

Alabaster Dawn in der Preview: Aus der Demo wird endlich ein Abenteuer
Im September haben wir uns die Demo angeschaut und waren ziemlich angefixt. Jetzt ist Alabaster Dawn im Early Access angekommen, und damit fällt der kleine Taschenspielertrick weg, mit dem uns die Demo damals mitten ins Spielgeschehen warf. Statt per Zeitsprung in eine spätere Passage geworfen zu werden, dürfen wir Junos Reise diesmal von Anfang an erleben. Das klingt nach einer Kleinigkeit, verändert aber das Gefühl komplett: Wir wachsen mit der Welt, statt in ihr abgesetzt zu werden. Rund zehn bis elf Stunden haben wir mit der aktuellen Fassung verbracht und dabei alles abgegrast, was schon drinsteckt. Genug, um zu sehen, ob aus dem hübschen Demo-Versprechen auch ein Spiel wird, das trägt.

Eine Welt, die jetzt wirklich Platz zum Atmen hat
Der größte Unterschied zur Demo ist schlicht die Masse an Spielwelt. Wo wir vorher einen kuratierten Ausschnitt serviert bekamen, breitet sich jetzt ein ordentliches Stück Land vor uns aus: mehr Gebiete, mehr Dungeons, mehr Wege, die uns erst neugierig machen und dann freundlich in eine Sackgasse mit Schalterrätsel schicken. In zehn bis elf Stunden haben wir die aktuelle Fassung komplett erkundet, und in keiner Minute hatten wir das Gefühl, durch leere Kulissen zu laufen. Die Areale haben eigene Stimmungen, eigene Gegner und eigene kleine Geheimnisse, statt nur Tapete für den nächsten Kampf zu sein. Für einen Early-Access-Start ist das erstaunlich rund.

Fordernd, aber nie gemein
Beim Kampf bleibt sich Radical Fish Games treu, und das ist gut so. Das Zusammenspiel aus Nah- und Fernkampf, Ausweichen und Elementen verlangt Aufmerksamkeit, und Alabaster Dawn macht keinen Hehl daraus, dass es uns fordern will. Manche Gegnergruppen zwingen uns, kurz innezuhalten und unsere Herangehensweise zu überdenken, statt nur draufzuhauen. Das ist angenehm schwer, ohne in Frust zu kippen. Wenn wir verlieren, liegt es selten am Spiel, sondern fast immer an unserer eigenen Hektik. Genau dieses Gefühl, dass jeder Versuch ein Stück besser läuft, hält uns bei der Stange.

Köpfchen gehört weiterhin zur Pflichtausrüstung
Wer CrossCode kennt, ahnt es schon: Hier wird nicht nur gekämpft, hier wird gegrübelt. Die Rätsel verzahnen sich auch im größeren Rahmen sauber mit der Umgebung, statt als isolierte Mini-Tempel danebenzustehen. Timing, Reihenfolge und ein bisschen räumliches Denken gehen Hand in Hand, und der Wechsel zwischen Action und Knobelei sorgt für einen angenehmen Rhythmus. Es bleibt dieses befriedigende Hin und Her aus kurzem Stirnrunzeln und dem Moment, in dem der Groschen fällt.

Technisch erstaunlich aufgeräumt für einen Early-Access-Start
Hier wird die Preview kurz, und das ist als Lob gemeint. In unseren Stunden mit der EA-Version gab es keine Abstürze, keine kaputten Speicherstände, keine Bugs, die uns aus dem Spiel gerissen hätten. Für einen Titel, der gerade erst seine offene Entwicklungsphase begonnen hat, ist das alles andere als selbstverständlich. Hier kommt offensichtlich ein Studio an den Start, das schon einmal ein großes Projekt durch genau diese Phase gebracht hat.

Ein Fahrplan, der Lust auf die nächsten zwei Jahre macht
Spannend wird Early Access immer mit Blick nach vorne, und die Roadmap liest sich ambitioniert. Geplant sind acht größere Updates bis zur 1.0, im Wechsel zwischen Gameplay- und Story-Schwerpunkten. Das nächste Update 0.2.0 ist für August 2026 angesetzt und bringt mit dem Sumpfgebiet Scala Moor östlich von Sundalan eine neue Region, dazu eine Speerwaffe als erste Pierce-Waffe für Juno. Obendrauf kommen erweiterte Skill-Trees, Map-Marker, ein Dojo zum Üben von Kombos und neue Etagen für den Roguelite-Modus Somu's Dream. Das Studio rechnet damit, dass Early Access mindestens zwei Jahre läuft. Wer also auf ein schnelles Finale hofft, sollte sich gedulden. Wer Aufbauarbeit mag und das Wachsen eines Spiels miterleben will, bekommt hier reichlich Futter. Vorerst bleibt es bei PC.

Fazit
Ich war nach der Demo neugierig, jetzt bin ich richtig dabei. Alabaster Dawn nutzt den Early-Access-Start nicht als Ausrede für eine halbgare Baustelle, sondern liefert schon eine erstaunlich vollständige, fordernde und stimmige Erfahrung. Dass ich von Anfang an spielen darf und nicht per Zeitsprung ins kalte Wasser geworfen werde, tut der Sache spürbar gut. Klar, das hier ist erst der Anfang, und zwei Jahre Entwicklungszeit sind eine Ansage. Aber wenn das Studio das gezeigte Niveau hält, wird daraus etwas Besonderes. Ich bleibe drauf, und zwar nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil ich wissen will, wie es weitergeht.
- Deutlich gewachsene Spielwelt mit Gebieten, die eigene Stimmung haben
- Forderndes Kampfsystem, das motiviert statt zu frustrieren
- Rätsel verzahnen sich sauber mit der Umgebung
- Technisch erstaunlich stabil für einen EA-Start
- Mindestens zwei Jahre Early Access verlangen Geduld
- Vorerst nur auf dem PC verfügbar
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Webentwickler, Technik-Nerd und Gamer aus Leidenschaft seit der Kindheit, mit einem Faible für die komplette The Legend of Zelda- und Halo-Reihe. Dazu fast keine Konsolengeneration ausgelassen und auch sehr interessiert an Indie-Games.










