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SolarpunkSolarpunk
Review

Solarpunk im Test: Zuhause zwischen den Wolken

Von Stephanie Walter am 11. Juni 2026. Getestet auf Switch 2. 5 Min. Lesezeit. Zum Spiel hier klicken.

In Solarpunk bauen wir alleine oder gemeinsam mit Freunden unsere Basis auf einer schwebenden Insel. Ob uns das Game überzeugen konnte, erfahrt ihr im Test.

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Eine Festung der Einsamkeit

Bevor wir uns daran machen, unsere neue Heimat, eine schwebende grüne Insel in den Wolken, zu erkunden, erstellen wir uns einen Charakter. Diese Komponente dürfte für alle, die sich gerne ein eigenes Alter-Ego schaffen, ein kleiner Dämpfer sein, denn der Charakter-Editor bietet uns nur wenige Optionen. Zwei Hautfarben, eine bescheidene Auswahl an Kleidung, Frisuren und Haarfarben, das war's auch schon. Zwar können wir uns auch für eine Körperform entscheiden, leider sind aber auch hier die Möglichkeiten begrenzt, sodass wir beispielsweise keine Figur erstellen könne, die curvy ausfällt, was wir schade fanden. Zwar bekommen wir durch die First-Person-Ansicht unsere Figur kaum zu sehen, für den Multiplayer und die schlichte Identifikation mit unserem Chara hätten wir uns hier aber schon etwas mehr gewünscht.

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Diese Kritik ist allerdings auch schnell vergessen, wenn wir anfangen, unsere Insel in Augenschein zu nehmen. Die grüne Landschaft mit ihren Blumen und Bäumen ist sofort sehr einladend und wir fangen auch direkt mit dem Craften an. Solarpunk bietet uns keine Story, hilft uns aber mit einem Mini-Tutorial in Form von kleinen Aufgaben dabei, ins Spiel zu finden und die Grundmechanik kennenzulernen. Die Steuerung ist intuitiv und geht gut von der Hand, sodass wir keine Mühe hatten, direkt loszulegen. Wir müssen unserer neuen Zuflucht übrigens komplett selbst Leben einhauchen, wenn wir uns keine Freunde einladen, denn abgesehen von wilden Hühnern ist das Eiland gänzlich unbewohnt, was uns übrigens nicht im Geringsten gestört hat.

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Kein Kampf ums Überleben

Zwar bietet Solarpunk einige Survivalelemente, diese fallen allerdings so gering aus, dass alle Liebhaber des Genres sich überlegen sollten, ob das Game das Richtige für sie ist, denn eigentlich liegt der Schwerpunkt auf dem entspannten Bauen. Die Werte, um die wir uns kümmern müssen, sind Hunger, Durst und Gesundheit, und wir hatten beim Spielen nie das Gefühl, hier ernsthaft in Bedrängnis zu geraten. Zusätzlich zur Standardeinstellung gibt es übrigens auch einen einfachen Modus, in dem die Auswirkungen von Hunger und Durst nochmal weniger ins Gewicht fallen.

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Wer unsicher ist, wie er sich in der Welt zurechtfinden kann, findet alle Infos in einem Survival-Leitfaden. An einem Forschungstisch können wir neue Objekte freischalten. Um diese dann auch bauen zu können und uns zu ernähren, müssen wir fleißig Rohstoffe sammeln. In typischer Survival-Manier fällen wir Bäume, bauen Steine und Metalle ab und legen Felder mit Himbeerbüschen an. Wasser muss aufgefangen oder abgekocht werden, um es trinken zu können. Mit weiterem Fortschritt schalten wir auch neue Pflanzen und die Tierzucht frei.

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Immer, wenn wir Bäume fällen oder Beeren ernten, erhalten wir neue Samen, die auch recht zügig nachwachsen, sodass wir keine Angst haben müssen, die Schönheit unserer Insel zu gefährden. Weniger gefallen hat uns allerdings, dass Bäume und Felsen nach dem Abbau einfach mit einem seltsamen Ploppgeräusch zerplatzen, bevor die Rohstoffe direkt in unserem Inventar landen.

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Leben mit der Natur

Zwei der großen Stärken von Solarpunk sind die Stimmung und das Wettersystem. An sonnigen Tagen weht nur ein leichter Wind über die Insel, der in den Bäumen raschelt. Wenn allerdings Regen und Gewitter einsetzen, peitscht der Sturm durch die Bäume und das Gras bewegt sich in wilden Wellen. Dieser Stimmungswechsel hat uns richtig gut gefallen, denn man kann die Elemente wirklich gut spüren, während der Wind tobt und Blitze den Himmel erhellen. Letztere können auch einschlagen, uns verletzen und die hart verdiente Ernte vernichten. In unserem Zuhause sind wir allerdings sicher vor den Wetterauswirkungen, die natürlich auch ihr Gutes haben, weil sie uns Trinkwasser bescheren und unsere Pflanzen feucht halten.

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Ein echtes Zuhause

Das Bausystem ist ein weiterer Aspekt, der uns an Solarpunk wirklich abgeholt hat. Durch Holz-, Glas- und Steinelemente, die wir auch miteinander kombinieren können, haben wir die Möglichkeit, wirklich schöne Gebäude mit viel Liebe zum Detail zu bauen. Besonders gut hat es uns gefallen, dass wir auch viele dekorative Objekte wie Bücherregale, Hängepflanzen oder gemütliche Sitzgelegenheiten im Katalog finden. Die comichafte Grafik trägt ihr Übriges dazu bei, dass das Game unglaublich cozy aussieht und das Ausbauen der eigenen Basis wirklich Spaß macht.

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In luftiger Höhe

Das volle Potenzial unserer Basis schöpfen wir allerdings nur aus, wenn wir auch andere Inseln erkunden, dafür schalten wir schon sehr früh im Spiel ein Luftschiff frei. So finden wir verschiedene Pflanzen und Rohstoffe und können auch einen Händlerbot besuchen, der uns neue Gegenstände und Blaupausen im Tausch gegen Rohstoffe bietet. Nach und nach dürfen wir unser Fluggerät dann auch personalisieren und seine Reichweite erhöhen, um mehr von der Welt zu sehen. Die Möglichkeiten beim Erkunden hätten unserer Ansicht nach noch etwas üppiger ausfallen können. Trotzdem macht es Spaß, mit dem kleinen Zeppelin abzuheben, auch wenn man etwas Übung braucht, um sauber zu laden.

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Alles automatisch

Beim Erkunden merkt man schnell, welchen Vorteil der Fortschritt mit sich bringt, denn wir erhalten nach und nach immer mehr Komponenten, um unsere Basis zu automatisieren. Auch dieser Aspekt ist wirklich schön umgesetzt. So ist es beispielsweise recht mühsam, sich bei vielen Feldern um die Pflanzen zu kümmern, da die Erde schnell austrocknet. Da ist man froh, wenn man einen Generator mit einem Sprinkler verbinden kann, um Pflanzen zu bewässern. Bei technischen Geräten ist es möglich, Kabel aus jedem Anschluss zu ziehen und woanders zu verbinden. Außerdem kann man die Automation den eigenen Wünschen anpassen und Licht oder Bewässerungsanlagen an die Tageszeit oder Wetterlage koppeln.

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Fazit

Ist Solarpunk ein richtiges Survivalspiel? Nein! Hat es mir trotzdem Spaß gemacht? Ja! Überzeugen konnten mich vor allem die Stimmung, das Wettersystem und die Möglichkeiten beim Bauen. Ich liebe Games, bei denen man entspannt im eigenen Tempo spielen und abschalten kann und hier liefert Solarpunk ab. Zwar kann man an einigen Dingen wie dem kaum vorhandenen Charakter-Editor oder der fehlenden Story meckern, dafür bekommen wir eine atmosphärische Verbindung von Natur und Technik und eine wirklich liebevolle Optik mit vielen Pflanzen. Mir hat es auch gefallen, dass man mit der eigenen Insel ein begrenztes Areal zur Verfügung hat und durch die Luftschiffe trotzdem ein Gefühl von Freiheit bekommt. Das Fehlen von NPCs und die generelle Einsamkeit, wenn man sich nicht einen Freund zum Mitzocken einlädt, hat mich ebenfalls nicht gestört - im Gegenteil. Alle Survival-Fans werden mit Solarpunk also wohl nur bedingt glücklich werden, alle Cozy-Gamer, die gerne ganz entspannt in eine andere Welt eintauchen wollen, sollten es sich aber auf jeden Fall ansehen.

Pro:
  • Verbindung von Natur und Technik
  • Wettersystem gut umgesetzt
  • Gelungene Stimmung
  • Viele tolle Objekte im Baumodus
  • Entspanntes Gameplay
Contra:
  • Survival-Elemente kommen etwas zu kurz
  • Keine Story
  • Das Fehlen von NPCs könnte manche Spieler stören
  • Charakter-Editor sehr rudimentär
Gameplay:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Grafik:
3 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Sound:
4 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Atmosphäre:
5 von 5 BuddiesBuddyBuddyBuddyBuddyBuddy
Unsere Wertung: 8 / 10
Spiel getestet auf: Switch 2

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Stephanie Walter

Stephanie Walter

Leidenschaftliche Fantasy-Farmerin mit einem Faible für Japan-Rollenspiele der Marke Final Fantasy oder Persona. Als Sims-Fan gehören bei ihr aber auch nahezu alle Hauptspiele und Erweiterungen von EAs Personensimulation zum Standardrepertoire. Das Interessengebiet wird erweitert durch Shooter und Rollenspiele aus dem Star-Wars-Universum sowie durch Rätselspiele und Point-and-Clicks im Stile von Gray Matter oder Black Mirror.

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