünsche anzupassen und zum Beispiel Unterhaltungsmöglichkeiten wie eine Dartscheibe oder einen Schlagpfahl zu installieren. Außerdem besitzt jede Figur eine individuelle Begabung in Kategorien wie Kampf, Bau, Kochen oder Anfertigung, was uns letztlich beim Verteilen der Aufgaben hilft. Im Charaktermenü erhalten wir zudem einen Einblick in die aktuelle Ausrüstung jeder Spielfigur und erkennen dabei außerdem, wie intakt die aktuelle Kleidung ist oder auch, welchen Schutz sie vor Hitze, Kälte, Stich- oder Hiebverletzungen bietet. Besonders interessant ist auch die Kategorie rund um die Zufriedenheit der jeweiligen Person, denn hier geht es unter anderem um die geistige Gesundheit, zum Beispiel im Hinblick auf einen bevorstehenden Nervenzusammenbruch, oder auch um gegenwärtige Sorgen oder Freuden, die Einfluss auf die Gesamtzufriedenheit haben. So kann sich beispielsweise ein entspannter Spaziergang positiv auf das Befinden auswirken, wohingegen das Essen im Stehen aufgrund fehlender Möbel die Laune eher nach unten treibt. Neben dem geistigen ist aber auch das körperliche Befinden von Interesse, wo wir neben der Körpertemperatur auch aktuelle Schmerzzustände und Krankheiten ablesen können, was es uns ermöglicht, zeitnah etwas dagegen zu unternehmen. Zu guter Letzt zeigt uns die Übersicht jedes Charakters auf einen Blick seine aktuelle Aktivität sowie Balkendiagramme zu Gesundheit, Zufriedenheit, Erholung oder Völle an, was uns im Alltag die Chance bietet, schnell auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Überlebenden einzugehen – schließlich sind unsere Siedler auch nur Menschen und wünschen sich Unterhaltung, ausreichend Schlaf und einen vollen Bauch. Mit seinen tiefgehenden Attributen rund um die verschiedenen Charaktere hat uns Stranded: Alien Dawn sehr positiv überrascht, denn diese Vielfalt und Tiefe im Hinblick auf Bedürfnisse und Persönlichkeit der Überlebenden hätten wir wirklich nicht erwartet.

eyjidwnrzxqioijmcm9udgllci1jbxmilcjrzxkioiiymdizltazl3nhzc11cgrhdgutnc1zy3jlzw5zag90lta1xze5mjb4mta4mc5qcgcilcjlzgl0cyi6eyjyzxnpemuionsid2lkdggioje5mjb9fx0=

Überall lauern Gefahren

Dass es auf einem fremden Planeten natürlich nicht immer friedlich zugeht, wenn wir als Eindringling das Gleichgewicht vor Ort stören, steht zweifelsfrei fest, ebenso wie die Tatsache, dass hier eine ganze Reihe von Gefahren auf uns warten, die unsere Siedler auf die eine oder andere Weise bedrohen. Daher müssen wir in Stranded: Alien Dawn für unterschiedliche Szenarien gerüstet sein, damit sich unsere Siedler sowohl gegen innere als auch gegen äußere Feinde wehren können, denn aggressive wilde Kreaturen gehören ebenso zu den Herausforderungen wie verschiedene Krankheiten und Verletzungen. Für den direkten Kampf können wir sowohl Nahkampfwaffen wie Messer und Speere als auch diverse Schuss- und andere Fernwaffen wie zum Beispiel Laserpistolen oder Armbrüste nutzen. Diese rüsten wir im Inventar des gewünschten Überlebenden aus und machen ihn oder sie auf diesem Weg kampfbereit – dabei kann übrigens pro Person eine Nah- und eine Fernkampfwaffe zugewiesen werden. Um tatsächlich einen Angriff ausführen zu können, muss der jeweilige Charakter oder auch eine ganze Gruppe in den Einberufungsmodus versetzt werden, da die Kämpfer sonst, selbst mit ausgerüsteter Waffe, vor möglichen Gefahren fliehen.

Ist der Modus aktiv, lässt sich per Cursor der entsprechende Feind auswählen, der attackiert werden soll. Befinden sich in dessen Umkreis weitere Gegner, werden diese im Anschluss automatisch attackiert, sodass wir hier auch stets ein wachsames Auge auf den physischen Zustand unseres Kämpfers haben sollten. Wird jemand im Gefecht verwundet, lässt der Schmerz zunehmend das Bewusstsein schwinden, bis hin zur Ohnmacht. Geschieht dies, benötigen wir einen anderen Camp-Bewohner, um den Verwundeten zurück nach Hause zu bringen und dort auf einem Bett zu behandeln. Bis zum Bewusstseinsverlust ist es aber auch möglich, dass sich die Charaktere selbst heilen. Welche Behandlungsmethode die beste ist, lässt sich mit einem detaillierten Blick auf die Informationen bezüglich der Art der Verletzung oder Erkrankung ablesen. Während sich Wunden mit Basis-Items wie Heilsalben oder Verbänden in den Griff bekommen lassen, müssen Medikamente für Krankheiten erst von uns erforscht werden. Weiterhin besteht auch die Möglichkeit, die Umgebung nach Erste-Hilfe-Kästen zu durchkämmen, die wir bei zahlreichen Beschwerden einsetzen können.

eyjidwnrzxqioijmcm9udgllci1jbxmilcjrzxkioiiymdizlta0l3nhzc1syxvuy2gtc2nyzwvuc2hvdc0wof8xotiwedewodatd20uanbniiwizwrpdhmionsicmvzaxplijp7indpzhroijoxotiwfx19

Das eigene Zuhause beschützen

Um sich vor möglichen Gefahren der neuartigen Welt zu schützen, ist der direkte Angriff allerdings nicht immer die beste Lösung, da hier einerseits immer das Risiko besteht, dass sich jemand verletzt. Andererseits ist es sinnvoll, die vorhandenen personellen Ressourcen nur dann für den Kampf zu nutzen, wenn es unbedingt sein muss. Aus diesem Grund bietet uns das Spiel die Chance, unsere Basis auf unterschiedliche Arten zu schützen und zu verteidigen. Hierfür warten beispielsweise Zäune und Mauern auf uns, mit denen wir eine robuste Barriere errichten können. Da die Umzäunung die Feinde allerdings nur (temporär) aufhält, können wir rund um unser Zuhause auch diverse Fallen errichten, um zusätzlichen Schutz zu gewährleisten. Der aktuelle Zustand der Zaunteile kann im Übrigen jederzeit über deren Infofenster überprüft werden, um Schäden rechtzeitig zu beheben. Außerdem ist es möglich, Wachen an den Eingängen zu platzieren, um die Schwachstellen der Umrandung gezielt zu verteidigen. Zu den Verteidigungsanlagen gehören neben klassischen Bärenfallen zum Beispiel auch stationäre Flammenwerfer oder robuste Türme, die sich perfekt für Fernangriffe von oben eignen. Bei allen Schutzmechanismen ist im Kampf aber jederzeit drauf zu achten, dass unsere Überlebenden nicht selbst Schaden erleiden und zum Beispiel in den Radius des Flammenwerfers marschieren. Um den Tower-Defense-Ansatz möglichst abwechslungsreich zu gestalten, stehen in der Welt auch viele verschiedene Gegnertypen bereit, wovon uns einige auch mit Fernangriffen zusetzen und damit unsere stationäre Verteidigung aushebeln können, was unsererseits ein taktisches Vorgehen erfordert. Insgesamt hat uns der Kampfaspekt wirklich gut gefallen, auch, wenn die unnötig komplizierte Steuerung erneut für den einen oder anderen heiklen Moment gesorgt hat.

eyjidwnrzxqioijmcm9udgllci1jbxmilcjrzxkioiiymdizlta0l3nhzc1syxvuy2gtc2nyzwvuc2hvdc0wn18xotiwedewodatd20uanbniiwizwrpdhmionsicmvzaxplijp7indpzhroijoxotiwfx19

Gleichermaßen fremde wie vertraue Welten auf fernen Planeten

Bei den Spielwelten, die je nach Szenario und Region variieren, setzt Stranded: Alien Dawn auf weitläufige offene Areale, die sofort komplett aufgedeckt sind und von uns erkundet und erforscht werden können. Die Umgebungen wirken dabei zu gleichen Teilen vertraut und fremd, sodass wir uns schnell heimisch fühlen, aber dennoch immer ein gewisses Unbehagen vorhanden ist. Die Auswahl an Landschaften ist hier breit gefächert und bietet neben dichten Wäldern, steinigen Hügeln und endlosen Sandwüsten auch Gewässer verschiedener Arten sowie unterschiedliche Gewächse und Kreaturen. Grelle bunte Alienpflanzen in allen Regenbogenfarben, riesige Spinnentiere oder Insekten oder auch die dampfenden Überreste unseres Raumschiffs, die sich über das komplette Areal verteilen, erinnern uns dabei immer wieder daran, dass wir uns nicht im Urlaub, sondern auf einem unbekannten Himmelskörper befinden, der uns nicht nur freundlich gesinnt ist. Um die Welten lebendig und atmosphärisch wirken zu lassen, setzen die Entwickler auf einen stimmungsvollen Tag- und Nachtwechsel, auf Bäume, Sträucher und Gräser, die sich im Wind bewegen, oder auch auf gelungene Feuer-, Nebel- und Lichteffekte sowie Spiegelungen auf der Wasseroberfläche.

Die grafische Präsentation ist durchgehend auf einem sehr ordentlichen Niveau und lässt uns dann, wenn wir die klassische Draufsicht der Aufbausimulation verlassen, um näher ans Geschehen heran zu zoomen, auch zahlreiche Details erkennen. Diese reichen von einzelnen Grashalmen und kleinsten Blüten am Boden bis hin zu den glaubhaften Bewegungen und Gesichtszügen der Überlebenden.  Aber auch die zahlreichen wilden Kreaturen, von gutmütigen Herdentieren, über bedrohliche Riesenskorpione, bis hin zu unterschiedlichen vogelartigen Wesen, wurden sehr detailliert umgesetzt und überzeugen mit individuellen Bewegungsmustern und Verhaltensweisen sowie mit erkennbaren Stimmungen und Charakterzügen. Hinzu kommt ein äußerst interessanter Soundtrack mit Wild-West-Vibes, der mit seinen eingängigen Gitarrenklängen einerseits gemütlich und beruhigend wirkt, aber schon auch einige dissonante Akkorde mitbringt, die die Fremde der Welt unterstreichen.

eyjidwnrzxqioijmcm9udgllci1jbxmilcjrzxkioiiymdizlta0l3nhzc1tby1zdxj2axzvcl9zy3jlzw5zag90xze5mjb4mta4mf93bs5qcgcilcjlzgl0cyi6eyjyzxnpemuionsid2lkdggioje5mjb9fx0=

Fazit

Stranded: Alien Dawn sticht mit seinem außergewöhnlichen Ansatz ohne Frage aus dem Aufbau-Genre heraus, gerade aufgrund des gelungenen Survival-Spielgefühls oder der überraschend detailliert ausgefallenen Einflüsse aus dem Bereich der Lebenssimulationen. Aber nicht nur in Sachen Gameplay, sondern auch im Hinblick auf die Präsentation kann der Titel ordentlich punkten, denn die fremden Welten werden stimmungsvoll in Szene gesetzt und wirken dabei stets vertraut, aber eben auch ein Stück weit bedrohlich und mysteriös, sodass wir förmlich dazu eingeladen werden, die Umgebung zu erkunden und die hiesige Flora und Fauna genau unter die Lupe zu nehmen. Die unterschiedlichen Spielvarianten mit ihren zahlreichen Anpassungsoptionen sorgen zudem dafür, dass jeder Spielertyp ein zu ihm passendes Spielerlebnis bekommt. Eine Sache, die einer richtig guten Wertung dann am Ende aber doch im Weg steht, ist die (Controller-) Steuerung, denn diese ist in vielen Bereichen eine echte Herausforderung. Während die grundlegende Interaktion mit der Spielwelt und den Figuren noch recht gut funktioniert, ist das Hin- und Herschalten zwischen den verschiedenen Menüs umständlich, unpräzise und komplett unintuitiv, sodass man ständig auf der Suche nach den passenden Tasten ist und auch immer wieder Dinge auswählt, die man überhaupt nicht haben wollte. So gelangt man häufig nicht ins gewünschte Fenster, kann nicht bequem zwischen den Reitern wechseln oder findet die passende Taste zum Bestätigen nicht, da sich diese, je nach Menü, unterscheidet. Es bleibt zu hoffen, dass die Entwickler bei der Steuerung noch nachjustieren, denn das Spiel an sich hätte dahingehend definitiv eine bessere Umsetzung verdient.

Pro:
  • Gelungene Verschmelzung von Aufbauspiel, Survival und Lebenssimulation
  • Stimmungsvolle Welten mit hochwertiger grafischer Inszenierung
  • Außergewöhnliches Aufbau-Gameplay, bei dem statt kompletter Gebäude einzelne Komponenten gebaut werden
  • Bestimmte Objekte lassen sich auf mehrere Arten nutzen
  • Detaillierte Ausarbeitung der Charaktere sowie ihrer Fähigkeiten, Wünsche und Bedürfnisse
  • Drei unterschiedliche Spielmodi mit individuellen Besonderheiten
Contra:
  • Teils komplett unkomfortable Menüführung
  • Umständliche und unzugängliche Tastenbelegung
  • Bestimmte Befehle liegen je nach Menü auf unterschiedlichen Tasten
  • Keine Mehrspieleroption
  • Aktuell nur zwei Welten
Gameplay:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Grafik:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Sound:
3 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Atmosphäre:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Unsere Wertung: 7.0 / 10
Spiel getestet auf: PS5
Daniel Walter

Daniel Walter

Ein begeisterter Konsolenspieler mit einem breit gefächerten Interessengebiet. Neben Shooter-Serien wie Battlefield oder Call of Duty gehören auch Action-Adventures wie klassische Assassin's Creeds, die Batman-Arkham-Reihe oder The Last of Us Part 1/2 zu den bevorzugten Titeln. Hinzu kommen Survival-Games wie ARK, Horror-Klassiker a la Resident Evil sowie Open-World-Abenteuer im Stile von Far Cry oder Red Dead Redemption. Sport-Franchises wie FIFA oder Tour de France erweitern das Interessenfeld, ebenso wie sämtliche Titel aus dem Star-Wars-Universum.

Schreibe einen Kommentar