Zum Hauptinhalt springen
Low-Budget RepairsLow-Budget Repairs
Review

Low-Budget Repairs im Test: Pfusch am Bau war nie so unterhaltsam

Von Dominik Probst am 28. August 2026. Getestet auf PC. 3 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

Es gibt Spiele, die wollen, dass du alles richtig machst. Low-Budget Repairs will genau das Gegenteil. Statt sauberem Handwerk gibt es hier gestreckte Farbe, schief verlegte Fliesen und Möbel, die den schnellsten Weg aus dem Fenster nehmen, Hauptsache die Kasse stimmt am Ende des Tages. Wer nach PowerWash Simulator oder House Flipper mal das moralisch fragwürdige Gegenstück gesucht hat, ist hier goldrichtig. Nur die ersten Aufträge testen erstmal, wie viel Geduld man wirklich mitbringt.

Ehrliche Arbeit ist hier nicht vorgesehen

Die Prämisse von Low-Budget Repairs ist herrlich unmoralisch: Du übernimmst Renovierungsjobs in Plattenbau-Wohnungen, die optisch irgendwo zwischen DDR-Nostalgie und "hier hat seit 1994 niemand mehr gestrichen" pendeln, und deine Aufgabe ist es nicht, gute Arbeit abzuliefern, sondern möglichst wenig Aufwand in möglichst viel Gewinn zu verwandeln. Farbe wird verdünnt, bis sie kaum noch nach Farbe aussieht, Fliesen landen schief an der Wand, und altes Mobiliar entsorgt man am effizientesten, indem man es einfach aus dem Fenster wirft statt es die Treppe runterzuschleppen. Genau in dieser kleinen Bosheit steckt der Charme. Das Spiel bestraft dich nicht sofort, wenn du schlampst, es lässt dich erstmal davonkommen, und dieses Gefühl, als Handwerker mit maximal fragwürdiger Moral durchzukommen, trägt die ersten Stunden erstaunlich gut. Wer selbst schon mal einen Kostenvoranschlag bekommen hat, der verdächtig günstig klang, wird hier ein diebisches Grinsen nicht unterdrücken können.

Zwischen Baumarktkasse und Basteltisch

Der Ablauf ist schnell verinnerlicht: Auftrag annehmen, im Baumarkt einkaufen und dabei genau abwägen, wo man am Material sparen kann, ohne dass es sofort auffällt, dann ran an die Wohnung. Aus der Egoperspektive greifst du selbst zu Pinsel, Spachtel und Fliesenkleber, und genau diese Nähe macht den Reiz aus. Man merkt förmlich, wie befriedigend es ist, eine Wand in halber Zeit fertigzustreichen, auch wenn das Ergebnis eher an eine Ü30-Party-Deko erinnert als an Handwerkskunst. Der Baumarkt-Einkauf wirkt dabei wie eine kleine Verschnaufpause zwischen den Jobs, ein Moment, in dem man taktisch überlegt, was man sich diesmal noch leisten kann wegzulassen.

Die ersten Aufträge ziehen sich wie schlecht verdünnter Tapetenkleister

Der große Wermutstropfen sitzt gleich am Anfang. Die frühen Jobs bestehen aus vielen kleinteiligen Arbeitsschritten, die sich spürbar in die Länge ziehen, bevor das Spiel überhaupt zeigt, worum es eigentlich geht. Wer durchhält, wird belohnt, denn sobald der Kern einmal greift, entwickelt sich ein angenehmer Rhythmus aus Auftrag, Einkauf und Ausführung. Bis dahin braucht es aber Geduld, und das dürfte den ein oder anderen schon vorher aussteigen lassen. Ein strafferes Tutorial oder schnellere erste Aufträge hätten dem Einstieg gutgetan.

Stabil unterwegs, mit KI im Werkzeugkasten

Technisch macht Low-Budget Repairs einen runden Eindruck, keine Abstürze, keine nennenswerten Ruckler, die Steuerung sitzt. Bemerkenswert ist allerdings, dass der Store selbst auf KI-generierte Übersetzungen, Musik und visuelle Assets hinweist, ein Punkt, der in der Community durchaus diskutiert wird. Auf Steam steht das Spiel aktuell bei rund 55 Prozent positiven Stimmen, die Meinungen gehen also auseinander. Wer damit kein Problem hat, bekommt trotzdem ein solides technisches Fundament.

Fazit

Ich mag den Humor, mit dem Low-Budget Repairs an sein Thema herangeht, das schlampige Handwerk fühlt sich fast schon subversiv gut an, und die Plattenbau-Kulisse hat ihren ganz eigenen Charme. Was mich gebremst hat, war der zähe Start mit seinen ausufernden ersten Arbeitsschritten, da hätte ich mir mehr Tempo gewünscht. Wer diese Anfangsphase übersteht, bekommt aber ein unterhaltsames kleines Simulationsspiel mit Ecken und Kanten, die eher liebenswert als störend wirken. Klare Empfehlung für alle, die schon immer mal wissen wollten, wie befriedigend schlechte Arbeit sein kann, mit etwas Geduld für die ersten Stunden.

Pro:
  • Herrlich unmoralisches Setting mit viel Situationskomik
  • Die Pfusch-Mechanik macht wirklich Laune, schlampig arbeiten fühlt sich gut an
  • Läuft technisch stabil und sauber
  • Baumarkt-Einkauf als angenehmer taktischer Zwischenschritt
Contra:
  • Zäher, langatmiger Einstieg mit vielen kleinteiligen Arbeitsschritten
  • KI-generierte Übersetzungen, Musik und visuelle Assets als Streitpunkt
  • Durchwachsene Community-Stimmung auf Steam (rund 55 Prozent positiv)
Gameplay:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Grafik:
3 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Sound:
3 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Atmosphäre:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Umfang:
3 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Unsere Wertung: 7.5 / 10
Spiel getestet auf: PC

Teile diesen Beitrag

XFacebook
Dominik Probst

Dominik Probst

Webentwickler, Technik-Nerd und Gamer aus Leidenschaft seit der Kindheit, mit einem Faible für die komplette The Legend of Zelda- und Halo-Reihe. Dazu fast keine Konsolengeneration ausgelassen und auch sehr interessiert an Indie-Games.

Schreibe einen Kommentar