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The Sinking City 2The Sinking City 2
Review

The Sinking City 2 im Test: Lovecraft-Horror für Resident Evil Fans

Von Marvin Kolb am 6. September 2026. Getestet auf PS5. 8 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

Mit The Sinking City 2 knüpft Entwickler Frogwares erneut an das Universum des H.P. Lovecraft an und versucht gleichzeitig, sich deutlich stärker im klassischen Survival-Horror zu positionieren. Während der Vorgänger noch wesentlich stärker auf seine Open-World-Elemente und Ermittlungsmechaniken setzte, geht der zweite Teil einen deutlich geradlinigeren Weg.

Das Ergebnis ist ein Spiel, das sich ziemlich offensichtlich an den großen Genrevertretern orientiert. Vor allem Resident Evil stand bei der Entwicklung offenbar sehr häufig Pate. Rätsel lösen, Dokumente untersuchen, Gegenstände kombinieren und mit begrenzten Ressourcen möglichst lange überleben – vieles davon kennt man bereits aus den großen Survival-Horror-Klassikern.

Doch kann sich The Sinking City 2 gegen die Genregrößen wie Resident Evil, Silent Hill und Dead Space behaupten? Und wo liegen die eigenen Stärken des Spiels?

Zurück in die sinkende Stadt

The Sinking City 2 entführt uns erneut in die düstere Welt von Lovecraft. Die namensgebende Stadt ist dabei natürlich weit mehr als nur eine Kulisse. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Helden aus Teil 1, der versucht, seine Frau aus dem Koma das sie gefangen hält zu befreien. Überall lauern übernatürliche Gefahren, groteske Kreaturen und Hinweise auf eine Welt, die zunehmend aus den Fugen gerät.

Die Geschichte bedient sich dabei zahlreicher typischer Lovecraft-Motive. Wahnsinn, übernatürliche Mächte, mysteriöse Ereignisse und die ständige Frage, was eigentlich noch Realität und was bereits Einbildung ist, ziehen sich durch das Abenteuer.

Dabei gelingt es Frogwares erstaunlich gut, die Atmosphäre des Lovecraft-Universums einzufangen. Gerade bei Videospielen, die sich auf Lovecraft beziehen, habe ich häufig das Problem, dass zwar mit Cthulhu, alten Göttern und kosmischem Horror geworben wird, davon im eigentlichen Spiel aber nur wenig zu spüren ist. The Sinking City 2 macht das besser.

Immer wieder finden sich kleine Anspielungen auf bekannte Motive und Themen aus Lovecrafts Werken. Die Stadt wirkt dadurch nicht wie irgendeine austauschbare Horror-Kulisse, sondern vermittelt tatsächlich das Gefühl, sich in einer Welt zu befinden, die stark von Lovecrafts Geschichten inspiriert wurde.

Auch die Geschichte selbst ist dabei angenehm kurzweilig. Das Spiel verliert sich nicht permanent in endlosen Dialogen oder unnötigen Nebenhandlungen, sondern hält den Spieler meistens bei der Stange. Gerade für ein Survival-Horror-Spiel funktioniert das unserer Meinung nach ziemlich gut.

Gut kopiert ist halb gewonnen

Wenn man The Sinking City 2 zum ersten Mal spielt, dürfte vielen Spielern schnell ein Gedanke durch den Kopf gehen: Das kenne ich doch irgendwoher.

Und tatsächlich sind die Parallelen zu den früheren Resident-Evil-Teilen teilweise sehr deutlich.

Wir bewegen uns durch relativ klar abgegrenzte Gebiete, suchen nach wichtigen Gegenständen, lösen Rätsel und müssen gleichzeitig mit unseren begrenzten Ressourcen haushalten. Munition ist nicht unbegrenzt vorhanden und auch andere Gegenstände sollte man nicht völlig gedankenlos verbrauchen.

Dazu kommen die typischen verschlossenen Türen, versteckten Gegenstände und Umgebungsrätsel. Wer schon einmal einen klassischen Resident-Evil-Teil gespielt hat, dürfte sich deshalb sehr schnell zurechtfinden.

Auch die aus Resident Evil bekannten Challenges sind in The Sinking City 2 vorhanden. Das funktioniert so: Bei jedem Durchspielen bewältigt man kleine Aufgaben, für die es Punkte gibt. Mit diesen Punkten kann man in einem Shop beispielsweise neue Waffen kaufen, die dann für zukünftige Durchläufe zur Verfügung stehen.

Auch Dokumente spielen eine wichtige Rolle. Immer wieder finden wir Schriftstücke, Notizen oder andere Hinweise, die gelesen und ausgewertet werden wollen. Das ist grundsätzlich nichts Neues, funktioniert im Spiel aber ordentlich.

Eine eigene kleine Idee hat Frogwares dabei trotzdem eingebaut: Gefundene Dokumente können miteinander verknüpft werden. Dadurch lassen sich aus verschiedenen Informationen neue Hinweise ableiten.

Das klingt auf dem Papier zunächst interessanter, als es sich letztendlich spielt. Zwar ist die Mechanik eine nette Ergänzung und zeigt, dass Frogwares nicht einfach nur Resident Evil kopieren wollte, wirklich spannend in das eigentliche Spielgeschehen eingebunden wird sie allerdings nur selten.

Und genau hier liegt gleichzeitig das größte Problem von The Sinking City 2. Das Spiel macht vieles richtig, aber nur wenig davon fühlt sich wirklich neu an. Das Grundgerüst funktioniert hervorragend. Für Fans des klassischen Survival-Horrors ist es genau die Art von Gameplay, die man sich wünscht. Erkunden, suchen, kombinieren, Rätsel lösen und dabei ständig überlegen, ob man die vorhandenen Ressourcen wirklich einsetzen sollte. Nur fehlt eben das große Alleinstellungsmerkmal.

Während Resident Evil seine ganz eigene Identität entwickelt hat und auch Silent Hill mit seiner psychologischen Horror-Komponente einen sehr speziellen Weg geht, bleibt The Sinking City 2 in vielen Bereichen der Nachahmer. Trotzdem gilt hier: Gut kopiert ist halb gewonnen. Und die andere Hälfte fehlt leider ein Stück weit.

Etwas holperig

Wenn The Sinking City 2 aber eine große Stärke besitzt, dann ist es die Atmosphäre.

Die Lovecraft-Welt passt erstaunlich gut zum Survival-Horror-Genre. Verfallene Gebäude, dunkle Räume, groteske Kreaturen und die ständige Bedrohung durch etwas, das man nicht vollständig verstehen kann, sorgen für eine angenehm bedrückende Stimmung.

Gerade die Schauplätze sind dabei häufig sehr gelungen. Immer wieder gibt es kleinere Details zu entdecken, die den Umgebungen Leben einhauchen. Räume wirken nicht einfach wie zufällig zusammengestellte Levelabschnitte, sondern erzählen teilweise ihre eigene kleine Geschichte.

Dazu kommen die zahlreichen Lovecraft-Anspielungen. Wer mit der Literatur vertraut ist, dürfte immer wieder kleine Details erkennen, die bei anderen Spielen mit Lovecraft-Lizenz oder Lovecraft-Inspiration häufig fehlen.

Das ist eine der größten Stärken des Spiels. The Sinking City 2 fühlt sich tatsächlich nach Lovecraft an. Und das ist gerade deshalb bemerkenswert, weil das Spiel gleichzeitig so stark von Resident Evil inspiriert ist. Die Entwickler schaffen es, das bekannte Survival-Horror-Grundgerüst mit ihrer eigenen Welt zu verbinden. Ganz ohne Schwächen kommt die Atmosphäre allerdings nicht davon.

Wenig Abwechslung bei den Gegnern

Denn irgendwann fällt auf, dass sich bei den Gegnern doch ziemlich viel wiederholt.

Es gibt nur eine überschaubare Anzahl unterschiedlicher Gegnertypen. Dazu kommen verschiedene Varianten beziehungsweise Skins, die allerdings nicht immer darüber hinwegtäuschen können, dass man im Grunde immer wieder gegen sehr ähnliche Kreaturen kämpft. Gerade in einem Spiel, das so stark von seiner Atmosphäre lebt, ist das etwas schade.

Wenn man eine bestimmte Kreatur zum zehnten Mal bekämpft, verliert sie zwangsläufig einen Teil ihres Schreckens. Horror funktioniert schließlich auch über das Unbekannte. Je häufiger man denselben Gegner sieht, desto weniger bedrohlich wirkt er irgendwann.

Hier hätten die Entwickler meiner Meinung nach noch deutlich mehr Abwechslung einbauen können. Andere Spiele zeigen, dass das durchaus möglich ist. Gerade The Last of Us bietet beispielsweise eine wesentlich größere Vielfalt bei den Gegnern und sorgt dadurch auch spielerisch für mehr Abwechslung.

The Sinking City 2 schafft es dagegen nicht immer, seine Gegner über die gesamte Spielzeit hinweg interessant zu halten. Das ist kein Totalausfall, aber definitiv einer der Punkte, an denen man merkt, dass Frogwares nicht über das Budget eines großen Triple-A-Studios verfügt.

Technisch ist The Sinking City 2 zunächst durchaus nett anzuschauen. Die Umgebungen sind detailliert gestaltet, die Beleuchtung sorgt für eine dichte Atmosphäre und gerade die dunklen Schauplätze passen hervorragend zum Horror-Setting. Auch kleinere Details in den Umgebungen wissen zu gefallen.

Wie bereits erwähnt, erzählen die Schauplätze immer wieder kleine Geschichten. Das macht die Erkundung interessanter und sorgt dafür, dass man nicht einfach nur von einem Kampf zum nächsten läuft.

Allerdings ist die technische Umsetzung nicht ganz frei von Problemen. Auf der PlayStation 5 kommt es immer wieder zu Framerate-Einbrüchen. Gerade in actionreicheren Situationen kann das durchaus störend sein. Bei einem Spiel, bei dem es teilweise auf schnelle Reaktionen ankommt, sind solche Schwankungen natürlich nicht ideal.

Hin und wieder gibt es außerdem kleinere grafische Unschönheiten. Man merkt dem Spiel deshalb an einigen Stellen an, dass es technisch nicht ganz auf dem Niveau der großen Triple-A-Produktionen liegt.

Trotzdem muss man Frogwares zugutehalten: Für ein Spiel, das nicht aus der obersten Triple-A-Liga kommt, sieht The Sinking City 2 ziemlich gut aus.

Vor allem die Atmosphäre profitiert von der gelungenen Beleuchtung und dem düsteren Art Design. Optisch gibt es also durchaus einiges zu sehen, auch wenn nicht alles technisch perfekt umgesetzt wurde.

Beim Sound gibt es ebenfalls wenig Grund zur Klage. Eine deutsche Vertonung gibt es allerdings nicht. Wer also nicht gerne englische Sprachausgabe hört, muss mit der englischen Synchronisation und deutschen Untertiteln vorliebnehmen.

Die englische Vertonung ist dabei durchaus ordentlich und passt gut zur düsteren Atmosphäre. Eine deutsche Synchronisation wäre trotzdem eine schöne Ergänzung gewesen.

Für Resident-Evil-Fans einen Blick wert

The Sinking City 2 erfindet den Survival-Horror sicherlich nicht neu. Das muss man ganz klar sagen. Wer bereits zahlreiche Resident-Evil-Teile, Silent Hill oder Dead Space gespielt hat, wird viele Elemente wiedererkennen. Das Spielprinzip ist vertraut: Erkunden, Rätsel lösen, Gegenstände suchen, Dokumente lesen, Ressourcen verwalten und sich gegen Monster zur Wehr setzen. Das ist aber gleichzeitig nicht unbedingt etwas Schlechtes. Denn Frogwares hat verstanden, warum dieses Spielprinzip funktioniert.

Die Kombination aus Erkundung, Rätseln und begrenzten Ressourcen sorgt dafür, dass man nicht einfach blind durch die Spielwelt rennt. Stattdessen schaut man sich seine Umgebung genauer an, überlegt, welche Gegenstände man wirklich benötigt und freut sich über jeden gefundenen Vorrat.

Gerade Fans des klassischen Survival-Horrors dürften sich hier schnell wohlfühlen. Das größte Argument für The Sinking City 2 ist dabei aber eindeutig das Setting. Die Lovecraft-Welt verleiht dem bekannten Spielprinzip eine eigene Note. Auch wenn die Mechaniken nicht unbedingt neu sind, fühlt sich die Kombination aus klassischem Survival-Horror und Lovecraft-Thematik durchaus stimmig an.

Fazit

The Sinking City 2 ist ein wirklich gutes Survival-Horror-Spiel, das den ganz großen Sprung zum Toptitel allerdings nicht schafft. Die Konkurrenz ist einfach zu stark.

Gegen Resident Evil, Silent Hill oder Dead Space kann Frogwares mit seinem zweiten Sinking City-Abenteuer nicht wirklich anstinken. Dafür fehlt es dem Spiel vor allem an eigenen Ideen und an der letzten technischen Politur.

Das bedeutet aber nicht, dass The Sinking City 2 schlecht wäre. Ganz im Gegenteil. Wer Survival-Horror mag und insbesondere mit den klassischen Resident-Evil-Teilen etwas anfangen kann, bekommt hier ein kurzweiliges und atmosphärisch sehr schön ausgestaltetes Abenteuer geboten. Die Rätsel funktionieren, die Geschichte bleibt spannend und die Lovecraft-Welt ist eine willkommene Abwechslung zum inzwischen doch recht bekannten Horror-Einheitsbrei.

Vor allem die Atmosphäre kann überzeugen. Frogwares gelingt es, die Themen und Motive Lovecrafts angenehm in die Spielwelt einzubauen, ohne sich ausschließlich auf bekannte Namen und oberflächliche Anspielungen zu verlassen.

Schade sind dagegen die technischen Probleme und die geringe Gegnervielfalt. Auch die eigenen Ermittlungs- und Dokumentenmechaniken hätten meiner Meinung nach stärker in das Gameplay integriert werden können.

Unterm Strich bleibt deshalb ein Spiel, das vieles richtig macht, aber nur selten wirklich heraussticht. Eine Empfehlung gibt es trotzdem.

Pro:
  • Spannende Rätsel
  • Atmosphärisch sehr dichte Spielwelt
  • Spannende und kurzweilige Story
  • Sehr stimmige Schauplätze
Contra:
  • Technisch leider etwas unausgereift
  • Nur wenige Gegnertypen
  • Wenig wirklich neue Gameplay-Ideen
  • Keine deutsche Vertonung
Story:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Gameplay:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Grafik:
3 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Sound:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Atmosphäre:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Unsere Wertung: 8 / 10
Spiel getestet auf: PS5

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Marvin Kolb

Marvin Kolb

Leidenschaftlicher Zocker, der irgendwo zwischen Shootern, Plattformern, Action-Adventures und arcadigen Sportspielen zuhause ist. Zu den Lieblingsreihen gehören Resident Evil, The Last Of Us, Call Of Duty und GTA.

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