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Pokémon PokopiaPokémon Pokopia
Review

Pokémon Pokopia im Test: Eine echte Alternative zu Animal Crossing?

Von Daniel Walter am 9. März 2026. Getestet auf Switch 2. 8 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

Mit Pokémon Pokopia hat Nintendo eine Animal-Crossing-Alternative für Fans der kleinen Taschenmonster veröffentlicht. Wie sich die bunte Lebenssimulation auf der Switch 2 schlägt, verrät euch unser Test.

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Ein Ditto in Menschengestalt

Zu Beginn des Spiels beobachten wir ein Ditto, das friedlich schlummert. Als wir es dann aufwecken, erfahren wir, dass es einmal in einer großen schönen Stadt gelebt hat und die Gesellschaft eines bestimmten Menschen genossen. Wie dieser Mensch ausgesehen hat, legen wir im nächsten Schritt über einen Charakterdesigner fest. Für den Trainer des Ditto bestimmen wir nicht nur das Geschlecht, sondern auch Hautfarbe, Frisur, Haarfarbe, Outfit oder Accessoires. Während wir die einzelnen Eigenschaften auswählen, verändert sich parallel dazu auch das Vorschaubild des Charakters, das allerdings kein gewöhnliches ist, sondern immer eine Variation unseres Ditto darstellt, das sich in die entsprechende Version des Trainers verwandelt. Sind wir mit dem Look zufrieden, entlässt uns die Lebenssimulation in die Spielumgebung, wo wir als Ditto in Menschengestalt aus dem Pokéball springen. 

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Es werde grün

Aus der Verfolgerperspektive erkunden wir zunächst eine trostlose Höhle, in der wir kurz darauf auch unseren eigenen Pokédex entdecken. Im Gespräch mit einem riesigen Tangoloss, das sich ebenfalls in der Höhle befindet, erfahren wir, dass die Menschen und die Pokémon, die einst hier lebten, verschwunden sind und von dem einst blühenden Ort nur vertrocknete Gräser und Bäume übrig geblieben sind. Während Tangoloss spricht, sehen wir in der Ferne ein geschwächtes Schiggi, das dort in der trockenen Steppe liegt und nach Wasser ruft. Als Ditto ist unser Protagonist in der Lage, die Aquaknarre-Attacke des geschwächten Pokémon zu übernehmen und ihm daraufhin zu helfen.

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Mithilfe der gelernten Aquaknarre-Attacke kann unser Ditto nun auch die verdörrte Umgebung bewässern und den toten Pflanzen neues Leben einhauchen. Auf diese Weise schalten wir auch nach und nach neue Habitate wie zum Beispiel Grasbüschel oder Blumen frei, die die Heimat bestimmter Pokémonarten darstellen und später auch von uns genutzt werden, um die Umgebung individuell zu gestalten, Lebensräume zu schaffen und die Welt zu verschönern. Jede genutzte Attacke verbraucht übrigens AP, sodass wir sie nicht endlos einsetzen können. Frische AP erhalten wir zum Beispiel über Beeren, die wir von Bäumen schütteln und anschließend verspeisen. Weiterhin können wir die Beeren auch unseren Pokéfreunden überreichen, um ihnen einen Gefallen zu tun.

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Gotta catch... bring 'em all back

Je weiter wir mit unserer Wiederbelebung der Welt voran schreiten, desto mehr Pokémon kehren in die einst vertrocknete Umgebung zurück. Wenn wir uns mit ihnen anfreunden, füllen wir nicht nur nach und nach unseren Pokédex, sondern haben auch die Chance, weitere Fähigkeiten von ihnen zu erlernen. Um dies zu erreichen, müssen wir uns ihren Wünschen annehmen und bestimmte Aspekte in der Spielwelt entsprechend verändern. So will ein Bisasam beispielsweise mehr grüne saftige statt verdörrter Büsche in der Landschaft sehen, bevor es uns etwas beibringt. Haben wir seine Aufgabe erledigt, lernen wir von ihm die Attacke Blattwerk, die es uns wiederum ermöglicht, neues Gras wachsen zu lassen. Auf diese Weise erweitert sich unser Repertoire an Attacken immer weiter und wir können auf neue Art mit der Umgebung interagieren oder zum Beispiel auch vorhandene Hindernisse überwinden.

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Der Einstieg ist zugegebenermaßen etwas zäh, da man über einen recht langen Zeitraum mit wenigen Attacken über ein sehr kleines Areal stapfen und dieses Meter für Meter wiederbeleben muss. Dennoch entfaltet das Spiel dank der niedlichen Pokéfreunde sehr schnell seinen Charme und lässt uns immer weiter im äußerst zufriedenstellenden Ditto-Alltag versinken. Dieser hat es zum Ziel, immer mehr Pokémonarten zurück zu bringen und irgendwann vielleicht auch wieder die Menschen in der Welt willkommen zu heißen.

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Um neue Pokémon zu entdecken, finden wir in der Umgebung auch immer wieder entsprechende Spuren, denen wir nachgehen können. Diese verraten uns auch, welches Habitat das entsprechende Pokémon bevorzugt, das wir dann wiederum selbst erschaffen können, um es in der Nähe der Spur anzulocken.

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Aus Alt mach Neu

Ergänzend zur Wiederbelebung der Natur ist Ditto auch in der Lage, verschiedene Gegenstände herzustellen, um die Welt zu verschönern und neue Bleiben für Pokémon zu schaffen. Hierfür warten in der Umgebung zum Beispiel Ressourcen wie Stöcke oder Steine, die wir einsammeln und an einer Werkbank weiterverarbeiten dürfen. Hier lassen sich, wenn wir über die entsprechenden Anleitungen verfügen, zum Beispiel Möbel wie Tische oder Stühle oder auch praktische Objekte wie ein Lagerfeuer herstellen, an denen sich die Pokémon wärmen können. Um letzteres zu entfachen, benötigen wir dann wiederum ein Feuerpokémon, für das wir zunächst den passenden Lebensraum schaffen müssen, bevor es uns helfen kann. Auf diese Weise greift das Gameplay von Pokopia immer Schritt für Schritt ineinander und erweitert unser Arsenal an Fähigkeiten und Interaktionsmöglichkeiten immer weiter. Anleitungen erhalten wir übrigens mal als Belohnung von unserem Pokédex für erledigte Aufgaben, mal als Geschenk von Pokémon, die sich etwas bestimmtes wünschen. Erfüllen wir diese speziellen Wünsche, steigern wir wiederum das Wohlbefinden des jeweiligen Pokémons.

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In der Welt warten aber nicht nur verdörrte Pflanzen auf uns, die wir erneuern müssen, sondern auch alte verfallene Gebäude, die damals von den Menschen errichtet wurden. Hier stehen an alten PCs, die in der Umgebung entdeckt werden können, diverse Challenges bereit, die es zu erledigen gilt. Hierzu gehören zum Beispiel das Wässern einer gewissen Anzahl von Bäumen, das Schließen einer vorgegebenen Zahl an Poké-Freundschaften und ähnlich geartete Aufgaben. Als Belohnung winken Life-Münzen, die wir an den PCs gegen hübsche Gegenstände oder auch nützliche Objekte wie einen Spiegel zum Ändern unseres Aussehens tauschen dürfen.

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Weiterhin stehen uns auch Bausätze für unser eigenes Haus zur Verfügung, das wir nach Belieben dekorieren können. Um dieses zu bauen, platzieren wir eine Blaupause in der Spielwelt und heuern dann unsere Poké-Freunde mit Baufertigkeit als Helfer an, um die entsprechenden Materialien zu verarbeiten. Außerdem haben wir die Chance, erhaltene Gemüsesamen in gepflügten Beeten anzubauen und zu ernten. Später ist es zudem möglich, aus den verfallenen Überresten der Gebäude der Menschen, wie dem alten Pokémon Center, wieder ein funktionierendes Zentrum der Spielwelt zu machen und die Umgebung dadurch aufzuwerten.

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Bei diesen Aufgaben handelt es sich um große Wünsche, die einen entsprechend weitreichenderen Einfluss auf die Welt haben. Diese öffnet sich im Spielverlauf auch immer weiter, sei es, weil wir mit Nockchans Zertrümmerer Terraforming betreiben und dadurch neue bisher verborgene Areale erreichen können, oder, weil wir durch unseren Spielfortschritt ein Rolltor öffnen, das in ein völlig neues Gebiet führt. Auf diese Weise gelangen wir zum Beispiel in eine riesige verlassene Stadt der Menschen, die wir ebenfalls nach und nach mit Leben füllen sollen. Insgesamt ist der Umfang dessen, was wir in Pokopia entdecken können, schon immens und auf einem völlig anderen Niveau als bei Animal Crossing, wo die starke Begrenzung der Spielwelt ja einer der größten Kritikpunkte ist. 

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Eine Welt mit Herz

Optisch fällt Pokémon Pokopia im Übrigen äußerst cute aus. Nicht nur die stilisierte atmosphärische und gemütliche Umgebung mit stimmungsvollem Tag- und Nachtwechsel, sondern gerade auch die detailliert gestalteten und mit viel Herz versehenen Pokémon lassen die Welt sehr einladend wirken. Der comichafte kindliche Look passt darüber hinaus perfekt zum Cozy-Game-Publikum. Insgesamt hat das Spiel jede Menge Charisma, wie man es sich vom einen oder anderen Ableger der Pokémon-Hauptreihe auch gewünscht hätte.

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Um die Cuteness der Spielwelt und ihrer Bewohner festzuhalten, gibt es natürlich auch einen Fotomodus, der auch mit Zusatzfunktionen wie dekorativen Rahmen oder Emotes ausgestattet ist, um perfekte Bilder zu bekommen. Diese können sowohl klassisch als auch als Selfie geschossen werden, um auch Ditto auf den Fotos zu verewigen. Von der Soundkulisse her setzt Pokopia auf sanfte Instrumentalklänge, überwiegend mit Klavier, Synthesizern und dezenten Beats, was eine beruhigende und angenehme Atmosphäre kreiert - passend zur jeweiligen Tageszeit.

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Die Dialoge sind leider, wie bei der Pokémon-Reihe üblich, überhaupt nicht vertont, sodass wir nur Textboxen zur Verfügung gestellt bekommen. Hier durchbrechen lediglich einige zum Gespräch passende Soundeffekte die Stille, die heute eigentlich nicht mehr zeitgemäß ist. Animal Crossing hat hier wenigstens auf eine Fantasiesprache gesetzt, was dem ganzen einen speziellen Charme verleiht. Dass nicht einmal die Pokémon ihre spezifischen Ausrufe machen, fanden wir dann aber wirklich etwas schade. 

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Fazit

Ein Animal Crossing mit Pokémon? Kann das funktionieren? Pokémon Pokopia liefert hier eine mehr als eindeutige Antwort. Es funktioniert nicht nur, es ist wie dafür gemacht. Wenn wir mit unserem herzallerliebsten Ditto nach und nach neue Fähigkeiten lernen, um aus der verdörrten Welt ein wahres Pokémonparadies zu machen und dadurch immer neue Poké-Freunde anlocken, kann man gar nicht anders, als das Spiel zu lieben. Die cuten Pokémon mit ihren individuellen Persönlichkeiten, Wünschen und schrulligen Verhaltensweisen sind dabei das absolute Herzstück und füllen die Welt mit Warmherzigkeit und Charakter. Auch die Tatsache, dass sich das Gameplay Schritt für Schritt öffnet und immer ein bisschen mehr von der Welt für uns nutzbar macht, ist sehr schön gelöst. Hinzu kommen die zahlreichen Habitate, die wir errichten können, um die perfekte Heimat für jedes Pokémon zu schaffen oder auch die Möglichkeit, verschiedenen Challenges nachzugehen, um neue Objekte oder Anleitungen freizuschalten - es stehen also unterschiedliche Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Darüber hinaus gestalten wir unser eigenes Haus, bauen Pflanzen an oder toben uns an der Werkbank aus, sodass eigentlich alle Elemente einer Cozy-Lifesim abgedeckt werden. Wenn man dem Spiel etwas vorwerfen möchte, dann den etwas zu langsamen Einstieg, der zunächst etwas zu monoton ausfällt, bevor wir endlich mehr Funktionen nutzen können. Auch die Tatsache, dass komplett auf eine Vertonung der Dialoge verzichtet wird und nicht einmal die Pokémon mit ihren speziellen Ausrufen versehen sind, fanden wir etwas schade. Alles in allem ist Pokémon Pokopia aber definitiv ein wahr gewordener Traum für Poké-Fans und eine hervorragende Alternative für alle, die sich an Animal Crossing satt gespielt haben. Wir hatten in jedem Fall sehr viel Spaß bei der Gestaltung unseres Poké-Paradieses und können ohne jegliches schlechte Gewissen eine Empfehlung für Cozy-Gamer aussprechen.

Pro:
  • Liebevoll gestalte Spielwelt mit niedlicher Optik
  • Stimmungsvoller Wechsel der Tageszeiten
  • Liebenswerter Hauptcharakter
  • Toll umgesetzte Persönlichkeiten der einzelnen Pokémon
  • Motivierendes Gameplay, das sich immer ein bisschen mehr öffnet
  • Zahlreiche Fähigkeiten, mit denen wir die Welt Schritt für Schritt verschönern
  • Alle wichtigen Cozy-Elemente vertreten (Fertigung, Anbau von Pflanzen, Hausdekoration, Terraforming...)
  • Große Spielwelt mit viel Erkundungspotenzial
  • Äußerst frustfreies Spielerlebnis
Contra:
  • Etwas zäher Einstieg
  • Keine vertonten Dialoge
  • Nicht einmal die Pokémon wurden mit ihren echten Stimmen versehen
  • Steuerung hier und da etwas unpräzise
Gameplay:
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Grafik:
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Sound:
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Atmosphäre:
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Kreativität:
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Unsere Wertung: 9.0 / 10
TestingBuddies Award Silber
Spiel getestet auf: Switch 2

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Daniel Walter

Daniel Walter

Leidenschaftlicher Konsolenspieler, Steamdeck-Fan und VR-Enthusiast. Neben Klassikern wie Resident Evil, Knights of the Old Republic, Jedi Knight oder LA Noire gehören vor allem aufwendig inszenierte Singleplayer-Erlebnisse zum breit gefächerten Interessengebiet, wie The Last of Us, Uncharted, Days Gone oder Cyberpunk 2077. Aber auch große Open-World-Reihen wie Far Cry oder Assassin's Creed, Point and Click Adventures wie Black Mirror oder Larry sowie Sportspiele mit Fokus auf Tennis, Fußball oder Radsport flimmern regelmäßig über den Bildschirm.

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