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Voltaire: The Vegan VampireVoltaire: The Vegan Vampire
Review

Voltaire: The Vegan Vampire im Test: Grünzeug statt Halsschlagader

Von Dominik Probst am 5. Oktober 2026. Getestet auf PS5. 6 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

Vampire haben es heute wirklich nicht leicht. Knoblauch steckt in jeder zweiten Pizza, Sonnencreme reicht nur bis LSF 50 und dann kommt auch noch der eigene Nachwuchs mit neuen Ideen um die Ecke. Voltaire, jüngster Sohn von Graf Dracula höchstpersönlich, hat beschlossen, dass Blut ab sofort vom Speiseplan fliegt. Statt Halsschlagader gibt es Kürbis, Karotten und Haferdrink. Papa findet das, wenig überraschend, überhaupt nicht lustig.

Was nach einer Idee aus einer sehr langen Kneipennacht klingt, ist tatsächlich schon seit 2023 auf dem PC zu haben. Entwickelt hat Voltaire: The Vegan Vampire Digitality Games, als Publisher ist indie.io an Bord und für die Konsolenvarianten JanduSoft. Nach dem Abstecher auf die Switch hat sich der grüne Blutsauger Ende September auch auf PS5 und Xbox Series X|S geschlichen, für 19,99 Euro. Spielerisch erwartet euch ein Mix aus Farming-Simulation und Action-Roguelite. Tagsüber pflanzt ihr Gemüse an, nachts verteidigt ihr eure Beete gegen Draculas Schergen. Wer Atomicrops kennt, ahnt bereits, wohin die Reise geht.

Wir hatten ehrlich gesagt richtig Lust auf diesen schrägen Genremix. Eine charmante Prämisse, ein schicker handgezeichneter Look und die Aussicht auf gemütliches Gärtnern mit einer ordentlichen Portion Nachtstress dazu. Ob der vegane Vampir auf der PS5 genug Biss hat, um uns länger an den Controller zu fesseln, haben wir uns genauer angeschaut.

Papa ist nicht amüsiert

Die Geschichte von Voltaire: The Vegan Vampire ist schnell erzählt und will auch gar nicht mehr sein. Voltaire verkündet seinen neuen Lebensstil, Dracula reagiert so verständnisvoll, wie man es von einem jahrhundertealten Blutsauger erwarten kann, und schon hängt der Haussegen in Transsilvanien schief. Mit Hilfe von Onkel Frank und Onkel Stein, die sich praktischerweise einen Körper teilen, setzt sich Voltaire aufs Land ab und baut sich dort eine eigene kleine Farm auf. Papa schickt ihm daraufhin Nacht für Nacht seine Schergen hinterher, damit der Sohnemann wieder auf rote Kost umschwenkt.

Der Humor lebt fast komplett von Wortspielen rund um Gemüse, Blut und Familienzwist. In den ersten Stunden haben wir dabei öfter geschmunzelt, denn die Mischung aus Gothic-Kitsch und Bio-Laden hat Charme. Mit der Zeit nutzt sich der Gag allerdings ab. Irgendwann ist der hundertste Kalauer über Kürbisse eben auch nur noch Hintergrundrauschen. Ihr solltet zudem wissen, dass es auch auf der PS5 keine deutschen Texte gibt. Wer mit Englisch nicht warm wird, verpasst einen guten Teil des Witzes, denn der steckt fast komplett im Wortspiel.

Bauer sucht Brokkoli

Tagsüber schlüpft ihr in die Rolle des Hobbygärtners. Ihr pflanzt magische Samen, sammelt Wasser, kümmert euch um eure Beete und erkundet die Umgebung nach neuen Ressourcen. Dabei behaltet ihr ständig euren Hunger im Blick, denn jede Aktion zehrt an Voltaires Kräften. Wer hier schlampt, riskiert, dass die Nacht früher hereinbricht und die Gegner deutlich kräftiger zuschlagen. Ein cleverer Kniff, der dem Tagesablauf zumindest ein bisschen Druck verleiht.

Das Problem ist nur, dass sich dieser Tagesablauf kaum verändert. Gießen, ernten, laufen, wieder gießen. Was in den ersten Runden noch gemütlich wirkt, wird spätestens nach ein paar Runs zur Pflichtübung. Die Farmphase bietet zu wenig Abwechslung, um auf Dauer mitzureißen, und fühlt sich dadurch spürbar grindig an. Wir haben uns öfter dabei ertappt, wie wir den Tag einfach nur möglichst schnell abgehakt haben, um endlich zum spannenderen Teil zu kommen. Und das ist bei einem Spiel, das sich zur Hälfte als Farming-Simulation versteht, kein gutes Zeichen.

Wenn die Sonne sinkt, steigt der Puls

Sobald ihr euch in euren Sarg legt, beginnt die Nacht und mit ihr die Action. Draculas Monster strömen auf eure Farm und haben es vor allem auf eure frisch gesprossenen Pflanzen abgesehen. Nett gelöst ist, dass die Art der Gegner davon abhängt, was ihr tagsüber angebaut habt. Eure Entscheidungen auf dem Acker haben also tatsächlich Folgen für die Nacht. Voltaire selbst nimmt dabei keinen Schaden. Verloren habt ihr erst, wenn die Horden eure Verteidigung durchbrechen und das Haus erreichen.

Die Nächte sind deutlich stressiger als der gemütliche Tag, bleiben aber meist gut machbar. Das Kampfsystem startet allerdings sehr simpel mit gerade einmal einem Angriff. Fallen und Verteidigungspflanzen ergänzen das Ganze, nur geht das Platzieren nie wirklich flüssig von der Hand. Dazu kommt, dass die Kombination aus 2D-Figuren und dreidimensionalen Arenen das Zielen gelegentlich fummelig macht. Für Abwechslung sorgt alle sieben Nächte ein Grim Lord, der als Boss zusätzliche Monster mitbringt und euch ordentlich ins Schwitzen bringt. Gerade diese Momente zählen zu den Highlights.

Wer Atomicrops gespielt hat, erkennt das Grundprinzip sofort wieder. Dort greifen Farmen und Ballern allerdings deutlich enger ineinander. Bei Voltaire: The Vegan Vampire wirken Tag und Nacht eher wie zwei Spiele, die sich eine Wohnung teilen und sich nur gelegentlich im Flur begegnen.

Ewiges Leben, ewiger Loop

Für jeden besiegten Gegner sammelt ihr Erfahrung. Steigt Voltaire im Level auf, wählt ihr neue Perks, etwa zusätzliche Angriffe oder Fallen zum Schutz eurer Ernte. Im Laufe der Zeit verwandelt sich der junge Vampir zudem in höhere Vampirformen mit neuen Fähigkeiten. Das motiviert anfangs durchaus, denn jede neue Option verändert die Nächte spürbar. Scheitert ein Run, startet ihr mit neuem Wissen und frischen Freischaltungen erneut.

Die meisten Verbesserungen drehen sich allerdings um den Kampf, während die Farmphase davon kaum profitiert. Genau dort, wo das Spiel die meiste Abwechslung bräuchte, passiert also am wenigsten. Eine nette Dreingabe sind die verschiedenen Outfits, mit denen ihr eurem Charakter im Kleiderschrank ein neues Aussehen verpasst und sogar eine andere Figur wählen könnt. Den lokalen Koop für zwei Personen bietet das Spiel ebenfalls an. Wir haben uns allein durch die Nächte gekämpft, zu zweit dürfte sich der Grind aber spürbar besser verteilen.

Hübsch gruselig auf der PS5

Optisch macht Voltaire: The Vegan Vampire richtig was her. Der handgezeichnete Stil trifft die Balance aus niedlich und makaber ziemlich gut. Knubbelige Monster, schief stehende Grabsteine und leuchtende Gemüsebeete ergeben eine Welt, in der man sich gern umschaut. Der Wechsel von freundlichem Tageslicht zu düsterer Nachtstimmung sitzt ebenfalls.

Auch die Musik passt sich dem Rhythmus an. Tagsüber dudelt es fröhlich vor sich hin, nachts wird es angenehm schaurig. Technisch gibt es auf der PS5 nichts zu meckern. Die Portierung läuft sauber, Abstürze oder nervige Bugs sind uns nicht begegnet, und die Steuerung mit dem Controller funktioniert problemlos.

Fazit

Ich hatte mich ehrlich auf Voltaire: The Vegan Vampire gefreut. Die Idee vom veganen Dracula-Sohn ist herrlich absurd, der Look ist charmant und auf dem Papier klingt der Mix aus Farming und Action-Roguelite nach genau dem richtigen Snack für zwischendurch. Gepackt hat mich das Spiel am Ende aber nicht so richtig. Die Nächte machen Laune, vor allem wenn ein Grim Lord auftaucht, doch der Tag fühlt sich schnell nach Arbeit an. Und weil das Spiel ständig zwischen beiden Hälften wechselt, bremst die eintönige Farmarbeit den ganzen Rhythmus aus.

Schlecht ist Voltaire: The Vegan Vampire deshalb keineswegs. Die PS5-Version läuft tadellos, die Präsentation ist liebevoll und für 19,99 Euro bekommt ihr ein ordentliches Indie-Spiel mit einer wirklich frischen Prämisse. Wer Atomicrops mochte und mit Englisch kein Problem hat, kann einen Blick riskieren. Für den großen Biss fehlt mir aber die Abwechslung.

Pro:
  • Herrlich schräge Prämisse rund um den veganen Dracula-Sohn
  • Charmanter handgezeichneter Look zwischen niedlich und makaber
  • Bosskämpfe gegen die Grim Lords sorgen für Abwechslung
  • Angebautes Gemüse beeinflusst die nächtlichen Gegner
  • Stimmige Musik mit klarem Tag-Nacht-Kontrast
  • Saubere PS5-Portierung ohne technische Probleme
  • Lokaler Koop für zwei Personen
Contra:
  • Farmphase wird schnell eintönig und grindig
  • Kampfsystem startet sehr simpel
  • Fallen platzieren und Zielen teils fummelig
  • Progression bringt dem Farming kaum Neues
  • Wortwitz nutzt sich mit der Zeit ab
  • Keine deutschen Texte
Story:
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Gameplay:
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Grafik:
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Sound:
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Atmosphäre:
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Unsere Wertung: 7 / 10
Spiel getestet auf: PS5

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Dominik Probst

Dominik Probst

Webentwickler, Technik-Nerd und Gamer aus Leidenschaft seit der Kindheit, mit einem Faible für die komplette The Legend of Zelda- und Halo-Reihe. Dazu fast keine Konsolengeneration ausgelassen und auch sehr interessiert an Indie-Games.

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