Preview

Highrise City im Preview – Cities: Skylines trifft Anno

Von Felix Mager am 10. April 2022
Publisher: Deck 13 Spotlight
Release: Early Access
Genre: Simulation
Entwickler: FourExo Entertainment
Verfügbar für: PC
USK Altersfreigabe: ausstehend

Auf den ersten Blick wirkt Highrise City unscheinbar. Das Spiel befindet sich derzeit im Early-Access und ist dementsprechend unfertig. Die Grafik braucht teilweise noch eine großzügige Überarbeitung. Die Gebäude sehen gut aus und man kann sehr nah rein zoomen, aber insbesondere die Shader lassen das Spiel noch stellenweise viel zu dunkel und nicht sehr lebhaft wirken. Interessant wird es zu sehen, was die Entwickler nach dem Early-Access daraus machen und welche Mods die Community bereitstellen wird.

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Wenn man sich das Spiel dann mal genauer anschaut, wird es interessant. Es entpuppt sich nämlich als ein hybrides Aufbau-Strategiespiel, welches das Gameplay von Anno und das Setting von Cities: Skylines in sich vereint. Kann Highrise City diesen beiden großen Titeln gerecht werden oder es sogar besser machen? Das erfahrt ihr jetzt in unserem Test.

Wie wir eingangs erwähnten, ist Highrise City ein Aufbau-Strategiespiel im Städtebau-Setting. Dabei liegt der Fokus sehr stark auf Produktionsketten, Ressourcenmanagement und den Bedürfnissen sowie der Zufriedenheit der Bevölkerung. Was den Städtebau betrifft, kann es mit der Detailgenauigkeit und dem Realismus von Cities: Skylines im Moment noch nicht mithalten. Das liegt auch an noch fehlenden Workshop-Inhalten, da Mods das Spiel in der Regel erheblich verbessern können.

Muss es aber auch nicht, da es vor allem eine Wirtschaftssimulation ist, bei der man seine Stadt immer weiter ausbaut. So braucht man Holz und Ziegel zum Bauen von Häusern und fortgeschrittenen Gebäuden und muss seine Einwohner mit verschiedenen Ressourcen, wie etwa Essen und elementaren Bedürfnissen, wie Strom, Wasser oder einer Feuerwache versorgen.

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Handel und Wandel

Dabei nimmt die Ressourcenvielfalt stetig zu und das Spiel wird mit jedem Schritt komplexer. Es kommt ganz klar darauf an, wie gut man im Ressourcenmanagement ist, was auch das Geld betrifft. Es ist am Anfang gar nicht so einfach, in die schwarzen Zahlen zu kommen. Hat man das Grundprinzip aber erst einmal verstanden, kann man ordentlich Plus machen und seine Stadt immer weiter ausbauen und verbessern.

Dazu müssen Bedürfnisse befriedigt und dementsprechende Produktionsketten aufgebaut werden. Mit jeder neuen Stufe der Einwohner kommen mehr Bedürfnisse hinzu und die Gebäude werden größer, wie man das aus anderen Spielen kennt. Ganz logisch erscheint das aber am Ende nicht. Angestellte brauchen zum Beispiel Kleidung, Arbeiter haben dieses Bedürfnis offenbar nicht. Das Spielprinzip hier ist klar, es soll aufbauend sein, auch um nicht zu überfordern, da es so schon komplex genug ist. Nur wirkt es dadurch an manchen Stellen unrealistisch.

Auch der Handel kommt nicht zu kurz. Man kann überproduzierte Waren verkaufen und benötigte Waren einkaufen. Zum Beispiel muss man Werkzeuge einkaufen, solange man sie noch nicht selbst herstellen kann, um überhaupt weiter bauen zu können und Gewürze muss man stets importieren, da diese nirgends wachsen. Was wir uns hier in der Zukunft wünschen würden, wäre eine Art Handel zwischen verschiedenen eigenen Städten und vielleicht ein DLC, was neue Ressourcen und deren Produktion mit einbringt, sodass es sogar finanziell sinnvoll wird eine neue Stadt zu errichten und zu handeln. Gar ein online Modus wäre hier denkbar. Es gibt also noch viel Potenzial.

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Neue Features und alte Gewohnheiten

Abgesehen davon bietet Highrise City die gängigsten Methoden des Städtebaus: Straßen, Zoning, Gebäude und Landschaftsgestaltung. Auch Deko-Objekte lassen sich platzieren, um die Stadt zu verschönern und realistischer zu gestalten. Dem entgegen stehen teilweise komische Automatismen, wie die Höhe der Straßen, wenn man in unebenem Gelände baut, wie ihr auf folgendem Bild seht.

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Auch, dass ich mein Zoning so großflächig wählen kann, dass Häuser einfach aneinander geklatscht werden, ist noch nicht so schön gelöst, wie auf dem nächsten Bild zu sehen. Hier bräuchte ich kleinere Straßen, um innerhalb des Wohnblocks Abschnitte zu unterteilen. Mit den normalbreiten Straßen sähe das nicht gut aus. Das Spiel bietet noch wenige Tools, um hier wirklich schön zu bauen. Warum um die Häuser herum alles betoniert wird, statt es grün zu lassen, ist eine andere Frage.

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Wir freuen uns jetzt schon darauf, zu sehen, was nach dem Early-Access daraus geworden ist. Aber auch einige Neuigkeiten gibt es. So ist ein Feature zum Beispiel die freie Fahrt mit dem Auto durch die eigene Stadt. Das ist sehr erfrischend und es macht Spaß, sich seine Stadt auch und vor allem ohne notwendige Mods auf diese Weise anschauen zu können. Man könnte hier noch die Steuerung verbessern, einen Autodrive-Mode einführen und es noch auf andere Verkehrsmittel ausweiten, aber in den Grundzügen ist das Konzept gelungen.

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Auch positiv ist uns aufgefallen, dass man die Städte an verschiedenen Schauplätzen der realen Welt gründen kann. So kann man beispielsweise New York nachbauen, wenn man möchte. Hier erwarten wir uns für die Zukunft noch viele weitere Orte und Landschaften nach realen Vorbildern. Das könnte ein schönes Feature werden.

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Was man hingegen aus dem Spiel nehmen sollte, sind die unnötigen Wasserleitungen. Sie bringen dem Gameplay nichts, denn Strom wird automatisch verteilt, warum also nicht auch Wasser? Es ist nach unserer Sicht und laut unzähligen Community Kommentaren nur eine zusätzliche Last.

Was man hier ändern könnte, wäre Strom und Wasser automatisch über die Straßen zu verteilen, sodass angebundene Gebäude einen Zugang erhalten. Das wäre sinnvoller und nach dem Vorbild des realen Lebens. So könnte man die Thematik unterbringen und gleichzeitig nicht überflüssig wirken lassen, da die Spieler ohnehin überlegen müssen, wo sie ihre Straßen bauen.

Fazit

Highrise City ist zurecht im Early-Access, denn es ist zwar noch lange nicht fertig, bietet aber jetzt schon eine Menge Spielspaß für Fans von Aufbau-Strategiespielen, die mal ein etwas moderneres Setting sehen möchten. Ein Konkurrent zu Cities: Skylines ist es nicht, da das Spielprinzip ein völlig anderes ist. Es spielt sich eher wie ein Anno, mit dem Unterschied, dass man keine Inseln besiedeln muss und mehr Freiheit bei der Bebauung hat.

Die Herausforderung in Highrise City ist es, seine Ressourcen zu managen. Das ist die größte und schwierigste Aufgabe und ist über das ganze Spiel hinweg essenziell. Wer daran Spaß hat und für den das am wichtigsten ist, der ist hier gut aufgehoben und wird sicherlich eine große Freude daran haben.

Wer den Spielspaß durch Gestaltung in den Vordergrund stellt, und sich neben seinem City-Layout nicht auch noch um tausende Ressourcen kümmern möchte, der wird Highrise City nicht viel Positives abgewinnen können.

Pro:
  • Core-Gameplay macht Spaß
  • Fahrmodus durch die eigene Stadt
  • Reale Orte auf der ganzen Welt
Contra:
  • Teilweise unlogische Ressourcenverteilung
  • Grafik kann noch verbessert werden
  • Zum Teil unausgereifte Gameplay-Elemente

Spiel getestet auf: PC

Leidenschaftlicher Gamer mit Vorliebe für gute Soundtracks. World of Warcraft Veteran seit 2007 und großer Fan von Simulatoren, 4X- und Strategiespielen. Mit über 1200 Stunden Spielzeit ist Civilization der Vorreiter meiner Steambibliothek. Außerdem interessieren mich gute Rollenspiele und Shooter wie Assasin's Creed und Far Cry, bei denen ich kaum einen Teil der beiden Reihen ausgelassen habe.

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