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Train Sim World 7Train Sim World 7
Review

Train Sim World 7 im Test: Neue Züge auf alten Schienen

Von Till Eilert am 4. Oktober 2026. Getestet auf PC. 6 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

Auch dieses Jahr bringt Dovetail Games wieder ihren bewährten Train Sim World auf den Markt. Ob es sich dieses Mal lohnt auf den Zug aufzuspringen, klären wir im Test.

Von Miami bis Franken

Im Allgemeinen steht Train Sim World für eine realitätsnahe Simulation, in der wir die Welt der Eisenbahn nicht nur aus dem Führerstand erleben, sondern auch zu Fuß erkunden können. Auch die siebte Ausgabe bleibt diesem Konzept treu und bringt drei neue Strecken ins Spiel: Florida Tri-Rail, das Airedale & Wharfedale Network sowie die Bahnstrecke Nürnberg – Würzburg.

Wer einmal den amerikanischen Nahverkehr unter Palmen erleben möchte, kommt an Florida Tri-Rail kaum vorbei. Zum ersten Mal führt uns Train Sim World nach Südflorida, genauer gesagt von Miami Airport über Fort Lauderdale bis nach Boca Raton.

Dabei übernehmen wir die Tri-Rail BL36PH oder F40PH und befördern die Fahrgäste durch den Sunshine State. Auch der Güterverkehr kommt nicht zu kurz. CSX-Lokomotiven übernehmen Frachtaufgaben, während unter anderem Dura-Max-Stein-Schüttgutwagen bewegt werden.

In der Deluxe Edition wartet mit der Tri-Rail GP49H-3 eine weitere Diesellokomotive auf ihren Einsatz. Damit wird der Güterverkehr rund um Miami noch einmal interessanter und sorgt für eine willkommene Abwechslung zum klassischen Pendlerbetrieb.

Wer lieber durch grüne Landschaften fährt, dürfte beim Airedale & Wharfedale Network auf seine Kosten kommen. Die Strecke führt uns durch die malerischen Yorkshire Hills im Norden Englands und bietet wieder sowohl Pendlerverkehr als auch Güteraufgaben.

Mit der Northern BR Class 331 und dem LNER Azuma stehen gleich zwei moderne Triebzüge für den Personenverkehr bereit. Während die Class 331 den Regionalverkehr übernimmt, geht es mit dem Azuma deutlich schneller durch die Landschaft. Für Abwechslung sorgt außerdem die BR Class 66, mit der wir den Steinbruchbetrieb in Rylstone bedienen und Kalkstein mit den HYA-Schüttgutwagen transportieren. Zusätzlich bietet die Deluxe Edition die Northern BR Class 333.

Für deutsche Eisenbahnfreunde dürfte allerdings die Bahnstrecke Nürnberg – Würzburg das eigentliche Highlight des Train Sim World 7 darstellen. Durch die sanfte Hügellandschaft Frankens führt die Route von Nürnberg über Ansbach und Neustadt an der Aisch bis nach Würzburg und bietet dabei eine gelungene Mischung aus Regional-, Fern- und Güterverkehr.

Im Führerstand stehen die DB BR 440, die DB BR 442 „Talent 2“ sowie die DB BR 193 Vectron bereit. Besonders abwechslungsreich wird der Betrieb durch das unterschiedliche Verkehrsaufkommen und die Kombination aus modernen Triebzügen und lokbespannten Leistungen.

In der Deluxe Edition darf außerdem der DB BR 412 ICE 4 auf die Strecke. Der moderne Hochgeschwindigkeitszug ergänzt das deutsche Angebot um einen echten Fernverkehrsklassiker und kann damit das ICE Aufgebot des Train Sim World vervollständigen.

Mehr als nur Zugfahren

Spielerisch geht Train Sim World 7 einen weiteren Schritt und erweitert das bekannte Konzept um einige interessante Neuerungen. Besonders spannend ist der neue Gütertransporter. Statt immer nur vorgegebenen Fahrplänen zu folgen, können wir Güterwagen nach eigenen Vorstellungen bewegen, Züge zusammenstellen und die Wagen zu ihren jeweiligen Zielen bringen. Rangieren, Verschieben und Transportieren werden damit stärker zu einer eigenen Aufgabe und sorgen für zusätzliche Freiheit.

Ebenfalls neu ist das Live-Wetter. Aktuelle Wetterbedingungen können direkt ins Spiel übernommen werden und sorgen damit für wechselnde Bedingungen während unserer Fahrten. Regen, Schnee, Sonnenschein oder bewölkter Himmel können die Atmosphäre einer Fahrt deutlich verändern.

Auch beim Einstieg in die Simulation hat sich etwas getan. Die vereinfachte Steuerung soll Anfängern den Einstieg erleichtern, während erfahrene Spieler weiterhin die volle Simulationstiefe nutzen können. Zusätzlich lassen sich Sicherheitssysteme wie AWS oder PZB standardmäßig aktivieren, sodass wir beim Übernehmen eines Zuges nicht erst sämtliche Systeme selbst einschalten müssen.

Optisch legt Train Sim World 7 ebenfalls nach. Die neue Grafikstufe „Episch“, verbesserte Sichtweiten und Schatten sowie die neue Beleuchtung für TOD4-Strecken sollen für eine noch stimmungsvollere Darstellung sorgen. Auf dem PC kommen außerdem DirectX 12 sowie moderne Upscalingtechniken wie DLSS 4.5 und FSR 4 hinzu, sowie Framegeneration.

Am grundsätzlichen Spielablauf hat sich dagegen wenig verändert. Nach wie vor können wir uns durch Szenarien arbeiten, komplette Fahrplantage absolvieren, im Freien Spiel eigene Fahrten zusammenstellen oder als Zugbegleiter virtuelle Tickets kontrollieren.

Zum Reinschnuppern bietet Dovetail weiterhin die Free Starter Edition an. Diese stellt mit dem Trainingszentrum einen kostenlosen Einstieg bereit, in dem die Grundlagen des Lokomotivbetriebs erlernt werden können. Damit eignet sich Train Sim World 7 auch für Einsteiger, die zunächst herausfinden möchten, ob die komplexe Zugsimulation überhaupt etwas für sie ist.

Kritik muss sich der Zugsimulator allerdings auch in seiner siebten Ausgabe gefallen lassen. Zum einen gibt es nach wie vor jede Menge kleinere Bugs und technische Unsauberkeiten, die den ansonsten hohen Realismus gelegentlich ausbremsen können. Teilweise funktionieren Abläufe oder Bedienelemente nicht so zuverlässig, wie man es von einer Simulation dieser Größenordnung erwarten würde. Auch bei Signalen und der allgemeinen Streckenlogik kann es weiterhin zu Ungereimtheiten kommen.

Deutlich schwerer wiegt allerdings die technische Performance. Trotz leistungsfähiger Hardware kann Train Sim World 7 teilweise erstaunlich unperformant laufen. Selbst auf einem System mit einer RTX 4080, einem Ryzen 7 9800X3D und 32 GB Arbeitsspeicher kommt es je nach Strecke und Situation zu deutlichen Rucklern und Einbrüchen der Bildrate. Hier wäre eine bessere Optimierung dringend wünschenswert, denn selbst potente Gaming-PCs sind nicht davor gefeit, dass das Spielerlebnis durch Nachladeruckler oder schwankende Frameraten ausgebremst wird.

Auch der enorme Umfang des Spiels hat seine Schattenseiten. Insbesondere beim Speicherplatz. Wer bereits zahlreiche Strecken und Fahrzeuge aus den vorherigen Teilen besitzt, kann sich eine gewaltige Sammlung aufbauen. Zwar werden bestehende Inhalte unterstützt und können in Train Sim World 7 weiterverwendet werden, gleichzeitig wächst der benötigte Speicherplatz dadurch auf rund 225 GB an. Das ist eine enorme Größe und dürfte gerade für Spieler mit kleineren SSDs zunehmend zum Problem werden. Die schiere Menge an Inhalten macht Train Sim World damit nicht nur umfangreicher, sondern auch zunehmend unübersichtlich und speicherhungrig.

Fazit

Train Sim World 7 ist erneut ein umfangreicher und detailverliebter Zugsimulator, der vor allem mit seinen abwechslungsreichen Strecken und der großen Auswahl an Fahrzeugen punktet. Die drei neuen Strecken bieten unterschiedliche Szenarien und sorgen dafür, dass sowohl Fans des deutschen als auch des britischen und amerikanischen Bahnverkehrs auf ihre Kosten kommen. Wer gerne selbst Züge fährt, Strecken erkundet und dabei Wert auf einen hohen Simulationsgrad legt, bekommt auch mit der siebten Ausgabe wieder jede Menge geboten.

Allerdings fällt der Sprung gegenüber den Vorgängern kleiner aus, als man es von einem neuen Hauptteil erwarten könnte. Wirklich bahnbrechende Neuerungen bleiben aus, während gleichzeitig die technische Seite weiterhin nicht vollständig überzeugen kann. Die teilweise schwache Performance ist angesichts leistungsfähiger Hardware besonders ärgerlich und trübt den ansonsten gelungenen Gesamteindruck. Hinzu kommen kleinere Bugs, gelegentliche Ungereimtheiten bei der Streckenlogik und ein enormer Speicherbedarf von rund 225 GB.

Train Sim World 7 ist damit weniger eine Revolution als vielmehr eine konsequente Weiterentwicklung der bekannten Formel. Eisenbahnfreunde erhalten erneut viele Stunden abwechslungsreichen Spielspaß und eine beeindruckende Menge an Inhalten. Wer allerdings bereits umfangreich in die Vorgänger investiert hat, sollte sich genau überlegen, ob die Neuerungen den erneuten Einstieg rechtfertigen. Für Neueinsteiger bleibt Train Sim World 7 dagegen eine der derzeit umfangreichsten Möglichkeiten, virtuell auf die Schiene zu gehen.

Pro:
  • Drei abwechslungsreiche neue Strecken in Deutschland, Großbritannien und den USA
  • Große Auswahl an Fahrzeugen und Verkehrsszenarien
  • Bestehende Inhalte aus den Vorgängern können weiter genutzt werden
  • Live-Wetter sorgt für zusätzliche Dynamik
  • Neue Inhalte bieten erneut viele Stunden Spielzeit
  • Große Freiheit bei der Erkundung und beim Fahren der Strecken
  • Für Eisenbahnfreunde weiterhin eine der umfangreichsten Simulationen auf dem Markt
Contra:
  • Im Vergleich zu den Vorgängern nur wenige wirklich neue Funktionen
  • Teilweise sehr schlechte Performance trotz leistungsfähiger Hardware
  • Ruckler und Framerate-Einbrüche können auch auf High-End-PCs auftreten
  • Kleinere Bugs und technische Unsauberkeiten
  • Gelegentliche Ungereimtheiten bei Signalen und Streckenlogik
  • Enormer Speicherbedarf von rund 225 GB
  • Für Besitzer umfangreicher TSW-Vorgängerinhalte ist der Mehrwert des neuen Hauptteils begrenzt
Story:
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Gameplay:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Grafik:
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Sound:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Atmosphäre:
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Unsere Wertung: 7.5 / 10
Spiel getestet auf: PC

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Till Eilert

Till Eilert

Passionierter PC und Konsolenspieler. Fokus liegt auf Einzelspielererlebnissen

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