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Review

Woodo im Test: Ein Sommermärchen in lebendigen Holz-Dioramen

Von Simone Jung am 30. September 2026. Getestet auf PS5. 7 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

Mit Woodo liefert der Publisher Daedalic Entertainment ein Cozy-Puzzlespiel rund um die Füchsin Foxy, deren Geschichte sich mit jedem eingefügten Stück mehr und mehr zusammensetzt. Dabei baut das Konzept auf die Ausgestaltung von Miniaturwelten mit Holzteilen. Doch ob bei genauerer Betrachtung der Holzleim hält oder das Diorama in sich zusammenfällt, zeigt sich in unserem Test.

Dort, wo sich Fuchs und Frosch gute Nacht sagen

Die junge Füchsin Foxy hat sich ihre Sommerferien definitiv anders vorgestellt. Angekommen am entferntesten Winkel der Welt, muss das Vollblut-Stadtkind als Erstes vollauf entsetzt feststellen, dass es ja gar kein WLAN gibt. Dann wird sie, typisch Dorf, von den Einheimischen direkt als Fremde enttarnt aufs Genauste gemustert und das Krähen des Hahns in den frühen Morgenstunden ist unerträglich. Kurzum: Was für ein heftiger Kulturschock! Und die Aussicht, eine so lange Zeit in ihrem unerwünschten Exil verbringen zu müssen, ist mehr als nur niederschmetternd. Doch unter den Erwachsenen in dem verschlafenen Dorf gibt es auch den Frosch Ben, der mit dem Leben hier kein Problem hat. Ja, ganz im Gegenteil, er blüht darin sogar regelrecht auf – etwas, was Foxy überhaupt nicht nachvollziehen kann… Oder vielleicht doch?

Eine unbeschriebene Blaupause

Das Gameplay von Woodo folgt passend zur Storyprämisse einem entschleunigten Ansatz und begegnet uns in einem sehr schön gestalteten Einstieg bereits im Intro, bevor wir schließlich im Detail in Foxys Geschichte eintauchen. Der rückblickenden Erzählung der Protagonistin folgen wir ohne Zeitdruck über verschiedene, vorgefertigte Dioramen, deren weiße Tristesse wir mit Hilfe von großen und kleinen Puzzleteilen mit Farbe und Leben füllen sollen.

Jedes bunte Teil ist dabei individuell und passt ganz im klassischen Puzzlekonzept nur in die speziell dafür vorgesehene Stelle in der Darstellung. Um diese zu finden, betrachten wir zunächst einmal die vor uns liegende Szenerie genauer. Hierzu drehen wir die Kamera und zoomen nach Belieben hinein und hinaus. Per Klick auf einen Bereich im Raum können wir nochmals gezielter direkt dorthin springen. Haben wir den Bestimmungsort von einem Einzelteil aus unserem Sammelsurium am rechten Bildschirmrand gespottet, packen wir das Element und ziehen unseren Cursor an den erspähten Platz. Liegen wir richtig, können wir es schließlich dort einfügen. Die Steuerung der Konsolenversion ist dazu gut umgesetzt. Sie ist eingängig, griffig und geht stets gut von der Hand, wenn sie auch im Vergleich zur Maussteuerung der PC-Version, die wir auf der gamescom testen durften, ein klein wenig ungenauer ist und manchmal eine Nachjustierung erfordert.

Je mehr Bestandteile wir einfügen, desto mehr fügt sich das Gesamtbild zusammen. Darüber hinaus wird es oftmals sogar einfacher, manche Puzzlestücke der Halde zuzuordnen, wenn sich aus der ursprünglich nur weißen Vorlage mehr und mehr kräftige Details herauskristallisieren, die uns den Zweck eines Einzelteils besser erkennen lassen. Zudem gibt es verschiedene Hilfestellungen, die uns bei Bedarf unter die Arme greifen. Zum einen können wir die Stärke einer Art Magnetismus festlegen, der ein ausgewähltes Teil auf seinen angestammten Platz im Bild zieht, wenn wir mit dem Cursor in die Nähe kommen. Zum anderen können wir uns jederzeit auf Knopfdruck einen aussagekräftigen Tipp geben lassen, wenn wir einmal partout nicht weiterwissen.

Astreine Holzbauweise

Obwohl die Grundsteuerung gleich bleibt, bietet Woodo im Spielverlauf ordentlich Abwechslung. Jeder der 13 Level wird anders präsentiert. So haben wir einmal einen Raum, dessen Inhalt wir erkunden – ein Blick in die versteckten Details inklusive, denn Schubladen und andere Verstaumöglichkeiten sind durchaus Bestandteile des Puzzlebildes. Ein anderes Mal folgen wir Etappen aus Foxys Erlebnissen, die nahtlos um ein Haus herum oder entlang eines Weges angeordnet sind. Auch schalten wir oftmals ab einem bestimmten Levelfortschritt einen weiteren Bereich innerhalb der Szene, wie beispielsweise Foxys Rucksack, frei, der ein weiteres, eigenständiges Rätsel beinhaltet. Weiterhin sind wir sogar angehalten, Teile erst zu finden, bevor wir sie überhaupt einsetzen können. Zudem steigert sich der Schwierigkeitsgrad angenehm, ohne frustrierend zu werden. Besonders gegen Ende des Spiels nimmt der Detailgrad ordentlich zu, womit viel mehr kleine Einzelteile darauf warten, von uns eingebaut zu werden.

Das Ent- und Aufdecken der Szenen macht durchweg unglaublich viel Spaß. Es ist ein sehr freudebringendes Gefühl, wenn wir mit jedem platzierten Element immer mehr erkennen können und dem Ganzen farbenfrohes Leben einhauchen. Zumal sämtliche Dioramen in einem ansprechend süßen Design gehalten sind, das sich in die liebevollen Details erstreckt - wie die herrlich verpennte Spinne, das coole Küken mit Sonnenbrille oder eben einfach nur wunderschöne Blüten. Verwendet wird eine gelungene Holzoptik, die als solche klar erkennbar ist und durch den Werkstoff bereits Wärme und Gemütlichkeit versprüht. Dabei haben es die Entwickler geschafft, trotz des statischen Materials allein durch das Design eine gewisse Lebendigkeit hineinzubringen, von den knuffigen Charakteren bis hin zu den Gegenständen. Unterstützt wird dies weiter dadurch, dass die Dioramen nicht starr bleiben, sondern mit viel Bewegung aufwarten. Nahezu jedes fertiggestellte Gebilde reagiert nämlich auf unseren Cursor und beginnt sich in irgendeiner Form zu regen, wenn wir darüber fahren.

Der Klang der Landidylle

Für weitere Vitalität innerhalb eines Dioramas sorgt der Sound. Zusammen mit der Bewegung beim Berühren von fertig zusammengebauten Bestandteilen mit unserem Cursor erklingt ein kennzeichnendes Geräusch, das für Dynamik sorgt. Während die Lebewesen vor sich hin grummeln, ertönt beim Inventar ein eindrucksvolles Rascheln, Geschirrklappern oder Ähnliches. Gut gefallen hat uns hier ebenfalls wieder die Liebe zum Detail, denn der Kühlschrank fängt zum Beispiel an, erinnernd zu piepsen, wenn er zu lange geöffnet ist.

Zudem untermalt die Musik das Puzzlegeschehen durchweg harmonisch im Hintergrund. Sie wirkt entspannend und trägt zu einer friedlichen Atmosphäre bei, die zum gewählten, ruhigen Landsetting passt. Pausen in der Zeit, nachdem ein Musikstück geendet hat, bis es wieder von vorne beginnt, sind zwar aufgrund der Stille auffällig, aber nicht störend.

In Woodo sind sowohl die Bildschirmtexte als auch die Vertonung der Story erfreulicherweise in recht vielen Sprachen verfügbar. Als hervorragend haben wir die deutsche Sprachausgabe erlebt. Wir verfolgen Foxys ungewöhnliche Sommerferien, wie bereits erwähnt, rückblickend aus ihrer Perspektive. Daher übernimmt sie die Rolle der Erzählerin, die die Szenen im Verlauf unseres Puzzlefortschritts mit weiterer Lebendigkeit versieht, wenn wir einen bestimmten Erfüllungsgrad erreicht haben. Ihre Gefühle werden dabei für jede Situation sehr gut getroffen, sodass wir wirklich mit ihr mitfühlen. Obwohl die Geschichte einem schon eher klassischen Verlauf folgt, wird sie in einem ruhigen Erzähltempo äußerst stimmungsvoll transportiert und liefert einen sehr schönen Rahmen für das Spielgeschehen.

Liebes Tagebuch

Angesichts der liebevoll gestalteten Dioramen verwundert es nicht, dass wir die Möglichkeit bekommen, diese nochmals in Ruhe aus jedem Winkel zu bestaunen. Hierfür können wir den integrierten Fotomodus verwenden. Sobald wir einen Level beendet haben, dürfen wir damit nämlich nach Herzenslust Erinnerungsfotos schießen.

Konnten wir zudem im Eifer des Puzzlegefechts doch einmal Foxys Schilderungen nicht so aufmerksam lauschen oder möchten sie einfach noch einmal Revue passieren lassen, haben wir nach Abschluss eines Levels die Möglichkeit, den Wortlaut in ihrem Notizbuch nachzulesen. Weiterhin schalten wir über einen weiteren Menüpunkt nach und nach Charakterhintergründe zu den Dorfbewohnern frei, welche wir uns als schöne Ergänzung ebenfalls in Textform zu Gemüte führen können. Beide Bereiche sind zudem mit charmanten Zeichnungen versehen, die den Text optisch auflockern.

Zu guter Letzt haben wir im Notizbuch auch eine Übersicht über optionale Trophäen, die wir sammeln können. Hier ist uns allerdings erstmals eine kleine Schwäche von Woodo begegnet. Ein paar der bereits erlangten Trophäen waren offenbar nicht gespeichert worden, denn beim nächsten Spielstart waren sie verschwunden. Glücklicherweise ließen sich die Trophäen recht simpel nochmals nachholen, sodass wir es zwar erwähnen müssen, aber wohlwollend ein Auge zudrücken.

Fazit

Auf der gamescom 2026 hatte der Woodo -Stand schnell meine Aufmerksamkeit gewonnen, weil mir dort insbesondere eine äußerst knuffige Foxy-Figur direkt ins Auge gefallen ist. Leider war aber bereits alles voll, sodass wir erst einmal unverrichteter Dinge weitergegangen sind. Glücklicherweise hat sich zu einem späteren Zeitpunkt dann aber doch noch die Möglichkeit ergeben, sich das Spiel genauer anzusehen und sogar anzuspielen, denn nahezu wie für uns arrangiert, wurden in dem Moment plötzlich alle Plätze frei. Die Demo hat schließlich einen so guten Eindruck hinterlassen, dass ich es mir auf meiner imaginären Most-Wanted-Liste prompt markiert habe.

Auch nun beim zweiten Blick hat mir Woodo wirklich sehr gut gefallen. Es macht absolut Spaß, ohne Zeitdruck der weißen Tristesse der Dioramen-Vorlagen durch bunte Puzzleteile Leben einzuhauchen und dabei die liebevollen Details zu entdecken. Der Schwierigkeitsgrad variiert angenehm und jeder Level wird anders präsentiert, was für schöne Abwechslung sorgt. Die gewählte Holzoptik ist klar erkennbar und versprüht einen eigenen Charme. Das gesamte Design ist so süß und trotz des statischen Materials lebendig. Letzteres wird durch Bewegung und Untermalung mit Soundeffekten nahezu aller zusammengebauten Gebilde bei der Interaktion mit dem Cursor noch verstärkt. Die Musik selbst trägt zur entspannten Atmosphäre bei, während die Geschichte einen schönen Rahmen für das Spielgeschehen liefert und durch die sehr gelungene deutsche Sprachausgabe stimmungsvoll transportiert wird. Kleinere Schwächen sind da kaum der Rede wert. Am kritischsten war der Speicherbug bei den Trophäen, doch da sich diese schnell und unkompliziert erneut sammeln ließen, fällt dies glücklicherweise nicht sonderlich schwer ins Gewicht. Daher lässt sich definitiv festhalten, dass sich das Gesamtbild von Woodo fabelhaft zusammenfügt!

Pro:
  • Sehr schöne Dioramen mit viel Liebe zum Detail
  • Abwechslungsreiche Puzzle-Level
  • Angenehmer Schwierigkeitsgrad
  • Erkennbare Holzoptik mit eigenem Charme
  • Knuffiges Gesamtdesign
  • Stimmungsvolle Geschichte in ruhigem Erzähltempo
  • Entspannte Musik
  • Sehr gelungene, deutsche Sprachausgabe
  • Fotomodus
  • Bildschirmtexte und Sprachausgabe in einigen Sprachen verfügbar
Contra:
  • Konsolensteuerung etwas ungenauer als PC-Steuerung
  • Lange Pausen bei der Musik bis zur erneuten Wiedergabe
  • Speicherbug bei Trophäen, die sich aber simpel erneut erledigen ließen
Story:
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Gameplay:
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Grafik:
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Sound:
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Atmosphäre:
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Unsere Wertung: 9.5 / 10
TestingBuddies Award Silber
Spiel getestet auf: PS5

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Simone Jung

Simone Jung

Konsolenzockerin seit der Kindheit, bevorzugt auf der PlayStation. Zu den Lieblingsspielreihen gehören Grandia, Project Zero, Tomb Raider, Uncharted und Tekken, aber es finden auch gerne mal Indie-Titel den Weg auf den Bildschirm.

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