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Hardware

EPOMAKER Glyph im Test: Retro trifft Zukunft

Von Tjark am 6. August 2026.

Es gibt Tastaturen, die einfach nur ihren Zweck erfüllen. Und dann gibt es die EPOMAKER Glyph. Bereits beim Auspacken wird klar, dass dieses Modell nicht versucht, möglichst unauffällig zu sein. Stattdessen setzt der Hersteller auf den Charme klassischer Schreibmaschinen und kombiniert diesen mit moderner Technik. Das Ergebnis ist eine mechanische Tastatur, die sich deutlich von der Masse abhebt und nicht nur als Eingabegerät, sondern auch als Blickfang auf dem Schreibtisch dienen möchte.

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Die größte Stärke der Glyph ist zweifellos ihre Optik. Runde PBT-Tastenkappen im Schreibmaschinenstil, ein markanter Rücklaufhebel an der Seite und ein großes Farbdisplay verleihen ihr einen unverwechselbaren Charakter. Trotz des nostalgischen Designs wirkt die Tastatur keineswegs altmodisch. RGB-Beleuchtung unter den Tasten und auf der kompletten Rückseite, ein modernes 75-Prozent-Layout und hochwertige Materialien sorgen dafür, dass sie sich nahtlos in aktuelle Gaming- oder Creator-Setups einfügt. Wer allerdings ein minimalistisches Arbeitsgerät sucht, wird mit der auffälligen Gestaltung vermutlich weniger glücklich.

Umfang und Features

Auch bei der Ausstattung lässt sich EPOMAKER nicht lumpen. Die Glyph verfügt über Hot-Swap-Unterstützung für 3- und 5-Pin-Schalter, werkseitig geschmierte Wisteria V2 Switches, eine aufwendige fünflagige Geräuschdämmung sowie N-Key-Rollover. Das Tippgefühl überzeugt durch einen angenehm weichen Anschlag und einen satten Klang, der weder klapprig noch übermäßig laut wirkt. Besonders Vielschreiber dürften Gefallen an der Kombination aus leichtgängigen Schaltern und den PBT-Tastenkappen finden. Praktisch ist außerdem die mitgelieferte Handballenauflage, die längere Schreibsessions deutlich angenehmer macht und aufgrund der Höhe der Glyph auch zu empfehlen ist.

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Bei der Konnektivität präsentiert sich die Glyph erfreulich flexibel. Sie unterstützt USB-C, Bluetooth sowie eine schnelle 2,4-GHz-Funkverbindung und kann somit problemlos zwischen mehreren Geräten wechseln. Der Funk-Adapter ist dabei geschickt hinter einer kleinen magnetischen Platte auf der Unterseite der Tastatur versteckt und kann bei Bedarf entnommen werden. Ob Gaming-PC, Notebook, Tablet oder Smartphone, der Wechsel gelingt unkompliziert. Der integrierte 8000-mAh-Akku fällt großzügig aus und sorgt im Alltag für lange Laufzeiten. Werden allerdings RGB-Beleuchtung und Display dauerhaft genutzt, sinkt die Akkulaufzeit spürbar. Das ist angesichts der umfangreichen Beleuchtung und des großen Bildschirms zwar nachvollziehbar, sollte aber einkalkuliert werden.

Ungewöhnliches Aussehen mit vielen Kleinigkeiten

Das Herzstück der Tastatur ist jedoch das große TFT-Display. Hier lassen sich Uhrzeit, Systeminformationen oder eigene Grafiken und Animationen anzeigen. Zusammen mit dem Drehregler entsteht eine Bedienung, die fast schon an ein kleines Smart Display, wie zum Beispiel bei Smartwatches, erinnert. Ergänzt wird das Ganze durch den charakteristischen Rücklaufhebel. Dieser dient nicht nur als Hommage an klassische Schreibmaschinen, sondern übernimmt gleichzeitig die Funktionen von Enter beziehungsweise Backspace. Das ist ein echtes Gimmick, das überraschend gut funktioniert und der Tastatur einen hohen Wiedererkennungswert verleiht. Wer Freude an außergewöhnlicher Hardware hat, dürfte diesen kleinen Kniff schnell ins Herz schließen. Zwischen Display und Hebel befindet sich eine 8-Segmente-Anzeige, die uns das aktuelle Datum verrät. Es mischen sich also Stile verschiedener Epochen, allerdings ohne, dass dies negativ auffällt. Oberhalb dieser Anzeige ist noch ein breiter Spalt, der dazu genutzt werden kann, Handy, Tablets oder kleine Notizbücher hineinzustellen. So lässt sich beim drahtlosen arbeiten am Tablet, ebenjenes auch gleich mit verstauen.

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Wenig Software

Passend dazu bietet die EPOMAKER-Software zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten. Tastenbelegungen, RGB-Effekte, Displayinhalte und sogar die Funktion des Drehreglers lassen sich individuell konfigurieren. Die Leuchteffekte der Rückseite und unter den Tasten lassen sich hier separat ansteuern. Der Funktionsumfang überzeugt, die Benutzeroberfläche wirkt allerdings nicht ganz so modern und aufgeräumt wie bei einigen Konkurrenten. Sie erfüllt ihren Zweck zuverlässig, erreicht aber nicht den Komfort etablierter Lösungen wie VIA oder QMK (welche auch nicht unterstützt werden). Zu erwähnen sei auch das die Software nur genau für diese eine Tastatur funktioniert.

Im Alltag zeigt sich die Glyph als gelungene Mischung aus Showpiece und ernstzunehmender mechanischer Tastatur. Das Schreibgefühl gehört zu ihren größten Stärken und auch beim Gaming liefert die schnelle Funkverbindung eine überzeugende Performance. Gleichzeitig verlangt das ungewöhnliche Layout mit den runden Tastenkappen und dem Retro-Design eine gewisse Eingewöhnungszeit. Wer häufig zwischen verschiedenen Tastaturen wechselt, könnte anfangs etwas häufiger danebengreifen. Auch ist die schiere Größe der Tastatur nicht zu unterschätzen, obwohl „nur“ ein 75 %-Layout nimmt sie aufgrund der Displays und der Höhe durch die Schreibmaschinenoptik ordentlich Raum auf dem Schreibtisch ein.

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Fazit

Die EPOMAKER Glyph ist keine Tastatur für jedermann und genau das macht ihren Reiz aus. Sie verbindet den nostalgischen Charme einer Schreibmaschine mit modernen Features wie Triple-Mode-Konnektivität, Hot-Swap, RGB-Beleuchtung und einem ungewöhnlich großen Farbdisplay. Die Verarbeitung, das Tippgefühl und die Ausstattung überzeugen auf ganzer Linie. Kleine Schwächen bei der Software und die kürzere Akkulaufzeit bei voller Beleuchtung trüben den sehr positiven Gesamteindruck nur geringfügig.

Wer eine möglichst unauffällige Tastatur sucht, wird anderswo glücklicher. Wer seinem Schreibtisch jedoch Persönlichkeit verleihen möchte und gleichzeitig Wert auf ein hervorragendes Schreibgefühl legt, findet in der EPOMAKER Glyph eine der außergewöhnlichsten mechanischen Tastaturen der letzten Jahre.

Pro:
  • Einzigartige Features
  • Viel Lieferumfang
  • Angenehmes Tippgefühl
Contra:
  • Schwache Software
  • Wuchtig und Platzverbrauch
  • Optik der Handballenablage nicht stimmig
Design:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Features:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Konnektivtät:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Software:
2 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
RGB:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Unsere Wertung: 7.5 / 10

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Tjark

Tjark

Hat seit dem Gameboy jede Handheld-Generation ausgiebig genutzt. Es stehen vorallem Coop- und Multiplayer-Spiele hoch im Kurs.

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