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Call of Duty: Black Ops 7Call of Duty: Black Ops 7
Review

Call of Duty: Black Ops 7 im Test: Alle Jahre wieder

Von Marvin Kolb am 15. Dezember 2025. Getestet auf PS5. Zum Spiel hier klicken.

Wie jedes Jahr erscheint nun wieder ein neues Call of Duty, und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass dieser jährliche Zyklus inzwischen fast schon so selbstverständlich funktioniert wie eine vertraute Routine des Alltags. Erst letztes Jahr stand mit Black Ops 6 ein erstaunlich überzeugender Teil im Regal, der gezeigt hat, dass die Serie trotz all der Abnutzungserscheinungen immer noch in der Lage ist, zu überraschen und zu begeistern. Gleichzeitig sitzt Modern Warfare 3 vielen Spielern noch immer im Nacken und zwar als warnendes Beispiel dafür, wie sehr ein Titel unter Zeitdruck leiden kann, wenn sich die Mühlen von Activision zu schnell drehen. Es war ein Spiel, das an jeder Ecke geschrien hat: „Ich hätte mehr Zeit gebraucht.“ Genau diese Angst schwingt jetzt wieder mit. Könnte Black Ops 7 am selben Problem scheitern? Ein starker Vorgänger, gefolgt von einem Nachzügler, der auf halbem Weg liegen bleibt? Oder gelingt es Treyarch doch, die Kurve zu kriegen und aus dem jährlichen Rhythmus etwas zu machen, das mehr ist als Routinearbeit?

Die Kampagne: Feinschliff und Schritte in die richtige Richtung

Schon früh zeigt sich, dass die Kampagne leider genau diesen inneren Konflikt perfekt widerspiegelt. Man merkt sehr schnell, wo Treyarchs eigentliche Ambitionen lagen und wo die Zeit offenbar schlicht nicht gereicht hat. Dass man erneut die berüchtigten Lückenfüllermissionen einsetzt, die Modern Warfare 3 damals in die Kritik gezogen haben, ist ein Rückschritt, den viele Spieler nicht mehr kommentarlos schlucken werden. Diese Open-Combat-Missionen, die einen wie einen Fremdkörper auf der aktuellen Warzone-Karte aussetzen und zum Abarbeiten kleiner Ziele animieren sollen, fühlen sich auch 2025 noch wie ein Konzept an, das nie zu Ende gedacht wurde. Wenig taktische Tiefe, kaum erzählerische Relevanz, mechanisch völlig austauschbar – sie sind genau das, was man aus ihnen herausliest: Lückenfüller. Und das ist umso bitterer, weil sie die eigentlichen Stärken der Kampagne verwässern. Sobald Black Ops 7 in seine „echten“ Missionen übergeht, wird der Kontrast geradezu schmerzhaft deutlich. Plötzlich sitzt die Inszenierung, die Kamerafahrten greifen ineinander, Explosionen wirken nicht mehr wie ein generischer Action-Teppich, sondern wie bewusst platzierte Höhepunkte. Die Macher können das also noch, aber sie zeigen es eben nicht oft genug.

Dabei wagt Treyarch erzählerisch diesmal etwas, das man so nicht unbedingt erwartet hätte. Es gibt alptraumhafte Sequenzen, die direkter aus einem Fiebertraum stammen könnten, Momente, die zwischen Wahnsinn, Surrealismus und visueller Wucht pendeln. Und das sind nicht bloß neugierige Experimente, sondern tatsächlich einige der irrwitzigsten Szenen, die die Reihe je hervorgebracht hat (um Spoiler zu vermeiden, belassen wir es bei dieser Beschreibung). Man merkt, dass das Team Lust hatte, auszubrechen, etwas Neues auszuprobieren, klassische „Black Ops“-Mindfuck-Elemente ins Jahr 2025 zu transportieren und dabei nicht davor zurückzuschrecken, Spieler bewusst zu irritieren. Diese Passagen sind mutig, kreativ und haben einen unverkennbaren Reiz. Gerade deshalb ärgert es aber, dass die Kampagne an anderer Stelle wirkt, als wäre sie aus Template-Bausteinen zusammengesetzt worden. Mit mehr Zeit hätte daraus etwas richtig Großes entstehen können. So bleibt es bei einem Werk, das zwar starke Momente hat, aber trotz dieser Highlights an einer unausgewogenen Struktur scheitert.

Der Multiplayer

Dort, wo Call of Duty jedoch seit Jahren seine Zuverlässigkeit beweist, liefert auch Black Ops 7 erneut ab: im Multiplayer. Hier zeigt sich sehr deutlich, dass Treyarch weiß, worauf die Community wirklich Wert legt. Das Gunplay fühlt sich so ausgereift an wie selten zuvor, jeder Schuss hat Gewicht, jedes Trefferfeedback sitzt, und das Movement ist eine präzise Mischung aus Tempo und Kontrolle. Wandsprünge, Slides, schnelle Richtungswechsel – all das fügt sich zu einem Flow zusammen, der kaum ein anderes Spiel dieses Jahres erreicht. Gleichzeitig schraubt der Titel die Hektik noch einmal nach oben. Die Time to Kill ist niedriger als beim Vorgänger, was dazu führt, dass sich manche Matches geradezu überhitzt anfühlen. Das ist einerseits fordernd und wirkt stellenweise gnadenlos, andererseits aber auch extrem befriedigend, wenn man in diesen Sog aus schneller Action und adrenalingeladenen Mini-Gefechten hineingezogen wird.

Der Umfang ist zum Release erstaunlich stattlich. Mit 20 Maps startet Black Ops 7 in die neue Saison und liefert eine angenehm ausgewogene Mischung aus frischen Karten und bekannten Klassikern, die so überarbeitet wurden, dass sie sich vertraut und gleichzeitig neu anfühlen. Die Modi sind größtenteils die gewohnten Dauerbrenner. Aber warum sollte man etwas verändern, das seit Jahren hervorragend funktioniert? Die 26 Primärwaffen mit ihren zahllosen Attachments bieten erneut eine riesige Spielwiese für Feintuning und auch Perks und Feldausrüstungen fügen sich angenehm vertraut ins Gesamtbild ein. Große Neuerungen sucht man hier vergeblich, aber notwendig sind sie auch nicht. Das System funktioniert zuverlässig und manchmal ist das alles, was ein Multiplayer braucht.

Das wohl heißeste Thema der letzten Jahre bleibt jedoch das Skill Based Matchmaking. Black Ops 7 geht hier spürbar auf die Kritik der vergangenen Jahre ein. Das SBMM ist nicht verschwunden, aber viele Playlists setzen nun stärker auf Verbindungsqualität statt auf reine Skill-Gruppierung. Das Ergebnis sind Lobbys, die sich wieder mehr wie die alten CoDs anfühlen: mal dominiert man, mal bekommt man ordentlich aufs Maul, und genau diese Mischung sorgt für die Art von Spielerfahrung, die viele Fans seit Jahren vermissen. Perfekt ist es nicht, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung, vielleicht sogar der erste echte seit Langem.

Zombiemodus: Kleiner Snack neben der Hauptmahlzeit

Der Zombiemodus bleibt hingegen ein zweischneidiges Vergnügen. Auf dem Papier ist alles wie immer: Wellen überleben, Upgrades sammeln, Waffen verstärken und versuchen, möglichst lange durchzuhalten. Für ein paar Partien macht das immer noch Laune, vor allem im Koop, wo der typische Chaosfaktor und das gemeinsame Improvisieren für Kurzweil sorgen. So richtig will es aber einfach nicht zünden. Die Mechanik wirkt vertraut, aber nicht weiterentwickelt. Der neue Cursed-Modus bringt zumindest spürbare Abwechslung, indem er die Schwierigkeit anzieht und seltene Belohnungen in Aussicht stellt. Für Veteranen ist das ein netter Bonus, doch für alle anderen bleibt der Modus eher ein nettes Add-on, das man ein paar Abende spielt und dann wieder zur Seite legt.

Fazit

Unterm Strich präsentiert sich Call of Duty: Black Ops 7 als ein Spiel, das seine besten Momente genau dort hat, wo es auf die Stärken der Reihe vertraut, aber gleichzeitig an seinen strukturellen Schwächen scheitert. Der Multiplayer ist das klare Herzstück, technisch sauber, spielerisch ausgereift und über viele Stunden hinweg motivierend. Die Kampagne hingegen schwankt zwischen mutigen Ideen und lieblosen Lückenfüllern, während der Zombiemodus solide, aber uninspiriert bleibt. Black Ops 7 wirkt insgesamt eher wie ein sehr guter DLC, der auf Bekanntes setzt, starke Momente hat, aber sich nicht traut (oder nicht die Zeit hatte), wirklich über sich hinauszuwachsen.

Pro:
  • Fantastisches Gunplay und Movement
  • Sehr viele Maps zum Launch
  • Abwechslungsreichere Lobbys dank verbessertem SBMM
  • Kreative Highlights in der Kampagne
Contra:
  • Open-Combat-Missionen zerstören das Pacing
  • Zombiemodus bietet wenig Neues
  • Kampagne insgesamt inkonsistent
  • Wirkt eher wie ein DLC als ein vollwertiger Serienteil
Story:
2 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Gameplay:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Grafik:
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Sound:
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Umfang:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Unsere Wertung: 8.0 / 10
Spiel getestet auf: PS5
Marvin Kolb

Marvin Kolb

Leidenschaftlicher Zocker, der irgendwo zwischen Shootern, Plattformern, Action-Adventures und arcadigen Sportspielen zuhause ist. Zu den Lieblingsreihen gehören Resident Evil, The Last Of Us, Call Of Duty und GTA.

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