Addon/DLC

Two Point Hospital Culture Shock – Der neue DLC im Test

Von Stephanie Walter am 26. Oktober 2020
Publisher: SEGA
Release: 30. August 2018
Genre: Simulation
Entwickler: Two Point Studios
Verfügbar für: PC | Switch | PS4 | Xbox One
USK Altersfreigabe: 0

Die Kunst im County kränkelt, genau wie die Einwohner. Zufall? Künstlerin Zara Fitzpocket glaubt: Auf keinen Fall! Wir sollen daher mit ihr zusammenarbeiten, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Dabei warten 23 neue Objekte, 36 neue Krankheiten und 3 neue Behandlungsräume auf uns.

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Vom Krankenhausleiter zum Serienproduzent

Wir haben uns mittlerweile ja schon einen Namen im Gesundheitswesen gemacht. Zeit, sich einer neuen Herausforderung zu stellen. Los geht’s mit unserem Ausflug in die Kulturszene in den Plywood Studios. Dort sollen wir Patienten am Set von Two Points neuster Krankenhausserie „Tupfer, Spritze, Amnesie“ behandeln und das live vor der Kamera. Die Schauspieler sollen also Patienten heilen, um der Serie rund um den gutaussehenden Oberarzt Roderick Cushion die nötige Authentizität zu verleihen. Ein irrwitziges Vorhaben? Ach was, wir sind dabei und stellen unser medizinisches Wissen in den Dienst des Showbiz.

Unsere Aufgabe ist es also, dafür zu sorgen, dass unsere Darsteller die Patienten nicht um die Ecke bringen, sondern zu fähigen Mitarbeitern werden. Das gilt ganz besonders für unseren unter Amnesie leidenden Hauptdarsteller, den wir zügig ausbilden müssen. Außerdem haben die Produzenten ständig neue Einfälle, wie die Show weitergehen soll. Wenn wir hier Ideen des Produktionsteams erfüllen, z.B. eine bestimmte Anzahl an Mitarbeitern einstellen oder Roderick erfolgreich Patienten behandeln lassen, gibt es eine Finanzspritze für uns. Aber nicht nur die Produzenten und die Darsteller machen uns das Leben schwer. Auch die Zuschauer der Serie nehmen unsere Arbeit genau unter die Lupe. Gibt es einen Shitstorm für unsere Krankenhausserie, sinkt unser Ruf beträchtlich und wir müssen große Marketinggeschütze auffahren, um wieder Patienten ins Krankenhaus zu spülen.

Große Neuerungen dürfen wir im ersten Krankenhaus zwar nicht erwarten, der Storyrahmen ist allerdings eine großartige Idee. Zudem schaffen Plotideen und die Konzentration auf den Oberarzt in Ausbildung zusätzliche Herausforderungen.

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Selbst in Wacken geht es sauberer zu

Unsere nächste Station ist das desaströse Mudbury Festival. Es hat schon bessere Zeiten gesehen und es liegt an uns, die Betreuung der Gäste zu übernehmen und sie gesundheitlich zu versorgen, damit die Veranstaltung wieder so richtig brummt – ganz nach dem Motto: „Getränke, Unterhaltung und medizinische Versorgung“. Das schmutzige Festivalgelände ist eine richtige Brutstätte für Keime aller Art und wir können uns auf jede Menge Musikliebhaber freuen, die auf das Gelände strömen werden.

Wie wir es schon aus den vergangenen DLCs kennen, bauen wir hier unsere Behandlungsräume wieder unter freiem Himmel und die Patienten treten in Wellen auf. Der Platz, der uns zum Bauen zur Verfügung steht, erweitert sich, wenn wir eine bestimmte Anzahl an Wellen bewältigt haben.

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Dann schalten wir auch den Waschraum frei, in dem unsere Krankenpfleger die undankbare Aufgabe haben, die Festivalbesucher, die unter der neuen Krankheit Selbstbeschmutzung leiden, von Dreck und Bakterien zu befreien – innen und außen… Dabei wird das Mudburry Festival zu einer echten Herausforderung, denn mit jeder Welle kommen auch neue Ziele hinzu, die erfüllt werden müssen, um die nächste Welle in Angriff nehmen zu können. Dies sorgt für Chaos pur im Krankenhaus, denn wir kommen nicht drum herum, unsere Klinik am laufenden Band umzustrukturieren, um hier mithalten zu können. Anfangs läuft noch alles ganz entspannt und der Wellenmodus gaukelt uns vor, ausreichend viel Zeit zu haben, um Mitarbeiter, die gerade nicht gebraucht werden, zu schulen und die Einrichtung auf Vordermann zu bringen. Unser Krankenhaus war richtig ordentlich geplant, da tauchen plötzlich 100 Patienten auf, die allesamt an der gleichen Krankheit, der Verwurstung, leiden. Klar, man will den Verrückten, die der Überzeugung sind, dass es aus Karrieregründen das Beste ist, ab sofort immer und überall ein Hotdog-Kostüm zu tragen, ordentlich das Geld aus der Tasche ziehen. Hat man aber nicht genug Budget, um die Hotdogs ausgiebig zu diagnostizieren, muss man sie eben doch schnell zur Behandlung schicken, um sie los zu werden, bevor sie den Löffel abgeben. Uns blieb nichts anderes übrig, als Räume, die schon perfekt ausgestattet waren, zu verkaufen, um genug Geld für die Behandlung der wandelnden Hotdogs zu haben. Am Ende der Welle bleiben verstopfte Toiletten, verschmutze Wege und ein leeres Konto. Die nächste Welle erwartet dann von uns einen tadellosen Ruf… Man kommt also nicht drum herum, seine Klinik ständig komplett umzubauen, richtig schnell zu reagieren und einige Wellen mehrfach zu absolvieren, um hier erfolgreich zu sein.

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Ein Feel-Good-Krankenhaus für die Reichen und Schönen

In der Fitzpocket Akademie, einem exklusiven Anwesen in einem der besten Viertel des County, soll ein Krankenhaus als Ode an die Kunst entstehen. Was das genau bedeutet, können wohl nur wahre Kunstkenner verstehen. Jedenfalls möchte Zara Fitzpocket eine Gala zur Wiederherstellung der Künste feiern und will, dass sich ihre Freunde in unserer Klinik bestens amüsieren. Das bedeutet, dass am laufenden Band VIPs über den roten Teppich in unser Krankenhaus spazieren und uns Ruhm und Geld winken, wenn wir sie überzeugen. Aber Achtung! Wo sich die Reichen und Schönen tummeln, sind auch Paparazzi nicht weit. Diese gilt es möglichst schnell ausfindig zu machen und des Krankenhauses zu verweisen, damit sie uns nicht wertvolle Zeit stehlen. Wie sie sich trotz Tarnung verraten? Sie machen nicht nur Fotos, sondern benehmen sich dermaßen unzivilisiert, dass sie sogar aus den Mülleimern essen, shocking…

In unserem Luxus-Krankenhaus kommt alles auf die Vibe-Wertung an. Unsere Aufgabe ist es also, eine Feel-Good-Klinik auf die Beine zu stellen, in der es hübsch und ordentlich ist und das natürlich bei geringer Sterberate. Schließlich verschandeln die ganzen Toten auf den Fluren nun wirklich die Atmosphäre. Gelingt es uns, die hohen Anforderungen von Zara Fitzpocket zu erfüllen, erhalten wir Zuwendungen, die zwischen 50 und 120 Prozent unserer laufenden Kosten abdecken.

Haben wir genug Geld gespart, können wir weitere Räume der Luxusresidenz freischalten. Da der Aufbau aber recht verschachtelt ausfällt, müssen wir unsere Räume auch hier ständig verschieben und neu planen, um den Platz optimal zu nutzen. Dabei ist es gar nicht so einfach, die geforderte Heilungsrate zu erfüllen. Es gibt anfänglich wenig Platz für Behandlungsräume und man muss nebenbei nicht nur das Personal ausbilden, sondern auch dekorieren und die lästige Presse ausfindig machen.

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Fazit:

Gameplaytechnisch gibt es keine wirklich nennenswerten Neuerungen, aber neue Stolpersteine warten reichlich auf uns. Ich finde den Storyrahmen sehr gelungen und man muss sich schon ins Zeug legen, um die geforderten Aufgaben zu erfüllen, ohne pleite zu gehen oder den Überblick zu verlieren. Dabei kommt es nicht selten vor, dass man sein komplettes Klinikum umstrukturieren muss. Gerade das Mudbury Festival treibt das Chaos auf die Spitze und der Wellenmodus tut der Reihe einfach enorm gut. Diese Herausforderung macht wieder ordentlich Spaß.

Übrigens: Aktuell hat Halloween auch in Two Point Hospital Einzug gehalten…

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Pro:
  • Wellenmodus wieder dabei
  • Lustiger Storyrahmen
  • Neue Aufgaben sehr fordernd
Contra:
  • Keine nennenswerten Gameplay Neuerungen
Humor
5 von 5 Buddies

Spiel getestet auf: PC

Unsere Wertung:

8.0 / 10

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