

Trivia Murder Party 3 im Vorabtest: Quizzen, lachen und um das eigene Leben fürchten
Mit Trivia Murder Party 3 kehrt eines der wohl bekanntesten Spiele aus dem Jackbox Kosmos zurück. Statt das Quiz erneut als Teil eines umfangreichen Party Packs zu veröffentlichen, wagt Jackbox Games diesmal den Schritt zum eigenständigen Spiel. Das Grundprinzip bleibt dabei vertraut: Eine Gruppe von bis zu acht Spielern beantwortet Fragen, sammelt Punkte und versucht gleichzeitig, nicht dem nächsten tödlichen Minispiel zum Opfer zu fallen. Neu ist unter anderem die technische Basis. Trivia Murder Party 3 ist das erste Spiel der Reihe, das mit der Unreal Engine umgesetzt wurde. Doch reicht das aus, um aus dem bekannten Konzept ein vollwertiges Einzelspiel zu machen?
Quizzen war selten so tödlich
Das Herzstück von Trivia Murder Party 3 ist und bleibt das Quiz. Die Spieler bekommen Fragen gestellt und müssen möglichst schnell die richtige Antwort auswählen. Wer danebenliegt, kann sich nicht nur über verpasste Punkte ärgern, sondern muss unter Umständen auch um das eigene virtuelle Leben bangen. Dazwischen sorgen verschiedene Minispiele und sogenannte Death Rounds dafür, dass eine Partie nicht einfach zu einer gewöhnlichen Quizshow verkommt.

Gerade für Einsteiger ist das integrierte Tutorial eine angenehm. Die wichtigsten Regeln werden verständlich erklärt, sodass auch Spieler, die bisher noch keinen Kontakt mit Trivia Murder Party hatten, schnell ins Geschehen finden. Das ist insbesondere deshalb hilfreich, weil Jackbox seine Spiele traditionell möglichst unkompliziert zugänglich gestalten möchte. Das es allerdings keine Möglichkeit gibt, diese bei nachfolgenden Runden zu überspringen, zieht manche Abschnitte unnötig in die Länge.
Eine weitere interessante Neuerung sind die Gamechanger. Sie sorgen dafür, dass der Ablauf einer Runde nicht vollständig vorhersehbar bleibt, und können eine Partie noch einmal ordentlich auf den Kopf stellen. Gerade in einer größeren Gruppe entstehen dadurch immer wieder Situationen, in denen sich ein bereits sicher geglaubter Sieg plötzlich in Luft auflöst.
Die einzelnen Runden bleiben angenehm kurz. Das passt hervorragend zum Konzept eines Partyspiels, denn niemand muss erst eine halbe Stunde investieren, bevor die nächste Runde beginnt. Eine Partie lässt sich schnell starten, spielen und anschließend direkt wiederholen. Genau das sorgt dafür, dass Trivia Murder Party 3 auch für spontane Spieleabende gut funktioniert.
Viele Fragen, aber nicht unendlich viel Abwechslung
Beim Umfang zeigt sich eine der größten Stärken von Trivia Murder Party 3. Laut Jackbox bietet der dritte Teil mehr Trivia Fragen als seine beiden Vorgänger. Das merkt man auch beim Spielen. Die Auswahl ist groß genug, dass selbst nach mehreren Partien nicht dieselben Fragen auftauchen. Damit schafft Jackbox eine wichtige Grundlage für die langfristige Motivation. Bei einem Quizspiel wäre es schließlich fatal, wenn man bereits nach wenigen Abenden praktisch alle Antworten kennt. Genau das passiert hier erfreulicherweise nicht.

Gleichzeitig fällt dadurch die unterschiedliche Haltbarkeit der einzelnen Bestandteile umso stärker auf. Während die Fragen eine große Menge bieten, können sich bestimmte Minispiele wiederholen. Das ist kein großes Problem für einzelne Spieleabende, wird bei regelmäßigen Sessions aber zunehmend sichtbar.
Etwas fragwürdig ist außerdem die Umsetzung des Non-US-Centric-Filters. Dieser soll eigentlich dabei helfen, stark auf die USA zugeschnittene Fragen herauszufiltern. In der Praxis macht die Option allerdings keinen merklichen Unterschied. Gerade für Spieler außerhalb der USA wäre hier eine deutlich konsequentere Lokalisierung wünschenswert gewesen. Da es das Quiz-Abenteuer nur auf Englisch gibt, schließt es bestimmte Spielergruppen von vorneherein aus.
Auch das Setting selbst wirkt nicht immer ganz rund. Das Serienmörder Thema gehörte schon immer zur Identität der Reihe, doch in Trivia Murder Party 3 wirkt die Geschichte rund um das Ferienlager stellenweise eher wie eine Begründung dafür, warum die Spieler überhaupt an den tödlichen Quizspielen teilnehmen. Der Rahmen funktioniert, bleibt aber letztlich Beiwerk.
So schick war Trivia Murder Party noch nie
Optisch macht Trivia Murder Party 3 einen deutlichen Sprung nach vorne. Der Wechsel zur Unreal Engine macht sich bemerkbar und verleiht dem Spiel einen wesentlich moderneren Look. Es ist das erste Jackbox Spiel, das auf dieser technischen Grundlage entwickelt wurde, und gerade im direkten Vergleich mit den älteren Teilen ist die Weiterentwicklung gut sichtbar. Dabei verliert das Spiel seinen typischen Stil nicht. Die schräge Präsentation, die überzeichneten Figuren und der morbide Humor bleiben erhalten. Gleichzeitig wirkt die Welt detaillierter und insgesamt hochwertiger.

Gerade für ein Spiel, das hauptsächlich aus Fragen, Menüs und Minispielen besteht, ist der technische Fortschritt nicht unbedingt notwendig. Trotzdem trägt er dazu bei, dass Trivia Murder Party 3 deutlich moderner wirkt als seine Vorgänger. Wer bisher schon Gefallen am visuellen Stil der Reihe gefunden hat, bekommt hier entsprechend die bislang aufwendigste Variante geboten.
Perfekt für den nächsten Spieleabend
Die größte Stärke von Trivia Murder Party 3 ist vermutlich seine Wiederspielbarkeit. Kurze Runden, eine große Zahl an Fragen und die unvorhersehbaren Gamechanger bilden eine Kombination, die gerade in einer Gruppe hervorragend funktioniert.
Hinzu kommt, dass das Spiel sowohl lokal über klassische Jackbox Raumcodes als auch über Online Matchmaking gespielt werden kann. Bis zu acht Spieler können teilnehmen. Damit bleibt das Konzept seinem ursprünglichen Ansatz treu, wird aber gleichzeitig etwas flexibler. Die größte Einschränkung sind erneut die Minispiele. Gerade die Death Rounds können sich bei häufigem Spielen wiederholen. Das fällt vor allem dann auf, wenn man bereits einige Runden mit dem Spiel verbracht hat.

Ein weiterer kleiner Dämpfer ist der Account Zwang für Cosmetics und Anpassungsmöglichkeiten. Wer lediglich mit Freunden ein paar Runden Trivia spielen möchte, braucht eigentlich keine zusätzliche Kontoverwaltung. Für ein Partyspiel, das vor allem durch seine unkomplizierte Zugänglichkeit funktioniert, wirkt dieser zusätzliche Schritt unnötig.
Fazit: Ein starkes Trivia Murder Party, aber ein schwieriger Standalone Titel
Trivia Murder Party 3 macht vieles richtig. Das Quizprinzip funktioniert weiterhin hervorragend, die Runden sind angenehm kurz und die große Menge an Fragen verhindert, dass sich das Spiel zu schnell abnutzt. Die Gamechanger sorgen zusätzlich für unvorhersehbare Momente und können selbst erfahrene Spieler noch überraschen.
Auch technisch ist der dritte Teil ein deutlicher Schritt nach vorne. Die Unreal Engine verpasst dem Spiel einen modernen Look, ohne dabei den charakteristischen Stil der Reihe aufzugeben.
Trotzdem bleibt die Frage, ob Trivia Murder Party 3 wirklich ein eigenständiges Spiel sein musste. Gerade im Vergleich zu den klassischen Jackbox Party Packs wird deutlich, dass hier ein einzelnes Spiel einen Kauf rechtfertigen soll, obwohl das Konzept ursprünglich hervorragend als Bestandteil einer größeren Sammlung funktioniert hat. Das umfangreiche Fragenpaket ist dabei durchaus ein Argument, die wiederkehrenden Minispiele und der unnötige Account Zwang bremsen den Gesamteindruck jedoch etwas.
Wer Trivia Murder Party liebt und regelmäßig mit Freunden spielt, bekommt hier eine moderne und umfangreiche Variante des bekannten Konzepts. Für Gelegenheitsspieler wäre der Titel allerdings vermutlich besser als Bestandteil eines neuen Party Packs aufgehoben. Denn genau dort liegt traditionell eine der größten Stärken von Jackbox: Nicht nur ein Spiel für den Abend zu haben, sondern gleich mehrere völlig unterschiedliche Möglichkeiten, gemeinsam zu lachen.
- Große Auswahl an Trivia Fragen
- Kurze und unterhaltsame Runden
- Gamechanger sorgen für Überraschungen
- Optisch bislang stärkster Teil der Reihe
- Wiederholungen bei Minispielen
- Account für Cosmetics und Anpassungen nötig
- Non US Filter wenig überzeugend
- Serienmörder Setting wirkt teilweise aufgesetzt
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Hat seit dem Gameboy jede Handheld-Generation ausgiebig genutzt. Es stehen vorallem Coop- und Multiplayer-Spiele hoch im Kurs.