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You Can Sort It!You Can Sort It!
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You Can Sort It! im Vorabtest: Wenn Aufräumen zur Sucht wird

Von Dominik Probst am 5. Oktober 2026. Getestet auf PC. 3 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

2500 Dosen. So viele habe ich einsortiert, bevor ich mich überhaupt gefragt habe, wie viel Zeit da eigentlich schon vergangen ist. Das sagt eigentlich alles darüber aus, was You Can Sort It! im Kern richtig macht. Du bekommst Dosen in die Hand gedrückt, liest das Etikett und räumst sie ins passende Regal. Mehr Anspruch gibt es erstmal nicht, kein Timer im Nacken, keine Highscore, kein Game Over, das dir am Ende noch den letzten Nerv raubt.

Klingt nach einer schmalen Basis für ein ganzes Spiel, und ehrlich gesagt fällt mir auch kein zweiter Titel ein, der komplett auf dieser einen Mechanik aufbaut. Genau deshalb war ich skeptisch, bevor ich überhaupt die erste Dose in der Hand hatte. Ein "kurz reinschnuppern" wurde dann zu einem Nachmittag, den ich so nicht eingeplant hatte. Was dazwischen passiert ist, und wo das Ganze irgendwann doch an seine Grenzen stößt, dazu jetzt mehr.

Dosen, Dosen, und noch mehr Dosen

Das Prinzip lässt sich in einem Satz erklären, funktioniert im Kopf aber überraschend gut als Belohnungsschleife. Du nimmst eine Dose, liest Geschmack und Marke ab und stellst sie ins richtige Regal. 24 Geschmackskategorien gibt es, dazu die Regel, dass pro Reihe nur eine Marke stehen darf. Klingt nach Bürokratie, fühlt sich aber eher an wie das digitale Äquivalent zum Ausmisten der eigenen Speisekammer, nur ohne das schlechte Gewissen wegen des abgelaufenen Ketchups.

Was das Ganze trägt, sind die 480 einzigartigen Dosen mit eigenem Label-Design. Es ist erstaunlich befriedigend, wenn plötzlich ein neuer Geschmack auftaucht und du kurz überlegen musst, in welche Kategorie der eigentlich gehört. Genau dieser kleine Moment der Unsicherheit, gefolgt vom Klick-Gefühl beim korrekten Einsortieren, ist der Motor, der mich über die ersten paar Stunden getragen hat.

Wenn aus Suchtfaktor plötzlich Monotonie wird

Hier wird es dann ehrlich unrund. Das progressive Upgrade-System soll dafür sorgen, dass du mit der Zeit schneller und effizienter sortierst, und in der Theorie ist das auch ein cleverer Kniff gegen Wiederholung. In der Praxis merkt man nach einigen tausend Dosen aber, dass die Upgrades den Grundvorgang eher beschleunigen als verändern. Du sortierst am Ende immer noch genau das Gleiche, nur mit etwas weniger Klicks pro Dose.

Genau da kippt für mich der erste Eindruck. Die ersten zwei, drei Stunden triggern definitiv den Ordnungsfreak in dir, und ich meine das positiv. Aber je länger man dabei bleibt, desto mehr merkt man, dass die Systemtiefe irgendwann ausgereizt ist und die Motivation eher aus Gewohnheit kommt als aus echtem Reiz. Für ein Spiel ohne Zeitdruck ist das kein Beinbruch, aber auf Dauer merkt man die fehlende Abwechslung schon deutlich.

Setting und Optik in aller Kürze

Viel Aufhebens macht You Can Sort It! um seine Präsentation nicht, und das ist auch völlig in Ordnung so. Die Regale, die Dosen, die Etiketten, alles ist klar lesbar und funktional gestaltet, ohne dass man das Gefühl hat, hier soll optisch geglänzt werden. Für ein Spiel, bei dem die Mechanik im Mittelpunkt steht, ist das genau die richtige Priorität.

Mein Zwischenfazit

Ich muss zugeben, dass mich You Can Sort It! überrascht hat. Ich bin mit ziemlich wenig Erwartung reingegangen und habe dann trotzdem 2500 Dosen lang nicht auf die Uhr geschaut, das muss man dem Spiel erstmal nachmachen. Gleichzeitig sehe ich schon jetzt, wo die Reise für manche Spieler enden könnte. Wer nach den ersten Stunden merkt, dass sich das Sortieren wiederholt statt weiterzuentwickeln, wird schnell die Lust verlieren. Für mich persönlich war genau dieser meditative, forderungsfreie Loop aber ziemlich genau das, was ich gerade gebraucht habe.

Pro:
  • Simples, sofort verständliches Sortierprinzip mit hohem Suchtfaktor
  • 480 einzigartige Dosen-Designs sorgen für angenehme Abwechslung
  • Komplett entspanntes Gameplay ohne Zeitdruck, Punkte oder Game Over
  • Koop für bis zu vier Spieler als vielversprechender Zusatz
Contra:
  • Upgrade-System beschleunigt den Ablauf, verändert ihn aber kaum
  • Auf Dauer merklich eintönig, sobald der Neuheitseffekt nachlässt
Spiel getestet auf: PC

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Dominik Probst

Dominik Probst

Webentwickler, Technik-Nerd und Gamer aus Leidenschaft seit der Kindheit, mit einem Faible für die komplette The Legend of Zelda- und Halo-Reihe. Dazu fast keine Konsolengeneration ausgelassen und auch sehr interessiert an Indie-Games.

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