



Auch dieses Jahr habe ich mich wieder durch die Hallen der Koelnmesse gekämpft, um für euch die spannendsten Spiele der gamescom 2026 unter die Lupe zu nehmen. Zwischen Monster-Sammlern, Soulslikes und einem Maus-Update für Vielspieler war für jeden etwas dabei. Hier sind meine persönlichen Highlights.
Der Nachfolger des beliebten Monster-Sammlers wendet sich diesmal ganz bewusst auch an alle, die den ersten Teil verpasst haben: Zu Beginn lässt sich ein Hintergrund für die eigene Spielfigur wählen, sodass man nicht zwingend Inhalte aus dem Vorgänger nachholen muss, wer möchte, kann aber auch seinen alten Charakter importieren und die Geschichte nahtlos fortsetzen. Spielerisch bleibt sich Bytten Studio treu, wertet die Präsentation aber spürbar auf: Die Kamera lässt sich nun frei um die Kämpfe drehen, wobei die Optik interessant zwischen pixeligen Monstersprites und deutlich detaillierteren Hintergründen wechselt. Neu ist außerdem ein Rogue-System, bei dem sich Monster aus euren eigenen Kampftechniken etwas abschauen und sich dadurch wie eine Art Nemesis weiterentwickeln. Wie schon beim ersten Teil setzt man stark auf Atmosphäre: Vertonung und Musik sind ein zentrales Element. Cassette Beasts 2002 erscheint im März 2027 für PC, PS5, Xbox Series X|S und Switch 2.
Wer schon immer tagsüber Ladenbesitzer und nachts Dungeon-Crawler sein wollte, bekommt mit Moonlighter 2 die konsequente Fortsetzung dieser Idee. Auf der Messe konnte man gut nachvollziehen, wie viel sich seit dem ersten Teil getan hat: Statt der 2D-Pixeloptik von damals präsentiert sich die Fortsetzung komplett in 3D aus isometrischer Perspektive – ein deutlicher visueller Bruch, der dem Spiel aber gut steht. Am Kern hat sich nichts geändert: Als Will erkundet ihr nachts prozedural generierte Dungeons auf der Suche nach Relikten, die ihr tagsüber in eurem Laden verkauft, um euer Geschäft auszubauen. Das Gameplay wurde spürbar erweitert, etwa durch die neue Bomb-Path-Fähigkeit oder das Endless-Vault-Postgame für Spieler, die nach dem Abspann weitermachen wollen. Die 1.0-Version erscheint am 2. September 2026 für PC, PS5, Xbox Series X|S und Switch 2, eine physische Edition folgt im November.
Denari war für mich eine echte Entdeckung: Das kleine neuseeländische Studio Astronaut Diaries erzählt die Geschichte von Taiu, einem jungen Krieger, der mit telekinetischen Fähigkeiten sein Volk gegen einen mächtigen Feind verteidigen muss. Im Kampf lassen sich feindliche Projektile zurückschleudern, kleinere Gegner in größere hineinschmettern und Angriffe im richtigen Moment parieren – das Werkzeugset ändert sich dabei mit jedem feindlichen Angriff. Besonders schön: Das Spiel ist tief in der Kultur des Entwicklerteams verwurzelt, Waffendesigns lehnen sich an Māori-Knochenschnitzereien an, und die Geschichte ist von den Erfahrungen indigener und eingewanderter Kinder in Neuseeland inspiriert. Für ein Studio dieser Größe fast ungewöhnlich: Am Soundtrack hat auch Emi Evans mitgewirkt, die Sängerin hinter Teilen des NieR-Soundtracks. Denari erscheint am 24. März 2027 für Switch und PC.
Auch abseits der Spiele gab es Neues zu sehen: Das diesjährige Peripherie-Portfolio von Cherry XTRFY besteht unter anderem aus der Tastatur K63W Pro Compact und der neuen Maus M42V2. Star der Show ist die neue UWB-Technologie (Ultra-Wideband) der Tastatur, die über einen separaten Empfänger läuft. UWB sendet im Bereich von 6 bis 8 GHz und ist dadurch besonders störungsfrei, schnell und energieeffizient – bei einer Pollingrate von bis zu 8000 Hz. Die K63W Pro Compact ist aktuell das erste und einzige Produkt mit dieser Technik, weitere dürften aber folgen. Die neue Maus M42V2 wiegt gerade einmal 45 Gramm und lässt sich dank zweier werkzeuglos wechselbarer Rückenschalen an Palm-, Claw- oder Fingertip-Grip anpassen – für gerade einmal knapp 40 Euro ein spannendes Angebot im Einstiegssegment. Besonderer Clou der Maus: Einstellungen wie DPI, Polling-Rate, Debounce und Lift-off-Distance lassen sich direkt an der Maus vornehmen. Es ist also keine zusätzliche Software nötig.
Silver Palace hat mich mit seinem stimmigen Mix aus dynamischem Kampfsystem und Detektivgeschichte überzeugt. Im Kampf lässt sich jederzeit zwischen mehreren Charakteren wechseln, was richtig coole Kombos ermöglicht. Funktioniert aber auch mit einem einzigen Charakter auch schon sehr flüssig. Die offene Spielwelt lässt sich zu Pferd, gleitend oder zu Fuß erkunden, dazu gibt es jede Menge Sammelobjekte, die zum Erkunden motivieren. Die eigentlichen Kämpfe finden dann in einer Art Arena statt. Die Geschichte selbst ist noch weitgehend unbekannt, aber schon die vorgestellten Charaktere machen neugierig darauf, mehr zu erfahren. Ein Release-Termin steht noch nicht fest, das Spiel erscheint für PC, PS5, iOS und Android.
Ein modernes, von einer fremdweltlichen Invasion zerstörtes London trifft auf die Sagenwelt um König Artus – dieser Mix hat mich sofort gepackt. Als Gwendolyn, der letzten Überlebenden Londons, kämpft man sich mit flüssigem, knackigem Kampfsystem durch die Trümmer der Stadt und die mythische Welt Avalon, immer auf der Suche nach der vermissten Schwester. Unterwegs lassen sich spektrale Ritter der Tafelrunde herbeirufen, die im Kampf zur Seite stehen. Insgesamt ist Tides of Annihilation ein waschechtes Soulslike mit herausforderndem Kampfsystem, ergänzt um Metroidvania-Fähigkeiten zur Erkundung. Auf der gamescom gab es die erste öffentliche, spielbare Demo weltweit zu sehen, inklusive Bosskämpfen gegen Gestalten wie Anubis, Mordred und Gerent. Einen Release-Termin gibt es noch nicht, geplant ist das Spiel für PC, PS5 und Xbox Series X|S.
Bei Memoria Wake steht ganz klar das Soulslike-Prinzip im Vordergrund, verpackt in eine besonders persönliche Rahmenhandlung: Die Spielwelt besteht komplett aus Kindheitserinnerungen, durch die sich Protagonist Nilo mit nichts als einem zur Waffe umfunktionierten Regenschirm kämpft. Dodges und Paraden bilden das Herzstück des knackigen Kampfsystems, dazu kommen über 20 Bossgegner, die es zu bezwingen gilt. Neben dem Kampf spielen aber auch Erkundung und Rätsel eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die Fragmente einer zerbrochenen Vergangenheit zusammenzusetzen. Die isometrische Perspektive und der erzählerische Fokus erinnern stark an Tunic, wovon sich das Team explizit inspirieren ließ – nur eben mit einem deutlich persönlicheren, traumhaften Twist. Memoria Wake erscheint Anfang 2027 für Xbox Series X|S und PC.
HoYoverse wagt sich mit Nexus Anima an ein neues Genre für die Honkai-Reihe: einen Monster-sammelnden Auto-Battler. Die Fangmechanik erinnert stark an Pokémon – hier „Bonding" genannt statt „Catching" – bei der man in einer offenen Welt nach den sogenannten Anima Ausschau hält. Vor dem eigentlichen Kampf legt man seine Startaufstellung fest, inklusive Positionierung von Front- und Backline sowie Synergien zwischen Anima desselben „Aspekts", danach läuft der Kampf automatisch ab. Zusätzlich lassen sich einzelne Charakterkarten spielen, die einmaligen Extraschaden verursachen und so noch mal taktische Tiefe reinbringen. Wie von Hoyoverse-Spielen gewohnt, gibt es außerdem jede Menge Story drumherum. Ein finaler Release-Termin steht noch nicht fest, das Spiel erscheint für PC, iOS und Android.
Zum Ende des Jahres liefert Jackbox wieder gewohnte Partylaune: The Jackbox Party Pack 12 enthält fünf komplett neue Spiele, darunter We Forgot a Card!, MegaPals, Idol Factions, Hyperface und das neue Debattier-Spiel Debate and Switch. Der Humor bleibt dabei ganz der gewohnte Jackbox-Stil – schnell erklärt, mit Freunden gespielt, garantiert für ein paar Lacher gut. Party Pack 12 erscheint am 15. Oktober 2026 für so ziemlich jede erdenkliche Plattform, von PC über alle aktuellen Konsolen bis hin zu iPad und Mac.
Ein echter Geheimtipp unter den Comedy-Spielen: In My Arms Are Longer Now schlüpft man in die Rolle eines fiesen langarmigen Diebs, der mit seinem physikbasierten Gummiarm für jede Menge Unfug sorgt. Ziel ist es, möglichst viel zu klauen, während ein Detective als Gegenspieler versucht, einem auf die Schliche zu kommen. Kleinere Puzzle-Elemente sorgen dafür, dass man sich auch mal den Kopf zerbrechen muss, um weiterzukommen. Bei rund vier Stunden Spielzeit verteilt auf fünf Stages bleibt das Ganze angenehm kompakt und konzentriert sich voll auf seine urkomische Grundidee. My Arms Are Longer Now erscheint in diesem Jahr für PC, Konsolenversionen folgen 2027.
Das Remake eines der beliebtesten JRPGs überhaupt zeigte auf der gamescom eine deutliche Weiterentwicklung gegenüber dem Original – und zwar nicht nur bei den Texturen, sondern als waschechtes Remake mit spürbaren Quality-of-Life-Verbesserungen. Der Soundtrack wurde neu eingespielt und arrangiert und wirkt dadurch deutlich fetziger als im Original. Neue Features wie vollständig vertonte Ereignisse, die Baton-Pass-Mechanik und das Prime-Time-Meter runden das Kampfsystem ab, während Animationsstudio MAPPA für die neuen Anime-Zwischensequenzen verantwortlich zeichnet. Persona 4 Revival erscheint am 18. Februar 2027 für PS5, Xbox Series X|S und PC.
Stark angelehnt an die alten 2D-Zelda-Spiele schickt Aurebloom Tales den nimble Hasen-Schwertkämpfer Kornimo auf die Suche nach dem legendären Goldenen Apfel. Die Steuerung wirkte in der angespielten Version noch etwas hakelig und auch die Menüführung könnte an der ein oder anderen Stelle intuitiver sein. Spannend ist aber vor allem das Konzept des Seils: Es dient nicht nur dazu, Hindernisse zu überwinden und Schluchten zu überqueren, sondern lässt sich auch im Kampf einsetzen, etwa um schwächere Gegner heranzuziehen oder taumelnde Bosse für Konter näher heranzuholen. Zehn Dungeon-Tempel warten darauf, erkundet zu werden. Ein Release-Termin steht noch nicht fest.
https://store.steampowered.com/app/2965130/Aurebloom_Tales/
Neben den großen Highlights gab es noch ein paar weitere Titel, die einen zweiten Blick wert sind: Detective of the Dead schickt euch als toten Detektiv durch die mexikanische Unterwelt, wo ihr mit selbstgekochten Tacos Verdächtige zum Reden bringt.
Crownbreakers verbindet rundenbasierte Taktik mit Deckbuilding in einer „Spiritpunk"-Welt voller korrupter Tyrannen.
The Witch's Bakery lässt euch als junge Hexe Lunne in einem modernen Paris eine Bäckerei eröffnen und dabei mit Magie die Herzen eurer Kundschaft heilen – hier erscheint das Spiel am 14. Oktober 2026.
Auch Cages: Hidden Worlds und Stick A Round sind mir auf der Messe aufgefallen. Bei Cages: Hidden Worlds von Big Loop Studios handelt es sich um ein First-Person-Puzzle-Escape-Spiel, das in einer verfallenen Villa spielt, in der die Überreste eines Freakshow-Zirkus lauern. Man trifft auf die einstigen Stars der Show, die inzwischen in kunstvollen Apparaturen gefangen sind, und muss sich durch surreale Welten und vertrackte, handgemachte Mechanismen kämpfen, um ihr Schicksal aufzudecken. Das Spiel erscheint im ersten Quartal 2027, eine Demo ist bereits verfügbar.
Stick A Round wiederum will die pure Nostalgie des Kindheits-Draußenspielens einfangen: Man sammelt prozedural generierte Stöcke, die je nach Form – etwa gebogen wie ein Bogen oder gegabelt wie eine Steinschleuder – automatisch zu passenden Waffen werden, und tritt damit in chaotischen Ragdoll-Kämpfen und Minispielen wie „King of the Hill" oder „Infection" gegen Freunde an. Stick A Round soll noch 2026 erscheinen.
Tjark
Hat seit dem Gameboy jede Handheld-Generation ausgiebig genutzt. Es stehen vorallem Coop- und Multiplayer-Spiele hoch im Kurs.