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Review

Mina the Hollower im Test: Ein Retro-Meisterwerk für die Gegenwart

Von Nicolas Große am 26. August 2026. Getestet auf PC. 5 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

Die Videospiel-Industrie ist ein hartes Pflaster, das musste Indie-Studio Yacht Club Games bereits am eigenen Leib erfahren. Trotz einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne für das 2014 veröffentlichte Shovel Knight reichte das Budget gerade so für den Abschluss des Projektes, sodass am Ende kaum Geld für Kaffee und Benzin blieb. Glücklicherweise wurde aus Shovel Knight einer der prägenden Indie-Hits der 2010er und ein Beweis für das gestalterische Talent und das technische Know-how des kleinen Teams. Bis zum Jahr 2026 hat sich die Lage innerhalb der Industrie weiter verschärft. Nun setzt Yacht Club mit ihrem nächsten Titel Mina the Hollower erneut alles auf Spiel. Wie gut Mina geworden ist, erfahrt ihr in unserem Test.

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Mausern für den guten Zweck

Nach längerer Abwesenheit kehrt die Erfinderin und Höhlenforscherin Mina wieder auf die Insel Tenebrous zurück. Statt eines kleinen Urlaubs ist es die verzweifelte Bitte des Anführers der Insel, die sie dazu bewegt. Spark-Generatoren, die die düstere Insel mit Licht und Elektrizität versorgten, sind ausgefallen und haben große Teile Tenebrous ins Chaos gestürzt. Als Erfinderin der Generatoren soll Mina jetzt alle ausgefallenen Spark-Generatoren reaktivieren und dem Ursprung der Ausfälle auf den Grund gehen. Mina the Hollower versucht, keine Preise für eine besonders tiefgründige oder komplexe Geschichte zu gewinnen. Trotzdem gefällt uns die Story als Grundlage für ein schaurig‑schönes Action‑Adventure hervorragend gut. Sie regt die Neugier an und lässt gleichzeitig genug Spielraum für Überraschungen und interessante Entwicklungen, ähnlich wie das Gameplay.

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Der Spagat zwischen Old-School und New-School

Mina folgt einem ähnlichen Design-Ansatz wie Shovel Knight. Es macht sich den Look und das Feel einer bestimmten Ära des Gamings sowie ihrer Hardware zu eigen, fokussiert sich auf den Reiz des Game-Designs der gewählten Epoche und behält dabei die Limitationen der Hardware im Hinterkopf, spielt aber auch mit diesen, wenn das Gesamtwerk davon profitiert. Im Fall von Shovel Knight war das ein 2-D-Plattformer, der sich die Sensibilitäten von NES-Titeln wie Mega Man und Castlevania zu eigen macht und diese um moderne Kniffe erweitert. So werden Altlasten umgangen und Frustpotenziale vermindert, ohne den Anspruch und den Spielspaß im Weg zu stehen. Für Mina bedeutet dieser Ansatz, dass wir es mit einem an den Game Boy Color angelehnten Genre-Mix aus The Legend of Zelda und Castlevania zu tun haben, in dem sich ebenfalls eine kleine Prise Bloodborne befindet. 

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Alte Tugenden mit neuem Scharfsinn

Bei unserer Mission, alle Spark-Generatoren wieder in Betrieb zu nehmen, kämpfen wir uns von Bildschirm zu Bildschirm vorwärts, lernen die Stärken und Schwächen unserer Gegner kennen, rätseln und meistern Plattform-Herausforderungen, leveln die kleine Heldin auf, erweitern unser Inventar und entdecken Geheimnisse, bis wir die verfluchte Insel Tenebrous vor einem düsteren Schicksal bewahren können. Checkpoints füllen unsere Heil-Items wieder auf, beleben aber auch alle bereits besiegten Gegner. Am Ende größerer Abschnitte und Dungeons warten Bosse darauf, von uns besiegt zu werden, wofür wir in der Regel mit einem besonderen Item belohnt werden. Dabei wird Mina the Hollower nicht berechenbar, dröge oder repetitiv. Statt uns vom Spiel die immer gleichen Herausforderungen servieren zu lassen, müssen wir Skills, unser Moveset und Gegner immer wieder in neuen Anordnungen und Situationen beurteilen, um Lösungen für diese zu finden und weiterzukommen. Wo kann mich ein Gegner angreifen, welche Eigenschaften haben alle Spielelemente auf dem Bildschirm, wie beeinflussen sich diese und wie kann ich das zu meinem Vorteil nutzen? Mina hat es mit diesem klaren, direkten Gameplay-Ansatz geschafft, uns stundenlang an unseren Bildschirm zu fesseln.

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Erst peitschen, dann labern

Besonders gefallen hat uns, dass Mina uns nicht mit endlosen Tutorials und Textboxen aus dem Spielfluss reißt. Die grundlegenden Mechaniken erklären sich von selbst im Spielfluss und bauen mit Verstreichen der Zeit und steigendem Anspruch auf bereits bestehendem Wissen auf. Keine Notwendigkeit für Tutorials, die sich unnötig in die Länge ziehen. Hier beweist Yacht Club erneut ein hervorragendes Gespür für den Reiz von Retro-Game-Design. Retro-Spiele fordern oft mehr Geduld und Zeit für die Beherrschung ihrer Mechaniken von ihren Spielern ein. Hier entscheidet die Qualität des Game-Designs, ob uns ein Spiel im positiven Sinn fordert oder im negativen Sinn frustriert. Glücklicherweise können wir auch hier eine Entwarnung geben. Mina verlangt uns stellenweise einiges ab, wird dabei aber nie unfair. Plattforming-Passagen erfordern gutes Timing und Gefechte Geduld. Selbst wenn wir mal daneben springen, können wir nach dem Sturz mit weniger Gesundheit weiterspielen oder nachdem uns ein Gegner besiegt hat, einfach am letzten Savepoint weitermachen. Dadurch spielt sich Mina the Hollower angenehm anspruchsvoll, ohne bestrafend zu werden.

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Schöner, als der Game Boy erlaubt

Mina orientiert sich stark an der Optik und Hardware des Game Boy Color. Die Farbpalette bleibt überschaubar, die Pixeldichte nach 8-Bit-Vorlage niedrig und die Musik chiptunig. Trotzdem sprudelt Mina the Hollower vor lauter Charme und Designverständnis nur so über. Level haben ein klares Farbschema, das die Lesbarkeit von Gegnern und Hindernissen priorisiert. Die Musik wird clever um weitere Instrumente erweitert oder verkleinert, um den jeweiligen Spielabschnitt treffend zu begleiten. Die Animationen von Gegnern sowie Mina sind klar lesbar und deutbar und werden mit passenden Soundeffekten perfekt untermalt. Mina schafft es, den meisterhaften Einsatz gestalterischer Mittel mühelos wirken zu lassen. Gutes Gamefeel besteht aus vielen kleinen Aspekten, die unter der Oberfläche eines Spieles dazu beitragen, eine besondere interaktive Erfahrung zu schaffen. Die minimalistische Optik eines Pixel-Plattformers verharmlost ein wenig, wie viel Millimeterarbeit vonnöten ist, um ein so rundes und stimmiges Gesamtbild zu schaffen. Umso glücklicher sind wir, dass Yacht Club Games diese Hürde erneut gemeistert hat. Auch die Performance lässt keine Wünsche offen, Mina läuft auf PC ohne störende Ruckler.

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Fazit 

Yacht Club Games gelingt erneut ein kompliziertes Kunststück: Mina the Hollower klingt so, sieht so aus und spielt sich so, wie wir uns Retro-Klassiker vorstellen oder uns an sie erinnern. Bei genauer Betrachtung gibt es aber viele moderne Kniffe, Designs und Reize, die Frust mindern und den Spielspaß maximieren. Trotzdem bleibt das Gameplay anspruchsvoll. Mina the Hollower setzt sich selbst klare Grenzen, innerhalb derer jeder Aspekt des Gesamtwerkes bis ins kleinste Detail feinjustiert wird. Spiele mit so viel Charme, Feinschliff und Tiefe kommen nur selten auf den Markt. Jedem, der sich vom Retro-Look und Gameplay nicht abschrecken lässt, können wir Mina the Hollower ohne Bedenken empfehlen.

Pro:
  • Großartiger Soundtrack
  • Anspruchsvoller, unterhaltsamer Gameplay-Loop
  • Charmante Spielwelt
  • Pixelgenauer Retro-Look
Contra:
  • Gameplay nimmt Spieler nur bedingt an die Hand
Story:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Gameplay:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Grafik:
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Sound:
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Unsere Wertung: 9 / 10
TestingBuddies Award Silber
Spiel getestet auf: PC

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Nicolas Große

Nicolas Große

Nic wurde in seiner frühen Jugend auf den Dopaminkick gefixt, den eine neue mediale Erfahrung mit sich bringt. Um diese Sucht zu befriedigen, sucht er im Bereich der Videospiele das Ungewöhnliche, Exzentrische und Abgehobene. Zu seinen Lieblingen zählen die Metal Gear Solid - Serie, Max Payne 3, Mirrors Edge, Hunt: Showdown und Hotline Miami.

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