

Von Metro 2039 bis BERLIN 2087 – Felix‘ persönliche gamescom-Momente 2026
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Die gamescom 2026 bot auch in diesem Jahr jede Menge Gelegenheit, neue Spiele selbst auszuprobieren und mit den Entwicklern und Publishern über ihre Projekte zu sprechen. Von großen Marken wie Castlevania, Crazy Taxi und Transport Fever bis hin zu ambitionierten Indie-Projekten war die Bandbreite enorm. Welche Spiele ich anspielen durfte und wie mir die Titel dabei im Gedächtnis geblieben sind, erfahrt ihr in diesem Artikel.
Schon die ersten Minuten von Metro 2039 machen deutlich, wohin die Reise geht: Das Spiel fühlt sich sofort wie ein echtes Metro an. In der frühen Mission begeben wir uns auf die Oberfläche, um ein Banditencamp auszuschalten, während wir gleichzeitig nach Hunter suchen. Dabei bleibt uns überlassen, wie wir vorgehen. Wer möchte, schleicht sich durch die Umgebung und nutzt Verstecke, alternativ darf natürlich auch die direkte Konfrontation gesucht werden. Besonders gut gefallen haben mir das Waffenhandling und das Schussgefühl. Auch grafisch und akustisch hinterließ Metro 2039 einen starken Eindruck. Gerade das Sounddesign trägt viel zur düsteren Atmosphäre bei. Nach dem Anspielen bleibt vor allem eines hängen: Hier könnte ein würdiger neuer Metro-Teil entstehen.
Mr. Records verbindet zwei auf den ersten Blick ungewöhnliche Genres: Rhythmusspiel und Plattenladen-Management. Tagsüber beziehungsweise zwischen den Songs kümmern wir uns um unseren Laden, während wir die Musik selbst in rhythmusbasierten Levels erleben. Dabei springen, dashen und sliden wir passend zum Beat durch die einzelnen Abschnitte. Jeder Song besitzt sein eigenes Level, wobei optional eine anspruchsvollere Pro-Schwierigkeit zur Verfügung steht. Im Laden treffen wir anschließend auf Kunden mit unterschiedlichen Musikwünschen, beraten sie und verdienen Credits, mit denen wir neue Platten kaufen können. Aktuell sind 46 Tracks vorhanden. Zum geplanten Release im Frühjahr 2027 sollen viele weitere Songs, ein Endgame sowie Dekorationen und Events hinzukommen. Das ungewöhnliche Konzept funktioniert bereits erstaunlich gut und könnte besonders Musik- und Managementfans ansprechen. Alle Songs werden zudem auf Streaming-Plattformen veröffentlicht.
Mit Transport Fever 3 steht das bislang größte Projekt des Studios in den Startlöchern. Wir beginnen im Europa der 1920er-Jahre und begleiten unsere Städte durch verschiedene Epochen. Der Fortschritt ist dabei auch optisch sichtbar: Städte entwickeln sich weiter und wichtige Meilensteine werden beispielsweise durch Feuerwerk angekündigt. Im Mittelpunkt steht das Wachstum der Gesamtbevölkerung. Die Wirtschaft fällt dabei bewusst zugänglicher aus – eher Monopoly als Börsensimulation. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Stellschrauben: Güterversorgung, öffentlicher Nahverkehr, Lärm, Smog, Wartezeiten und Komfort beeinflussen die Entwicklung. Eine interessante Neuerung sind verderbliche Waren mit Lieferfristen. Fisch oder Fleisch bringen weniger Erfahrung, wenn sie zu spät ankommen. Dank Fahrzeugvergleich und modularen Warenlagern geht es ständig darum, das eigene Verkehrsnetz neu zu optimieren, statt einmal alles einzurichten und anschließend sich selbst zu überlassen. Release ist am 29. September 2026.
Forge of the Fae dürfte vor allem Fans klassischer JRPGs ansprechen. Das Pixel-Art-Rollenspiel verbindet Fantasy-Setting und Strategie mit einer deutlichen Verbeugung vor älteren Final Fantasy-Titeln. Gekämpft wird rundenbasiert, während Attribute und Skills für die Entwicklung der Charaktere eine wichtige Rolle spielen. Das Kampfsystem wirkt dabei angenehm direkt und ist rundenbasiert. Erzählt wird die Geschichte hauptsächlich über Text – auf eine vollständige Sprachausgabe verzichtet das Spiel. Musik und Pixel-Art sorgen für die nötige Retro-Atmosphäre. Besonders interessant ist die Entstehungsgeschichte: Das Projekt wurde ursprünglich von einem Vater ohne Game-Development-Hintergrund begonnen, welcher das Spiel als Final Fantasy IV-Ersatz für seine Tochter entwickelt hatte und später von einem Publisher aufgegriffen. Der Release ist für Frühjahr beziehungsweise Sommer 2027 geplant.
Luminas: Parasite Reign ist ein Bullet-Hell-Roguelike-Action-RPG, das spielerisch unter anderem an The Spell Brigade erinnert. Bis zu acht Charaktere können Teil unserer Gruppe werden, wobei jeder bis zu fünf Zauber besitzt. Dadurch sind theoretisch bis zu 40 Spells gleichzeitig im Spiel, die sich miteinander kombinieren lassen. Besonders spektakulär sind die Level-Ups: Nach zwei bis drei Stufen verändern sich die Figuren optisch deutlich und erhalten jeweils einen neuen Signature-Spell. Die Charaktere übernehmen dabei unterschiedliche Rollen wie Fernkampf, Nahkampf, Verteidigung oder Heilung. Drei Karten mit Zeitlimit stehen zur Verfügung, in denen wir vor allem eines müssen: den Timer überleben. Rund 15 Bosse sorgen für zusätzliche Herausforderungen, ein Endless Mode ist ebenfalls für den Release geplant. Das Gameplay läuft bereits sehr flüssig. Grafik und Sound wirken dagegen etwas weniger modern. Insgesamt macht Luminas aber einen guten Eindruck.
Nekome: Nazi Hunter setzt auf ein äußerst brutales Rache-Szenario. Der Protagonist verliert seine Familie durch die Nazis und macht sich anschließend auf die Jagd nach den Verantwortlichen. Spielerisch konzentriert sich der Titel auf einen klaren Kern: Nazis aufspüren und töten. Dabei geht es nicht zimperlich zu, denn Blut und Körperteile gehören ausdrücklich zur Inszenierung. Technisch gab es noch kleinere Probleme: In der getesteten Version funktionierte die Steuerung mit Maus und Tastatur nicht korrekt, während der Controller problemlos eingesetzt werden konnte. Der Kampf selbst fühlte sich beim Anspielen allerdings überraschend flüssig und intuitiv an. Das Konzept ist sicherlich speziell und nichts für empfindliche Spieler, spielerisch machte die Demo aber einen soliden Eindruck.
Castlevania: Belmont’s Curse fühlt sich schon beim ersten Anspielen wie eine ausgesprochen hochwertige Fortsetzung der bekannten Reihe an. Präsentation und Cutscenes wirken beinahe auf AAA-Niveau. Besonders positiv überrascht hat uns der enorme Umfang an Optionen für die individuelle Schwierigkeit. Bereits von Beginn an lassen sich zahlreiche Parameter anpassen – vom verursachten Schaden über verfügbare Tränke bis hin zu Unsterblichkeit. Wer es anspruchsvoll möchte, kann sich entsprechend selbst Grenzen setzen. Die Steuerung funktioniert grundsätzlich gut, allerdings reagieren Attacken und Sprünge teilweise etwas träge, wodurch schnelle Kombinationen nicht immer so flüssig funktionieren, wie ich es mir wünschen würde. Timing und das Erkennen von Angriffsmustern bleiben deshalb wichtig. Tarotkarten schalten neue Zauber frei, während das Charakterlevel vor allem Lebenspunkte und Resistenzen verbessert. Insgesamt wirkt Belmont’s Curse wie eine äußerst gelungene und würdige Fortsetzung.
Chronicles Medieval verschiebt den Schwerpunkt klassischer Mittelalterspiele deutlich in Richtung Schlachten. Zwar bauen und verwalten wir ebenfalls, der eigentliche Fokus liegt jedoch auf den Gefechten. Das Spiel erstreckt sich über einzelne Lebensphasen von jeweils 35 Jahren, bevor der Tod beziehungsweise das Zeitlimit einen Neustart erforderlich macht. Die Schlachten kombinieren eine Planungsphase mit dynamischem Kampfgeschehen. Dabei übernehmen wir die Rolle des Commanders sogar aus der First-Person-Perspektive. Formationen und Einheiten unterscheiden sich je nach Fraktion, zudem können vordefinierte Manöver und Routen – etwa für die Kavallerie – genutzt werden. Die Karte selbst orientiert sich an historischen Gegebenheiten, während sich Objectives und Camps dynamisch verändern. Auch Burgen und Festungen können sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln. Das Spiel soll sehr modderfreundlich sein und während des Early Access weiter wachsen.
Afterworld ist eine neue Grand-Strategy- und 4X-IP von Paradox, die sich spielerisch an Titeln wie Stellaris oder Hearts of Iron orientiert, das Ganze aber in ein fiktionales postapokalyptisches Szenario überträgt. Rund 100 Jahre nach einer Katastrophe kämpfen verschiedene Fraktionen im ehemaligen Amerika um Territorien und Ressourcen. Wir starten aus einem Vault beziehungsweise Shelter heraus und beginnen damit, unser Gebiet auszubauen, Außenposten zu errichten und neue Regionen zu kontrollieren. Eine Besonderheit sind die sogenannten Bands, die als zentrale Einheiten fungieren und eigene Bedürfnisse besitzen. Dadurch entsteht zusätzliche Komplexität, die typisch für Paradox-Spiele ist. Gleichzeitig möchte das Studio die berüchtigte Einstiegshürde seiner Strategiespiele reduzieren. Ein umfangreicheres Tutorial und ein stärker geführter Einstieg sollen Neulingen helfen, die zahlreichen Systeme zu verstehen. Atmosphäre, Musik und Grafik haben mich bereits überzeugt. Trotz der Komplexität wirkt Afterworld deshalb durchaus vielversprechend.
LEGO Skylines überträgt die bekannte Cities: Skylines-Formel in die LEGO-Welt und basiert technisch auf der Engine von Cities: Skylines 2. Dabei richtet sich das Spiel bewusst an ein breiteres und jüngeres Publikum. Ein ausführliches Tutorial führt Schritt für Schritt in die wichtigsten Mechaniken und Stadtfinanzen ein. Beim Bauen gibt es allerdings nicht die völlige Freiheit eines klassischen LEGO-Baukastens. Stattdessen stehen verschiedene Varianten und vorgefertigte Elemente zur Verfügung. Kleinere Props lassen sich relativ frei platzieren, größere Bauwerke funktionieren eher über Templates. Optisch ist das Ergebnis bunt und humorvoll und passt damit gut zum LEGO-Charme. Im späteren Spielverlauf, wenn unsere Stadt deutlich größer und dichter bebaut war, fielen allerdings Lags und kurze Ruckler auf. Insgesamt hinterließ LEGO Skylines dennoch einen positiven Eindruck und könnte insbesondere für LEGO-Fans sowie Einsteiger in das Genre interessant sein.
Crazy Taxi: World Tour ist eine moderne Neuinterpretation des Arcade-Klassikers und bleibt seinem Vorbild erfreulich treu. Das Grundprinzip fühlt sich nahezu wie das Original an, wurde technisch aber deutlich aufgewertet. Die neue Grafik, Effekte und die lebendige Stadt sorgen für einen frischen Look, während der originale 90er-Soundtrack sofort für Nostalgie sorgt. Auch die Steuerung ist angenehm intuitiv. Kleine Fahrmanöver lassen sich miteinander kombinieren, um den eigenen Score und die verbleibende Zeit zu maximieren. Neben normalen Fahrgästen gibt es Special Orders und Power-ups, die zusätzliche Abwechslung bieten. Mein Eindruck fällt sehr positiv aus: Crazy Taxi fühlt sich frisch an, ohne das ursprüngliche Spielgefühl zu verlieren – und könnte damit tatsächlich ein neuer Sega-Hit werden.
Bei Stranger Than Heaven kam es zunächst zu einer kleinen Verwechslung: Statt der erwarteten Demo von Spring Up in Heaven landete ich in einem Press-Interview. Immerhin gab es dabei interessante Einblicke in das neue Spiel. Erzählt wird die Geschichte rund um Makoto Daito, den Gründer der Yakuza-Organisation, und damit eine Art Origin-Story. Die Handlung erstreckt sich über mehr als 50 Jahre und führt durch unterschiedliche Orte und Epochen. Auch die Figuren verändern sich mit der Zeit und altern im Verlauf der Geschichte. Besonders spannend ist das ungewöhnliche Kampfsystem. Die Controller-Seiten entsprechen dabei den jeweiligen Körperseiten: Rechts greifen wir rechts an, links entsprechend links. Dadurch soll eine stärkere Verbindung zwischen Eingabe und Spielfigur entstehen.
Bus Simulator 27 führt uns in eine mediterran angehauchte Welt, die klar von Spanien und Portugal inspiriert ist. Die Fahrzeuge sind lizenziert, während der übrige Straßenverkehr ohne entsprechende Marken auskommt. Einen besonderen Schwerpunkt legt das Spiel auf Elektromobilität und nachhaltigen Nahverkehr. Neben Story und Karriere steht ein Sandbox-Modus zur Verfügung, in dem Fehler keine negativen Konsequenzen haben. Wer mehr Herausforderung möchte, kann verschiedene Schwierigkeitsoptionen miteinander kombinieren und sich so individuelle Strafen auferlegen. Die Welt wirkte beim Anspielen lebendig: Neben Städten gibt es Dörfer, Highways und natürlich Staus. Auch die Busmodelle können sich sehen lassen und die Steuerung mit Controller und Maus funktioniert angenehm. Noch nicht alles war perfekt: Die Maussteuerung beziehungsweise Kamera war in der Demo noch nicht vollständig umgesetzt und einige Strafen wurden teilweise zu früh ausgelöst. Der Release ist für den 8. oder 9. September vorgesehen. Denkbare spätere Erweiterungen wären unter anderem Taxi- und Shuttlefahrten, Flughafen-Transfers oder ein Gepäcksystem für Überland-Busreisen.
Wild West Pioneers ist ein klassischer City-Builder, der uns in den amerikanischen Westen des 19. Jahrhunderts versetzt. Wir bauen zunächst eine kleine Siedlung auf, kümmern uns um Ressourcen und die Bedürfnisse der Bewohner und entwickeln sie nach und nach zu einer größeren Stadt. Gleichzeitig können wir neue Gebiete erkunden, Außenposten gründen und Handelsrouten aufbauen. Auch Produktionsketten für wichtige Güter wie Nahrung und Holz spielen eine Rolle. Wild West Pioneers soll noch 2026 in den Early Access starten.
In Permafrost wird die Erde nach einer globalen Katastrophe von Eis und Schnee beherrscht. Als Überlebender erkunden wir eine weitläufige, postapokalyptische Welt, sammeln Ressourcen, jagen, stellen Ausrüstung her und errichten Unterkünfte. Die Geschichte soll dabei eine wichtige Rolle spielen: Zwischen verlassenen Städten, Wäldern, Höhlen und den Überresten der Zivilisation warten Hinweise auf die Ereignisse, die zum Zusammenbruch der Welt geführt haben. Auch andere Überlebende, Fraktionen und Plünderer gehören zur Spielwelt. Besonders interessant ist das geplante Survival-System, bei dem die Kälte nicht nur Kulisse ist, sondern konkrete Auswirkungen auf das Überleben hat. Gespielt werden kann alleine oder im Koop mit bis zu vier Personen. Der Early-Access-Start ist mittlerweile für den 9. Oktober 2026 geplant.
Bei Gods, Death & Reapers befindet sich das Entwicklerteam bereits in der entscheidenden Phase vor dem Early Access. Der aktuelle Fokus liegt vollständig auf dem Kern-Gameplay sowie dessen Feinschliff. Neue große Features sind nach Aussage des Teams nicht mehr vorgesehen. Stattdessen geht es darum, die bestehenden Systeme weiter zu polieren und das Spielerlebnis zu verfeinern. Aufgrund der vergleichsweise knappen Informationen des Termins fällt mein Eindruck entsprechend kurz aus – für eine abschließende Bewertung ist es noch zu früh. Trotzdem bin ich schon sehr gespannt auf das fertige Spiel.
NEO BERLIN 2087 hat mich auf der gamescom vor allem durch seinen Entwicklungsstand überrascht. Das Cyberpunk-Action-RPG des Berliner Elysium Game Studio verbindet Ego- und Third-Person-Perspektive mit Shooter-, Stealth- und Rollenspielelementen. Als Ermittler Nolan verfolgen wir eine Verschwörung, die die gesellschaftlich tief gespaltene Metropole erschüttert. Neo Berlin ist dabei eine Stadt der Gegensätze: Während sich die privilegierte Oberschicht modernste Cybertechnologie leisten kann, bleiben viele Menschen auf wenige Implantate beschränkt. Außerhalb der Stadt warten zudem eine zerstörte Welt und feindliche Maschinen.
Vor allem technisch hatte ich deutlich weniger das Gefühl, einen typischen Indie-Titel in einem frühen Stadium zu spielen. Die Präsentation wirkte vielmehr wie eine große Produktion in der Beta-Phase. Gerade der Detailgrad und die visuelle Qualität haben mich beeindruckt. Kombiniert man die Bullet-Time mit den Kameraansichten, kann man sich seinen ganz eigenen Film schneiden. Gemessen am bisherigen Entwicklungsstand macht NEO BERLIN 2087 bereits erstaunlich viel her. Aktuell ist die Veröffentlichung für 2028 geplant.
Felix Mager
Begeisterter Gamer mit vielseitigem Interessengebiet. Schwerpunkte liegen auf Strategiespielen, 4X-Titeln und Simulatoren, ergänzt durch Online-Rollenspiele, Shooter und Action-Adventures. Besonderen Wert legt er auf stimmiges Gameplay, Atmosphäre und ein einzigartiges Sounddesign.