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Preview: Big Farm Story – Vom Erntehelfer zum Vollzeit-Farmer

Von Stephanie Walter am 27. August 2020
Publisher: Goodgame Studios
Release: Early Access (20. August 2020)
Genre: Lebenssimulation
Entwickler: Goodgame Studios
Verfügbar für: PC
USK Altersfreigabe: ausstehend

Mit Big Farm Story gibt es von Goodgame Studios Nachschub für alle Fans niedlicher Farmsimulationen. Wir haben für euch reingeschaut und verraten, wie vielversprechend der Early Access aussieht, auch wenn das Game, das einmal ein Farm-MMO werden soll, noch keine Mehrspielerelemente hat.

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Man kommt auch bei Big Farm Story nicht um die klassische Geschichte einer jeden Farmsimulation herum: Unser Großvater hat uns seine Farm überlassen und damit starten wir unverhofft unsere Karriere als Bauernhofeigentümer. Das Intro ist wirklich sehr liebevoll gestaltet. Wir sehen, dass unsere Spielfigur die Farm schon als Kind geliebt und dort gerne Zeit mit Opa verbracht hat. Später gab es einen regen Briefaustausch, doch der alte Mann ist plötzlich spurlos verschwunden und hat uns alles vermacht. Unsere Aufgabe besteht also darin, die Farm weiterzuentwickeln, Obst und Gemüse anzubauen und zu ergründen, wo unser Großvater geblieben ist. Glücklicherweise knüpfen wir schnell Kontakt zu den Einheimischen, die uns nicht nur beim Aufbau der Farm mit ihrem Wissen unter die Arme greifen, sondern im Gegenzug auch auf unsere Hilfe beim Sammeln von Gegenständen oder der Suche von vermissten Personen angewiesen sind.

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Ein Schritt nach dem anderen

Im Gegensatz zu anderen Simulationen ist unsere Farm bereits von Beginn an mit allen wichtigen Gebäuden ausgestattet. Es gibt ein Wohnhaus, Ställe für Hühner und Tiere, eine Mühle sowie ein Silo. Die Gebäude müssen allerdings erst repariert werden, bevor wir sie nutzen können. Darüber hinaus lassen sich alle Bauten weiterentwickeln, um mehr Leistung zu bringen oder zusätzlichen Platz zu bieten. Auch eine festgelegte Anzahl an Feldern steht bereit, die wir nach und nach freischalten können. Dies geschieht durch sogenannte Sticker, die bei jedem Level-up zur Verfügung stehen. Ein neues Level wird durch Erfahrungspunkte erreicht, die wir durch das Anbauen und Verkaufen von Feldfrüchten, das Sammeln von Gegenständen oder Angeln erwirtschaften. Geht das anfangs noch ziemlich flott, wird es nach und nach immer mühseliger, ein neues Level zu erreichen. Ist es endlich so weit, können wir einen der drei angezeigten Sticker auswählen. Ein Sticker erlaubt es uns, den Anbau von bestimmten Feldfrüchten, das Angeln oder Erweiterungen von Feldern und Brunnen freizuschalten. Ich finde, dass dieses System nicht ganz so gelungen ist. Es ist nervig, für den Ausbau eines Gebäudes nicht nur alle Rohstoffe, sondern auch noch den passenden Sticker besitzen zu müssen, außerdem benötigt man für das Angeln in bestimmten Gebieten oder bei Nacht einen eigenen Sticker und wirklich für jede neue Feldfrucht. Was ich hingegen gut finde, ist die Möglichkeit, Samen jederzeit an der Feldkiste auf dem eigenen Hof kaufen zu können. Hier ist auch der Verkauf der Ernte möglich, ebenso wie auf dem Markt. Es stehen täglich neue Aufträge zur Verfügung und es macht Spaß, die passenden Gegenstände zu besorgen und zu verkaufen, zumal im Laufe der Zeit auch ein niedliches Alpaka den Lieferservice übernimmt.

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Ein schönes Fleckchen

Die Gestaltung von Big Farm Story mit der Comicgrafik gefällt mir schon richtig gut. Neben der eigenen Farm können wir auch die Höfe unserer Nachbarn, den Wald oder ein kleines Städtchen besuchen. Die einzelnen Gebiete sind liebevoll gestaltet, auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt nur eine Jahreszeit, nämlich der Frühling, zur Verfügung steht. Wir sehen viele bunte Blumen, begegnen kleinen Tieren und Insekten summen durch die Luft, während eine hübsche, entspannende Melodie erklingt. Insgesamt setzt der Titel sehr auf den Niedlichkeitsfaktor, so sehen zum Beispiel auch unsere Tiere besonders putzig aus. Sie besitzen jeweils individuelle Eigenschaften, welche ihre Entwicklung beeinflussen. Leider trübt es den Charme etwas, dass wir bis auf unser Farmhaus, das übrigens auch mit verschiedenen Möbeln dekoriert werden kann, keine Gebäude betreten können, sondern alle Verkaufsstände auf der Straße stehen. Außerdem können wir mit Möbeln, mit denen wir zum Teil sogar den Außenbereich dekorieren dürfen, nicht interagieren. Das Gleiche gilt für die Dorfbewohner außerhalb einer laufenden Quest.

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Die Uhr tickt

Was mir gefällt, aber bei manch anderem Spieler wohl für Frust sorgen könnte, ist, dass das Wachsen der Pflanzen und die Produktion von anderen Erzeugnissen in Echtzeit abläuft. Das macht Big Farm Story zu einem Spiel, das man sehr angenehm zwischendurch spielen kann, das aber eben auch an ein klassisches Mobile-Game erinnert. Ich finde es angenehm, wenn man einfach mal schnell in das Spiel klicken kann, um sein Gemüse zu ernten und ein paar Dinge auf dem Markt zu verkaufen. Ein Tag ist übrigens in drei Zeitzonen aufgeteilt, die jeweils siebeneinhalb Minuten dauern. Beginnt ein neuer Tag, spawnen die Sammelobjekte, zu denen Pilze, Äste, Blumen oder Steine gehören, erneut. Das bedeutet aber natürlich auch, dass es zu recht eintönigen Spielzeiten kommen kann, wenn man mit voller Aufmerksamkeit spielen will und darauf warten muss, dass Rohstoffe spawnen und Gemüse endlich reif wird. Die Möglichkeit, mit Schlafen Zeit zu überbrücken, besteht nicht.

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Eile mit Weile

Wie schon erwähnt, kommt man zu Beginn recht schnell voran und ist neugierig, welche Fähigkeiten und Orte man als nächstes freischaltet. Der Storycontent, der bisher zur Verfügung steht, ist allerdings recht überschaubar und so werden die Aufgaben schnell etwas eintönig, zumal es eben relativ lange dauert, bis man neue Sticker freischalten kann und bisher noch nicht besonders viele unterschiedliche Pflanzen angebaut werden können. Zusätzlich gestaltet sich auch die Steuerung etwas mühselig. Wir können uns nämlich nicht über die Tastatur bewegen, sondern müssen uns mit der Maus voran klicken. Bisher ist es auch nicht möglich, mehrere Felder auf einmal zu bewirtschaften, sodass das ganze Geklicke irgendwann schon recht nervig wird. Was mir an Big Farm Story auf jeden Fall gefällt, ist, dass man statt leeren Kästen überall in der Welt Hinweise auf die Spielteile findet, die noch mit einem Update eingefügt werden. Da sieht man als Spieler, dass es voran geht.

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Fazit:

Die Frage, ob Big Farm Story ein Spiel ist, dass euch gefallen könnte, lässt sich nicht allgemeingültig beantworten. Es hängt wohl stark davon ab, ob ihr eine Farmsimulation sucht, die man nebenbei spielen möchte, oder ein Spiel, dem man seine volle Aufmerksamkeit widmet. Insgesamt ist das Spiel auf jeden Fall schön gestaltet. Die niedliche Welt ist lebhaft und es ist entspannend, zwischendurch ein paar Rohstoffe zu sammeln und seine Farm auszubauen. Trotzdem kann es durch die Echtzeit und das langsame Sammeln von Erfahrung zu Passagen kommen, in denen man sich als Spieler langweilt. Da müsste sich in Sachen Spielkomfort, Story und Quests schon noch Einiges tun, damit der Titel nicht zu sehr an ein Mobile-Game erinnert und sich, wie angekündigt, zu dem vollständigen Farm-MMO entwickelt, das es einmal werden soll. Diese Idee finde ich schon reizvoll. Da Big Farm Story aber das Ziel hat, ein Free-to-Play-Titel zu werden, bleibt dann abzuwarten, ob es darauf hinauslaufen wird, dass man viel Zeit oder Geld investieren muss, um am Ende voranzukommen. Trotz der Kritikpunkte hat mir Big Farm Story mit der aktuellen Gestaltung Spaß gemacht und ich werde die Entwicklung auf jeden Fall im Auge behalten.

Pro:
  • Niedliche Spielwelt
  • Entspanntes Gameplay
Contra:
  • Beim Warten auf Gemüse und Sammelobjekte kann es eintönig werden
  • Steuerung etwas unkomfortabel

Spiel getestet auf: PC

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