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Ghost of YōteiGhost of Yōtei
Review

Ghost of Yōtei Complete Edition im Test: Rache-Epos im Komplettpaket

Von Marvin Kolb am 26. Oktober 2026. Getestet auf PS5. 9 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

Mit Ghost of Yōtei haben Sucker Punch dem gefeierten Ghost of Tsushima einen geistigen Nachfolger spendiert und 2025 einen der großen Titel des Spielejahres veröffentlicht. Nun kehrt Atsu mit „Echos von Sekigahara“ nach Ezo zurück. Die Complete Edition bündelt das Hauptspiel mit der neuen Story-Erweiterung und zusätzlichen Spielmodi. Doch lohnt sich der Griff zum Komplettpaket oder reicht der Besitz des Grundspiels?

Ghost of Yōtei: Ein würdiger Nachfolger

Mittlerweile dürfte sich herumgesprochen haben, dass Ghost of Yōtei zu den großen Highlights der vergangenen Jahre gehört. Sucker Punch liefert ein technisch beeindruckendes Action-Adventure ab, das vor allem mit seiner Inszenierung, dem durchdachten Kampfsystem und einer atmosphärischen Spielwelt überzeugt. Dabei gelingt es dem Studio, die Stärken des Vorgängers aufzugreifen und gleichzeitig eine eigene Geschichte zu erzählen.

Im Mittelpunkt steht Atsu, die sich auf einen blutigen Rachefeldzug begibt. Die Geschichte ist kurzweilig erzählt und lebt vor allem von ihrer cineastischen Präsentation, den stimmungsvollen Begegnungen und einer Spielwelt, die immer wieder zum Verweilen einlädt. Zwar ist eine klassische Rachegeschichte auf den ersten Blick nicht unbedingt der Inbegriff erzählerischer Innovation, doch die gelungene Umsetzung macht diesen Umstand schnell vergessen. Statt sich ausschließlich auf den nächsten Kampf zu konzentrieren, nimmt sich das Spiel immer wieder Zeit für ruhigere Momente und persönliche Begegnungen, die Atsus Geschichte zusätzliche Facetten verleihen.

Auch spielerisch gibt es wenig zu meckern. Das Kampfsystem verlangt Aufmerksamkeit und belohnt den richtigen Umgang mit den unterschiedlichen Waffen. Wer einfach nur auf die Angriffstaste hämmert, wird schnell seine Grenzen kennenlernen. Blocken, Ausweichen, Kontern und der gezielte Einsatz der passenden Waffe sind entscheidend, um auch gegen größere Gegnergruppen die Oberhand zu behalten.

Dazu kommt eine offene Spielwelt, die zu den größten Stärken des Spiels gehört. Die Landschaften sind wunderschön gestaltet und bieten zahlreiche Gründe, die Hauptgeschichte für einen Moment links liegen zu lassen. Zwar wiederholen sich manche Aktivitäten abseits der Hauptmissionen, doch im Vergleich zu vielen anderen Open-World-Spielen hält sich die Überfrachtung angenehm in Grenzen. Ghost of Yōtei versteht es, seine Welt lebendig wirken zu lassen, ohne den Spieler ständig mit Symbolen, Aufgaben und Sammelobjekten zu überhäufen.

Wer das Hauptspiel bislang verpasst hat, bekommt damit bereits ein hervorragendes Action-Adventure. Die Complete Edition legt nun noch eine Schippe drauf.

Story-Erweiterung: Echos von Sekigahara

Mit „Echos von Sekigahara“ spendiert Sucker Punch dem Hauptspiel eine rund zehn Stunden umfassende Story-Erweiterung. Nach Abschluss der ursprünglichen Geschichte wird Atsu mit einem alten Bekannten konfrontiert, wodurch Vergangenheit und Gegenwart aufeinanderprallen. Während sie sich mit der gemeinsamen Geschichte der beiden auseinandersetzt, bekommt sie es in der Gegenwart erneut mit den Schergen der Schlange zu tun. Dabei führt sie ihr Weg auch in die Ashoro-Ausläufer, die neue Schauplätze und zusätzliche Möglichkeiten zur Erkundung bieten.

Die Erweiterung ist dabei mehr als ein bloßer Nachschlag für alle, die nach dem Abspann noch nicht genug von Ezo haben. Vielmehr nutzt sie die Ereignisse des Hauptspiels, um Atsus Geschichte weiterzuentwickeln und ihre bisherigen Entscheidungen stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Die Protagonistin muss sich mit ihren eigenen Taten auseinandersetzen, während alte Verbindungen und Erinnerungen eine neue Bedeutung erhalten.

Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Gerade erzählerisch gehört „Echos von Sekigahara“ zu den überzeugenden Ergänzungen, weil der DLC nicht einfach nur eine weitere Bedrohung aus dem Hut zaubert, die Atsu aus der Welt schaffen muss. Stattdessen wird die bestehende Geschichte sinnvoll erweitert und um zusätzliche Perspektiven ergänzt.

Besonders empfehlenswert ist es deshalb, die Erweiterung direkt im Anschluss an die Hauptgeschichte zu spielen. Wer noch frisch im Geschehen steckt, kann die Verbindungen zwischen den Ereignissen besser nachvollziehen und bekommt das Gefühl, noch einmal tiefer in Atsus Welt einzutauchen. Bei einer Spielwelt, die ohnehin zu den schönsten der vergangenen Jahre zählt, ist das kein unangenehmer Nebeneffekt. Vielmehr dürfte es Fans schwerfallen, Ezo nach weiteren zehn Stunden schon wieder verlassen zu müssen.

Auch Atsu selbst profitiert von der zusätzlichen Geschichte. Während sie im Hauptspiel vor allem durch ihren Rachefeldzug geprägt ist, zeigt sie sich in „Echos von Sekigahara“ stellenweise verletzlicher und nachdenklicher. Die Erweiterung gibt ihr damit zusätzliche Tiefe und ergänzt das Bild einer Figur, deren Handlungen nicht immer so eindeutig sind, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Gerade diese ruhigeren und persönlicheren Momente machen den DLC zu einer gelungenen Ergänzung.

Natürlich kommt auch das Gameplay nicht zu kurz. Neue schwere Waffen erweitern die Möglichkeiten im Kampf und sorgen dafür, dass sich selbst erfahrene Spieler noch einmal auf andere Herangehensweisen einlassen können. Hinzu kommen neue Rüstungen, die nicht nur optisch für Abwechslung sorgen, sondern auch spielerisch neue Akzente setzen.

Das bereits im Hauptspiel hervorragende Kampfsystem bleibt dabei das Herzstück. Angriffe müssen weiterhin gut getimt werden, während Blocken, Konter und der Wechsel zwischen den verschiedenen Waffen entscheidend sind. Besonders gelungen ist, dass Gegner auch innerhalb eines Kampfes ihre Waffen wechseln können. Der Spieler muss darauf reagieren und seinerseits die passende Waffe auswählen, anstatt sich auf eine einzige Taktik zu verlassen. Das sorgt dafür, dass die Gefechte auch nach zahlreichen Stunden noch fordernd bleiben und nicht zur bloßen Routine verkommen.

Wer das Hauptspiel noch nicht beendet hat und möglichst schnell zur Erweiterung gelangen möchte, muss zunächst einige Storymissionen abschließen und einmal mit dem Kopfgeldvermittler gesprochen haben. Dazu gehören „Das alte Gasthaus“, „Der Weg der beiden Katanas“, „Die Geschichte des Oni“ und „Das Schicksal der Kitsune“.

Mehr Spielmodi: Der Most-Wanted-Modus

Mit dem Most-Wanted-Modus liefert Sucker Punch zusätzlich eine vom Hauptspiel unabhängige Mischung aus Kampf- und Überlebensmodus. Statt der eigentlichen Handlung zu folgen, arbeitet der Spieler ein Kopfgeld nach dem anderen ab und stellt sich dabei immer größeren Gegnergruppen. Ziel ist es, sich schrittweise durch die Herausforderungen zu kämpfen und schließlich die Mitglieder der Yōtei-Sechs ins Visier zu nehmen.

Zu Beginn steht ausschließlich Atsu zur Verfügung. Mit zunehmendem Fortschritt steigt der Spieler jedoch im Level auf und kann weitere Figuren freischalten. Diese bringen jeweils eigene Fähigkeiten mit und sorgen dafür, dass sich die Kämpfe auf unterschiedliche Weise angehen lassen. Zu den freischaltbaren Figuren gehört sogar Jin Sakai aus Ghost of Tsushima, was gerade für Fans des Vorgängers eine nette Ergänzung darstellt.

Auch während der einzelnen Durchläufe gibt es Möglichkeiten, den eigenen Spielstil anzupassen. Nach abgeschlossenen Kampfabschnitten kann der Spieler neue Boni auswählen, die unterschiedliche Vorteile mit sich bringen. So lässt sich beispielsweise ein Wolf herbeirufen, der Gegner attackiert. Solche Fähigkeiten eröffnen zusätzliche taktische Möglichkeiten und laden dazu ein, verschiedene Kombinationen auszuprobieren.

Der Reiz des Modus besteht darin, den eigenen Charakter während eines Durchgangs immer weiter zu verbessern und die verfügbaren Boni möglichst sinnvoll miteinander zu kombinieren. Wer länger dabeibleibt, schaltet zudem dauerhafte Verbesserungen und weitere Techniken frei. Damit bedient sich Most Wanted bekannter Roguelite-Mechaniken, bei denen jeder Durchlauf neue Möglichkeiten eröffnet und Niederlagen zumindest teilweise als Grundlage für den nächsten Versuch dienen.

Für Spieler, die vor allem wegen der Geschichte zu Ghost of Yōtei greifen, dürfte der Modus zunächst weniger interessant sein. Wer nach dem umfangreichen Hauptspiel allerdings noch Lust auf weitere Kämpfe hat, bekommt hier einen guten Grund, die Konsole nicht so schnell wieder auszuschalten. Das Kampfsystem eignet sich schließlich hervorragend dafür, auch unabhängig von der Handlung zu unterhalten. Ähnliche Zusatzmodi haben bereits bei anderen Einzelspieler-Spielen gezeigt, dass sie den Wiederspielwert deutlich erhöhen können.

Besonders positiv fällt auf, dass sich der Schwierigkeitsgrad anpassen lässt. Dadurch können auch weniger erfahrene Spieler einen Einstieg finden, während sich diejenigen, die eine größere Herausforderung suchen, entsprechend fordern lassen. Most Wanted ist damit eine sinnvolle Ergänzung für alle, die nach dem Abspann noch nicht genug von den Kämpfen haben.

Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass der Modus einen anderen Schwerpunkt setzt als das Hauptspiel. Wer vor allem wegen der Geschichte, der Figuren und der cineastischen Inszenierung spielt, wird hier nicht unbedingt glücklich. Wer hingegen Spaß daran hat, unterschiedliche Fähigkeiten auszuprobieren, Gegnerwellen zu überstehen und sich immer weiter zu verbessern, bekommt eine willkommene zusätzliche Beschäftigung.

Braucht es die Complete Edition?

Wer Ghost of Yōtei bislang noch nicht besitzt, sollte sich die Complete Edition genauer ansehen. Das Hauptspiel gehört zu den stärksten Action-Adventures der vergangenen Jahre und überzeugt auch heute noch mit einer gelungenen Mischung aus packender Geschichte, anspruchsvollen Kämpfen und einer beeindruckenden offenen Welt. Gerade die organische Gestaltung der Spielwelt sorgt dafür, dass die Erkundung nicht zur bloßen Checklistenarbeit verkommt.

Zwar fallen einige Aktivitäten abseits der Hauptgeschichte mit der Zeit etwas repetitiv aus, doch das ist ein Problem, mit dem sich auch zahlreiche Genrevertreter herumschlagen. Im direkten Vergleich hält sich Ghost of Yōtei angenehm zurück und schafft es, seine Welt trotz vieler optionaler Aufgaben glaubwürdig wirken zu lassen. Wer sich auf die Erkundung einlässt, bekommt eine der beeindruckendsten offenen Spielwelten der vergangenen Jahre geboten.

Der Story-DLC ist ein weiteres Argument für die Complete Edition. Die zusätzlichen rund zehn Stunden sind nicht nur eine willkommene Verlängerung der Spielzeit, sondern geben Atsus Geschichte eine neue Richtung und mehr emotionale Tiefe. Gerade wer sich nach dem Ende der Hauptgeschichte noch intensiver mit der Protagonistin und ihrer Vergangenheit beschäftigen möchte, bekommt hier einen überzeugenden Grund, nach Ezo zurückzukehren.

Etwas anders sieht es beim Most-Wanted-Modus aus. Roguelite-Mechaniken sind nicht jedermanns Sache und auch in diesem Fall dürfte sich die Begeisterung je nach Spielertyp unterscheiden. Wer hauptsächlich an der Handlung interessiert ist und nach dem Abspann mit dem Spiel abschließen möchte, wird den zusätzlichen Modus vermutlich nicht unbedingt benötigen. Für alle, die das Kampfsystem lieben und sich gerne an neuen Herausforderungen versuchen, stellt er dagegen einen echten Mehrwert dar.

Natürlich darf auch das zusätzliche Angebot an Aktivitäten in der offenen Welt nicht fehlen. Wer noch nicht alles entdeckt hat, bekommt weitere Gründe, die Landschaften zu erkunden und sich abseits der Hauptmissionen zu beschäftigen. Kleinere Ergänzungen wie kosmetische Gegenstände und zusätzliche Trophäen runden das Paket ab.

Besitzer des Grundspiels müssen dagegen genauer abwägen. Wer vor allem an der neuen Geschichte interessiert ist, dürfte mit dem DLC bereits glücklich werden. Die Complete Edition lohnt sich besonders dann, wenn auch die zusätzlichen Spielmodi und weiteren Inhalte einen Mehrwert bieten. Wer das Hauptspiel bereits ausführlich erlebt hat und mit Roguelite-Modi wenig anfangen kann, sollte sich dagegen überlegen, ob die Erweiterung allein den Kauf rechtfertigt.

Fazit

Die Ghost of Yōtei Complete Edition ist vor allem für alle, die das Hauptspiel bislang nicht besitzen, die beste Möglichkeit, eines der Highlights des Spielejahres 2025 nachzuholen. Die Geschichte ist kurzweilig erzählt, die Kämpfe sind hervorragend umgesetzt und die Spielwelt gehört zu den beeindruckendsten, die das Genre in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat. Wer auf atmosphärische Action-Adventures mit cineastischer Inszenierung steht, sollte sich Atsus Rachefeldzug nicht entgehen lassen.

Mit „Echos von Sekigahara“ erhält die Geschichte eine gelungene Erweiterung, die nicht einfach nur mehr vom Gleichen liefert. Die zusätzlichen Einblicke in Atsus Vergangenheit geben der Protagonistin mehr Tiefe und ergänzen die Handlung um einige interessante Aspekte. Auch spielerisch machen die neuen Waffen Spaß und erweitern ein ohnehin hervorragendes Kampfsystem. Mit rund zehn Stunden fällt der Umfang des DLCs zudem ordentlich aus.

Der Most-Wanted-Modus ist eine weitere sinnvolle Ergänzung, dürfte allerdings nicht jeden gleichermaßen begeistern.

Unterm Strich ist die Ghost of Yōtei Complete Edition ein rundes Gesamtpaket, das sowohl erzählerisch als auch spielerisch überzeugt. Für Neueinsteiger ist sie eine klare Empfehlung. Besitzer des Hauptspiels sollten dagegen genauer hinschauen, ob ihnen die neue Geschichte und die zusätzlichen Spielmodi den erneuten Griff ins Portemonnaie wert sind.

Pro:
  • Eine der am schönsten und beeindruckendsten erzählten Geschichten der letzten Jahre
  • Wunderschöne Spielwelt, die mit neuen Aspekten im DLC aufwartet
  • Tiefere Einblicke in Atsus Vergangenheit durch gelungene neue Story-Missionen
  • Viel Wiederspielwert durch den neuen Most-Wanted-Modus
  • Neue Waffen erweitern das ohnehin tolle Kampfsystem ein wenig
Contra:
  • Rachestory nicht sonderlich innovativ
Story:
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Gameplay:
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Grafik:
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Sound:
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Atmosphäre:
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Unsere Wertung: 9.5 / 10
TestingBuddies Award Silber
Spiel getestet auf: PS5

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Marvin Kolb

Marvin Kolb

Leidenschaftlicher Zocker, der irgendwo zwischen Shootern, Plattformern, Action-Adventures und arcadigen Sportspielen zuhause ist. Zu den Lieblingsreihen gehören Resident Evil, The Last Of Us, Call Of Duty und GTA.

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