Review

Zombie Army 4 Dead War – die Zombies sind zurück

Von Daniel Walter am 5. Februar 2020
Publisher: Rebellion
Release: 04. Februar 2020
Genre: Third-Person-Shooter
Entwickler: Rebellion
Verfügbar für: PC | PS4 | Xbox One
USK Altersfreigabe: 18

Mit Zombie Army 4 Dead War wird die Zombieshooter-Reihe der Sniper-Elite-Entwickler Rebellion fortgesetzt. Wie uns der Koop-Titel, der zur Zeit des Zweiten Weltkriegs angesiedelt ist, gefallen hat, zeigen wir euch hier.

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Ihr seid nur alleine, wenn ihr es wollt

Zombie Army 4 hält eine mehrteilige Kampagne für uns bereit, die in insgesamt neun Kapitel unterteilt ist. Die einzelnen Missionen müssen nacheinander absolviert werden, um die jeweils folgende freizuschalten, später können sie bei Bedarf in beliebiger Reihenfolge auch einzeln angewählt werden. Die Missionen der Einzelspielerkampagne können nicht nur alleine, sondern auch im Koop-Modus bestritten werden. Hier ist es zum einen möglich, ein Spiel zu hosten und Onlinemitspielern das Beitreten zu ermöglichen. Es können aber auch gezielt verfügbare Spiele durchsucht werden, um der laufenden Missionen eines Koop-Spielers beizutreten. Wem es nur um das gemeinsame Spielgefühl und nicht um eine spezielle Mission geht, der kann sich außerdem für das schnelle Spiel entscheiden. Wenn wir selbst ein Spiel hosten, entscheiden wir uns zunächst für eine der neun Missionen, bei Bedarf können auch Unterkapitel ausgewählt werden. Zudem stehen mit “einfach”, “mittel” und “schwer” drei Schwierigkeitsstufen zur Verfügung. Des Weiteren können wir festlegen, wie hoch die Anzahl der Gegner ist und ob wir unser Spiel öffentlich oder nur für Freunde zugänglich machen. Zusätzlich zur Kampagne wartet in Zombie Army 4 außerdem ein Hordenmodus auf uns, in dem wir uns mehreren Wellen an Zombies stellen müssen. Dabei werden die Gegner nach und nach stärker und es werden weitere Areale innerhalb der Maps freigegeben. Insgesamt stehen vier verschiedene Horden-Karten zur Auswahl.

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Das passende Setup wählen

Vor dem Start einer Kampagne, ganz gleich, ob wir diese alleine oder mit anderen spielen, wählen wir eine aus den drei genannten Schwierigkeitsstufen aus. Diese haben nicht nur Einfluss auf die Stärke der Gegner, sondern auch auf die Flugbewegung der Kugeln, die mit steigendem Schwierigkeitsgrad realistischer und dadurch auch von der Schwerkraft beeinflusst wird. Auf der schwierigsten Stufe wird zudem der Eigenbeschuss aktiviert, sodass wir noch vorsichtiger sein müssen. Bevor es richtig losgeht, entscheiden wir uns für einen von vier zu Beginn zur Verfügung stehenden Charakteren, die individuelle positive sowie negative Eigenschaften besitzen. So verfügt Boris zum Beispiel über einen verbesserten Nahkampf, ist dafür aber langsamer als seine Mitstreiter. Jun ist dagegen das direkte Gegenteil und bewegt sich deutlich schneller. Dafür ist ihr Nahkampf weniger effektiv. Die Charaktere lassen sich bei Bedarf mit verschiedenen Kopfbedeckungen sowie mit Emotes und Gesten individualisieren.

Neben der Charakterwahl steht im Vorfeld auch die Suche nach der perfekten Ausrüstung im Mittelpunkt. Hier entscheiden wir uns für eine Primärwaffe, eine Sekundärwaffe sowie eine Pistole und wählen dabei aus bekannten Modellen wie der M1 Garand, der MP44 oder auch der C96 Pistole. Außerdem können, nachdem sie freigeschaltet wurden, auch spezielle Nahkampfattacken wie der Machetenhieb oder die Stromfaust ausgewählt werden. Dieser Spezialangriff muss im Laufe des Spiels erst aufgeladen werden, bevor er genutzt werden kann. Des Weiteren stehen uns diverse Perks zur Auswahl, mit denen wir unseren Charakter sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung stärken können. Hier können wir unter anderem die Ausdauer erhöhen, den eingehenden Nahkampfschaden verringern oder auch die Effektivität von Granaten oder Fallen erhöhen. Steht unser Setup fest, kann die Geschichte beginnen.

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Auf den Zweiten Weltkrieg folgt der Dead War

Nachdem Deutschland im Jahr 1945 vor der Niederlage steht und von allen Seiten von alliierten Kräften umzingelt ist, erweckt Hitler die Toten zum Leben und wendet damit das Blatt. Die untoten Truppen überrennen das Land und drängen die Feinde zurück. Als Teil einer Gruppe von Freiheitskämpfern stellen wir uns dem Zombie-Regime entgegen und versuchen, die Welt von den Untoten zu befreien. Hitler selbst wurde zwar in eine Parallelwelt verbannt, allerdings ist der Dead War noch lange nicht zu Ende. Die Rahmengeschichte wird anhand einer kurzen Introsequenz erzählt, die zum einen aus historischen Aufnahmen, zum anderen aus animierten Szenen besteht. Dabei erzählt ein Sprecher mit bedeutungsschwangerer Stimme die Geschehnisse, bevor uns das Spiel ins Mailand des Jahres 1946 entlässt, wo unser Kampf beginnt. Die Story von Zombie Army 4 ist wirklich nur als grobe Rahmenhandlung zu verstehen, denn außerhalb der kurzen Videosequenzen spielt diese im Spielverlauf so gut wie keine Rolle, sodass wir uns im Prinzip nur dem reihenweisen Töten der Untoten widmen und uns eher weniger mit dem geschichtlichen Background auseinandersetzen. Dadurch bleiben auch die NPCs, auf die wir treffen, und auch unsere eigene Figur nichts als austauschbare Schachfiguren, die lediglich der Sache dienen.

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Eindringliche Stimmung und gelungene Schauplätze

In Sachen Atmosphäre muss sich Zombie Army 4 von Beginn an nicht verstecken. So warten beispielsweise düstere, größtenteils zerstörte Straßen auf uns, die mit improvisierten Straßensperren, Schutt und ausgebrannten Autos übersät sind. Die für Rebellion typische Third-Person-Ansicht, bei der wir uns recht nah am Rücken des Charakters befinden, sorgt dabei für die nötige Intensität, bietet aber dennoch eine gute Übersicht über die Umgebung. Der wolkenbehangene Himmel, Leichen und Blutspuren auf den Straßen oder auch die grandiose, reduzierte und dennoch sehr eindringliche Hintergrundmusik schaffen eine dichte, fast greifbare Stimmung, die in jedem Zombiehorrorfilm gut aufgehoben wäre. Im Verlauf der Kampagne verschlägt es uns unter anderem an Bahnhöfe, in einen Zoo oder an die Küste. Wer sich übrigens fragt, ob Zombie Army 4 geschnitten wurde, dem sei gesagt, dass in der Version, die uns zum Testen zur Verfügung gestellt wurde, die originalen Symbole auf den Helmen und Uniformen der untoten deutschen Soldaten zu sehen waren.

Grafisch präsentiert sich Zombie Army 4 in typischer Rebellion-Manier. So ist der Grafikstil insgesamt leicht verwaschen und stilisiert, sodass uns keine realitätsnahe Darstellung erwartet. Die grafische Umsetzung unterstreicht das Übersinnliche des Titels allerdings perfekt, sodass der etwas älter anmutende Look überhaupt nicht stört. Pfützen auf dem Boden und auch der Lichteinfall sehen größtenteils sehr ordentlich aus, das spritzende Blut ist hingegen schon sehr splattermäßig und hier und da vielleicht etwas zu viel des Guten. Etwas störend empfanden wir die metallenen Oberflächen, die fast vollständig matt gehalten sind, sodass sich kein Licht darin spiegelt. Ebenfalls etwas verbesserungswürdig ist die Zielmarkierung in Pentagramform, die recht klein und zudem in dezentem Weiß gehalten ist und daher gerne mal übersehen werden kann.

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Von Sniperaufträgen bis hin zum Zombie-Ringkampf

In Zombie Army 4 kämpfen wir uns nicht nur durch zombieverseuchte Gebiete oder verteidigen bestimmte Areale gegen wahre Horden von Zombies, sondern greifen auch gerne mal zum Scharfschützengewehr, um Untote aus der Ferne auszuschalten. Hierbei müssen wir im Übrigen auch nicht auf die aus Sniper Elite bekannten, spektakulären Kill-Cams verzichten. Die Zombies sind im Spiel bei Weitem nicht so einfallslos wie man denken mag, sondern sind auch gerne mal mit Rüstungen, Nahkampfwaffen und sogar mit Schusswaffen ausgestattet, um uns das Leben schwerer zu machen. Später bekommen wir es außerdem mit gepanzerten Zombies zu tun, die eine Menge Schaden einstecken können, oder auch mit Selbstmordzombies, die auf uns zu rennen und explodieren, wenn sie uns erreichen. Gerade in Momenten, in denen eine große Anzahl an Zombies auf uns zu stürmt, fehlt es dem Spiel gerne einmal an Übersichtlichkeit und Abwechslung, sodass diese Spielabschnitte mitunter etwas eintönig ausfallen, da man im Prinzip nur blind auf den Zombiehaufen ballert. Die Tatsache, dass die Munition recht begrenzt ist, ist an sich eine gute Sache. In den gerade erwähnten Situationen kann es aber schon mal nerven, wenn man für längere Zeit nur stur mit dem Nahkampfangriff auf die Zombiehorden einprügelt muss, bis man die ersehnte Munitionskiste erreichen kann.

Sehr lobend erwähnen lässt sich an dieser Stelle das Waffenhandling. Die Schusswaffen geben eine Menge Feedback und lassen uns die Wucht des Rückschlags am Controller spüren. Der Sound der Waffen kann ebenfalls überzeugen. Schön ist auch, dass Gegenstände in der Umgebung, wie zum Beispiel herumstehende Gasflaschen, genutzt werden können, um größere Zombiegruppen auf einmal auszuschalten. Hier können wir ab und an auch auf stationäre Elektroschocker zurückgreifen, die, wenn sie angeschossen werden, einen starken Stromschlag erzeugen, der Zombies in der Nähe grillt. Auch unsere Schusswaffen lassen sich im Verlauf des Spiels übrigens mit einem Elektroaufsatz ausstatten, um sie noch effektiver zu machen.

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Fazit:

Wer nach einem geradlinigen Old-School-Zombieshooter sucht, bekommt mit Zombie Army 4 genau das. Da sowohl die Kampagne als auch der Hordenmodus bei Bedarf auch im Koop gespielt werden können, kommen auch Mehrspieler-Fans auf ihre Kosten. Gerade die intensive Atmosphäre, die der Titel von Beginn an kreiert, kann wirklich überzeugen, ebenso wie das Handling und das Feedback der Waffen. Die Missionen, in denen unzählige Zombies unterschiedlicher Arten ausgeschaltet werden müssen, machen zum größten Teil Spaß, wenn die Zombiehorden sehr groß und die Munition knapp ist, fängt das Gemetzel hier und da aber auch ein wenig zu nerven an. Eine tiefergehende Geschichte sollte man bei Zombie Army 4 auf keinen Fall erwarten, auch wenn der grundlegende Storyansatz nicht verkehrt ist. Wer die alten Zombie Army Teile mochte und den besonderen Stil der Rebellion-Shooter mag, wird auch mit Dead War definitiv seine Freude haben.

Pro:
  • Eindringliche Atmosphäre
  • Intensive Shooter-Action
  • Gutes Waffenhandling und -feedback
  • Kampagne und Hordenmodus alleine oder im Koop spielbar
  • Zombies nutzen Schusswaffen
  • Stationäre Fallen können im Kampf genutzt werden
Contra:
  • Geschichte sehr zweitrangig
  • Sehr große Zombiehorden mitunter etwas anstrengend und abwechslungsarm
  • Munitionsknappheit in manchen Situationen störend
  • Zielmarkierung zu unauffällig
  • Recht altbackene Grafik
Story
3 von 5 Buddies
Gameplay
5 von 5 Buddies
Grafik
3 von 5 Buddies
Sound
3 von 5 Buddies
Atmosphäre
4 von 5 Buddies

Spiel getestet auf: Xbox One

Unsere Wertung:

7.5 / 10
Ein leidenschaftlicher Konsolenspieler, der zur Not aber auch mal den PC anschaltet. Vor allem Shooter-Serien wie Battlefield oder Call of Duty werden gerne gezockt, aber auch Action-Adventures wie Assassin's Creed, Batman Arkham oder The Last of Us liegen regelmäßig im Laufwerk. Sporttitel wie Fifa oder Tour de France erweitern das Interessengebiet, ebenso wie MMOs oder sämtliche Titel aus dem Star Wars Universum.

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