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World of Warcraft: Midnight im Langzeittest – Unser Fazit nach sechs Monaten

Von Felix Mager am 7. September 2026. Getestet auf PC. 4 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

World of Warcraft: Midnight ist inzwischen seit fast sechs Monaten erhältlich. Eigentlich ein ungewöhnlich später Zeitpunkt für ein Review – und genau deshalb haben wir uns entschieden, mit unserem Fazit etwas länger zu warten. Denn bei einem MMO entscheidet sich erst nach Monaten, ob eine Erweiterung tatsächlich langfristig motivieren kann oder ob der anfängliche Hype schnell verfliegt. Mit dem ersten großen Inhaltsupdate Fluch von Ula’tek ist zudem gerade die zweite Saison gestartet. Zeit also, einen Blick zurück auf Midnight zu werfen.

Endlich wieder Silbermond

Das große Highlight von Midnight ist für uns ohne Frage die Überarbeitung von Silbermond und dem Immersangwald. Auf diesen Moment haben WoW-Spieler jahrelang gewartet und Blizzard hat die Chance genutzt. Die alte Hauptstadt der Blutelfen fühlt sich nicht einfach wie eine aufgehübschte Version des Originals an, sondern tatsächlich wie ein wichtiger Ort der aktuellen Geschichte. Gleichzeitig bleibt der Wiedererkennungswert erhalten.

Auch der überarbeitete Immersangwald und Zul'Aman gehören zu den stärksten Bereichen der Erweiterung. Gerade die Verbindung aus bekannten Orten, neuen Geschichten und einer sichtbar fortschreitenden Welt funktioniert hervorragend. Man bekommt endlich wieder das Gefühl, dass sich Azeroth tatsächlich verändert. Genau davon darf Blizzard aus unserer Sicht gerne mehr machen. Warum nicht auch in zukünftigen Erweiterungen ältere Gebiete auf diese Weise weiterentwickeln?

Die eigentliche Geschichte von Midnight gefällt uns ebenfalls. Sie ist zwar nicht frei von den typischen WoW-Macken, führt die Weltenseelen-Saga aber sinnvoll weiter und setzt die Konflikte rund um die Leere konsequent fort. Weniger überzeugend sind dagegen viele der optionalen Nebenquests. Hier bleibt World of Warcraft seinem bekannten Muster treu: Sammle dies, töte davon zehn, bringe Gegenstand X zu Charakter Y. Zwischen den größeren Geschichten wirkt das teilweise wie Füllmaterial.

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Die Welt fühlt sich lebendiger an

Positiv hervorzuheben sind die regelmäßigen Weltereignisse. Die wöchentlich wechselnden Aktivitäten sind abwechslungsreicher als das, was wir noch aus Dragonflight oder The War Within kennen. Natürlich nutzt sich auch das beste Weltevent irgendwann ab, wenn man es zum x-ten Mal absolviert. Trotzdem schafft es Midnight besser als seine Vorgänger, die offene Welt mit kleinen Aktivitäten zu füllen, die nicht sofort wie reine Pflichterfüllung wirken.

Das ist gerade für Spieler wichtig, die nicht jeden Abend Mythic+ laufen oder raiden möchten. Midnight bietet genügend Möglichkeiten, auch außerhalb des klassischen Endgames etwas zu tun.

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Das Aufrüstungssystem macht vieles einfacher

Auch das neue Ausrüstungssystem gefällt uns. Die Aufwertung funktioniert deutlich unkomplizierter, weil die benötigten Währungen und Gold direkt für die Verbesserung der Ausrüstung eingesetzt werden können. Vor allem entfällt das frustrierende Gefühl, zwar genügend Wappen gesammelt zu haben, aber wegen einer zusätzlichen Währung erst noch weitere Inhalte absolvieren zu müssen.

Natürlich hat das System einen Haken: Wer regelmäßig seine Ausrüstung aufwertet, lässt dabei ordentlich Gold liegen. Das kann gerade bei mehreren Charakteren ins Geld gehen. Trotzdem ist uns diese Variante lieber als ein System, das künstliche Hürden aufbaut.

Und dann kam „Fluch von Ula'tek“

Seit August ist mit Patch 12.1 das erste große Inhaltsupdate von Midnight verfügbar. Fluch von Ula'tek bringt mit der Gewundenen Insel ein neues Gebiet, einen neuen Dungeon und den neuen Schlachtzug Giftiger Abgrund. Dazu kommen die zweite Saison, neue Tiefen, Beutejagden und weitere Anpassungen an Housing und Klassen.

Wir haben uns ein aktuelles Bild der Stimmung gemacht und die Community sieht die neuen Inhalte – wie so oft bei World of Warcraft – gemischt.

Die Gewundene Insel kommt bei einem Teil der Spieler ausgesprochen gut an. Besonders Atmosphäre, Optik und die Troll-Geschichte werden gelobt. Andere Spieler kritisieren dagegen die teilweise repetitiven Events, die unterirdischen Bereiche und die Tatsache, dass sich ein Teil der neuen Aktivitäten schnell wie tägliche Pflichtarbeit anfühlt.

Interessant ist außerdem die Kritik an der Verbindung zwischen der ursprünglichen Midnight-Geschichte und Patch 12.1. Einige Spieler empfinden die Geschichte rund um Ula'tek als etwas zu unvermittelt und hätten sich bereits im Hauptspiel mehr Hinweise auf die Gewundene Insel und ihre Geheimnisse gewünscht.

Das zeigt gleichzeitig ein grundsätzliches Problem moderner WoW-Erweiterungen: Blizzard liefert mittlerweile fast kontinuierlich neue Inhalte – doch nicht jeder neue Inhalt fühlt sich automatisch wie eine natürliche Fortsetzung der bisherigen Geschichte an.

Das Fazit nach sechs Monaten

Nach einem halben Jahr fällt unser Urteil zu Midnight dennoch positiv aus. Die Erweiterung macht vor allem dort vieles richtig, wo World of Warcraft zuletzt immer wieder Probleme hatte: Die Welt wird weiterentwickelt, alte Schauplätze werden sinnvoll modernisiert und es gibt mehr Gründe, sich auch abseits von Raids und Mythic+ in Azeroth aufzuhalten als je zuvor.

Nicht jede Quest ist spannend, nicht jedes Weltevent bleibt dauerhaft interessant und auch Midnight verfällt stellenweise in die typische WoW-Contentspirale aus wöchentlicher Checkliste und wiederholbaren Aktivitäten. Trotzdem fühlt sich die Erweiterung insgesamt runder an als viele ihrer Vorgänger.

Der größte Erfolg ist für uns aber Silbermond. Blizzard hat gezeigt, welches Potenzial in der eigenen, mittlerweile über 20 Jahre alten Welt steckt. Wenn zukünftige Erweiterungen ähnlich mutig mit alten Gebieten umgehen, könnte Azeroth tatsächlich wieder zu einer Welt werden, die sich ständig verändert – statt immer nur neue Inseln und Kontinente daneben zu setzen.

Nach sechs Monaten ist Midnight deshalb keine perfekte Erweiterung, aber eine, die uns wieder etwas mehr Vertrauen in die langfristige Entwicklung von World of Warcraft gibt.

Pro:
  • Fantastisches Rework von Silbermond und Immersangwald
  • Gute Fortsetzung der Geschichte von Azeroth
  • Alte Gebiete werden sinnvoll in die aktuelle Welt integriert
Contra:
  • Weltevents werden auf Dauer repetitiv
  • Nebenquests bleiben oft bei „Sammeln, Töten, Bringen“
  • Langfristig fehlt es außerhalb des Endgames teilweise an Abwechslung
Story:
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Gameplay:
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Grafik:
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Sound:
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Atmosphäre:
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Unsere Wertung: 8.5 / 10
Spiel getestet auf: PC

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Felix Mager

Felix Mager

Begeisterter Gamer mit vielseitigem Interessengebiet. Schwerpunkte liegen auf Strategiespielen, 4X-Titeln und Simulatoren, ergänzt durch Online-Rollenspiele, Shooter und Action-Adventures. Besonderen Wert legt er auf stimmiges Gameplay, Atmosphäre und ein einzigartiges Sounddesign.

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