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Hardware

Turtle Beach Rematch Wireless Controller im Test: Donkey Kong für die Hände

Von Dominik Probst am 6. März 2026.

Wer eine Nintendo Switch besitzt, kennt das Problem: Der offizielle Pro Controller von Nintendo ist hervorragend – aber auch vergleichsweise teuer. Gerade wenn man einen zweiten Controller für Multiplayer-Abende oder als Alternative sucht, lohnt sich ein Blick auf Drittanbieter. Genau hier setzt Turtle Beach mit dem Rematch Wireless Controller an.

Das Modell mit Donkey-Kong-Design soll nicht nur optisch auffallen, sondern auch funktional überzeugen. Kabellose Verbindung, programmierbare Back-Buttons und eine Akkulaufzeit von bis zu 40 Stunden klingen auf dem Papier jedenfalls vielversprechend. Doch wie schlägt sich der Controller tatsächlich im Alltag – insbesondere im Vergleich zum offiziellen Nintendo Switch Pro Controller?

Wir haben den Rematch Controller im Dock-Modus an der Nintendo Switch 2 getestet und unter anderem mit Dragon Quest VII Reimagined sowie Donkey Kong Bananza gespielt.

Design und Verarbeitung

Der erste Eindruck des Turtle Beach Rematch Wireless Controllers fällt überraschend positiv aus. Obwohl es sich um einen Controller aus einer deutlich günstigeren Preisklasse handelt, wirkt er keineswegs billig. Das Gehäuse fühlt sich stabil an, die Oberfläche sauber verarbeitet und nichts knarzt oder wirkt instabil.

Natürlich darf man ihn nicht mit High-End-Controllern wie dem Nacon Revolution X Unlimited vergleichen – dort spielt die Hardware in einer völlig anderen Liga. Für seine Preisklasse liefert der Rematch Wireless Controller jedoch eine solide Verarbeitung ab, die sich problemlos mit vielen anderen Drittanbieter-Controllern messen kann.

Besonders auffällig ist das Donkey-Kong-Design. Die Oberfläche nutzt einen sogenannten lenticular Effekt, bei dem sich das Motiv leicht verändert, wenn man den Controller bewegt. Dieser Effekt ist kein Marketing-Gimmick, sondern tatsächlich sichtbar. Je nach Blickwinkel verschieben sich die grafischen Elemente, wodurch der Controller lebendiger wirkt als ein simples statisches Design.

Gerade für Nintendo-Fans ist das eine nette Spielerei, die dem Controller einen gewissen Sammlercharakter verleiht.

Ergonomie und Haptik

In der Hand fühlt sich der Controller angenehm leicht an. Gleichzeitig bietet er eine gute Balance zwischen Gewicht und Stabilität. Trotz des geringeren Gewichts wirkt er nicht hohl oder billig. Die Ergonomie orientiert sich stark am klassischen Konsolen-Controller-Layout und liegt insgesamt sehr angenehm in der Hand. Auch längere Spielsitzungen sind problemlos möglich, ohne dass die Hände schnell ermüden. Ein interessantes Detail sind die leicht angewinkelten oberen Schultertasten. Dadurch lassen sich diese auch bei längeren Sessions gut erreichen. Gerade in Kombination mit den Back-Buttons kann das die Handhaltung deutlich entspannen. Die Analogsticks fühlen sich präzise und angenehm weich an. Sie nutzen klassische Analogtechnik und keine Hall-Effect-Sensoren, reagieren im Test jedoch zuverlässig und ohne auffällige Deadzones. Auch nach mehreren Sessions konnten wir kein Stickdrift oder andere Ungenauigkeiten feststellen.

Tasten und Steuergefühl

Bei den Tasten fällt vor allem eines auf: Sie klicken deutlich hörbar. Die Trigger und Schultertasten besitzen ein klares Klick-Feedback, das etwas stärker ausfällt als bei vielen anderen Controllern. Es erinnert weniger an die weicheren Tasten des Nintendo Pro Controllers und eher an mechanischere Buttons. Allerdings wird der Controller dadurch nicht störend laut. Die Lautstärke bewegt sich ungefähr auf dem Niveau eines Xbox-Controllers. Im Gameplay wirkt dieses Klickverhalten sogar recht angenehm, da jede Eingabe ein klar spürbares Feedback liefert. Gerade bei actionreicheren Spielen kann das durchaus von Vorteil sein.

Technik und Features

Der Rematch Wireless Controller verbindet sich kabellos per Bluetooth mit der Nintendo Switch. Die Reichweite liegt laut Hersteller bei etwa 9 Metern. Im Praxistest blieb die Verbindung jederzeit stabil. Bluetooth-Abbrüche oder Verbindungsprobleme traten nicht auf, auch Input-Lag war nicht wahrnehmbar. Die Akkulaufzeit gibt Turtle Beach mit bis zu 40 Stunden an. Während unseres Tests wirkte dieser Wert durchaus realistisch. Selbst nach längeren Sessions musste der Controller nicht ständig ans Ladekabel. Geladen wird über USB-C, ein entsprechendes Kabel liegt dem Controller bei. Praktisch: Während des Ladevorgangs kann man problemlos weiterspielen. Nicht ganz vollständig fällt allerdings die Feature-Liste aus. Im Gegensatz zum offiziellen Pro Controller fehlen einige Funktionen:

  • kein Rumble

  • kein NFC für Amiibo

  • kein Aufwecken der Konsole

Gerade das fehlende Rumble ist etwas schade, da es in vielen Spielen durchaus zur Immersion beiträgt. Wirklich störend ist es jedoch nicht, vor allem wenn man den Controller hauptsächlich für Multiplayer oder Zweitspieler nutzt.

Back-Buttons und Programmierung

Eine der interessanteren Funktionen des Controllers sind die zwei programmierbaren Back-Buttons auf der Rückseite. Die Idee dahinter ist simpel: Häufig genutzte Tasten lassen sich auf die Rückseite legen, sodass man sie mit den Mittelfingern bedienen kann. Gerade in Spielen mit vielen Eingaben kann das die Handhaltung entspannen.

Allerdings ist die Programmierung etwas umständlicher als bei einigen anderen Controllern. Während man bei manchen Modellen einfach den Home-Button gedrückt hält, funktioniert es hier anders:

  1. Programmierknopf drücken

  2. Taste auswählen, die programmiert werden soll

  3. Sobald die LED blinkt, die gewünschte Ziel-Taste drücken

Das funktioniert zwar zuverlässig, ist aber weniger intuitiv. Zusätzlich ist die vollständige Anleitung nur online verfügbar und hauptsächlich auf Englisch, was nicht unbedingt optimal gelöst ist.

Hat man die Belegung jedoch einmal eingerichtet, funktionieren die Back-Buttons zuverlässig und können tatsächlich die Hand entlasten – insbesondere, wenn man sich etwa eine zweite Schultertaste darauf legt.

Praxistest im Gameplay

Im praktischen Einsatz konnte der Controller insgesamt überzeugen. Bei Dragon Quest VII Reimagined fiel vor allem das angenehme Steuergefühl auf. Die präzisen Sticks und das klare Button-Feedback sorgen dafür, dass sich Menüführung und Bewegung sehr angenehm anfühlen. Auch bei Donkey Kong Bananza funktionierte die Steuerung zuverlässig. Gerade in hektischeren Passagen zeigte sich, dass die Sticks präzise genug reagieren und keine Eingaben verschluckt werden. Der fehlende Rumble fällt in solchen Spielen zwar gelegentlich auf, beeinflusst das Gameplay aber kaum. Wichtiger ist, dass keine Latenzprobleme auftreten – und genau das war hier der Fall. Die Steuerung fühlt sich jederzeit direkt und zuverlässig an.

Vergleich zum Nintendo Switch Pro Controller

Der Nintendo Pro Controller bleibt weiterhin der Goldstandard für die Switch. Er bietet hochwertigere Materialien, Rumble, NFC-Unterstützung und einige Komfortfunktionen, die dem Rematch Controller fehlen. Allerdings kostet er auch deutlich mehr. Der Turtle Beach Rematch Wireless Controller positioniert sich deshalb eher als preiswerte Alternative, die viele Kernfunktionen bietet und gleichzeitig einige Extras wie die Back-Buttons integriert. Wer auf Rumble und Amiibo verzichten kann, erhält hier einen Controller, der in vielen Bereichen überraschend nah an den offiziellen Controller herankommt.

Fazit

Der Turtle Beach Rematch Wireless Controller ist eine gute Alternative zum offiziellen Nintendo Pro Controller.

Er überzeugt mit einer guten Ergonomie, stabiler Verarbeitung, präzisen Sticks und einer starken Akkulaufzeit. Auch die kabellose Verbindung funktioniert zuverlässig und ohne spürbare Verzögerung.

Ein paar Features fehlen zwar – insbesondere Rumble und Amiibo-Unterstützung – doch im Alltag fällt das weniger ins Gewicht, als man zunächst denken könnte.

Besonders positiv sind die programmierbaren Back-Buttons und das auffällige Donkey-Kong-Design mit Lenticular-Effekt, das dem Controller eine eigene Identität verleiht.

Wer einen soliden, kabellosen Switch-Controller zu einem moderaten Preis sucht, macht mit dem Rematch Controller wenig falsch.

Pro:
  • Angenehme Ergonomie
  • Leicht und trotzdem stabil verarbeitet
  • Präzise Analogsticks
  • Programmierbare Back-Buttons
  • Gute Akkulaufzeit
  • Stabile kabellose Verbindung
  • Auffälliges Donkey-Kong-Design
  • USB-C Laden möglich
Contra:
  • Kein Rumble
  • Kein Amiibo / NFC
  • Programmierung der Back-Buttons etwas umständlich
  • Anleitung nur online verfügbar                       
Verarbeitung:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Ergonomie:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Technik & Features:
3 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Gameplay & Präzision:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Preis-Leistung:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Unsere Wertung: 8.0 / 10

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Dominik Probst

Dominik Probst

Webentwickler, Technik-Nerd und Gamer aus Leidenschaft seit der Kindheit, mit einem Faible für die komplette The Legend of Zelda- und Halo-Reihe. Dazu fast keine Konsolengeneration ausgelassen und auch sehr interessiert an Indie-Games.

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